Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Moderatoren: Toony, Momolina

Antworten
Nusserl
SuT-Legende
Beiträge: 9714
Registriert: 14.04.2009, 21:26
Wohnort: Zürich Umgebung

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

elanor hat geschrieben:
Ich glaube ja, dass es das Modell "Großeltern sprechen eine andere Sprache" relativ häufig gibt, wenn man z.B. an Plattdeutsch denkt.
In dem Fall hören meine Kinder von meinen Eltern noch oberösterreichischen Dialekt. Sie verstehen alles, aber verwenden nur einzelne Ausdrücke aktiv. Sie zerkugeln sich fast vor Lachen, wenn sie "Pfiati" statt "Tschüss" sagen. Und meine Eltern lernen ein bisschen Schwitzerdütsch, damit die Kinder Eis bekommen wenn sie nach Glace verlangen.
Wir treffen meine Eltern nur ca 3-5 mal pro Jahr, aber dann gleich ein paar Tage lang.
Glücklich mit drei Mädels und Mann
07/2008, 11/2011 und 04/2014
Benutzeravatar
coccolone
Dipl.-SuT
Beiträge: 5304
Registriert: 13.04.2007, 18:12
Wohnort: home is where the ❤ is

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von coccolone »

Vronilein hat geschrieben:Ne das nicht. Ich frag mich nur ob sie davon tatsächlich englisch lernen kann. Das wünsche ich mir für sie :)
Das wird sich zeigen. Aber ich denke zumindest ein passiver Wortschatz wird vorhanden sein und spätestens, wenn sie dann in der Schule Englisch lernt, wird dieser aktiv.
"You can't start a new chapter in your life, if you keep re-reading the last one."
Benutzeravatar
romina
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7021
Registriert: 21.03.2014, 19:33

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von romina »

elanor hat geschrieben:
Ich glaube ja, dass es das Modell "Großeltern sprechen eine andere Sprache" relativ häufig gibt, wenn man z.B. an Plattdeutsch denkt.
~ ~ dezemberchen & novemberchen ~ ~
Benutzeravatar
romina
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7021
Registriert: 21.03.2014, 19:33

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von romina »

romina hat geschrieben:
elanor hat geschrieben:
Ich glaube ja, dass es das Modell "Großeltern sprechen eine andere Sprache" relativ häufig gibt, wenn man z.B. an Plattdeutsch denkt.
Mist das war zu früh!
Also das glaube ich auch. Nur ist Zweisprachigkeit nicht immer nur etwas positives gewesen. Ein zwei Generationen zuvor galt es teils als Handicap beim sprechen lernen oder als Grund für schlechte Integration.

Mein Opa hat niemals weder mit meiner Mutter noch mit polnisch gesprochen.
~ ~ dezemberchen & novemberchen ~ ~
Benutzeravatar
romina
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7021
Registriert: 21.03.2014, 19:33

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von romina »

Mit mir polnisch gesprochen sollte das heißen! [emoji5]️
~ ~ dezemberchen & novemberchen ~ ~
nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Ich weiss nicht, ob ich es hier schonmal erzaehlt habe. Ich bin nicht zweisprachig aufgewachsen, aber zuhause war Englisch aufgrund der Arbeit meiner Eltern immer sehr present, und wir sind auch oft in englischsprachige Laender in den Urlaub gefahren. Das war also nochmal deutlich weniger Einfluss als wenn die Grosseltern regelmaessig eine Fremdsprache sprechen. Trotzdem hatte ich zu Beginn des Englischunterrichts mit11 Jahren einen relativ grossen passiven Wortschatz und habe Englisch einfach viel, viel schneller gelernt als meine Klassenkameraden. Ich denke, da war passiv ganz viel schon da und musste sozusagen nur noch aktiviert werden. Zwei Jahre spaeter konnte ich bereits problemlos in England zurechtkommen.

Mein Englisch ist heute weit von muttersprachlich entfernt, ich mache druchaus Fehler und habe einen deutschen Akzent, aber ich spreche es absolut fliessend und ohne nachdenken zu muessen. Waere ich in meiner Jugend mal ein Jahr in England gewesen, waere ich sicher heute fast zweisprachig. Sowas bringt also auf jeden Fall etwas, solange es regelmaessig ist.

Und meine Mutter versteht Plattdeutsch, obwohl meine Grosseltern es nie mit ihr gesprochen haben, aber die aelteren Familienmitglieder eben.

In der Krippe des Piraten gibt es uebrigens eine englische Erzieherin und es wird auch Englischunterricht angeboten, zu dem wir ihn bewusst NICHT angemeldet haben. Trotzdem hat er mich kuerzlich mit einen korrekt angewandten "yellow" ueberrascht... Keine Ahnung, ob dafuer der iPad oder die englische Erzieherin verantwortlich ist...
nido mit dem Piraten (01/2012)
nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Uebrigens beobachte ich in letzter Zeit vermehrt, dass der Pirat die Texte unserer deutschen Bilderbuecher praktisch auswendig kann, sie aber ins Spanische uebersetzt. Also, ich lese auf Deutsch vor und mache dann eine Pause, und er erzaehlt auf Spanisch weiter und uebersetzt dabei fast wortwoertlich den deutschen Text. Kurios. Vielleicht tritt er mal in Omas Fusstapfen und wird Uebersetzer ;-)

Noch eine Frage: In den letzten Tagen interessiert er sich sehr fuer Buchstaben und fragt nach deren Namen. Nun bin ich unsicher, ob ich die Buchstaben auf Deutsch oder auf Spanisch benennen soll. Zahlen sage ich Deutsch, das hat er auch schon begriffen, dass "drei" dassselbe wie "tres" ist und so. Aber Buchstaben gibt es halt 1. sehr viele und alle in zwei Sprachen waere wirklich ziemlich viel Info auf einmal, 2. klingen einige in beiden Sprachen aehnlich, andere ueberhaupt nicht, und 3. wird er ja in der Schule auf jeden Fall zuerst auf Spanisch lesen lernen. Im Moment sage ich es ihm also auf Spanisch. Ich weiss ja auch nicht, ob das nun nur eine kurze Phase ist, oder ob er jetzt wirklich die Buchstaben lernen moechte. Wie macht Ihr das?
nido mit dem Piraten (01/2012)
Benutzeravatar
tania
ModTeam-Stillberatung
Beiträge: 14983
Registriert: 24.02.2009, 18:09
Wohnort: Italien

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

es wird bestimmt eine phase sein, mein sohn konnte viele buchstaben erkennen, benennen und selber malen (!) mit zweieinhalb. er kann jetzt mit fast sechs seinen namen und noch ein zwei woerter schreiben (auswendig malen). also dazwischen lief fuer mich sichtbar so ziemlich gar nix.

es ist sehr selten, dass kinder in dem alter interesse an buchstaben haben, dass dann nicht wieder stark nachlaesst.
tania mit sohn *09 und sohn *12
nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

tania hat geschrieben:es wird bestimmt eine phase sein, mein sohn konnte viele buchstaben erkennen, benennen und selber malen (!) mit zweieinhalb. er kann jetzt mit fast sechs seinen namen und noch ein zwei woerter schreiben (auswendig malen). also dazwischen lief fuer mich sichtbar so ziemlich gar nix.

es ist sehr selten, dass kinder in dem alter interesse an buchstaben haben, dass dann nicht wieder stark nachlaesst.
Das vermute ich auch, daher denke ich, es ist egal, wie ich die Buchstaben benenne, Hauptsache es macht gerade Spass.
nido mit dem Piraten (01/2012)
gra
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1543
Registriert: 12.10.2007, 08:57
Wohnort: In Mittelhessen

Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von gra »

Mochte er das Wort aif Spamisvh bekommt er den Spanischen fonologisvhen laut gesagt. So mach ich es ...bisher hat es geklapt...

Gesendet von meinem GT-S7500 mit Tapatalk 2
Gra mit A. und Y.
Antworten

Zurück zu „Unsere Kinder“