Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
Kathrinole
Herzlich Willkommen
Beiträge: 5
Registriert: 26.07.2013, 05:14

Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von Kathrinole »

Hallo zusammen,

ich habe mich vor einiger Zeit schon mal vorgestellt, aber es ist schon länger her, dass ich Rat brauchte. Jetzt bin ich aber ein bisschen verzweifelt. In der Suchfunktion hab ich auch ähnliche "Fälle" wie unseren gefunden aber so richtig passt es nicht, daher:

Mattis ist knapp 15 Monate. Wir hatten uns gut eingependelt: Tagsüber ca. 2 Mal stillen, immer zum Einschlafen, was immer nur ne viertel Stunde gedauert hat und nachts alle paar Stunden im Familienbett. Es war ne zeitlang echt harmonisch und schön.

Aber seit einigen Wochen hat sich was verändert und ich bin nur noch genervt und wir streiten jede Nacht (sowohl Mattis und ich als auch mein Freund und ich). Er will tagsüber wieder sehr häufig stillen, kommt dann an und zerrt an mir rum. Sage ich nein, fängt er an zu schreien. Das ist ja noch ok, er lässt sich ablenken oder ich richte es dann doch ein, dass wir stillen. Nachts ist das eigentliche Problem: Einschlafstillen klappt gar nicht mehr. Er wechselt im Sekundentakt sie Seite, klettert auf mir rum, tritt mich teilweise echt schmerzhaft, zappelt, kneift in die BW. Alles erklären, Hand festhalten, Stillkette etc. bringt nix.

Nachts auch: Er kommt, nuckelt, schläft ein. Sobald ich mich wegdrehe, weil ich auch einfach mal anders liegen will, schreit er und lässt sich durch nichts beruhigen. Ab 4 Uhr Dauernuckeln. Er schläft dabei aber nicht mehr ein, ist totmüde, weint den ganzen Morgen. Jetzt schläft er grad wieder seit 10 Uhr. Ein normaler Tagesablauf ist also auch grade nicht möglich.

Ich weiß, er steckt im Schub aber ich kann einfach nicht mehr. Mein Freund kann ihn gar nicht mehr beruhigen, es muss immer ich sein. Er nimmt mir auch tagsüber nichts ab, weil er fürs Staatsexamen lernt und sich komplett rauszieht aus allem. Ich bin jetzt schon ein paar Mal nachts echt laut zu meinem Baby geworden und schäme mich und es tut mir so leid. Ich denke immer öfter, dass es vielleicht besser wäre ganz abzustillen :( Eigentlich will ich das nicht aber momentan tut es uns beiden irgendwie nicht mehr gut.

Habt ihr einen Rat für uns was wir anders machen können?? Ich bin grad wirklich betrübt...
Benutzeravatar
bienenmeister
Dipl.-SuT
Beiträge: 4987
Registriert: 31.07.2011, 00:06
Wohnort: Kagamiyama

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von bienenmeister »

Ich weiß nicht ob es durchs abstillen besser wird. Ich kann dich sehr gut verstehen.

Als ich in der Situation war, war ich zu müde und abgekampft um mir irgendwas zu überlegen und habe irgendwie durchgehalten. Mittlerweile schreit er gar nicht mehr wenn ich sage, dass ich jetzt nicht stillen mag.

Sodass er mit 2,5 Jahren jetzt immer noch stillt , Papa Oma Opa immer beliebter wurden und wir kuschelnd einschlafen, ohne schlafgenuckel.

Ich bin immer besser damit gefahren das nuckeln-aber-nicht-schlafen abzubrechen umd wirklich aufzustehen. Das hat mich wirklich irre gemacht. Mit einer gestalteten wachphase wurde er von ganz alleine wieder gut bettschwer und konnte besser einschlafen.

Ich drück dich!
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

.... lost in translation ....
Seelentattoo
Profi-SuTler
Beiträge: 3114
Registriert: 07.10.2012, 22:41
Wohnort: Hessischer Spessart

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von Seelentattoo »

kann dich verstehen und mag dir eine Umarmung dalassen.
wir sind auch mitten im abstillen, allerdings war es bei uns die andere hälfte des Tages, die mich auf die Palme gebracht hat.
tagsüber gab es immer ein totales Gezeter, wenn ich nicht stillen wollte, totales geturne beim stillen, Wechselstillen ohne Ende. nachts ließ er sich gut und schnell abstillen. tagsüber ist er oft noch zornig (sind erst seit Freitag dabei).

einen Rat habe ich nicht für dich, ich denke, es hängt auch sehr vom Temperament/ Charakter des Kindes ab, inwiefern es mitmacht und Mamas respektiert.
hör auf dein Herz, das kennt den richtigen weg.
Mit Mann, drei Bonuskindern (*97, *04, *07) und drei Kindern (*12, *16, *18) sowie unserem Sternchen fest im Herzen (05/11)
Seelentattoo
Profi-SuTler
Beiträge: 3114
Registriert: 07.10.2012, 22:41
Wohnort: Hessischer Spessart

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von Seelentattoo »

Mamas grenzen respektiert sollte das heißen...erst lesen, dann abschicken, ich werde es wohl nie lernen.
Mit Mann, drei Bonuskindern (*97, *04, *07) und drei Kindern (*12, *16, *18) sowie unserem Sternchen fest im Herzen (05/11)
glückskind
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1344
Registriert: 24.09.2012, 01:37

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von glückskind »

Sei erst mal lieb umarmt.
Das ist wirklich eine schwere Phase, die ihr da gerade alle durchmachen müsst.
Als ich deinen Post gelesen habe, habe ich auch das glückskind und mich hin und wieder erkannt. Ich verstehe, dass du langsam wirklich ausgelaugt bist, dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass sich eure Schlafsituation durch das Abstillen verändert. (möchte dir das nicht ausreden) Ich glaube, da liegt was anderes im Argen, was sich unter Anderem an der Unruhe äußert.
Allgemein sehe ich da ehrlich gesagt nicht so den Zusammenhang. Was erhoffst du dir durch das Abstillen? Ein schlafendes Kind oder mehr Freiraum, nicht im Sinne von Abnabelung, sondern weil die "Pflicht" und Möglichkeit des Beruhigens dann nicht allein bei dir liegt?
Wie lang zieht der Papi sich schon raus? Hat sich euer Tagesablauf (als es noch einen gab) geändert? Also ich meine jetzt nicht ob ihr neuerdings ne Stunde länger schlaft, sondern eher ob Bewegungs- und Ruhephasen, Action an der frischen Luft, Ernährung umgestellt?

Ganz wichtig - schaff dir Freiraum! Das liest man ständig überall, ich bin auch irgendwie alleine mit Zwerg, der Papa lebt zwar mit uns, aber es fühlt sich nach alleine an, Verwandtschaft haben wir nicht in der Nähe und ich merke auch, dass ich langsam wirklich erschöpft bin. Da kommt Papa ins Spiel, ob Staatsexamen, Selbständig, Bänker oder Bäcker. Papa ist Papa. Und es ist für die beiden wichtig, auch wirklich intensiv Zeit zu verbringen.
Er schreibt und liest sicher nicht jede Minute, die er nicht schläft, isst oder pullert. Eine Stunde wird er sich frei machen können, für dich und Mattis. Entweder ihr guckt spontan, wenn Mattis eh gerade gute Laune hat ist Spielzeit mit Papa (Das ist für die Papas natürlich leichter ;) ) und du machst einfach mal nix, oder eben das, worauf du Lust hast. Oma und Opa könnten mit dem Kleinen mal spazieren gehen...

Ich schicke dir auf jeden Fall noch ganz viel Kraft <3
..mit 3 Kindern 2012 und 2015 und 2018
Schnuddelbuddel
hat viel zu erzählen
Beiträge: 207
Registriert: 24.07.2011, 17:00

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von Schnuddelbuddel »

Hallo,

das ist eine Phase in dem Alter!

Bei uns wurde es mit ca. 16 Monaten richtig anstrengend und das ging dann auch ein paar Wochen lang. Nur Mama und ständig stillen. Ein Nein wurde nicht akzeptiert und furchtbar gebrüllt. Ich konnte nichts im Haushalt tun und Papa war erstmal abgeschrieben.

Ich denke das dies die Wiederannährungskrise ist. Babys fangen mit etwa einem Jahr an sich etwas von der Mutter zu lösen. Nach etwa einem halben Jahr kommt es dann zu einer Entwicklungsphase wo die Kleinen nochmal die Rückversicherung brauchen das Mama nach wie vor immer für sie da ist trotz der Ablösung.
Abstillen wird da sicher nicht den Durchbruch bringen, denn besonders das Stillen gibt den Kleinen viel Sicherheit und die brauchen sie gerade. Wenn man sich jetzt nochmal durchbeißt durch diese Phase und das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit erfüllt wird es bald viel leichter werden.

Mein Sohn ist nun schon 2 Jahre alt und wir stillen wieder sehr harmonisch. Ein Nein wird meist problemlos akzeptiert und er fängt nun sogar an durchzuschlafen ohne das wir irgendwas geändert haben.

Halte durch und versuch andere einzuspannen die dir den Kleinen tagsüber mal abnehmen.

Lieben Gruß
annkatrin
Herzlich Willkommen
Beiträge: 11
Registriert: 05.07.2013, 10:02

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von annkatrin »

Hallo!

Ich hab eine 16 Monate alte Tochter und uns geht es gerade ganz ähnlich.

Sie kommt tagsüber wirklich sehr häufig zu mir, schiebt mir das T-Shirt hoch und will stillen. Wenn es mir grad nicht passt, wird sie grantig, heult, schreit, schmeißt sich hin usw. Ich glaube, sie versteht einfach nicht, dass es Momente / Situationen gibt, wo ich gerade echt nicht stillen mag. Dazu kommt, dass sie eigentlich immer sofort da ist, wenn ich mich mal hinsetze und kurz durchschnaufen will, und an den Busen mag. Und dann dieses Kneifen in die freie Brust und das Bohren im Bauchnabel... aaahhh :| Meine eine Hand schützt immer die freie Brustwarze, die andere den Bauchnabel. Bequem und gemütlich ist anders, ich fühle mich oft gerade alles andere als wohl beim Stillen.

Ich bin auch hin- und hergerissen, ob ich langsam nicht mehr stillen soll bzw. deutlich weniger nur zu bestimmten Zeiten, z. B. zum Einschlafen am Abend. Aber irgendwie ist das Stillen doch so praktisch, und ich mag es an sich so gern, dass die Wochen vergehen und ich es nicht übers Herz bringe. Und ich muss sagen, es ist in letzter Zeit schon etwas besser geworden! Sie versteht jetzt zumindest immer häufiger, dass der Busen jetzt zu ist und akzeptiert das auch oft. Dann mag sie nur noch ihre Hand in meinen BH stecken und so kuscheln :wink: Ich hoffe, es entwickelt sich jetzt weiter in diese Richtung.

Es stimmt schon, mit Kindern in diesem Alter hat man auch ohne Stillen ständig größere oder kleinere Trotzanfälle :D . Ich finde es nur so schade, dass durch das an die Brust wollen, oft die gemütlichen kuscheligen Momente so leiden. Oft würde ich sie gerne auf den Arm nehmen oder auf meinen Schoß und mit ihr schmusen, aber manchmal mag ich sie einfach nicht dabei an der Brust haben. Weil es sooo häufig ist im Lauf eines Tages, wegen der Sache mit dem Bauchnabel, oder weil ich gerade im Gespräch mit der Lehrerin meiner älteren Tochter sitze z. B.

Nachts läuft es deutlich besser bei uns. Das zweite Lebenshalbjahr war vom Schlafen her gar nicht gut, die Zähne usw, das kenne ich auch schon von meinen anderen Kindern. Als sie ca. ein Jahr alt war, ist sie nachts oft häufiger als stündlich wach geworden. Und da hatte ich schon den Verdacht, dass sie immer mehr dran gewöhnt ist, den Busen im Mund zu haben beim Schlafen bzw. nur durch Nuckeln wieder in den Schlaf findet. Und ständig mir ihr am Busen hängend schlafen, dass war mit meinen eigenen Schlafbedürfnissen einfach nicht mehr vereinbar. Ich dachte mir dann, ich starte einfach mal den Versuch, nachts nicht mehr zu stillen, also dann erst in den frühen Morgenstunden wieder. Und es ist erstaunlich gut gegangen. Wir hatten drei Nächte moderaten Protest, sprich so ca. eine dreiviertel Stunde vor sich hin mosern, kein wirkliches Schreien. Sie liegt ja bei uns im Bett, ich hab mich zu ihr gekuschelt und ihr immer wieder gesagt, mehr kann ich ihr im Moment nicht geben. Wäre es schlimmer gewesen, hätte ich es bestimmt nicht übers Knie gebrochen. Und ab dann ist es tatsächlich besser geworden mit dem Schlafen. Sie hat es dann einfach geschafft, von selbst wieder in den Schlaf zu finden, wenn sie unruhig war, und brauchte dafür nicht mehr die Brust. Und bis jetzt ist es so geblieben, wir haben jetzt wirklich weitgehend ruhige Nächte (was auch daran liegen mag, dass die Zähnchen nicht mehr so arbeiten). Wahrscheinlich war es ein ganz guter Zeitpunkt für die Umstellung in der Nacht.

Andere mögen da andere Erfahrung gemacht haben, und jedes Kind ist ja auch anders.

Ich bin gespannt, was noch an ANtworten und Ideen kommt. Für mich ist das Theater, das wir tagsüber immer noch oft haben, tatsächlich nach wie vor ein Problem. Finde es schon mal interessant, dass das offenbar eine bekannte Phase ist.. (mit den Phasen hab ich mich noch nie ausgekannt :D )
Viele Grüße, Annkatrin
mit großem Sohn (11/2004), großer Tochter (09/2006), kleinem Sohn (06/2010) und kleiner Tochter (04/2013)
Benutzeravatar
Carraluma
alter SuT-Hase
Beiträge: 2332
Registriert: 28.04.2013, 10:57

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von Carraluma »

Ich vermute es wird mit der Zeit von allein besser. So ab 1,5 Jahren wird es mit dem Schlafen oft besser, was man hier so liest. Auch bei uns werden grad (seit etwa 19 Monaten Alter) die Schlafphasen länger und das Kind lässt sich besser abdocken, wenn es am Einschlafen ist. Und das Trotzverhalten liegt ja leider oder glücklicherweise nicht am Stillen, fordert aber so manche Nerven.
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
Kathrinole
Herzlich Willkommen
Beiträge: 5
Registriert: 26.07.2013, 05:14

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von Kathrinole »

Hallo und erstmal sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde.
Danke danke für eure vielen Kommentare und euer Verständnis.

Ich fühle mich aber grade nicht besser. Ich wollte es heute mal ohne Einschlafstillen versucht und es ging absolut gar nicht. Er lässt sich ohne Brust gar nicht beruhigen, schreit sich richtig heiser. Ich hab dann doch wieder gestillt.
Aber es wird mir immer klarer: Ich will nicht mehr. Ich fühle mich irgendwie benutzt, dieses Gegrabsche jederzeit, das Gefummel an der BW...ich ertrag es nicht mehr. Ich glaube das Stillen belastet unsere Beziehung zueinander grade eher als dass es ihr nutzt. Und zusätzlich bin ich dauernd genervt...

Ich weiß nur nicht, wie ich abstillen soll. Ich will ihn nicht so schreien lassen. Wenn ich weggehe und Papa da ist, geht's auch nicht :(

Ach Mann....
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Abstillen - ich glaub ich bin soweit :(

Beitrag von jusl »

Hallo Kathrinole,

ich sehe zwei Möglichkeiten: Entweder das Stillen konsequent(!) so gestalten, dass es sich auch für DICH gut anfühlt, oder abstillen. Ich bin sicher, dass Dein Kind grundsätzlich mit beiden Möglichkeiten zurechtkäme. Wichtig ist, dass Du Dir klar bist, was Du willst, und das dann auch klar so gegenüber Deinem Kind kommunizierst. Also: grabschen, treten, an der anderen BW fummeln usw. gibt's ab jetzt nicht mehr. Körperlich wirst Du Dich da sicher gegenüber einem 1jährigen durchsetzen können. Wichtig ist auch, realistische Erwartungen zu haben: Dein Kind ist noch mittendrin im besten Stillalter. Daher ist z.B. auch völlig klar, dass es protestiert, wenn es von seinen Erwartungen abrücken soll und z.B. "einfach so" ohne Stillen einschlafen soll. Das klappt auch beim bravsten, sanftesten Kind normalerweise nicht. ;-) Aber ANGENEHMES Stillen durchsetzen - das darfst (und solltest!..) Du Deinem Kind auf jeden Fall zumuten.

Genauso hast Du selbstverständlich das Recht, ab sofort NICHT mehr zu stillen. Sei aber KLAR diesbezüglich, sonst hat Dein Kind keine Chance zu verstehen, was passiert! Wenn Du entscheidest, ab heute nicht mehr zu stillen, teile das Deinem Kind mit, tröste es, biete unaufdringlich Alternativen an (Schnuller, Wasserflasche, Tragen zum Einschlafen,...), und findet GEMEINSAM einen neuen Weg, ohne Stillen. Das schafft Ihr, ganz sicher.

Hilft Dir das weiter?

LG
Julia
Antworten

Zurück zu „Stillforum“