Die Komplett-Zahnarztverweigerung

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Kosmonautin
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Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Hallo,

wir haben ein riesiges Zahnproblem und kommen nicht mehr weiter. Vielleicht habt ihr ja eine Idee?

Kurz zur Vorgeschichte: unser Mittlerer hat richtig schlechte Zähne. Keine Ahnung, woher die kommen. Wir sind penibel, was die Zahnpflege betrifft, das Kind isst keine Süßigkeiten (mehr), die anderen Kinder haben ganz hervorragende Zähne. Nur bei ihm kann man tatsächlich zusehen, wie ein Zahn nach dem anderen den Abschied antritt. :x

Bis vor kurzem hat der tapfere Kerl sich einigermaßen gut behandeln lassen: Werzelbehandlung, Zähne bohren und füllen, Spritzen... das hat alles keinen Spaß gemacht, aber er hat mitgemacht. Dann, nach einer Zahnarttpause von ein paar Monaten, ging plötzlich gar nichts mehr. Die Zahnärztin durfte nicht mal mehr in seinen Mund schauen. Auch das Röntgen (kannte er ja, tut nicht weh, ging bisher völlig problemlos) war nicht mehr möglich. Ob das aus einer vorherigen Überforderung resultierende Angst war (meine Meinung) oder einfach nur Bockigkeit (die Meinung meines Manes) - der kleine Kerl verweigerte sich komplett.

Nun wird die Zahnsubstenz wirklich kontinuierlich schlechter. Die Zähne tuen weh, das kauen klappt nur noch einseitig gut... mein Sohn fragte schon selbst, ob wir nicht bald mal wieder zum Zahnarzt gehen können. Heute morgen hatten wir dann einen Termin. Leider konnten wir ihn nicht wahrnehmen, denn mein Sohn saß schon am Frühstückstisch und erklärte, nicht das Haus verlassen zu wollen. Gut zureden, Händchen halten, erklären, schimpfen... nichts hatte Erfolg. Mein Sohn konnte auch nicht sagen, warum er nicht gehen will, ob er Angst hat oder wie wir ihm helfen können. Er saß irgendwann nur noch schreiend auf dem Boden und brüllte: "ich geh nicht zum Zahnarzt."

Okay. So funktioniert es also nicht. Nur: was machen wir alternativ? Denn auch eine Zahn-OP unter Vollnarkose bei der Uniklinik erfordert es ja, dass man a) hinfährt und b) sich vorher untersuchen udn röntgen lässt. Die legen da doch kein Kind in Narkose, nur um mal ein Röntgenbild zu machen, oder?

Die Zeit drängt. Wir müssen also zeitnah eine Lösung finden und sind sehr, sehr ratlos.

Habt ihr vielleicht Ideen?
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hobbes_tiggar
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von hobbes_tiggar »

Also auch für die Voruntersuchung ist eine Sedierung möglich .. grade bei behinderten Kindern auch nicht anders möglich.. Klar dorthinkommen müsst ihr aber vielleicht hilft es seiner Psyche wenn er weiß das er die fanze Zeit schlafen darf.. Die Angst vorm Zahnarzt ist nichts schönes und sollte ernstgenommen werden...

liebe Grüße Helga (mit 11 Sternchen im Herzen)

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Kosmonautin
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Wir nehmen die Zahnarztangst durchaus ernst. Glaub mir, das ist seit Monaten Thema hier und wir überlegen, auch gemeinsam mit den Zahnärzten, welche Wege gangbar sind.

Dass eine Voruntersuchung unter Sedierung möglich ist, war mir allerdings nicht bewusst. Das hat niemand bisher zum Thema gemacht. Geht das erst vor Ort oder gibt es schon eine Möglichkeit, ihm den Weg zur Klinik zu erleichtern?
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Binelein
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Binelein »

Wir haben uns ja gegen eine Sanierung in Vollnarkose entschieden.

Aber die Zahnärzte dort hätten die Röntgen-Aufnahmen bereits unter Vollnarkose gemacht und auch gleich die Behandlung in einem.

Vielleicht könnte euer Zahnarzt die Unterlagen an den op-Arzt weiterleiten. Dann hätte der die Unterlagen und müsste keine Voruntersuchung machen. Mehr als reinschauen passiert da eh nicht.

Zur Klinik müsst ihr halt hin. Irgendwie. Aber wenn ihr evtl gleich den früh-Termin bekommt, könnt ihr ihn ja direkt aus dem Bett ins Auto packen. Da gibt's dann nicht so viel Spielraum für Diskussionen. Und essen/trinken darf er vorher sowieso nicht. Also lieber so früh wie möglich am Tag.


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hobbes_tiggar
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von hobbes_tiggar »

Ja das glaib ich euch..wollte euch eigentlich nur drin bestärken es ernst zu nehmen. Ich srlbst habe so schrecklich Angst vorm Zahnarzt. ... Sprecht das unbedingt vorher an.. wir haben eine Zahnärztin die es mit Narkosearzt in seiner Praxis zusammen macht.. allerdings hinkommen müssen wir schon.. aber fragt nach obs da vielleicht auch ein Beruhigungsmittel gibt.. Sucht mal und Praxen für Angstpatienten..

liebe Grüße Helga (mit 11 Sternchen im Herzen)

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Kosmonautin
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Wir konnten eben noch gut miteinander sprechen. Ich habe meinem Sohn erzählt, dass wir auch die Vorunterschung so machen können, dass er davon so gut wie nichts mitbekommt. Daraufhin meinte erganz erstaunt, dass das ja nicht nötig sei. Anschauen und ein Foto von den Zähnen machen, würde ja gar nicht weh tun. Das ginge auch so. Auf meine erstaunte Frage, warum er dann heute früh nicht aus dem Haus gegangen sei, erklärte er, erhätte befürchtet, die würden ihm gleich einen Zah ziehen. Davon war gar nicht die Rede, aber es zeigt, wie viel Kopfkino da ist und wie viele Ängste. Armer Kerl...

Der Plan ist also: ich suche einen Zahnarzt, der sich mit sämtlichen Sedierungsmöglichkeiten auskennt. Ich wär froh, wenn wir das Ganze ohne Vollnarkose hinbekommen könnten, kann aber nicht einschätzen, ob Lachgas oder Dormicum ausreichend sind für die Masse an Baustellen im Mund. Dann gehen wir beide dorthin und er lässt sich untersuchen mit der Gewissheit, dass wirklich noch nichts behandelt wird. Die Behandlung findet dann so statt, dass er davon nicht mehr viel mitbekommt.

Soweit der Plan. Ich geh jetzt mal nach Zahnärzten suchen 8)
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von EliseG »

Bei mir hat die Zahnarztangst als Kind angefangen, weil mich immer wieder Leute drauf angesprochen haben, dass das und das bei mir gemacht werden müsse. Das hat dann zu argen Filmen im Kopf geführt. Also immer genau besprechen, welche Schritt wann dran kommt. Auch jetzt, wo ich regelmäßig in Behandlung bin, macht es mich furchtbar nervös nicht zu wissen, was die Ärztin machen wird. Es hilft da aber wirklich seeehr oft hin zu gehen und nicht alle Baustellen auf einmal machen, denn das führt nur dazu, dass man das nächste Mal (das dann erst gefühlte Ewigkeiten später ist) erst recht wieder Kopfkino hat und die Panik wiederkommt. Genau so habe ich es auch mit meiner Ärztin vereinbart und wir haben jetzt über ein Jahr langsam saniert (und da war soooo viel zu tun). Jedesmal nur ein Zahn. Das half irrsinnig, dass ich jedesmal nach kürzester Zeit (irgendwie brauchte es nie länger als ne viertel Stunde) wieder draußen war und dachte: "He, war gar nicht schlimm!".

Übrigens dachte ich noch vor zwei Jahren genau anders, da wäre es mir lieber gewesen, alles auf einmal und dann nie wieder. Aber das hilft einfach absolut nicht gegen die Angst!!!
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von Kosmonautin »

Genau so haben wir es aber gemacht: einen Zahn nach dem anderen, die Zahnärztin hat ihn immer informiert über jeden Schritt, ihm alles erklärt. Das klappte ja auch gut. Nur das halbe Jahr pause (es war alles saniert, leider dauerte es nicht lange, bis wieder alles im argen war) war ein Problem. Ich denke, er war zu lange raus aus dem Zahnarzthema und konnte mir ein bißchen Abstand spüren, wie viele Ängste da wirklich waren.

Sollten wir das jetzt mit Sedierung angehen, macht es ja Sinn, alles auf einmal zu erldedigen. Jede Sedierung ist ein Risiko.
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von EliseG »

Klar, aber nachher auch öfters zum Zahnarzt, als eigentlich nötig. Wird nicht jeder Arzt mitmachen, ist aber schon seeehr hilfreich. Wie gesagt, bei mir ists immer noch so, dass wenn ich länger als einen Monat nicht hin gehe, das Kopfkino startet und ich Herzrasen bekomme. Ich halte auf alle Fälle die Daumen, dass ihr das gut schafft. Finde es ganz toll, wie ihr das angeht!!
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Re: Die Komplett-Zahnarztverweigerung

Beitrag von AnnaKatharina »

Hilft jetzt kurzfristig nicht, aber mein Ansatz wäre auch, nach den nötigen Eingriffen ruhig jeden Monat zum Zahnarzt zu gehen, der schaut kurz rein, und lobt und bewundert wie gut alles aussieht ;-)
Damit werden die negativen Eindrücke mit der Zeit "überschrieben" oder zumindest in Relation gebracht. Und mit ein bißchen Glück ist dann die Angst vor dem nächsten Eingriff nicht so groß.
Mit dem Zahnarzt müßte man halt vorher absprechen, dass er bei diesen Kontrollterminen nichts macht, auch wenn er etwas entdeckt, damit dein Kind sich nicht überfahren fühlt. Also dann leiber für die folgende Woche einen neuen termin machen, wenn wirklich was gemacht werden muß.
Mit K1 (2010) und K2 (2015)
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