Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Lösche Benutzer 10310

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lösche Benutzer 10310 »

Lulilaj hat geschrieben:Nimmt mich jemand in arm...
Ich nehm dich gern in Arm ((())).

Mein Sohn wird fünf, versteht auf Russisch alles (ok, die unbekannte Wörter fragt er nach), redet aber fast nur deutsch. Auf Russisch kommen nur so Sachen wie Gute Nacht, manchmal Bitte und Danke, einige Lebensmittel die nur ich mache (z. B. Buchweizen) und wenn ich ihn explizit frage wie dies und das auf Russisch heißt. Kann er meist auch benennen, nur aktiv macht er das nicht. Und Akzent hat er auch, aber wie. Ein Lied singen wir vor dem Einschlafen immer zusammen, da singt er auch mit, total süß :) . Mehr ist nicht.

Meine Eltern reden mit ihm Russisch, er mit ihnen Deutsch. Mein Mann redet mit ihm nur Deutsch, Russisch kann er nicht. Ich denke, so was wie mal eine Reise dorthin würde was bringen, dann sieht er dass ja nicht nur vereinzelt Menschen die Sprache benutzen sondern das ganze Leben in der Sprache stattfindet. Aber wann und wie, 6000 km mit Großfamilie... Den Wunsch hat er aber geäußert :)

Was mich momentan total nervt, dass bei mir mittlerweile auch Sachen auf Deutsch kommen. Bis zum KiGa Alter war echt super, aber seit etwa die Mädchen da sind bin ich weniger konsequent. Ich beiße mich jedesmal auf die Zunge und trotzdem passiert es immer wieder, v. a. wenn ich schimpfe :(

Ach so, die Bücher lese ich je nach Buch. Wir haben ja nicht alles in beiden Sprachen und wenn er aber unbedingt die eine Geschichte will. Übersetzen finde ich doof, wenn es was ganz einfaches ist, dann mache ich das, aber bei komplexeren Geschichten tut mir nach kurzer Zeit mein Kopf weh und außerdem hört sich das schrecklich an (z.B. "Zauberer von Oz" haben wir nur auf Deutsch aber auch viele anderen Sachen).
Lakka
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lakka »

tabbsy83 hat geschrieben:Ich setz mich hier mal dazu. Wir sind im letzten Jahr nach DK ausgewandert und nun hat unser knapp 2 ½ Jähriger in der Tagesbetreuung angefangen und die Zweisprachigkeit beginnt. :)
Ich wäre sehr gespannt auf deine Erfahrungen, da es bei uns ähnlich sein wird :)
mit Tochter 04/15 & Bauchbewohner 06/17
nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Lakka hat geschrieben:
tabbsy83 hat geschrieben:Ich setz mich hier mal dazu. Wir sind im letzten Jahr nach DK ausgewandert und nun hat unser knapp 2 ½ Jähriger in der Tagesbetreuung angefangen und die Zweisprachigkeit beginnt. :)
Ich wäre sehr gespannt auf deine Erfahrungen, da es bei uns ähnlich sein wird :)
Nach dem, was ich so im Umfeld beobachte, klappt das Modell Familien vs. Umgebungssprache am besten. In der Klasse meines Sohnes sind einige Kinder, die zu hause mit ihren Eltern kein Spanisch sprechen (ich weiss von einem Ungarn, einem Rumaenen und einer Chinesin). Die sind alle perfekt zweisprachig, im Gegenteil zu den Kindern, bei denen ein Elternteil Spanier ist.

Heute morgen hat der Pirat uebrigens der deutschen Mama seines Klassenkameraden auf die Frage, was fuer ein Spielzeug er da in der Hand habe, geantwortet "Ein Dinosaurier. Come (=er frisst) Gras". Ich habe mich total gefreut, dass er so viel auf (fast nur) Deutsch gesagt hat, obwohl er weiss, dass die andere Mutter auch fliessend Spanisch spricht.
nido mit dem Piraten (01/2012)
ixcacienfuegos
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von ixcacienfuegos »

Vielleicht ist der Pirat da einfach ein Spätzünder. Ist er sprachlich ja eh oder?
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

ixcacienfuegos hat geschrieben:Vielleicht ist der Pirat da einfach ein Spätzünder. Ist er sprachlich ja eh oder?
Ja, auf jeden Fall ist er das, obwohl er inzwischen meiner Meinung nach gut aufgeholt hat und mehr oder weniger altersgerecht Spanisch spricht (normalerweise den ganzen Tag ohne Unterbrechung). Richtig zweisprachig wird er sicher nicht werden, aber ich freue mich wie ein Keks, wenn er zumindest versucht, mal ein paar deutsche Brocken einzustreuen.

Schwierig ist, dass sein Deutsch natuerlich noch recht schwer verstaendlich ist. Da ist die Aussprache eben ungefaehr so, wie bei einem einsprachigen Kind, das gerade erst sprechen lernt, also die Haelfte der Phoneme fehlt und sein einziges Sprachvorbild (ich) neigt leider auch dazu, schnell zu sprechen und Endsilben zu verschlucken :oops: Wenn man ihn aber nicht auf Anhieb versteht, dann denkt er sofort, dass er ja eh kein Deutsch kann, und macht dicht. Da muss ich echt auf der Hut sein.

An Ostern kommen meine Eltern, und er uebt schon die ganze Zeit, wie er dem Opa auf Deutsch sagen kann, dass er mit ihm in ein "Schwimmbad mit Rutschen" gehen will. Nun sind ausgerechnet "Schwimmbad" und "Rutsche" fuer einen kleinen Spanier ziemliche Herausforderungen. Bei "schw" und "tsch" bricht sich auch der Piratenpapa fast die Zunge... Ich muss meinen Vater dringend vorher briefen, dass der Pirat, wenn er irgendetwas total unverstaendliches von ihm will, wahrscheinlich das Spassbad meint, damit der Kleine ein Erfolgserlebnis hat und die Fruechte seiner Anstrengung sieht.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tabbsy83 »

Ich bin eigentlich ganz optimistisch, dass er das problemlos meistern wird mit dänisch und deutsch. Wie nido schreibt, mein Mann und ich sprechen zuhause beide deutsch und in der Tagespflege ist es halt anders, diese klare Trennung macht es bestimmt einfacher für ihn. Er fängt jetzt zuhause mit den ersten dänischen Worten an. Meistens sagt er vorweg "Wuggdua (so ähnlich heißt die Einrichtung, wo er jetzt vormittags ist) sagen: ..."
Bin schon gespannt, ob unser "Großer" und sein Bruder (Mai/Juni 2016 erwartet) dann irgendwann deutsch oder dänisch miteinander sprechen werden. :)

Viele Grüße von mir mit Sohnemann 09/2013

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tabbsy83
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tabbsy83 »

Nido, sind deine Eltern denn eher gut im Kleinkindverstehen oder eher nicht? Meine Mutter kann das ziemlich gut, hat L sehr früh sehr gut verstanden, meine Schwiegereltern verstehen ihn heute noch kaum und er spricht für 2½ relativ deutlich, finde ich.

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Lakka
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lakka »

Wie hat er denn in den ersten Tagen reagiert? Ich hab ein wenig Bedenken, dass das Zusammenkommen von neuer Sprache und neuer Situation ungünstig ist und dazu führt, dass Tochter sich ziemlich fremd fühlt...
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tabbsy83
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tabbsy83 »

Lakka hat geschrieben:Wie hat er denn in den ersten Tagen reagiert? Ich hab ein wenig Bedenken, dass das Zusammenkommen von neuer Sprache und neuer Situation ungünstig ist und dazu führt, dass Tochter sich ziemlich fremd fühlt...
Ich glaube, dass es ihn so gut wie gar nicht interessiert hat, dass die dort eine andere Sprache sprechen. Als er aufgetaut war und sich dort einigermaßen wohl gefühlt hat, hat er sie auch gnadenlos auf deutsch zugetextet. Ich habe mir da auch Gedanken gemacht wie er wohl reagiert, wenn die ihn nicht verstehen, aber für ihn scheint Sprache noch nicht so wichtig zu sein. Essen uns Trinken gibt es dort regelmäßig und wenn er weint, wird er getröstet, das geht alles ohne Sprache. Mach dir da nicht zu viele Sorgen, die Kinder wuppen das besser als wir Erwachsenen denken. Wohin zieht ihr denn?

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Kinsale
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Kinsale »

Ich habe da bei den Kleinen bei uns im KiGa auch den Eindruck, dass die das nicht so schlimm finden. Kleinkinder sind es meist eh gewohnt, dass sie nicht von allen verstanden werden und auch nicht jeden verstehen. Ob das nun an einer wirklich fremden Sprache oder am Problem Kleinkind-Erwachsenensprache liegt, ist da glaube ich nebensächlich. Aber die Sorge kann ich schon verstehen!
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