Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

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Seerose
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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von Seerose »

Millefiori hat geschrieben:Ich finde aber auch, dass es nicht grad logisch ist, nur das "sichtbare" Fleisch nicht zuzulassen. Entweder man ist Vegetarier, dann isst man auch keine Hühnersuppe - oder man ist eben kein Vegetarier, dann isst man eben alles...
Ja, das hatte ich ja auch in meiner Liste, also die Frage danach um dann den Erzieherinnen genau Angaben machen zu können.

Und ich vermute jetzt mal, da Schokominze sich noch nicht gemeldet hat:

Um Logik geht es hier nicht. Also es scheint nicht darum zu gehen, daß das Kind nicht in Berührung mit Fleisch kommen soll (was bei Muslimen und Schweinefleisch ja ne ganz andere Sache ist). Es scheint wohl darum zu gehen, daß es der TS wichtig ist, daß das Kind so lange kein Fleisch zu sich nimmt (also bewußt große Fleischstücke kaut z. B.) bis es so alt ist, daß es sich BEWUSST für oder gegen den Fleischgenuss entscheiden kann.

Wobei das mit dem Alter und der Grenze natürlich wahnsinnig schwierig ist wie ich wohl auch schon schrieb.

Natürlich "macht" auch der reine Fleischgeschmack (in der Brühe z. B.) etwas mit dem Kind bzw. da müßten jetzt Experten darüber schreiben wie sich das mit Geschmack und Prägung verhält. Aber für mich hörte es sich so an, als sollte das Kind nicht auf Fleischstücken rumkauen (auch die Konsistenz prägt uns ja gewissermaßen - o. T. deswegen ist Tofubolognese so erfolgreich:))) bevor es sich dessen bewußt ist bzw. unterscheiden kann nach dem Motto "das ist Fleisch und schmeckt so und so und das ist man mit dem und dem und das ist Gemüse und das...." etc.

Reine Vermutung.
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Liebe Grüße,
Seerose
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Toeffi143
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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von Toeffi143 »

Ich kann deinen Ärger auch sehr gut verstehen und würde definitiv nochmal in Ruhe mit den Erzieherinnen sprechen. Mir würde es auch darum gehen, dass sie sich nicht an eine Absprache gehalten haben.

Rausnehmen würde ich mein Kind deswegen auch nicht sofort. Wir stecken gerade in der Eingewöhnung und ich merke, wie stressig das ist.
Wenn sie sich allerdings auch an andere Absprachen nicht halten würden, müsste ich doch darüber nachdenken...
Gibt es denn noch andere Dinge, um die du sie speziell gebeten hast und von denen du nicht weißt, ob sie die umsetzen?

Ob das jetzt die richtige Herangehensweise ist, für das Kind zu entscheiden, finde ich bei diesem Thema hier eher unwichtig....
Liebe Grüße
Toeffi mit dem heißgeliebten Frechdachs (08/2013) und dem kleinen Kämpfer (02/2016)
Sibi
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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von Sibi »

Der Kindergarten scheint bei dem Thema nicht sensibilisiert zu sein und ich denke auch, dass du in Zukunft keine Garantie haben wirst, dass sie dort kein Fleisch bekommt.
Ich gebe zu, ich sehe es von der anderen Seite aus: Mein Kind war drei Jahre bei einer Tagesmutter, bei der die anderen Kinder vegetarische/vegane Eltern hatten und die Kinder z. b. auch keine Milch(Produkte) bekommen sollten. Die Tagesmutter hat sich wohl weitgehend darauf eingestellt - ich fand es regelmäßig kurios. Mein Kind hat dafür dann Sojamilch mitgetrunken, was ich nun auch nicht so ideal finde, aber egal. Jedenfalls kann ich total verstehen, wenn Menschen diese Essregeln bei gesunden Kindern (Allergien sind etwas anderes!) nicht ernst nehmen und bei 20 Kindern, die versorgt werden wollen nun für ein Kind die Fleischstücke aus der Suppe suchen. Und erst recht fände ich es absurd, wenn ein Kind Fleisch essen will und es dann nicht darf.
Entschuldigung, aber die Erzieher haben einfach anderes zu tun und wenn man so eindeutige Essensregeln hat, sollte man die Kita doch stärker danach aussuchen. Es gibt ja genug Einrichtungen, bei denen man das Gefühl hat, vegetarisches Bio-Essen und das pädagogische Konzept ist wichtiger als die Frage, ob die Kinder sich wohlfühlen. :roll:

Versteht mich nicht falsch: Ich nehme privat gern Rücksicht auf z. B. Veganer und koche so, dass sie unkompliziert mitessen können. Aber bei gesunden Kindern den gesamten Speiseplan bestimmen zu wollen (wie bei unserer Tagesmutter) oder zu erwarten, dass die Erzieher sich mittags nur um das eigene Kind kümmern - das finde ich einfach weltfremd und egozentrisch.
jente
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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von jente »

Das Problem ist aus meiner Sicht nicht, dass das Kind der TS Fleisch gegessen hat, sondern dass der TS zugesagt wurde, dass es kein Fleisch bekommen würde. Wenn die KiTa das von vornherein abgelehnt hätte, hätte ich vollstes Verständnis.
jente mit K1 (2013) und K2 (2016)

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Sibi
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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von Sibi »

Jente,
ich glaube, es liegt in der Natur der Sache, dass man in der Kita über solche (sorry) Lappalien keine Kontrolle mehr hat. Ich verstehe, dass es der TS nicht passt, zumal das Kind noch sehr klein ist. Ich habe gerade den Wechsel von der Tagesmutter zur Kita und das sind einfach noch mal Welten in Sachen "Loslassen" und "Kontrolle abgeben". Ich bin froh, dass mein Kind schon deutlich älter ist.
jente
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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von jente »

Ja, das ist mir klar. Aber es fiele mir persönlich schwerer, Kontrolle abzugeben, wenn ich eine eindeutige Zusage für etwas hätte ("wir versprechen, dass xy passieren wird") und die dann nicht eingehalten wird. Ansonsten stimme ich dir inhaltlich voll zu, nur die gebrochene Zusage würde mich stören.
jente mit K1 (2013) und K2 (2016)

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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Sibi hat geschrieben:Jente,
ich glaube, es liegt in der Natur der Sache, dass man in der Kita über solche (sorry) Lappalien keine Kontrolle mehr hat. Ich verstehe, dass es der TS nicht passt, zumal das Kind noch sehr klein ist. Ich habe gerade den Wechsel von der Tagesmutter zur Kita und das sind einfach noch mal Welten in Sachen "Loslassen" und "Kontrolle abgeben". Ich bin froh, dass mein Kind schon deutlich älter ist.
Also, das ist Unsinn.
Bei uns war das absolut kein Problem. Wurde alles beruecksichtig. Essen vom Bio-Caterer, der das eben so auch im Angbot hat.
Allerdings haben sie auch gesagt, wenn das Kind von vegetarischen Eltern sich die Wurst beim Tischnachbarn mopst, tun sie nichts dagegen ;) Kinder mit Allergien hatten allerdings immer selber ein sehr starkes Bewusstsein fuer die verbotenen Lebensmittel. Und das meinte ich auch - wenn das Kind das nur uebergestuelpt bekommt, klappt das meist nicht. Und ein gewisses Alter muss halt auch vorhanden sein.
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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von schokominza122 »

Endlich schläft das Kind und hui, so viele Antworten. Weiß gar nicht wie ich da allen antworten soll.

Es ist ein städtischer KiGa und alle städtischen KiGas werden von einer Frau bekocht. Das heißt es kommen auch einige KiGa´s zusammen und unter Garantie auch andere Eltern die auch wenigstens ein weniger fleischlastiges Essen befürworten würden. Das Essen wird dann täglich pünktlich zum Essen frisch angeliefert. Es wurde auch schon wegen einem vegetarischen Gericht für die Novembermaus angefragt, aber diese Frau hat abgelehnt. Ich denke auch, dass es bei ihr eher ums nicht Wollen und das Prinzip geht, weil es ja ganz leicht wäre das Fleisch einfach weg zu lassen. Es gibt "Extrawürste" für muslimische Kinder und Kinder mit Lactoseintoleranz. Es haben sich wohl auch schon mal Eltern beschwert, weil diese Köchin gerne alles zusammen kocht und viele Kinder dann halt meckern, weil sie zum Beispiel dies und das nicht mögen und dann das gesamte Essen nicht essen. Aber anscheinend ist die Köchin nicht bereit von ihren Gewohnheiten abzuweichen. Es müsste ja auch nicht so oft Fleisch auf dem Programm stehen. Gesund ist das nicht 4 von 5 Tagen Fleisch zu essen. Einmal würde auch genügen. Und es muss ja auch nicht immer in jede Suppe Fleisch rein. Nächste Woche ist Elternabend und diese Köchin ist da und da werde ich natürlich das Gespräch suchen. Ich hoffe ich kann dann etwas erreichen und die Situation ändert sich so, dass es für uns unkomplizierter wird.

Mein Freund hat der Novembermaus Fleisch vom Grill angeboten, ein Stück von seinem Grillsteak. Damit konnte sie nichts anfangen und hat es nicht gegessen. Heute habe ich auch nur gesehen, dass sie die Erbsen aus der Suppe gefischt hat. Auch Fisch ist nichts für sie. Bei uns zu Hause gibt es nur vegetarisches Essen und auch sonst woanders hat sie kein Fleisch bekommen. Auch wenn es die Großeltern immer wieder probieren.
Seerose hat geschrieben:Um Logik geht es hier nicht. Also es scheint nicht darum zu gehen, daß das Kind nicht in Berührung mit Fleisch kommen soll (was bei Muslimen und Schweinefleisch ja ne ganz andere Sache ist). Es scheint wohl darum zu gehen, daß es der TS wichtig ist, daß das Kind so lange kein Fleisch zu sich nimmt (also bewußt große Fleischstücke kaut z. B.) bis es so alt ist, daß es sich BEWUSST für oder gegen den Fleischgenuss entscheiden kann.

Wobei das mit dem Alter und der Grenze natürlich wahnsinnig schwierig ist wie ich wohl auch schon schrieb.

Natürlich "macht" auch der reine Fleischgeschmack (in der Brühe z. B.) etwas mit dem Kind bzw. da müßten jetzt Experten darüber schreiben wie sich das mit Geschmack und Prägung verhält. Aber für mich hörte es sich so an, als sollte das Kind nicht auf Fleischstücken rumkauen (auch die Konsistenz prägt uns ja gewissermaßen - o. T. deswegen ist Tofubolognese so erfolgreich:))) bevor es sich dessen bewußt ist bzw. unterscheiden kann nach dem Motto "das ist Fleisch und schmeckt so und so und das ist man mit dem und dem und das ist Gemüse und das...." etc.
Seerose hat ganz gut für mich gesprochen. Vielen Dank! Das eine Hühnersuppe mit rausgepultem Fleisch nicht wirklich vegetarisch ist, ist mir auch klar. Ich würde so etwas auch nicht essen. Wenn aber an einem Tag an dem es solche Gerichte gibt, bei denen man das Fleisch nicht einfach weglassen kann sondern alles zusammen in einem Topf war und weder ihr Papa noch ich sie vor dem Mittagessen abholen können, dann finde ich es besser sie bekommt diese Suppe ohne die Fleischstücke, als das sie dann da mit allen anderen Kindern zusammensitzt und nichts zu essen bekommt. Das finde ich gemein. Lieber wäre mir sie bekäme einfach eine Gemüsesuppe.
Wenn es dort Fleisch gibt und sie davon nichts bekommt hat sie sich bisher nie beschwert. Also scheint das für sie OK zu sein. Sollte sie unbedingt irgendwann davon essen wollen, würde ich mein Verhalten davon abhängig machen wie alt sie ist. Ich würde schon versuchen ihr zu erklären was das genau ist was sie da essen möchte und dass dafür ein Tier sterben musste. Das dürfen meiner Meinung nach auch Kinder wissen.
Sandküste hat geschrieben:Tochter isst seit sie 4 Jahre alt ist kein Fleisch. Aus eigener Entscheidung. Und nur so kann das klappen. Sie kuemmert sich auch immer selber darum, weil ihr das wichtig ist.
Es kann schon anders klappen. Ich kenne Kinder die von Anfang an Vegetarier waren. Die haben als Babys und Kleinkinder kein Fleisch angeboten bekommen und irgendwann erklärt bekommen was es mit dem Fleischessen auf sich hat um sich dann selbst entscheiden zu können. Solange die Novembermaus es noch nicht verstehen kann, entscheide ich für sie.

Insgesamt mag ich die Erzieherinnen gerne und die Novembermaus auch. Sie sind sehr einfühlsam, geduldig und liebevoll und wir sind bis auf Kleinigkeiten wirklich zufrieden. Die Kleine geht gerne dort hin. Ich glaube auch nicht, dass das jetzt irgendwie böse gemeint war und sie der Novembermaus unbedingt Fleisch unterjubeln wollten. Sie haben sich auch sehr respektvoll mit irgendwelchen Kommentaren zu meinen Wünschen das betreffend zurückgehalten. Aber mir ist schon klar, dass sie dafür sind, dass Kinder Fleisch essen. Bin mir nicht sicher wieso sie das heute gemacht haben. Vielleicht haben sie nicht darüber nachgedacht oder es war ihnen wirklich zu viel das Fleisch rauszusuchen und können meine Einstellung dazu nicht richtig verstehen. Es sind allerdings auch keine 20 Kinder die da zusammen sitzen. Sondern nur die Mittagskinder aus der Krippengruppen, maximal 5 Kinder. Das kann man schon schaffen mal ein bißchen mit dem Löffel kurz durch den Teller zu gehen. Für mich war es echt hart mein komplett mit Hühnersuppe bekleckertes Kind mit nach Hause zu nehmen. Solche Düfte bin ich nicht gewohnt, erst recht nicht an meinem Kind.

Ach ja, das Nazipärchen. Das war vor allem durch den glatt rasierten Schädel des Mannes, die Kleidung, das allgemeine Auftreten und die Haltung sehr gut als Nazis erkennbar und das war denke ich auch gewollt. Der Mann hat es durch jede Pore ausgestrahlt. Die KiGa-Leitung hat das allerdings nicht erkannt. Das Paar wurde später noch mit einem Kampfhund gesehen. Vielleicht braucht man auch einfach den richtigen Blick oder ein Gefühl für solche Menschen. Mir läufts dann einfach eiskalt den Rücken runter.
Novembermaus ´12

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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von jente »

schokominza122 hat geschrieben:Ach ja, das Nazipärchen. Das war vor allem durch den glatt rasierten Schädel des Mannes, die Kleidung, das allgemeine Auftreten und die Haltung sehr gut als Nazis erkennbar und das war denke ich auch gewollt. Der Mann hat es durch jede Pore ausgestrahlt. Die KiGa-Leitung hat das allerdings nicht erkannt. Das Paar wurde später noch mit einem Kampfhund gesehen. Vielleicht braucht man auch einfach den richtigen Blick oder ein Gefühl für solche Menschen. Mir läufts dann einfach eiskalt den Rücken runter.
Achso, danke für die Klarstellung. Wir haben anscheinend sehr unterschiedliche Definitionen von "eindeutig", so passt mein Hinweis mit der Anzeige natürlich nicht.
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Re: Vegetarisches Kind bekommt Fleisch im KiGA

Beitrag von schokominza122 »

Wäre schön, wenn es so einfach wäre. Aber dass sie eine Anzeige wegen einem Hakenkreuz kassieren können, wissen die auch und lassen das natürlich bleiben oder überkleben solche Symbole einfach. Eindeutig erkennbar können sie aber trotzdem sein, dafür braucht es keine Hakenkreuze.
Novembermaus ´12

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