ich habe das Gefühl ich kenne dieses Forum in und auswendig...und ich liebe es so sehr. Nirgends konnte ich bislang solch kompetente und umfassende Informationen erhalten zum Thema Stillen. Durch Euch habe ich auch die ersten Stillprobleme nach der Geburt super in den Griff bekommen und durfte mich über eine wunderschöne Stillbeziehung mit meinem Baby freuen.
Nun wende ich mich mit einer riesengroßen Bitte um Hilfe an Euch...mein Sohn (nun knapp 9 Monate alt) befindet sich seit fast 3 Wochen im Stillstreik.
Ich habe hier schon viele Threads darüber gelesen (Mayras, Loreleis und weitere) und habe auch nur dadurch die Kraft gehabt die letzten Wochen mit Hoffnung zu überstehen.
Jetzt bin ich aber mit meinem Latein am Ende, ich habe das Gefühl nun alles ausprobiert zu haben was nur irgendwie geht. Aber ich kann mich einfach nicht damit abfinden mein Stillbaby verloren zu haben
Meinen kleinen Leo habe ich noch voll gestillt bis er vor 3 Wochen in den Stillstreik getreten ist. Direkt nach seiner Geburt hatten wir schon Probleme...er wusste nicht wie man an der Brust trinkt und ich dachte ich hätte überhaupt nicht genug Milch. So vergingen ein paar Wochen voller Bangen und Stillhütchen und entzündeter Brustwarzen. Dann hatten wir es geschafft und ich war überglücklich und so stolz darauf.
Gestillt habe ich ihn nach Bedarf, ohne festen Zeitplan. Er war ein sehr schneller Trinker...nach etwa 5-10 Minuten war er zufrieden, dafür hat er im Schnitt schon so alle 2-3 Stunden getrunken. In der Nacht schlief er immer direkt neben mir im Bett und hat sich fast die ganze Zeit an mich gekuschelt.
Auch nachts hat er alle paar Stunden getrunken, aber es war super entspannt, ich habe ihn im Liegen gestillt und wir haben einfach dabei geschlafen.
Morgens ist er lächelnd und kuschelnd aufgewacht...es war alles perfekt.
Da er noch nie einen Schnuller oder jegliche Flaschensauger bekommen hat, gab es auch Nächte in denen ich mir wie sein lebendiger Schnuller vorkam
Auch das war aber kein Problem, denn dann ging es ihm auch nicht so gut und ich war gerne zum Trost für ihn da.
Bis zu diesem Abend vor 3 Wochen: Ich habe ihn zum Einschlafen gestillt und er ist nach der einen Seite fast eingeschlafen, da habe ich ihn auf die andere Seite gedreht und ihn furchtbar erschrocken, weil ich ihm übers Gesicht gestrichen habe, als er gerade andocken wollte. Er hat geschrien wie am Spieß und hat mehrere Stunden die Brust nicht mehr genommen und auch an Schlafen war nicht mehr zu denken. Gegen Mitternacht hat er dann doch nochmal gestillt, jedoch war es dann das letzte Mal.
Wir waren total ratlos, ich war so verzweifelt und verängstigt...hatte ich doch noch nie etwas von einem Stillstreik gehört. Für mich war es das Unnatürlichste überhaupt, dass mein Baby seine Nahrung und seinen Trost verweigert, ich dachte er ist krank.
Sehr problematisch war, dass er ja noch überhaupt nicht wusste wie man Nahrung zu sich nehmen kann ohne zu stillen. So hat er erstmal anderthalb Tage GAR NICHTS zu sich genommen. Er wusste einfach nix anzufangen mit den Löffeln etc.
Dann wurde die Tortur erträglicher, weil er langsam anfing sich füttern zu lassen. Wir haben von einem Tag auf den anderen mit Zufütterung angefangen ohne dass ich im Geringsten darüber informiert war. Mittlerweile sieht es so aus, dass ich jeden Tag ca. 750 ml Muttermilch abpumpe und er ca. 200-300 ml Brei ist (Getreide-Obst-Brei oder Haferbrei mit Halbmilch).
Nachdem ich ihm die Milch viele Tage gelöffelt habe, sind wir nun auf ein Soft-Cup umgestiegen.
Die Brust ist für ihn immer noch ein Grauen, so scheint es zumindest. Sobald ich ihm die Brust anbiete schreit er und biegt sich nach hinten. Ich habe schon alles probiert: im Gehen und Halbschlaf anlegen, gemeinsam Baden...habe immer ganz, ganz viel Geduld mit ihm. Da er im Schlaf sofort aufwacht, wenn ich versuche ihn anzulegen und dann gleich weint, scheue ich schon ziemlich davor zurück. Habe regelrecht Angst vor der Zurückweisung entwickelt, ich hoffe nur immer noch, dass er es sich plötzlich anders überlegt.
Wir waren auch schon bei einer Baby-Osteophatin und auch bei einer Heilpraktikerin. Letztere hat uns Bachblüten und Globulis (D12 Calcium Phosphoricum) verschrieben. Das war vor einer Woche und es hat sich nichts verändert.
Der Kleine schläft in der Nacht jetzt meistens durch und will von mir auch nix groß wissen...kuschelt sich gar nicht mehr an mich. Gegen 4/ 5 Uhr morgens muss ich aufstehen und abpumpen, damit er weiterschläft. Wenn er schlecht schläft, dann schlafe ich die ganze Nacht nicht...weil ich ihn ja nun nicht mehr so schön mit Stillen beruhigen kann und nur am rumtragen bin
Alles in allem sind die Tage sehr schwer zu meistern, wir schaffen es nur, indem ich unter der Woche bei meinen Eltern bin...das liegt daran, dass ich so oft Pumpen muss und das mit ihm alleine nicht schaffe.
Vielleicht sollte ich noch dazu schreiben, dass ich noch andere Gründe neben dem Erschrecken für den Stillstreik vermute: 2 Tage nachdem er mit der Brustverweigerung angefangen hat, war er total heiser. Es war also eine Halsentzündung (diese wurde dann von seiner KiA mit Phytolacca Globulis behandelt).
Außerdem hat er genau in der Zeit einen starken Entwicklungssprung gemacht: plötzlich krabbelte er auf allen Vieren und plötzlich tut er fast nichts anderes als sich überall hochzuziehen und hochzuklettern und sogar Lauf-Versuche.
Meine Hebamme meinte, dass er einfach nicht mehr gestillt werden möchte...und auch nicht mehr die Milch zu brauchen scheint.
Für mich ist das nur sooooo schwer vorzustellen und noch schwerer zu akzeptieren. So möchte ich ihm doch den gesündesten Start ins Leben ermöglichen. Und hätte er wirklich so eine Panik vor der Brust, wenn er sich abgestillt hätte?
Nun habe ich jedoch in diesem Forum noch nicht von einem vergleichbaren Fall gelesen, in welchem der Streik sich so lange hinzog. Mayras Fall zog sich zwar auch recht lange, aber ihr Baby hat sich wenigstens austricksen lassen mit einer BES und Stillhütchen. Beides habe ich auch schon probiert...auch Milch versucht direkt ins Mündchen zu spritzen. Aber von nix wollte er was wissen, er dreht sich immer gleich weg.
Ist es denn möglich, dass ein Baby mit 8,5 Monaten von einem starken Saugbedürfnis zu einem Saugbedürfnis gleich Null wechselt? Innerhalb eines Tages?
Denkt Ihr denn, uns ist noch zu helfen zu einer Weiterführung unseres Stillverhältnisses?
Ich wäre Euch um Euren Rat sooooo dankbar!!! Ich hoffe ich habe keine wichtigen Details vergessen.
Vielen lieben Dank im Voraus und schöne Grüße