Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

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Knotterhexe
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Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von Knotterhexe »

:cry:

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich glaub es fing mit der nächtlichen Schlafsituation an. Hab ja bereits in einem anderen Thread davon berichtet. Ich, tagsüber müde und geschafft und meine Tochter nachts im nahezu Stundentakt am stillen. Hab ja schon von euch einige Tipps bekommen. Ich muss zugeben, die Nächte sind nun besser, ich fühl mich aber schlechter. :oops:. Weiterhin besteht das Problem des fehlenden Mittagsschlaf. Dies und ihre in den letzten Wochen stark ausgeprägte Sturrköpfigkeit ("wehe du gibst mir nicht, was ich will oder nimmst mir was weg!")bringen mich echt zur Verzweiflung. Natürlich weiß ich das dies zu einer völlig normale geistigen Entwicklung gehört, trotzdem stresst es mich enorm. Aber warum???

Meine Müdigkeit ist geblieben. Mein Arzt hat mir bestätigt, ich bin kerngesund...woher also meine Erschöpftheit? Ich glaub der Besuch bei meiner Hebamme (ja, ich bin unbelehrbar :roll: ) hat mich noch mehr verunsichert. Eigentlich wollte ich von ihr nur Empfehlungen für homiopathischen Mitteln haben, bin aber schief angeschaut worden, weil ich noch stille. "Du hast deiner Tochter das Einschlafen mit Brust antrainiert!Jetzt musst du halt schauen, es ihr wieder ABZUTRANIEREN (Verweis auf "Jedes Kind kann schlafen lernen". Der Kinderarzt konnte mir auch keine hilfreichen Ratschläge geben und der Osteopath stellt auch keine Blockaden fest.

Ich hab in den letzten Tagen versucht, Stillmahlzeiten auszulassen und sie stattdessen zu wiegen, streicheln oder ihr was vorzusingen. Pustekuchen!! :| So kam ihre neue Fähigkeit völlig zum Tragen. Sie schreit wie am Spieß, schlägt um sich und bockt. Ob mit mir oder ohne mich, sie lässt sich nicht beruhigen. :cry: Die vergangene Nacht hab ich ihr heulend (nach einer einstündigen Schreiepisode) die ZWEITE Brust angeboten. Demenstprechend ging es mir am Tag. Ich war weinerlich und gereizt.

Ich will eigentlich noch nicht abstillen. Ich genieße das allabendliche Einschlafnuckeln um 8 Uhr. Ich schau ihr dabei sooo gerne zu. Außerdem genieße ich es, wie sie mich während des Stillens streichelt, wie sie brummt und ihr ganzer Körper entspannt wenn sie trinkt. Ich möchte diese Nähe und Verbundenheit nicht missen wollen. Auf der anderen Seite steht meine Erschöpftheit. Ich fühle mich manchmal so eingesperrt, würde gerne mal wieder mit Freundinnen was trinken gehen oder ins Kino.

Im Dezember sind mein Mann und ich zum ersten Mal seit ihrer Geburt auf einem Konzert. Sie muss also an diesem Tag zu Oma und Opa. Ich freue mich so riesig darauf aber es bereitet mir auch Bauchschmerzen. Wie soll sie dort einschlafen? Was machen ihre Großeltern wenn sie wach wird? Fürs Abpumpen erscheint sie mir schon viel zu groß. Ich mache mir da große Sorgen. Daher setze ich mich wahrscheinlich noch mehr unter Druck bis dahin nur noch morgens zu stillen...


Oh mann, vielen Dank fürs Zuhören.

Vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen? Kann ich mit diesem Problem auch zur Stillberaterin?

LG
ixcacienfuegos
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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von ixcacienfuegos »

Wurden deine Schilddrüsenwerte untersucht? Wenn nicht, lass das mal machen.
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
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Morgaine47
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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von Morgaine47 »

Meine erste Frage ist auch, was hat der Arzt alles untersucht um zu der Einschätzung zu kommen, dass Du kerngesund bist?

Und dann noch ein Erfahrungsbericht: Bei meiner Großen gings mir ähnlich, ich war dauermüde, fühlte mich vom nächtlichen Stillen gestresst, habe auch öfters was versucht zu ändern zwischen dem 1. und 2 Geburtstag meist mit viel Einsatz und Erfolg für 2 bis 3 Wochen bis zum nächsten Infekt. Beim Mittleren habe ich die Situation akzeptiert, sofort die Brust reingeschoben wenn er nachts gemuckt hat und mir keine Gedanken gemacht. Ergebnis: Ich wara deutlich weniger gestresst und deutlich weniger erschöpft, obwohl er nicht seltener nachts kam wie seine Schwester. Dasselbe gilt für die Minimaus. Lediglich an Tagen wie heute, wo sie nachts ne ca. 1,5 Stundne lange Wachphase hatte (bedingt durch blödes Zusammentreffen von Stillaufwachen der Kleinen udn lautstarkem Alptraum der Großen), da fühle ich mich eher wie der Tod auf Latschen und werde gleich wenn sie müde ist mit ihr schlafen.
LG
Morgaine

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Teazer
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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von Teazer »

Hallo Knotterhexe,

ich schreibe Dir mal meine Erfahrung. Unsere Mädels sind ja gleich alt.

Meine Tochter stillt noch sehr häufig, auch nachts. Um den 1. Geburtstag herum war das bei allen meinen Kindern so. Ich bin überzeugt, dass das eine ganz normale Phase ist. Trotz völliger Übermüdung nehme ich es dieses Mal mit Gelassenheit. Denn jetzt weiß ich, dass diese Phase vorbei geht. :) Das bestätgen auch die Erfahrungen meiner Stillgruppen-Mamas. :)

Lässt sich Deine Tochter tagsüber in den Schlaf tragen? Das ist bei meiner Kleinen besser als Einschlafstillen. Und das kann auch mal der Papa (oder andere vertraute Menschen) übernehmen. Das entlastet mich sehr und könnte Dir auch Freiräume für ein Nickerchen oder ein Entspannungsbad schaffen.

Was den Konzertbesuch betrifft: 2 Monate sind eine halbe Ewigkeit für Babys. Da wird sich noch viel tun. Als mein Sohn 16 Monate alt war, musste ich unerwartet ins KH als mein Mann auf einer Fortbildung war. Da hat er problemlos bei den Großeltern geschlafen, vier Tage lang. Davor war er nur tagsüber mal für 1-3h bei ihnen. Und es ist wunderbar gelaufen. Von 4-8x stillen auf 1x in 24h. Klar, sie mussten ihn tragen, bekuscheln, ablenken. Aber es ging sehr gut. Hätte ich es planen können, dann wäre sicher abgepumpte Milch da gewesen, damit er sie zum Einschlafen hätte trinken können. Aber auch ohne ging es gut. Beim täglichen Besuch wurde dafür durchgestillt. :mrgreen:

Es wird ganz bald besser. Die SD checken zu lassen, finde ich eine gute Idee. Und guck, wo Du Entlastung findest. Manchmal reichen schon 20/30 min um Energie zu tanken.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von wewo »

Das medizinische lass ich jetzt mal außen vor, denn damit kenne ich mich nicht aus und überlasse entsprechende Hinweise lieber anderen. Ich möchte also nicht runterspielen, dass evtl. doch "mehr" hinter deiner Müdigkeit steckt!

Erstmal lass dich drücken! ((( )))

Ich weiß wie du dich fühlst. Immer wieder hatte ich Phasen, in denen ich mich so total müde und erschlagen gefühlt habe. Ich habe dann versucht irgendwas zu ändern. Habe meinem Mann gesagt, er muss die Große auch endlich mal ins Bett bringen. Ich will auch mal "frei" am Abend haben usw. Das ist zeitlich bei uns aber nie so richtig angelaufen und noch heute bringe ich beide Kinder abends zum Schlafen. Ich war verzweifelt. Ich habe doch auch ein Recht auf Zeit für mich allein. Ich hab geheult. Ich wurde wütend auf meine Tochter und habe sie angebrüllt, dass sie doch verd*** nochmal endlich schlafen soll, dass ich ich nicht mehr kann, dass ich sie abstillen werde.... Jaaaaa, nicht toll und schon gar nicht empfehlenswert! Aber ich war echt am Ende. Hab mich dann heulend bei ihr entschuldigt.

Als ich so richtig fertig war, habe ich mich ergeben. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich bin abends mit der Großen ins Bett, nicht mehr aufgestanden, bis sie sich selbst weggedreht hat. Hat sie das nicht, bin ich liegen geblieben.

Ich kenne deine genaue Situation natürlich nicht. Möchte dir aber Mut machen. Wenn du gern weiterstillen möchtest, dann zu das. Denke nicht darüber nach, sondern versuche dich auf die Situation einzulassen, so wie sie eben ist. Immer wenn ich in solch einer, mal mehr mal weniger starken, Krise steckte, hat mir das geholfen. Ich als Laienpychologe würde vermuten: Ich wurde dadurch ruhiger, das übertrug sich aufs Kind und nach ein paar Tagen/Nächten hatte sich das Problem stark verbessert.

Und für die verzweifelten Momente, schreib hier und hol dir liebe Worte bei Mamis, die genau solche Momente ebenfalls schon erlebt haben. Die Forenmagie hat schon so manches Problem aufgelöst.

Ich drücke dir die Daumen und schicke dir viele liebe Gedanken!
Liebe Grüße
wewo mit
Räuberprinzessin (09/12) und Löwenprinz (04/14).

Wer sein Kind liebt, der braucht es nicht zu erziehen.
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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von Knotterhexe »

Danke für eure lieben Worte. Ich muss sagen HEUTE geht es mir schon viel besser 8) . Ich hab sie die Nacht einfach nuckeln lassen wann sie wollte. So bin ich heute morgen etwas entspannter aufgestanden und war für den Mittagsschlaf gewappnet. Ich denke, das ist das erste Ziel. Zwar hat sie sich auch heute durch Schaukeln nicht in den Schlaf wiegen lassen, aber als sie plötzlich anfing, das Schlaflied mitzusummen, gab ich lachend auf :D .

Falls ihr dennoch Tipps bezüglich unseres Vorhabens im Dezember habt, lasst es mich wissen!!!

LG
Knotterhexe
wewo
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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von wewo »

Dezember:

Es gibt zwei Möglichkeiten.
Ich war in einer ähnlichen Situation: Ich war schwanger und die Räuberprinzessin zum ET etwa 1,5 J. Blöd war, dass wir Dauer und Zeit nicht so genau wussten, wie du bei eurem Konzert. :D
Was tun? Es war klar, dass die Oma auf sie achten würde. Also gab es ab 2 Monate vorher einmal pro Woche einen Oma-Enkelin-Tag. Erst nur am Vormittag ein paar Stunden, dann auch über Mittag. Da hat sie dann im Wagen geschlafen. Und gegen 15 Uhr war sie wieder bei mir. Theoretisch wollten wir eine Probenacht mit Oma machen, aber das ging zeitlich nicht mehr. Der Versuch, dass Papa sie ins Bett bringt, dass sie auch mal ohne stillen einschläft war nach 2 Abenden beendet. Sie weinte viel, ich konnte das in meinem Zustand nicht gut ertragen (so dachte ich wäre weg). Und Papa hatte keine Zeit...

Schlussendlich brauchten wir das Einschlafen nicht. (Wehen ab 0Uhr, KH gegen 5, Geburt um 08 und zuhause um 16 Uhr) Wäre es anders gekommen, hätten wir es halt einfach drauf ankommen lassen. Für Oma waren alle Tricks erlaubt. Es war so warm (Anfang April!), dass Oma nicht raus konnte wg. Kreislauf. Daher schlief die Räuberprinzessin vormittags beim Fernsehen gucken ein (war seit 4Uhr wach, kurz bevor wir losfuhren).

Ihr könnt also das Ganze zeitnah vorher mal testen, mit der Option, wenn es ganz schlimm wird, holt ihr sie. Wenn du vermutest, es fällt ihr schwer, versucht es öfter. Sodass sie "lernt", ihr kommt, wenn sie es wirklich braucht. Sie wird sich dann so sicher fühlen, dass es für sie ok ist. So ein bisschen wie eine Kitaeingewöhnung, verstehst du?

Oder ihr lasst es drauf ankommen. Wenn sie Oma und Opa als Bezugspersonen kennt und vertraut und sie einfühlsam auf sie eingehen werden, kann das auch so klappen.

Ich würde nicht mit abpumpen anfangen. Schlaf ein paar Nächte in einem Shirt und gib es ihr mit. Oder eine bestimmt Kuscheldecke oder ein Schmusetier... Ein schöner Becher oder eine Trinkflasche, etwas dass sie erkennt, wenn sie wach wird und Durst hat, ist vllt. auch gut. Mein Zwei haben bspw. für Ausflüge ihre Alfie-Bottle und würde die mitbekommen.
Als Alternative könnte Oma evtl. auch Kuhmilch vllt. auch mit Geschmack (Kakao, Banane) anbieten. Oder direkt eine Banan/Obstmus/Quetschbeutel. Ist nicht toll, aber so lange es eine Ausnahme bleibt, würde ich das nicht so eng sehen.
Liebe Grüße
wewo mit
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arachnia
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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von arachnia »

Unsere Tochter (18 Monate) ist letztes Wochende genau aus dem Grund - wir waren bei einem Konzert - das erste mal bei ihrer Oma eingeschlafen. Ohne Stillen wie bei mir ohne Tragen wie beim Papa. Da muss einfach jeder sein eigenes Ritual finden, mit etwas Eingühlsamkeit klappt das schon. Lasst es einfach auf euch zu kommen und geniesst den Abend!

Die Zeit um den 1. Geburtstag war hier übrigens auch schwierig...

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banänsche
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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von banänsche »

Huhu Knotterhexe,
hast Du Deine Eisenwerte auch checken lassen? Das macht bei mir immer einen großen Unterschied - wenn die gut sind, kann ich Bäume ausreißen, wenn sie im Keller sind, geht gar nix :?
Fiel mir beim Lesen gerade so ein.
Schöne Grüße :)
seit Mai 2015 Mama vom Pfläumchen
koalina
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Re: Bin hin- und hergerissen: Abstillen oder Weiterstillen?

Beitrag von koalina »

Es wurde schon viel geschrieben... unser Krümel ist deutlich jünger, aber solche "Durchstillphasen" gibt es immer wieder. Letztens schrie er immer wieder, nichts half. Mein Mann war auch trotz Ohrstöpseln hellwach. Irgendwann kam mein Mann auf die "dumme Idee": wir quengeln mal um die Wette. Ihr hättet den Kleinen sehen sollen. Er hat sich krank gelacht. Klar schrie er nochmal kurz, aber wir haben alle gelacht und konnten dann wieder einschlafen. Das haben wir ab und an wieder gemacht, wenn nichts mehr half und lachen dann alle gemeinsam.

Ist sicher keine Ideallösung, Lachen entspannt aber irgendwie...

Liebe Grüße!
koalina
--.-'-;@

mit Krümel (*15) und Krümelchen (*17)

Unsere kleinen Wunder... kamen überraschend und haben unser Leben mehr bereichert als man es in Worte fassen kann.
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