Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
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Lösche Benutzer 7240
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Mein Sohn übersetzt mir manchmal, was mein Mann sagt - den ich allerdings ganz hervorragend selbst verstehe, ist auch unsere Familiensprache. Ist aber megasüss!
- elanor
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Bei uns explodiert der deutsche Wortschatz gerade - da bin ich richtig beeindruckt, es gibt tatsächlich schon ein paar elementare Sätze ("Mama sitzen, Schuhe ab!" oder Papa auch Eis.") Im Italienischen hingegen gibt es nach wie vor nur die allernotwendigsten Wörter (Busen, Wasser, Kaka, aufmachen) Sie mischt, aber das ist für uns für jetzt noch ok. Ich bin gespannt, wie es in den Ferien wird, wenn wir 3 Wochen in Italien sind.
G. 10/12 + J. 06/16
* 07/15
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- MarinaG
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Der russische Wortschatz meines Sohnes hat sich dank einer Reise zur Verwandschaft nach Russland deutlich verbessert. Er spricht jetzt auch sehr fließend. Er mischt die beiden Sprachen eigentlich nicht, nur das Wort "nur" kommt mal auch in seinen russichen Sätzen vor.
Die besten Kinder überhaupt:
Alexander (April 2011), Katharina (Oktober 2013) und Julian (Februar 2016)
Alexander (April 2011), Katharina (Oktober 2013) und Julian (Februar 2016)
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nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Der Pirat mischt bisher noch total. Also er spricht zu midestens 80 % Spanisch und mischt die deutschen Worte, die er kennt, da froehlich mit rein. Aber ich denke, das ist normal. Er hat ja auch erst sehr spaet ueberhaupt mit dem Sprechen begonnen. Im Moment wuerde ich ihn sprachlich auf dem Stand eines durchschnittlichen 1.5 - 2 jaehrigen einstufen, also ein gutes halbes Jahr Rueckstand zu seinen Altergenossen. Bis vor wenigen Wochen haben Aussenstehende 0 und ich so 20-30 % von dem, was er sagt, verstanden. Inzwischen verstehe ich sicher schon gut die Haelfte und Fremde koenen immerhin manchmal ein Wort erraten.
Demnaechst sind wir 2 Wochen in Deutschland bei Oma und Opa. Ich bin mal gespannt, ob er da seinen deutschen Wortschatz erweitert. Zuhause hat er halt auch wenig Anreiz zum Deutschsprechen. Er weiss ja genau, dass ich ihn auf Spanisch bestens verstehe. Mal sehen, was er macht, wenn er irgendetwas wichtiges von Oma haben moechte will, und ich nicht zum Uebersetzen greifbar bin.
Demnaechst sind wir 2 Wochen in Deutschland bei Oma und Opa. Ich bin mal gespannt, ob er da seinen deutschen Wortschatz erweitert. Zuhause hat er halt auch wenig Anreiz zum Deutschsprechen. Er weiss ja genau, dass ich ihn auf Spanisch bestens verstehe. Mal sehen, was er macht, wenn er irgendetwas wichtiges von Oma haben moechte will, und ich nicht zum Uebersetzen greifbar bin.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Lösche Benutzer 7240
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Mein Sohn war in genau dieser Situation offensichtlich recht konsterniert, dass er mit seiner Oma deutsch sprechen sollte und liess sich dann nach mehrmaligen Versuchen ab und an zu einem deutschen Wort herab - er hielt da nicht viel von einsprachigen Leuten 
- elanor
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Hallo ihr Lieben,
irgendwie sind wir gerade in einer Krise. Eher so von Elternseite aus. Wir hatten ja eine ortsgebundene Trennung - zuhause italienisch, draußen deutsch (mein Mann ist Italiener, ich Deutsche). Das hatte unterschiedliche Gründe:
1. Ich konnte mir nicht vorstellen, kein Italienisch mit meinem Kind zu reden. Ich habe die Sprache mit 16 vor Ort gelernt, habe auch immer mal wieder dort gewohnt (immer ohne Familie) und es ist einfach meine "Herzenssprache". Ich kann auf Italienisch besser über Gefühle reden, zärtlicher sein, und besser Quatsch machen. Ich hatte das Gefühl, es wäre unehrlich, das mit meinem Kind nicht zu teilen.
2. Mein Mann steckte mitten im Sprachlernprozess. Die Vorstellung, kaum noch Deutsch zu sprechen, hat ihn verunsichert.
3. Wir gingen vor 2 Jahren noch davon aus, dass es unsere Tochter verwirren würde, wenn wir untereinander anders sprechen würden, als mit ihr. Inzwischen wissen wir, dass dem nicht so ist.
Jetzt sind uns folgende Sachen aufgefallen:
a) Immer, wenn wir in Italien sind, sprechen wir eigentlich nur Italienisch. Und das macht natürlich für unsere Tochter gar keinen Sinn.
b) Unsere Tochter mischt sehr stark und macht keinerlei Unterschied zwischen "zuhause" und "draußen".
c) Mein Mann fühlt sich manchmal unwohl, draußen Deutsch zu sprechen, weil es anstrengend für ihn ist (das weiß ich erst seit gestern)
Es gibt für uns eigentlich nur zwei sinnvolle neue Lösungen. Entweder OPOL (mein Herz schmerzt!!!) oder wir beide sprechen konsequent Italienisch mit ihr. Das würde aber u.a. dazu führen, dass ich meine Eltern komplett aus unserer Beziehung zu ihr ausgrenzen würde, genau so meine Geschwister. Das finde ich schwierig...
Ich würde gerne keine generelle Debatte darüber anfachen, OB es soetwas wie eine Herzenssprache gibt, und welche Rolle die Muttersprache spielt. Ich wäre aber sehr, sehr interessiert an Erfahrungen von anderen, bei denen die "Herzenssprache" eben nicht mit der Muttersprache übereinstimmt. Wie habt ihr das gelöst?
irgendwie sind wir gerade in einer Krise. Eher so von Elternseite aus. Wir hatten ja eine ortsgebundene Trennung - zuhause italienisch, draußen deutsch (mein Mann ist Italiener, ich Deutsche). Das hatte unterschiedliche Gründe:
1. Ich konnte mir nicht vorstellen, kein Italienisch mit meinem Kind zu reden. Ich habe die Sprache mit 16 vor Ort gelernt, habe auch immer mal wieder dort gewohnt (immer ohne Familie) und es ist einfach meine "Herzenssprache". Ich kann auf Italienisch besser über Gefühle reden, zärtlicher sein, und besser Quatsch machen. Ich hatte das Gefühl, es wäre unehrlich, das mit meinem Kind nicht zu teilen.
2. Mein Mann steckte mitten im Sprachlernprozess. Die Vorstellung, kaum noch Deutsch zu sprechen, hat ihn verunsichert.
3. Wir gingen vor 2 Jahren noch davon aus, dass es unsere Tochter verwirren würde, wenn wir untereinander anders sprechen würden, als mit ihr. Inzwischen wissen wir, dass dem nicht so ist.
Jetzt sind uns folgende Sachen aufgefallen:
a) Immer, wenn wir in Italien sind, sprechen wir eigentlich nur Italienisch. Und das macht natürlich für unsere Tochter gar keinen Sinn.
b) Unsere Tochter mischt sehr stark und macht keinerlei Unterschied zwischen "zuhause" und "draußen".
c) Mein Mann fühlt sich manchmal unwohl, draußen Deutsch zu sprechen, weil es anstrengend für ihn ist (das weiß ich erst seit gestern)
Es gibt für uns eigentlich nur zwei sinnvolle neue Lösungen. Entweder OPOL (mein Herz schmerzt!!!) oder wir beide sprechen konsequent Italienisch mit ihr. Das würde aber u.a. dazu führen, dass ich meine Eltern komplett aus unserer Beziehung zu ihr ausgrenzen würde, genau so meine Geschwister. Das finde ich schwierig...
Ich würde gerne keine generelle Debatte darüber anfachen, OB es soetwas wie eine Herzenssprache gibt, und welche Rolle die Muttersprache spielt. Ich wäre aber sehr, sehr interessiert an Erfahrungen von anderen, bei denen die "Herzenssprache" eben nicht mit der Muttersprache übereinstimmt. Wie habt ihr das gelöst?
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nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich kann nichts zum Thema Herzenssprache vs. Muttersprache beitragen, weil das bei mir uebereinstimmt. Aber wir machen OPOL (ich Deutsch, Papa Spanisch, Familien- und Umgebungssprache ebenfalls Spanisch), und der Pirat mischt vollstaendig, Vokabular und Grammatik. Bisher zeigt er keinerlei Ansaetze, die Sprachen in irgendeiner Weise auseinanderzuhalten und das Resultat ist fuer Aussenstehende vollkommen unverstaendlich. Ich glaube also, dass das nicht unbedingt mit dem Modell zusammenhaengt. Ich glaube eher, dass es bei einigen Kindern laenger dauert, bis sie die Sprachen auseinandersortiert haben.
Ihr lebt doch in Deutschland, oder? Ich wuerde dann wahrscheinlich Italienisch zur Familiensprache machen und darauf achten, dass die Kleine moeglichst viele "deutsche" Begegnungen hat (Grosseltern, Kindergarten/Spielgruppe, Spielplatz etc.). Ich persoenlich faende das einfacher als drinnen/draussen zu unterscheiden. Ich denke, es laesst sich nie ganz vermeiden, dass man die Sprache je nach Situation wechselt. Natuerlich spreche ich auch Spanisch, wenn ich z.B. auf dem Spielplatz mehrer Kinder gleichzeitig anspreche ("Wer moechte alles einen Keks?"). Ich kenne aber andere Familien, bei denen es aehnlich laeuft, und wo die Kinder die Sprachen perfekt auseinanderhalten.
Ich vertraue bisher darauf, dass der Pirat einfach mit dem Separieren der Sprachen spaeter dran ist als andere.
Ihr lebt doch in Deutschland, oder? Ich wuerde dann wahrscheinlich Italienisch zur Familiensprache machen und darauf achten, dass die Kleine moeglichst viele "deutsche" Begegnungen hat (Grosseltern, Kindergarten/Spielgruppe, Spielplatz etc.). Ich persoenlich faende das einfacher als drinnen/draussen zu unterscheiden. Ich denke, es laesst sich nie ganz vermeiden, dass man die Sprache je nach Situation wechselt. Natuerlich spreche ich auch Spanisch, wenn ich z.B. auf dem Spielplatz mehrer Kinder gleichzeitig anspreche ("Wer moechte alles einen Keks?"). Ich kenne aber andere Familien, bei denen es aehnlich laeuft, und wo die Kinder die Sprachen perfekt auseinanderhalten.
Ich vertraue bisher darauf, dass der Pirat einfach mit dem Separieren der Sprachen spaeter dran ist als andere.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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EhUKr
Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich wuerde auf Familiensprache Italienisch, Umgebungssprache Deutsch wechseln. Wir hatten auch lange Familiensprache Deutsch/Umgebungssprache Englisch, jetzt nach einem Umzug haben Familien- und Umgebungssprache Deutsch/(Tages-)Schulsprache Englisch. Sprachmischphasen hatten wir auch. Wenn deine Eltern/deine Geschwister dabei sind, kannst du doch trotzdem Deutsch mit der Kleinen sprechen. Ich selber bin relativ konsequent, mein Mann spricht jedoch auch sehr oft Englisch mit den Kindern, je nach Situation, und die Kinder haben damit keine Schwierigkeiten. Englisch sprachen sie besser, haben einen groesseren Wortschatz und sprechen es fluessiger/schneller, Deutsch sprechen sie jedoch akzent- und fehlerfrei, haben allerdings einen viel kleineren Aktiv- und Passivwortschatz. Wenn dein Mann konsequent Italienisch, du selber Italienisch als Familiensprache aber bei Kontakten mit Deutschsprachigen auf Deutsch wechselst, ist das doch auch ein System, dass Sinn macht und ich glaube nicht, dass deine Tochter damit Probleme hat. Viel eher glaub ich, dass das Deutsch mit Kita-/Schulbeginn fuer deine Tochter sehr wichtig wird und die Umstellung auf Italienisch als Familiensprache ihrer Zweisprachigkeit helfen wird.
Liebe Gruesse
Liebe Gruesse
- elanor
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Danke ihr beiden.
Ich habe völlig vergessen zu erwähnen, dass sie in der Kita deutsch spricht.
Was bei uns einfach erschwerend hinzu kommt ist, dass mein Mann nicht eine reine Familiensprache Italienisch möchte. Weil er auf deutsch arbeitet/schreibt (aber eben alleine, ohne Austausch) und Angst hat, so aus der Übung zu kommen. Es ist ein bisschen verzwickt das Ganze...
Ich habe völlig vergessen zu erwähnen, dass sie in der Kita deutsch spricht.
Was bei uns einfach erschwerend hinzu kommt ist, dass mein Mann nicht eine reine Familiensprache Italienisch möchte. Weil er auf deutsch arbeitet/schreibt (aber eben alleine, ohne Austausch) und Angst hat, so aus der Übung zu kommen. Es ist ein bisschen verzwickt das Ganze...
G. 10/12 + J. 06/16
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Elanor, ich vermelde ein Kind, das die Sprachen manchmal mischt und eins, dass das gar nicht tut - bei gleichen Ausgangsvoraussetzungen.
Ich würde versuchen, eine entspannte 'mal so, mal so'-Strategie zu fahren. Wir sprechen manchmal beim Abendessen alle Englisch, und dann wieder alle Deutsch. Wir lesen zusammen Bücher und gucken Filme in beiden Sprachen, haben Freunde mit beiden Muttersprachen, wechseln tausend Mal täglich hin und her - und unseren Kindern geht es gut damit. Sie wissen, welche Wörter zu welcher Sprache gehören, können beide mehr oder weniger fließend sprechen - und ich spreche, wie es mein Herz mir in der Situation sagt.
Ich würde versuchen, eine entspannte 'mal so, mal so'-Strategie zu fahren. Wir sprechen manchmal beim Abendessen alle Englisch, und dann wieder alle Deutsch. Wir lesen zusammen Bücher und gucken Filme in beiden Sprachen, haben Freunde mit beiden Muttersprachen, wechseln tausend Mal täglich hin und her - und unseren Kindern geht es gut damit. Sie wissen, welche Wörter zu welcher Sprache gehören, können beide mehr oder weniger fließend sprechen - und ich spreche, wie es mein Herz mir in der Situation sagt.