Nun ja... wie schreib ich das jetzt, ohne anzuecken. Hmh.
Theoretisch ist Flasche füttern ja ähnlich wie stillen: wenn das Baby hungrig wird, macht man eine Flasche fertig und bietet sie dem Baby an. Und das nimmt sich dann, soviel es braucht. Also vom Prinzip her wie Stillen, nur aufwändiger in der Zubereitung und Hygiene.
Praktisch allerdings läuft es vermutlich doch anders ab. Wenn das Baby sich nach 20 Minuten wieder bemerkbar macht, denkt sich eine stillende Mama vielleicht: "hat der jetzt etwa SCHON WIEDER Hunger?", holt die Brust raus und probiert es einfach. Die Flaschenmami jedoch, mit vermutlich schon so mancher weggeworfener Restmilch im Hinterkopf, wird vielleicht eher denken: "der KANN noch gar nicht schon wieder Hunger haben, er hat ja grad erst gegessen." Und wird vielleicht eher versuchen, das ganze mit etwas Hinhaltetaktik (Schaukeln, Schnuller, Windeln, spielen...) herauszuzögern, bis sie sich vorstellen kann, dass es tatsächlich der Hunger ist, der sich da meldet. Die Flaschenmami sieht ja anhand des Verbrauches, wieviel Milch tatsächlich getrunken wird, und wird wohl versuchen, ein Muster festzustellen. Mit der Zeit schleicht sich da vielleicht auch eine gewisse Regelmäßigkeit ein: die Vormittagsflasche, die Mittagsflasche, die Nachmittagsflasche, die Abendflasche usw... und wenn sich eine Regelmäßigkeit ergibt, hat man auch Abstände. Und an Abständen kann man versuchen zu drehen...
Ich als Stillen-nach-Bedarf-Mutti muss mich immer erstmal einfinden, wenn ich auf ein Flaschenbaby aufpassen soll. Da heißt es dann oft "er bekommt eine Flasche nach dem Abendessen und eine zum Einschlafen und eine in der Nacht" oder so ähnlich. Bei uns wurde immer gestillt, wenn halt grad gestillt wurde. Ohne jede Regelmäßigkeit

Auch mal ein paar Schlückchen zwischendurch... warum auch nicht? War ja einfach, nur andocken und fertig. Ein Minifläschchen zwischendurch hätte ich dagegen wohl eher nicht gemacht.
Und so denke ich schon, dass es sich rein aus wirtschaftlichen Gründen (= nicht so viel wegwerfen wollen, nicht so viel aufwaschen wollen etc) ergibt, dass es beim Flaschegeben eher "Mahlzeiten" gibt als beim Stillen. Klar gibt es da auch Variationen in jede Richtung, logisch.
Dazu kommt, dass eine Flaschenmama vielleicht eher dazu bestrebt ist, die nächtlichen Mahlzeiten zu reduzieren, als jemand, der sich nur ein wenig umdrehen muss und beim Stillen weiterschläft. Ich würde wohl auch versuchen, Wege zu finden, um nachts so wenig wie möglich aus dem Bett aufstehen zu müssen. Ich denke, dass auch hier bei Flaschenmamis schlicht die Motivation höher ist, beim Schlafverhalten (und dem Schlaf-Mahlzeiten-Zusammenhang) die Stellschraube zu finden, um möglichst viel Nachtruhe für alle Beteiligten herauszuholen.
Hach, irgendwie klingt das immer noch schrecklich klischeebehaftet, so meine ich das eigentlich gar nicht. Ich denke mir aber, dass es durchaus einen Zusammenhang mit Stillen bzw Flasche und Schlafverhalten gibt - auch hier wieder, nicht in allen Fällen, aber wohl doch bei einigen. Was aber meines erachtens nicht an der Art der Milch liegt, sondern wohl eher an der Art des Mahlzeitenmanagements. Versteht man das irgendwie? Ich will wirklich keinem auf die Zehen treten.
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