jiu21 hat geschrieben:Ich habe mir das auch durchgelesen und fand diese "psychosomatische" Komponente der Therapie schlimm und doch auch irgendwie unnötig?! Mir geht das gerade sehr durch den Kopf weil eine Freundin von mir demnächst stationär mit ihrer kleinen Tochter wegen ND in eine Klinik geht. Ich hoffe mal dass es dort anders läuft!
Es gibt sehr gute Kliniken. Weißt du denn, wohin sie gehen wird?
Schloss Friedensburg in Thüringen ist eine davon.
Begleitperson und Kind teilen sich ein Zimmer und werden nicht zwangsgetrennt, es werden auch keine Schuldzuweisungen im Sinne von
Das Konzept baut auf einem veränderten Erklärungsansatz auf. Danach ist die Auffassung, wonach Umweltstressoren für die Zunahme der Atopien ursächlich seien und deshalb gemieden werden müssen, ebenso falsch wie die Annahme, wonach die Neurodermitis oder das kindliche Asthma bronchiale primäre Erkrankungen der Haut, beziehungsweise der Lunge seien.
Die tatsächlich ursächliche Störung besteht in einer, über Generationen entstandenen, vorzugsweise in der besser gebildeten Mittelschicht gehäuft auftretenden, Hypersensitivität, das heißt einer psychischen Reaktions- und Konstitutionsvariante, die eine Vielzahl psychischer, mentaler oder organischer Begleitsymptome generiert.
gemacht. Es wird geschaut, was das Kind verträgt, es werden Tests gemacht, neue Lebensmittel werden einzeln eingeführt und dann geschaut. Zudem ist Leutenberg komplett kortisonfrei in seiner Behandlung, das ist vielen Eltern auch sehr wichtig. Und alles ist individuell ausgerichtet.
Ein Dr. Stemmann hat bis 2008 im 'Gelsenkirchener Behandlungsmodell' ähnliche Ansichten vertreten wie die Fehmarner Klinik, ich habe damals, als ich nach Infos wegen des Großen suchte, ganz schreckliche Erfahrungeberichte gelesen von Müttern, die tief bereut haben, sich, aus ihrem Leidensdruck heraus, darauf eingelassen zu haben.
In den Erfahrungeberichten der Fehmarner Klinik steht im Fallbeispiel Jakob, dass er
ein halbes Jahr später problemlos ein Glas Milch trinken konnte.
Mein Großer, der ebenfalls unter massiven Lebensmittelunverträglichkeiten litt (und leidet), konnte als Kleinkind ebenfalls keine Milch trinken. Folge waren massive Hautreaktionen, übelste Neurodermitis. Und irgendwann, tada, konnte er es. Auch ohne eine solche Behandlung. Manche Sachen wachsen sich tatsächlich aus, andere nicht (auf Ei und Nuss reagiert er immer noch anaphylaktisch. Mein Kleiner ist, bei gleichen Eltern, und gleicher,
'über Generationen entstandenen, vorzugsweise in der besser gebildeten Mittelschicht gehäuft auftretenden, Hypersensitivität', übrigens vollkommen symptomfrei. Dass er irgendwann im Laufe seines Lebens Unverträglichkeiten entwickeln kann und dafür ein erhöhtes Risiko trägt, ist mir aber klar).
In keinem Fall haben aber die Akademikereltern, wie in den Fallbeispielen betont, durch ihr Verhalten ihr Kind krank gemacht. (Man kritisiert da übrigens durch die Bank die Dinge, die einem bedüfnisorientierten Umgang entsprechen. Stillen, Tragen, Familienbett- erst als das Kind das alles nicht mehr hat, geht es ihm besser.)
kiki18 hat geschrieben:
Der Satz "An erster Stille stand das sofortige und konsequente Abstillen" bei allen Fallbeispielen. Soviel zum Thema, dass Stillen IMMER das Beste für das Kind sei...
Ja, das steht da.
Da steht auch:
Fallbeispiel Jakob:
Wegen der zahlreichen Nahrungsmittelallergien rieten wir zum sofortigen Abstillen. Auf der Grundlage der verträglichen Nahrungsmittel und einer oligoantigenen Fertignahrung führten wir Nahrungsmittelprovokationen durch.
Wenn es eine Grundlage der verträglichen Nahrungsmittel gibt, dann kann, theoretisch, die Mutter sich eine Zeit lang über diese ernähren und ihr Kind weiter stillen. Ich weiß, dass das aufwändig und fad sein kann. Aber es ist eine zweite Möglichkeit auf Zeit, man hat eine Wahl. Dazu schrieb blueberry ja auch weiter oben schon ausführlich.
Hydrolysat ist antiallergen. Das ist aber auch seine einzige gute Eigenschaft. Es schmeckt nicht, es ist voller Zutaten, die man seinem Baby nicht ohne Not geben würde.
Es gibt Fälle, da ist es ein Segen.
Aber es ist kein universelles Heilmittel, sondern immer ein Abwägen des für und wieder.
Ach, ich kann deine Zerrissenheit gut verstehen.
Und ich wünsche dir, dass sich gute Wege für euch finden, solche, die zu euch passen. Der Leidensdruck ist einfach riesig und auch die Sorge, nicht die richtige Entscheidung zu treffen.
Schloss Friedensburg behandelt übrigens auch Babys. Vielleicht wäre es ja eine gedankliche Option, sich da mal nähere Infos zu holen? In aller Regel kommt auch eine Wartezeit hinzu, die sind einfach sehr gefragt.
Wenn du 'Friedensburg' in die Suche eingibst, soltest du auch hier schon einige Infos bekommen können.
Alles, alles Liebe dir!