Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Starla
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Starla »

Hallo! Ich mag mal bei euch mitlesen.

Ich habe zwei Jahre in den USA gelebt und spreche und höre sehr gerne Englisch und möchte das gerne an meine Tochter weitergeben. Ich bin in einigen Bereichen near-native-speaker, aber in anderen fehlt mir das nötige (auch alltägliche) Vokabular. Mein Akzent ist jetzt ohne Sprachpraktisch natürlich recht Deutsch, in meiner Zeit in den USA und auch kurz danach war er eher "internationalized". An eine bilinguale Erziehung habe ich nie ernsthaft gedacht.

Jetzt bin ich aber über die Begriffe "passive Bilingualität" und diesen Blog hier gestolpert http://piggypedagogy.blogspot.de/. Darin beschreibt ein in den USA lebender Deutschlehrer, wie er mit seinem Sohn als zweite Sprache mit Hilfe einer Handpuppe, die ausschließllich Deutsch spricht, Deutsch eingeführt hat. Ähnliches könnte ich mir auch für meine Tochter vorstellen. Ich würde dann OPOP uminterpretieren und die Handpuppe wäre Englisch-sprechend. Ich denke aber, dass es besser wäre, wenn ich auch - zumindest nach einer Anfangszeit - andere Muttersprachler kennen würde, mit denen ich mich treffen könnte, was ich mir schwierig vorstelle, da ich recht ländlich wohne und die hier mal häufig anzutreffenden Briten nun bald alle weg sind. Was meint ihr dazu?
Liebe Grüße von Starla mit dem Beanie-Mädchen (08/12) und dem Button-Mädchen (08/18)
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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

mach! mein kind hoert seit fast sechs jahren unser krumpel-partner-englisch, versteht wirklich sehr viel bei englischen filmen oder buechern und wenn es denn sein MUSS - sprich der gegenueber wirklich weder deutsch noch italienisch kann - auch englisch. etwas langsam aber erstaunlich wenig fehler. mit akzent aber! hui :D was ich sagen will: es ist uns "passiert", und es hat hervorragend funktioniert und ich bin mir sicher, dass es ihm helfen wird. selbststaendig besser werden kann er ja immer noch.

es gibt hier im strang noch mehr, die nicht-muttersprachlich zweisprachig erziehen.
tania mit sohn *09 und sohn *12
nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Eine Handpuppe hat ein Kollege von mir genutzt. Die Familie ist dreisprachig, Englisch, Japanisch und Spanisch (Umgebungssprache). Japanisch ist die Sprache der Mutter und gleichzeitig, aufgrund der Lebenssituation, die schwaechste Sprache. Der Vater (eigentlich Englisch) hat ueber die Handpuppe dann im Spiel auch Japanisch mit der Tochter gesprochen. So hat sie mehr Japanisch gehoert, ohne verwirrt zu werden, weil Papa mal so und mal anders spricht.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Starla
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Starla »

Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, mich bei euch zu bedanken. Ich werde demnächst eine Giraffenhandpuppe bestellen. Laut Beanie darf nämlich eine Giraffe zu uns kommen, die nur Englisch spricht. Ansonsten haben wir jetzt ein paar Mal Peppa Pig geguckt und Beanie ist ganz versessen darauf. Ich konnte sie schon fragen:"Wie sagt Peppa zu XY?" und Beanie hatte viel Spaß daran. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Mit dem Smartphone hier - Vertipper inklusive.
Liebe Grüße von Starla mit dem Beanie-Mädchen (08/12) und dem Button-Mädchen (08/18)
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Lamami
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lamami »

Oh das ist ja ein spannendes Thema!
Der Papa meines Sohns ist nämlich Spanisch-Muttersprachler (genau genommen sogar zweisprachig Spanisch-Portugiesisch) allerdings ist unsere Beziehung beendet und im Moment ist auch nicht klar ob der Papa in der Nähe wohnen wird oder möglicherweise in Südamerika. Mir wäre es aber sehr wichtig dass der Knirps auch Spanisch lernt, ich hoffe ja sehr dass dennoch irgendwie noch ein Kontakt bleibt und er vielleicht auch mal die Möglichkeit hat mit der anderen Hälfte seiner Familie eine Beziehung aufzubauen. Also @ Starla: Bin sehr gespannt näheres dazu zu hören!

Mein Spanisch ist auch fließend, allerdings grammatikalisch nicht perfekt, dazu kommt ein Mischmasch aus spanischem und chilenischen Spracheigenheiten die ich selber nicht auseinanderhalten kann (Kommt also oft vor, dass mich Spanier doof ankucken weil mir nicht bewusst ist, dass es das Wort in Spanien nicht gibt.)
mit großem Sohn 09/14 und kleiner Tochter 6/21
nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Hier gab es vor kurzem eine niedliche Situation:

Ich sass auf dem Sofa, Fuesse auf einen Sessel gelegt, und der Pirat hatte grossen Spass daran, auf meinen Beinen rumzuklettern. Ich habe dann irgendwas davon gesagt, dass meine Beine eine Bruecke sind. So, nun muss ich kurz erklaeren, dass der Pirat kein r und kein k sprechen kann (und mit den Umlauten auch so seine Muehe hat). Das r laesst er meistens einfach weg, und das k ersetzt er durch d/t. Fuer ihn ist "Bruecke" also echt ein Problem.

Naechster Tag, ich sitze auf dem Sofa, aber ganz normal mit Fuessen auf dem Boden. Pirat kommt und verlangt "Mama, quiero (=ich will) bauen una Butte". Butte? Ich habe keine Ahnung, worum es geht, frage nach, er wiederholt mehrfach und immer eindringlicher "una Butte!". Ich verstehe ihn immernoch nicht, bis er ploetzlich ruft "Un PUENTE, Mama!" Ah, alles klar. Manchmal ist es doch gut, wenn man eine Ausweichsprache hat... :-)
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Teelicht »

Süß! Und interessant, dass das Kind den Artikel wechselt.
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Kind 2: Juni 2015 ❤️
Trompeterin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Trompeterin »

Ich bin gerade etwas verzweifelt mit der Zweisprachigkeit. Momentan klappt das irgendwie gar nicht. In Deutsch macht sie gerade große Fortschritte, aber Französisch scheint schon fast rückläufig zu sein, obwohl wir gerade eine gute Woche ausschließlich mit der französischen Verwandtschaft zusammen sind und somit nur ich mit ihr deutsch spreche. Es gab schon zahlreiche Situationen, in denen sie Wörter gebraucht hätte, die sie sehr wohl schon kann/konnte auf französisch, aber sie dennoch auf Deutsch sagte, obwohl sie niemand verstand. Ich weiß nicht, ob sie es nicht kapiert, dass die anderen hier kein Deutsch verstehen (im Gegensatz zum Papa, der zwar kontinuierlich Französisch mit ihr spricht, aber Deutsch immer versteht) oder ob sie keine Lust hat oder sie die Wörter tatsächlich wieder vergessen hat, was uns leider gerade oft auffällt. Viele Begriffe beherrschte sie schon sehr gut, aber inzwischen irgendwie nicht mehr. De facto hat sie noch nie auch nur ein einziges französisches Wort mit ihrer Verwandtschaft gewechselt! Aber auch dem Papa antwortet sie zunehmend mehr auf Deutsch statt auf Französisch. Allerdings hat sie generell gerade eine unerklärliche Abneigung gegenüber Papa und stößt ihn immer wieder ab, wofür ich aber auch keinen Grund finden kann. :-(
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nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Also bei uns ist das wenige Deutsch, was da war, auch gerade rückläufig. Dafür macht er im Spanischen gerade endlich Fortschritte. Ich habe das Gefühl, dass ihm gerade bewusst wird, dass es verschiedene Sprachen gibt, und sich eben auf die dominante Sprache konzentriert.

Ich finde das eigentlich ganz gut, weil er ja bisher extrem mischt, weshalb ihn ausser uns niemand versteht. Ich hoffe darauf, dass wir in ein paar Jahren, wenn das Spanisch sich (hoffentlich) festigt, aif das passiv vorhandene Deutsch aufbauen können.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

mein kleines kind ist so alt wie du und spricht NIX. kein wunder dass dein kind noch nicht in zwei sprachen froehlich plappert. das kommt (und geht!) in schueben. die ablehnung gegenueber dem papa hatten wir beim grossen in dem alter auch, bzw positiv formuliert das vorziehen der mama.

versteht sie denn franzoesisch? mein kleiner versteht eindeutig alle drei sprachen und das reicht in dem alter finde ich voellig.
tania mit sohn *09 und sohn *12
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