ich habe euer Forum an anderer Stelle empfohlen bekommen, ich hoffe, es ist ok, einen eigenen Thread zu eröffnen. Ich habe mir die Linksammlung Stillwissen durchgelesen und viele wertvolle Tipps mitnehmen können, ein dickes Dankeschön schon mal hierfür. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Mein Baby ist am 4.4.2015 spontan im KH zur Welt gekommen, die Geburt war unkompliziert und schnell (und schön!). Schon im Kreißsaal wurde sie angelegt und hat gleich getrunken. Das KH ist sehr stillfreundlich, es gibt eine festangestellte Stillberaterin und auch die restlichen Schwestern auf der Station haben mir den Eindruck vermittelt, sich gut auszukennen. Es wurde nicht zugefüttert und auch ansonsten die Wünsche der Mutter respektiert und wenn man stillen möchte, wurde alles dafür getan, dies zu realisieren. Mir wurde geraten, das Kind mindestens alle 3,5 Stunden anzulegen, im Notfall zu wecken. Meine Tochter hat von Anfang an super getrunken, ich hatte gut Vormilch und auch die Saugtechnik und die Anlegetechnik waren gut (da wurde immer wieder darauf geschaut). Der Milcheinschuss war ziemlich früh, nach nicht mal 36 Stunden und da hat sie gut getrunken, ich hatte von Anfang an eher viel Milch. Einmal wurde mir zum Abpumpen geraten, weil die Brüste so hart und schmerzhaft waren und mein Kind so schnell wohl nicht nachkam mit dem Trinken. Abgepumpt wurde mit einer elektrischen Medela, beidseitig, da kamen 40ml, die ihr auf meinen Wunsch aber nicht gefüttert wurden, sondern ich habe sie danach ganz normal weitergestillt.
Das Stillen daheim lief dann ein paar Tage ganz gut, vor allem an der linken Brust. An der rechten hatte ich Schmerzen und bald auch zwei tiefe Risse. Da fingen auch die Probleme dann langsam an, dass mein Baby extrem hastig trinkt, sich viel verschluckt und häufig nur sehr kurz an der Brust trinkt - manchmal keine 5 Minuten - und dann die Brustwarze loslässt und losbrüllt, obwohl sie weiterhin Suchbewegungen mit dem Mund macht. Sie schluckt oft irre viel Luft, die sie kaum mehr rausbekommt. Deshalb war ich am 13.4. bei der Stillambulanz im KH, die Stillberaterin hat sich die Anlegetechnik nochmal angeschaut und mir geraten, möglichst gegen die Schwerkraft zu stillen, weil sie einen stark ausgeprägten Milchspendereflex vermutet.
Durch sorgfältiges Anlegen ist die Brustwarze schnell gut geworden und die Schmerzen gingen weg, der Riss heilte gut. Das Stillen blieb weiterhin schwierig, die Probleme, die ich oben beschrieben habe, blieben. Noch dazu verkürzten sich die Abstände weiter, von 1,5 Stunden auf 30 Minuten. Ich war am 20.4. nochmal auf der Wochenstation, wieder bei einer Stillberaterin, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Ich hatte die Vermutung, dass ich sehr viel Milch habe und mein Kind oft vor Hunger schreit, weil sie die hintere Milch nicht bekommt. Nämlich erst wenn ich sie immer und immer wieder auf dieselbe Seite anlege und sie dann auch lange trinkt, fällt sie danach ins Milchkoma und ist sichtlich zufrieden. Dazwischen gibt es immer Geschrei mit Tränen und sehr hysterisch
Ich denke wirklich übers Abstillen nach, aber das will ich eigentlich überhaupt nicht! Ich bin wirklich an meiner körperlichen und psychischen Grenze.
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Nein, ich habe jetzt aus Verzweiflung ein Fläschchen probiert, aber sie nimmt es nicht und spuckt die paar Tropfen Pre aus.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Sie trinkt in der ersten Nachthälfte ca. alle 2 bis 1 Stunde, da meist im Liegen seitlich, ihr Kopf auf ein Kissen gestützt, sodass sie sich leichter tut. Ab ca. 4 Uhr trinkt sie halbstündlich, oft mit Geschrei dazwischen. Um ca 8 ist die Nacht vorbei, sie brüllt sich weg bis sie entweder irgendwann genug Milch hatte oder vor Erschöpfung einschläft. Ich stille immer nur eine Brust, dass die "leer" ist, kommt einfach nicht vor. Wenn sie satt ist, schläft sie dann ca 2 - 3 Stunden so um die MIttagszeit. Danach geht es von vorne los, sie trinkt untertags alle 30 Minuten. Oft nur ein paar Schlucke, dann mal 5 Minuten und nur ganz selten so um die 20 Minuten. Weil ich nicht mehr weiß, was ich machen soll, halte ich mich an die Empfehlung der Beraterin, 2 Stunden bei einer Brust zu bleiben, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie da nur Vordermilch bekommt in der Zeit. Am Abend schläft sie manchmal nochmal 3 Stunden, dann wie beschrieben erst 2 bis 1 Stunde und dann wieder 30 Minuten. Wenn die Brüste in der Nacht sehr voll sind, streiche ich aus, bis der ärgste Druck weg ist.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Sie hat viele nasse Windeln, ich würde schätzen ca 8-10, dass auch Stuhl dabei ist mindestens 5 mal.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Wie eingangs beschrieben. Hauptprobleme lassen sich zusammenfassen in viel Milch, Baby kommt kaum an die hintere Milch, trinkt oft nur kurz und sehr hektisch, kämpft mit dem Milchspendereflex, brüllt stundenlang vor Blähungen und Hunger.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Wenn sie wirklich nur noch nuckeln will und ich's einfach nicht mehr aushalte, versuche ich den Schnuller, aber sie nimmt ihn meistens nicht. Sonst weder Flasche noch Hütchen.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Mit der Hebamme war ich nicht zufrieden bezüglich Stillen (sehr pro Schnuller um Abstände von 3 Stunden zu erreichen), bei der Stillberatung war ich zweimal. Osteopath wurde mir empfohlen, muss ich nur noch Termin machen.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Nichts von alldem. Das einzige: Ich gebe ihr abends manchmal Sab Tropfen, wenn sie stundenlang schreit und offensichtlich Bauchweh hat.
Gewichtsentwicklung:
4.4.: 3488g Geburtsgewicht KH
7.4.: 3400g Entlassungsgewicht KH
9.4.: 3530g Hebamme zu Hause
13.4.: 3740g Stillambulanz
22.4.: 3980g KH
Ich hoffe, ihr könnt mir helfen! Vielen Dank schon mal im Voraus!
Liebe Grüße, Mido