Ah

Also, das hat ganz unterschiedliche Gründe. Ich nähe Bündchen normal auch nach den Schulternähten, aber wenn man mit dem bandeinfasser der Cover arbeitet, das geht das nicht. es würde mich also überraschen, wenn du kaufkleidung mit einfassungen findest, die nicht in der naht beginnen und enden. Seitennaht schließen und Ärmel einfassen macht man bei "neumodischer" Jerseykleidung eigentlich auch nicht mehr. Diese ganzen simplen T-shirts usw sind ja eine eher neue Erfindung, auch im Zuge der "Massenproduktion". "Früher" nähte man ja eher nicht mit Jersey.
Aber klar, Raglanärmel kannst du prima nach der Seitennaht einnähen, warum sollte das nicht gehen? Wir planten letztens einen Raglanwickelbody ohne Seitennaht, da wäre das zwingend nötig.
Und wegen der Overlock, warum sollte Nähmaschine und Overlock nötig sein? Zum einen brauchts halt ne anständig eingestellte Fadenspannung und ne anständige Overlock, dann sieht man auch keine Naht. Und sonst musst du doch nur wissen, wie breit deine NZG ist und wieviel du wegnähst. Ich finde, da hat man irgendwann ein Gefühl für. Die ersten Jahre habe ich artig immer um den Schnitt rumgemalt und auf den Linien genäht, das schien mir am präzisesten und Anfängertauglichsten und so hab ich es von meiner Familie gelernt. Das macht ja NIEMAND mehr, im Gegenteil, alle propagieren Schnittmuster mit NZG inkl.
Abgesehen davon bin ich ausdrücklich keine gelernte Schneiderin, und das ist auch gut so, denn meine Zielgruppe sind ja auch keine gelernten Schneider. Ich mache es so, wie es für mein Empfinden im Hausgebrauch mit einfachen Mitteln am besten funktioniert. Von der Mutti, für die Mutti. Ich hab eine studierte Modedesignerin als Freundin und vieles, was sie propagiert, wie zB Einfassbänder aus Bündchenware bügeln, halte ich für schiere Zeitverschwendung

Dabei habe ich auf garkeinen Fall den Anspruch, immer im Recht zu sein. Es ist einfach nur mein Weg. Der Hausmutti Weg
Und wegen der Größen, ich finde es tatsächlich auch interessant, dass alle von Kaufgrößen als stehenden Begriff sprechen. Petit Bateau und hm kann man ja zB von der Beschriftung her niemals vergleichen. Grundsätzlich sollten sich Kaufgrößen ja auch nach Körpergröße richten, halt eher "bis xy" als "rund um xy". Das liegt wohl zum einen am persönlichen geschmack (siehe Rocklänge, hahaha) und zum anderen am bevorzugten Bekleidungsgeschäft, in wie fern da ein Unterschied besteht...