Masernausbruch in Berlin

Moderator: Marla84

blaurosa
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von blaurosa »

@ kaehde - ich überleg auch schon die ganze Zeit, wo ich das gelesen habe, weiß aber nur noch, dass ich die Quelle damals als vertrauenswürdig eingestuft habe, und hatte eigentlich auf euer Quellenwissen gehofft...

@ bienenmeister - also ehrlich gesagt würde ich mich ziemlich ärgern, wenn mir jemand ungefragt so in meine Impfentscheidung hineinredet, ginge Dir umgekehrt doch vermutlich auch so, oder?

@ Sandküste - finde ich nciht, dass Du zu sorglos bist. Ist halt immer eine Abwägung, die man zu einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Wissen, dass man da hat, nach bestem Wissen und Gewissen trifft. Ich habe auch ein Masernungeimpftes Kind hier (wir wollen vor Schuleintritt impfen) und haben die Entscheidung nach Abwägen mit der Ärztin und unter Berücksichtigung unserer Lebensumstände so getroffen.
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Nun sind die Kinder ja geeimpft und ich überlege ja auch, mich impfen zu lassen (was ja -wie ich hier schrieb - gar nicht mal eben so geht....) - meine Einstellung zu Impfungen hat sich geändert, ja.
Aber wenn man solche Angst hat, dann dürfte man ja mit keinem Säugling am öffentlcihen Leben teilnehmen - weil der Nestschutz eben nie sicher ist. Und es braucht zur Ansteckung eben nicht unbedingt eine Krippe, ältere Geschwister in Schule und KiGa reichen ja, Babytreffen, Fahren mit Bus und Bahn usw. - dann müsste man ja immer Angst haben. Und das halte ich eben auch nicht für gut, immer in Sorge zu sein. Wie geht man denn dann einen MIttelweg zwischen Fürsorge für das Kind und einem normalen Alltagsleben?

Die Masern sind seit Oktober in Berlin - ich habe erst vor kurzem überhaupt davon gehört. Und das nur durch die Presse.
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bienenmeister
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von bienenmeister »

Ich rede meiner Schwester nicht ungefragt in ihre Entscheidung hinein. Es gibt ja immer einen Mittelweg zwischen Totschweigen und Bevormundung. Ich unterstütze meine Schwester in allen ihren Entscheidungen, auch wenn diese nicht meinen Ansichten entsprechen.

Sehe jetzt auch keinen Unterschied ob ich mich hier austausche oder im real life mit meiner Schwester.

Ich für mich wollte es eben wissen und habe hier nach Informationen gesucht und gefunden, nichts weiter. Ich schicke ihr auch kein Infomaterial oder so, sie kann immer fragen wenn sie sich austauschen möchte. Lediglich die falschinformation ihrer Chefin hat mich auf die Palme gebracht.
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.... lost in translation ....
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kaehde
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von kaehde »

Bienenmeister: Wann will Deine Schwester denn impfen?

Nestschutz könnte mit 10 Monaten noch etwas vorhanden sein, ist aber meines Wissens nach eher unwahrscheinlich, bzw. gering.
Die WHO (seeehr zuverlässige Quelle ;)) spricht davon, dass nach 6 bis 9 Monaten keine Antikörper mehr nachweisbar sind...
http://www.who.int/immunization/sage/Mo ... 6Aug08.pdf
S. 22-24

Was empfiehlt denn die Chefin?

Meine Meinung dazu: Wenn die Chefin sie dahingehend beraten hat, würde ich an ihrer Stelle die selbe Person auch danach fragen, wann sie dann impfen soll.

Eventuell kommt so nochmal ein konkretes Gespräch zwischen den beiden zustande ;).

Viele Grüße,
Katja
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Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)
blaurosa
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von blaurosa »

Das ist genau der Punkt, die Angst - darauf reagiert unsere KiÄ auch ziemlich allergisch und spricht deshalb ziemlich genau durch, was man bei einer Krankheit zu erwarten hätte, sie hat wohl schon genug Eltern gesehen, die dann im Erkrankungsfall total panisch waren. Oder dann Tetanus überimpft haben / mussten, weil anders Immunisierungen gegen Krankheiten, die sie zuerst nicht impfen wollten, dann doch sein sollten.

An mir sind die Masern auch vorbei gegangen bis vor Kurzem, danke für die zeitliche Einordnung.
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kaehde
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von kaehde »

Sandküste hat geschrieben: Die Masern sind seit Oktober in Berlin - ich habe erst vor kurzem überhaupt davon gehört. Und das nur durch die Presse.
Hm, ich habe mir jetzt mal die Zahlen angeschaut.
Der richtige Anstieg der Fallzahlen beginnt Ende November/Anfang Dezember und die Zahlen steigen immer noch an (ist sicher ja auch witterungsbedingt). Die Ansteckungsgefahr nimmt also schon deutlich zu.

Die Fallzahlen von Oktober/November finde ich jetzt recht "normal", bis zu 10 Fälle pro Woche kommen in einzelnen Bundesländern immer mal vor im Winter... Klar, rückblickend ist die Tendenz klar.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von inmediasres »

Hallo,

ich mag euch diese Zusammenfassung mal hier lassen:

Die Masern vor der Entdeckung des Impfstoffes

Das sind Auszüge aus alten Erziehungs- und Pflegeratgebern und dort steht u.a., dass der Nestschutz 3-5 Monate andauert.

LG
Karin
jali
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von jali »

blaurosa hat geschrieben:Das ist genau der Punkt, die Angst - darauf reagiert unsere KiÄ auch ziemlich allergisch und spricht deshalb ziemlich genau durch, was man bei einer Krankheit zu erwarten hätte, sie hat wohl schon genug Eltern gesehen, die dann im Erkrankungsfall total panisch waren. Oder dann Tetanus überimpft haben / mussten, weil anders Immunisierungen gegen Krankheiten, die sie zuerst nicht impfen wollten, dann doch sein sollten.

An mir sind die Masern auch vorbei gegangen bis vor Kurzem, danke für die zeitliche Einordnung.
Das Problem ist einfach, dass Masern sehr, sehr, sehr anstrengend sind (wenn ein Masernpatient in einem Raum mit 100 ungeimpften niest, haben danach im Schnitt 99 Masern) und die Personengruppen für die Masern wirklich sehr gefährlich sind (U.a. Säuglinge unter einem Jahr) sich nicht schützten können. Wenn man gleichwohl nicht impfen möchte, ist man meiner Ansicht nach zumindest bei einem aktuellen Masernausbruch in der Verantwortung auszuschließen, bei unspezifischen Infektanzeichen (so fängt es ja erstmal an) mit anderen in Kontakt zu kommen. Ich könnte das außerhalb der Elternzeit von der Arbeit aus gar nicht gewährleisten, aber ich hoffe einfach für mein Baby das die Nichtimpfer bei uns in der Kita ihre Verantwortung wahrnehmen und auch kein leicht krankes Kind dorthin bringen.
Mit zwei Töchtern (2011 und 2014)
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von annikki »

meine mama berichtete von sachsen anhalt, dass da die fallzahlen auch steigen.

an der schule des großen sind kinder, die häufig in die USA reisen. das habe ich als erstes gehört mit den masernfällen in den disneyparks.
Liebe Grüße Anni

mit Sternentochter Lilly 10/05, mit Bärchen 04/07 und Fröschlein 03/11 und Knöpfchen 06/14
Lösche Benutzer 1828

Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Die Zahlen kannte ich nicht - Danke.

Bei uns im KiGa waren auch einige nicht geimpft - und die waren genauso mit Laufnase dort wie alle anderen Kinder auch. Sonst müsste man das Kind ja den ganzen Winter über daheim lassen. In der Praxis so gar nicht durchführbar.
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