Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
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Feuerkatze
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich kenne es auf niederländisch, aber ich finde dazu nur den Text, kein Video.
Meine Tochter fängt jetzt auch an immer mehr zu reden und sie macht tatsächlich einen Unterschied ob sie mit mir(niederländisch) oder meinem Mann(deutsch) spricht.
Meine Tochter fängt jetzt auch an immer mehr zu reden und sie macht tatsächlich einen Unterschied ob sie mit mir(niederländisch) oder meinem Mann(deutsch) spricht.
Mit Frühlingskind (05/2013) und Herbstkind (11/2014)
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einneuesleben
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich bekomme Anfang September mein erstes Kind, mein Freund, der Papa ist im April aus den USA zu mir nach Deutschland gezogen. Er ist ein sehr bemühter Lerner und kann auch schon einiges an Deutsch verstehen, eigentlich auch sprechen, da kommt dann aber die Hemmung ins Spiel. Eigentlich sprechen wir nur englisch miteinander, ich habe aber irgendwann angefangen praktische, alltägliche Dinge einfach auf deutsch zu sagen, ohne es mir vorzunehmen, mir ist es oft auch später erst aufgefallen. So kommt es nun häufiger vor, dass ich etwas auf deutsch sage und mein Freund in englisch antwortet. Jeder also in seiner natürlich, fließenden Sprache. Ich glaube, dass das auch im bilingualen Aufwachsen eines Kindes von Bedeutung ist - mit welchen Gefühlen, mit welchem Verhältnis zur Sprache gesprochen wird.
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Lösche Benutzer 20986
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Guten Morgen,
ich klinke mich hier auch mal mit ein.
Unsere Kinder werden bei uns zweisprachig erzogen, mein Mann spricht Englisch, ich Deutsch. Die Besonderheit: Mein Mann ist kein Muttersprachler, sondern spricht sein "Schulenglisch" mit ihnen.
Hat jemand Erfahrungen mit dieser Methode? Wo können Schwierigkeiten auftauchen, was müssen wir beachten?
ich klinke mich hier auch mal mit ein.
Unsere Kinder werden bei uns zweisprachig erzogen, mein Mann spricht Englisch, ich Deutsch. Die Besonderheit: Mein Mann ist kein Muttersprachler, sondern spricht sein "Schulenglisch" mit ihnen.
Hat jemand Erfahrungen mit dieser Methode? Wo können Schwierigkeiten auftauchen, was müssen wir beachten?
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nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich bin gerade mal wieder hin und her gerissen. Der Pirat haengt gerade in der Phase fest, in der er alle Verben regulaer konjugiert. Da juckt es mich geradezu in den Lippen, die Worte immer richtig zu wiederholen, wie das die spanischen Eltern in derselben Situation machen. Ich bin mir absolut sicher, seine Sprache wuerde sich auf diese Weise in kuerzester Zeit massiv verbessern. Aber dazu muesste ich aufhoeren, ihm konsequent auf Deutsch zu antworten, und ich befuerchte, das waere das entgueltige Ende unserer Zweisprachigkeit.
Andererseits mache ich ihm das Leben so unnoetig schwer. Deutsch wird er sicherlich nie sprechen. Ist es gerechtfertigt, fuer eine passive Zweitsprache grosse Schwierigkeiten in der Hauptsprache in Kauf zu nehmen? Im September kommt er in die Vorschule. Ich werde erstmal abwarten, wie er da zurecht kommt. Immerhin hat er den Vorteil, dass er direkt nach dem Stichtag geboren ist und somit immer einer der Aeltesten in der Klasse sein wird. Sprachlich wird er also etwa auf dem Stand des juengeren Drittels der Klasse sein, so dass er immerhin wohl nicht Gefahr laeuft, aufgrund seiner schlechten Sprache gehaenselt zu werden.
@autriche: Ich kenne einige Familien, die das Modell leben (allerdings mit Spanisch-Englisch). Die Erfahrungen sind unterschiedlich. Es gibt Familien, in denen es gut klappt und die Kinder Spass daran haben. In anderen Familien machen die Kinder ueberhaupt nicht mit sondern entwickeln im Gegenteil eine massive Abneigung gegen die zweite Sprache. Ich habe schon einen Dreijaehrigen auf seiner Geburtstagsfeier heftig protestiern hoeren, er wolle auf keinen Fall, dass "Happy Birthday" gesungen wuerde, weil Englisch doof waere. Ich denke also, das Wichtigste ist, dass man keine Druck ausuebt.
Andererseits mache ich ihm das Leben so unnoetig schwer. Deutsch wird er sicherlich nie sprechen. Ist es gerechtfertigt, fuer eine passive Zweitsprache grosse Schwierigkeiten in der Hauptsprache in Kauf zu nehmen? Im September kommt er in die Vorschule. Ich werde erstmal abwarten, wie er da zurecht kommt. Immerhin hat er den Vorteil, dass er direkt nach dem Stichtag geboren ist und somit immer einer der Aeltesten in der Klasse sein wird. Sprachlich wird er also etwa auf dem Stand des juengeren Drittels der Klasse sein, so dass er immerhin wohl nicht Gefahr laeuft, aufgrund seiner schlechten Sprache gehaenselt zu werden.
@autriche: Ich kenne einige Familien, die das Modell leben (allerdings mit Spanisch-Englisch). Die Erfahrungen sind unterschiedlich. Es gibt Familien, in denen es gut klappt und die Kinder Spass daran haben. In anderen Familien machen die Kinder ueberhaupt nicht mit sondern entwickeln im Gegenteil eine massive Abneigung gegen die zweite Sprache. Ich habe schon einen Dreijaehrigen auf seiner Geburtstagsfeier heftig protestiern hoeren, er wolle auf keinen Fall, dass "Happy Birthday" gesungen wuerde, weil Englisch doof waere. Ich denke also, das Wichtigste ist, dass man keine Druck ausuebt.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Lösche Benutzer 20986
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Habt Ihr auch manchmal das Gefühl, dass sie zwei Sprachen etwas Trennendes haben?
Gestern Abend hat mein Mann unserer Tochter ihr Lieblingslied auf deutsch vorgesungen, weil es keine Übersetzung gibt. Plötzlich hatte ich so ein wohliges Gefühl im Bauch bis ich merkte, was der Grund dafür ist. Das gleiche Gefühl stellt sich ein, wenn ich alte Videos von meinem Mann und meiner Tochter ansehe (er hat erst nach neun Monaten angefangen, mit ihr Englisch zu sprechen).
Ich möchte seinem Wunsch nicht im Weg stehen, vielleicht profitiert sie auch von dieser (künstlichen) Zweisprachigkeit, aber dennoch habe ich diese widersprüchlichen Gefühle. Bin ich damit allein?
Gestern Abend hat mein Mann unserer Tochter ihr Lieblingslied auf deutsch vorgesungen, weil es keine Übersetzung gibt. Plötzlich hatte ich so ein wohliges Gefühl im Bauch bis ich merkte, was der Grund dafür ist. Das gleiche Gefühl stellt sich ein, wenn ich alte Videos von meinem Mann und meiner Tochter ansehe (er hat erst nach neun Monaten angefangen, mit ihr Englisch zu sprechen).
Ich möchte seinem Wunsch nicht im Weg stehen, vielleicht profitiert sie auch von dieser (künstlichen) Zweisprachigkeit, aber dennoch habe ich diese widersprüchlichen Gefühle. Bin ich damit allein?
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mamoto
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- Registriert: 11.01.2014, 12:02
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich merke nun immer öfter, dass mein Sohn sich einige Sachen in deutsch falsch angeeignet hat, die sein Vater leider genauso sagt ( auch schuldeutsch nur..), obwohl er ja eigentlich nur in seiner Muttersprache mit ihm reden sollautriche hat geschrieben:Guten Morgen,
ich klinke mich hier auch mal mit ein.
Unsere Kinder werden bei uns zweisprachig erzogen, mein Mann spricht Englisch, ich Deutsch. Die Besonderheit: Mein Mann ist kein Muttersprachler, sondern spricht sein "Schulenglisch" mit ihnen.
Hat jemand Erfahrungen mit dieser Methode? Wo können Schwierigkeiten auftauchen, was müssen wir beachten?
Meine Tante hatte, weil ein Muttersprachler fehlte, immer au pairs Nachhause geholt, die Kinder sprechen beide Sprachen fließend ( waren aber ab 3 Jahren auch in der frz schule bzw Kindergarten und später im deutsch-frz.Gymnasium).
Sprachen klingen bei mir übrigens nur fremd solange ich sie noch nicht so gut kann, dass ich auch in der Sprache träume
- chennai
- Prof. Dr. SuT
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- Registriert: 04.04.2009, 21:41
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Mamoto, diese Befürchtung kann ich zwar nachvollziehen und teile sie auch ein wenig, aber bei uns ist es so, dass wir OPOL in jeweils unserer Muttersprache relativ klar durchziehen, und dennoch schleichen sich in jeder Sprache Fehler ein, im Deutschen mehr, weil a) die Grammatik komplexer ist als in NL und b) weil NL halt die Umgebungs- und somit dominantere Sprache ist. Ob nach einer Präposition der Akkusativ oder Dativ folgt, ist sowohl bei der Großen als auch bei der Kleinen immer ein lustiges Rätselraten. Umgekehrt beharrt die Kleine auf die wörtliche Übersetzung von 'Mir schmeckt xy (nicht)' - 'mij lust xy' statt 'ik lust xy'.
Ich denke, gerade bei einer quasi omnipräsenten Sprache wie Englisch wird euer Kind noch viele verschiedene Sprachmodelle haben, die dann korrigierend wirken. Sonst wäre es ja quasi nicht möglich, dass Kinder, deren Eltern starken Dialekt sprechen, jemals die Hochsprache korrekt hinbekommen. Klar wäre ein fehlerfreier Muttersprachler als Modell besser, aber wenn jemand gut Englisch kann, dann ist das als Modell sicher besser als gar nichts. Was du aber über das trennende Element sagst, kann ich durchaus nachvollziehen, allerdings würde ich das wohl v.a. an der Stelle des Vaters so empfinden. Ich finde es so fremd, mit meinen Kindern eine andere Sprache zu sprechen (manchmal tu ich das, wenn Besuchskinder da sind).
Ich denke, gerade bei einer quasi omnipräsenten Sprache wie Englisch wird euer Kind noch viele verschiedene Sprachmodelle haben, die dann korrigierend wirken. Sonst wäre es ja quasi nicht möglich, dass Kinder, deren Eltern starken Dialekt sprechen, jemals die Hochsprache korrekt hinbekommen. Klar wäre ein fehlerfreier Muttersprachler als Modell besser, aber wenn jemand gut Englisch kann, dann ist das als Modell sicher besser als gar nichts. Was du aber über das trennende Element sagst, kann ich durchaus nachvollziehen, allerdings würde ich das wohl v.a. an der Stelle des Vaters so empfinden. Ich finde es so fremd, mit meinen Kindern eine andere Sprache zu sprechen (manchmal tu ich das, wenn Besuchskinder da sind).
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
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Lösche Benutzer 20986
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Mein Englisch ist leider etwas besser, sodass mir die Fehler stärker auffallen. Wenn ichs anspreche, hängt der Haussegen schief, also lass ichs ... kniffelige Situation.
- emm
- ist nicht mehr wegzudenken
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- Registriert: 04.09.2012, 11:11
- Wohnort: Tirol
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Uff, das klingt ein bisschen angespannt.
Wir haben hier auch eine nicht-OPOL-Mehrsprachigkeit, die sich aus unseren Umstaenden ergeben hat und vor Allem vom grossen Kind so eingefordert wird: Familiensprache ist Deutsch bei zwei Muttersprachlern, ausserhalb von Zuhause spreche ich aber Englisch mit den Kindern. Hat sich so ergeben, weil wir in Grossbritannien gelebt haben, und nach dem Umzug in ein deutschsprachiges Umfeld ist Loewenkind voellig verstummt, bis wir genau diese Sprachensituation wiederhergestellt hatten.
Mein Englisch ist aber auch wirklich gut (pssst, deutlich besser als das meines Mannes, der im akademischen Umfeld zwar viel Englisch spricht und schreibt, aber eben meist mit Nicht-Muttersprachlern und vor allem Fachsprache, kein Alltagsenglisch). Ich fuehle mich in der Sprache wohl, traeume auch auf Englisch bzw kann bei Buechern und Filmen im Nachhinein nicht sagen, ob ich die auf Deutsch oder Englisch konsumiert hatte. Da die Sprachensituation bei uns so gewachsen ist, kam es mir nach dem Umzug auch komisch vor, Spielplatzthemen auf Deutsch anzusprechen.
Gerade bei Englisch finde ich es auch relativ einfach, dafuer zu sorgen, dass die Kinder auch "korrekten" Input kriegen, Kinderlieder, Buecher, Filme und Serien kriegt man auf Englisch reichlich und man trifft auch immer wieder mal auf Muttersprachler (zumindest, wenn man in einer Tourismusregion lebt...)
Wir haben hier auch eine nicht-OPOL-Mehrsprachigkeit, die sich aus unseren Umstaenden ergeben hat und vor Allem vom grossen Kind so eingefordert wird: Familiensprache ist Deutsch bei zwei Muttersprachlern, ausserhalb von Zuhause spreche ich aber Englisch mit den Kindern. Hat sich so ergeben, weil wir in Grossbritannien gelebt haben, und nach dem Umzug in ein deutschsprachiges Umfeld ist Loewenkind voellig verstummt, bis wir genau diese Sprachensituation wiederhergestellt hatten.
Mein Englisch ist aber auch wirklich gut (pssst, deutlich besser als das meines Mannes, der im akademischen Umfeld zwar viel Englisch spricht und schreibt, aber eben meist mit Nicht-Muttersprachlern und vor allem Fachsprache, kein Alltagsenglisch). Ich fuehle mich in der Sprache wohl, traeume auch auf Englisch bzw kann bei Buechern und Filmen im Nachhinein nicht sagen, ob ich die auf Deutsch oder Englisch konsumiert hatte. Da die Sprachensituation bei uns so gewachsen ist, kam es mir nach dem Umzug auch komisch vor, Spielplatzthemen auf Deutsch anzusprechen.
Gerade bei Englisch finde ich es auch relativ einfach, dafuer zu sorgen, dass die Kinder auch "korrekten" Input kriegen, Kinderlieder, Buecher, Filme und Serien kriegt man auf Englisch reichlich und man trifft auch immer wieder mal auf Muttersprachler (zumindest, wenn man in einer Tourismusregion lebt...)
das emm mit Löwenkind (08/2012), Fräulein Igel (09/2013) und kleinem Geheimniskrämer (11/2017)