Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

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Sarie
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Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von Sarie »

Hallo Ihr Lieben,

Mein Sohn hat im Sommer 14 die Kitagruppe gewechselt und hat sich schwer getan Anschluss zu finden. Schließlich hat er einen 6 Jährigen Jungen als besten Freund in sein Herz geschlossen. Mein Sohn beschränkt sich sehr auf einige wenige Kinder und wünscht sich immer eine enge Beziehung zu einzelnen Kindern.
Ich habe diese Freundschaft zu dem 2 Jahre älteren Jung schon länger mit Argwohn betrachtet, doch dachte wenn dieser im Sommer zur Schule kommt wird sich die Situation entspannen und mein Sohn würde mit einem gleichaltrigen Jungen aus der Gruppe Kontakt knüpfen.
Jetzt ist es allerdings zum Eklat gekommen, der beste Freund hat sich entschieden nicht mehr mit meinem Sohn spielen zu wollen. Er zieht nun mit einem anderen 4 jährigen umher und lässt Mausmann links liegen.
Tief traurig will mein Sohn nun nicht mehr in den Kindergarten. Er ist verletzt und versucht mit Albernheiten und Ärgern seine Trauer zu überspielen.
Natürlich ist er rasend eifersüchtig und versucht alles um die Aufmerksamkeit seines besten Freundes wieder auf sich zu lenken, in dem er stichelt, ärgert usw.
Die Erzieherin ist der Meinung man müsste sich keine Sorgen machen und mein Sohn wäre stark genug um damit umzugehen, was man ja an o.g Verhalten sehe. Man müsse ja Rücksicht auf den großen nehmen, der käme ja bald zur Schule etc.
Ich fühle mich total vor den Kopf gestoßen und mein Sohn tut mir unendlich leid. Er ist 100% loyal und muss nun mit nicht mal 5 das gleiche aushalten, was ich in meinem Leben immer wieder erlebt habe. Ich selbst bin traurig und finde es schlimm zu sehen wie mein kleiner MausMann seine lieblings Pullis nicht anziehen mag, aus Angst wg. eventueller rosa Farbtupfer erneut ausgeschlossen werden zu können :(
Ich hoffe ihr könnt mich verstehe...
Danke fürs lesen!
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Sabina
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von Sabina »

Sehr gut kann ich dich verstehen und trotzdem glaube ich, dass wir Mütter da einfach darauf vertrauen müssen, dass alles gut wird und unsere Kinder stark genug sind damit umzugehen oder daraus zu lernen. Mein Sohn erlebt gerade Ähnliches und ich versuche ihn zu trösten und zu unterstützen und doch nicht in die Geschehnisse einzugreifen.
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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mayra
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von mayra »

Sowas ist echt besc... Mein Großer ist auch so ein Kind, dass sich an andere "anhängt", die bewundert und meint, deren Freund zu sein. Diese beachten ihn aber kaum, ärgern ihn usw. Ich spreche viel mit ihm darüber und ermuntere ihn, doch mit den Kindern zu spielen, die nett zu ihm sind, aber er fühlt sich von den anderen angezogen und versucht es immer wieder. Dann finde ich, muss er mit den "Folgen" leben lernen. Klar tut mir das Herz weh, wenn ich sehe, wie traurig er ist, aber er müsste ja nicht immer wieder versuchen "dazuzugehören", wo er unerwünscht ist.

Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, dass ein 4jähriger "wirklich" der beste Freund eines 6jährigen sein kann. Hat der vielleicht auch eher "Bewunderer" und hatte nun leider von deinem Sohn als Bewunderer genug? Könnte das sein?
mayra mit Schlawiner 07/08 und Lockenkopf 07/10
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Sarie
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von Sarie »

Danke für die Antwort.
Also die Erzieherinnen haben im ElternGespräch gesagt die beiden hätten sich gesucht und gefunden. Es sei eine besondere Freundschaft zwischen den beiden entstanden und die beiden würden sich sogar gegenseitig vermissen wenn einer von beiden fehlt und dies auch beide äußern.
Mein Sohn hat sogar gesagt er würde ihn anstatt eines Mädchens heiraten wollen obwohl er seine beste Freundin sehr lieb hat...
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mayra
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von mayra »

Na, das klingt ganz anders als bei meinem Sohn. Wenn man das so hört, klingt es noch komischer, dass der andere es sich einfach so "anders überlegt" hat. Würde er jetzt mit einem großen Kind spielen, hätte es ja vielleicht noch das Alters-Argument sein können "was willst du mit dem Baby o.ä.", aber so?? Hmm, da fällt mir jetzt auch nix ein.
mayra mit Schlawiner 07/08 und Lockenkopf 07/10
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Sarie
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von Sarie »

Deswegen lässt mich ja auch die Reaktion der Erzieherin so stutzig werden. Wie kann sie so gefühllos meinem Sohn gegenüber sein? Sie war diejenige, die so begeistert von der Verbindung war und jetzt soll mein Sohn zusehen wie er mit dem Verlust umgeht (aber bloß keine Schwierigkeiten machen) und dem Schulanfänger wird noch der Rücken gestärkt. Das finde ich doch sehr unfair und seltsam.
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Nema
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von Nema »

Hach, genau das gleiche Thema hier. Meine Tochter hatte jetzt 2 Jahre lang eine Freundin, mit der sie ganz ganz eng war und die hat sich jetzt langsam abgewendet, bzw. tut es immer wieder. Wenn meine Tochter dann gerade einen Umgang damit gefunden hat, ist sie wieder mal nett zu ihr, nur um sie dann wieder vor den Kopf zu stossen. Ich finde das echt fies aber ich glaube, da kann man weder als Eltern noch als Erzieher etwas tun. Ich habe die Erzieher gebeten, meine Tochter viellicht manchmal darauf hinzuweisen, dass ein anderes Kind auch gerade einen Spielpartner sucht etc. Aber die anderen Kinder zählen für meine Tochter nicht, sie will nur mit ihrer Freundin spielen.

Die Antwort der Erzieher ist sicherlich nicht sehr einfühlsam aber auf der anderen Seite doch auch beruhigend, dass sie deinen Sohn als stark genug ansehen, oder? Ich denke auch, dass meine Tochter stark genug ist und das schaffen wird und dennoch leide ich sehr mit ihr und würde ihr es so unendlich gerne abnehmen - geht aber halt leider nicht.
Nema mit Tochter (2010) und Sohn (2013)
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Sarie
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von Sarie »

Wie seltsam, dass es einige Kinder gibt die sich so auf ein Kind einschießen. Bei meinem Sohn ist es SP obwohl er grundsätzlich sehr beliebt ist in der Gruppe.

Und das mit der Erzieherin würde ich grundsätzlich ja auch so sehen, wenn sie das nicht so komisch begründet hätte:"...ist ein richtiger Junge und ärgert ordentlich zurück, der ist kein Lämmchen, mach dir mal keine Sorgen..."
Ähm naja, ist doch irgendwie klar, dass mein "richtiger" Junge lieber mit ÄRGERN und Sticheln über seine Traurigkeit hinweg geht als dass er vor allen auch noch die Heulsuse miemt oder? Mal abgesehen davon finde ich diese Stigmatisierung furchtbar.
Zuhause kann er nicht einschlafen, überlegt ständig, wie er seinen Freund wieder zurück gewinnen kann, ist in sich gekehrt und weint auch...
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Nema
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von Nema »

Ja, das ist wirklich eine doofe Reaktion der Erzieher!

Meine Tochter überspielt es im Kindergarten auch, allerdings hat sie ein paar Mal gesagt, sie hätte Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen und sie will früher abgeholt werden. Zu Hause weint sie dann auch ab und zu. Außer ihr den Rücken zu stärken und zu sagen, dass sie sich doch lieber jemand suchen soll, der nett zu ihr ist, fällt mir halt auch nichts ein.
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m75012
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Re: Bester Freund sucht sich neuen Freund - geknickt.

Beitrag von m75012 »

Naja, das kann man auch anders sehen, da ist die eigene Perspektive eben auch von der eigenen Biographie geprägt. Es ist ja keineswegs "klar", dass dein Sohn sich in der Öffentlichkeit nicht traurig zeigt, im Gegenteil, er hat scheinbar schon verinnerlicht, dass je nach Situation unterschiedliche Ausdrucksformen (für Gefühle) angebracht sind. Das ist keine triviale Fähigkeit, manche Leute lernen das nie. Für die Erzieherin ist das "zurückärgern" evtl. auch ein Zeichen, dass dein Sohn mit der Situation auch anders umgehen kann, als in ein tiefes Loch zu fallen, was ja an sich schon mal nicht schlecht ist. Sie sieht da vielleicht auch an erster Stelle, dass er _aktiv_ etwas tut und sie ihn "nur" dahin bringen muss, auf andere Kinder zuzugehen (und sei es, um den Ex-Freund eifersüchtig zu machen) damit er neue Freunde findet.

Unabhängig davon hab ich nicht ganz verstanden, was du erwartet hattest. Dir war ja klar, dass die Beziehung vermutlich scheitert, spätestens wenn der Ältere in die Schule muss, und dass es dann eine Phase der Trauer und der Anpassung geben würde. Das kam jetzt früher als erwartet, klar, aber das du deinem Sohn wahrscheinlich darüber hinweg helfen musst, dass Beziehungen im Leben manchmal scheitern und Leute manchmal doof sind war dir ja vorher klar. Das macht es nicht weniger unangenehm, aber auf der anderen Seite ist es eine wichtige Lektion über das Leben, die irgendwann gelernt werden muss. Kannst du's nicht als Gelegenheit für ihn sehen, daran zu wachsen? Und es vielleicht mehr wie die Erzieherin sehen, dass dein Sohn da schon gute Ansätze zeigt?
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