PPD, Abstillen, Bindung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

DasKruemel
gehört zum Inventar
Beiträge: 418
Registriert: 15.01.2014, 12:48

Re: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von DasKruemel »

Ich muss bei Warmbäuchlein unterschreiben. Meine beste Freundin hatte vor 9 Jahren eine PPD, die sich manifestiert hat. Sie hat jetzt jährlich über mehrere Wochen/Monate einen schweren Schub mit starken Suizidgedanken und ich bin ihre engste Vertraute.

Das Schlimmste für sie ist immer, wenn andere Leute zu ihr sagen, mach besser das und das, und kein Verständnis dafür haben, dass es ihr so schlecht geht, dass das einfach nicht geht.

Ich bitte Dich auch, die Entscheidung Deiner Freundin zu akzeptieren und ihr keinen Druck zu machen, auch wenn Du es bestimmt wirklich gut meinst.
LG - DasKruemel mit der kleinen Maus (* 12/2013)

Die Entscheidung, ein Kind zu haben, ist von großer Tragweite. Denn man beschließt für alle Zeit, dass das eigene Herz außerhalb des eigenen Körpers herumläuft (Elisabeth Stone)
Benutzeravatar
avalanche
hat viel zu erzählen
Beiträge: 172
Registriert: 18.03.2014, 20:35

Re: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von avalanche »

Kennst Du:
Postpartale Depressionen: Wege zu einer sicheren Mutter-Kind-Bindung
Diplomica Verlag
Erscheinungsjahr: 2014
ISBN: 978-3-8428-9696-3
Seiten: 108

Vielleicht hilft Dir das in Bezug auf das Hintergrundwissen, Studien usw.

Ich finde auch ganz wichtig, dass Du ihr beistehst, egal welchen Weg sie gehen wird.
Bild
Benutzeravatar
FrauWalfisch
hat viel zu erzählen
Beiträge: 154
Registriert: 03.05.2014, 11:27

Re: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von FrauWalfisch »

Und von mir auch ein Buchtipp: "wie kann ich Dich halten,wenn ich selbst zerbreche" von Ulrike Schrimpf ist ein großartiges Buch zum Thema PPD. Vielleicht als Geschenk für sie?

Und zum Thema Traumageburt finde ich das Buch "Es ist vorbei,ich weiß es nur noch nicht" ganz toll und hilfreich.

Klar wäre Stillen für das Baby am besten...aber ich denk irgendwie auch immer,dass ein Kind den Widerwillen der Mutter hinsichtlich des Stillens bestimmt spürt. Und dass dann unterm Strich die Flasche doch die bessere Lösung wäre.

Dennoch macht es mich traurig für das kleine Wesen. Und die arme Mama,die da durch muss [emoji20]


*Beware of the Autokorrektur*
Frau Walfisch mit Wasserfräulein (02/2014).
Benutzeravatar
Carraluma
alter SuT-Hase
Beiträge: 2332
Registriert: 28.04.2013, 10:57

Re: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von Carraluma »

Ich denke auch, dass es nicht so hilfreich ist, sie zum Stillen (auch mit objektiv guten Argumenten) überzeugen zu wollen.

Aber zu erklären, dass unabhängig, was sie macht, Stillen auch mit Kitabetreuung und Arbeiten möglich ist, fände ich gut. Falls sie selber doch gerne weiterstillen will, aber vielleicht nur keine Möglichkeit sieht, weil so viele Leute sagen, dass Arbeiten und Stillen nicht zusammen geht oder schwieriger fürs Kind wäre, dann könnte sie das unterstützen ihren Weg zu finden.
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
Benutzeravatar
FrauWalfisch
hat viel zu erzählen
Beiträge: 154
Registriert: 03.05.2014, 11:27

Re: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von FrauWalfisch »

...noch ein Nachtrag: Es ist wohl bei vielen Frauen wirklich so,dass plötzliches Abstillen depressiv wirkt. Ich hab selbst eine lange Geschichte mit wiederkehrenden Depressionen,weshalb meine behandelnde Ärztin mir zum sehr behutsamen Abstillen geraten hat. Was sowieso in meinem Sinn ist (wenn es dann irgendwann soweit ist).

Und ich selbst spüre deutlich,dass die Stillhormone mich gelassener und ausgeglichener machen. Warum weiß ich nicht (vielleicht wissen es die Fachfrauen hier?) Muss nicht bei jeder Stillenden so sein, ist aber bestimmt auch keine Ausnahme. Ich bin mir sicher,dass plötzliches Abstillen mich in eine labile psychische Situation bringen würde.


*Beware of the Autokorrektur*
Frau Walfisch mit Wasserfräulein (02/2014).
FraDa
gehört zum Inventar
Beiträge: 532
Registriert: 03.02.2012, 19:32

Re: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von FraDa »

Ich bin mir sicher, mal irgendwo gelesen zu haben, dass plötzliches Abstillen Depressionen auslösen kann. Bei bestehender Neigung dazu. Aber leider weiß ich nicht mehr wo :(.
mit Kind 1 *07.2011 und Kind 2 *02.2014
Benutzeravatar
avalanche
hat viel zu erzählen
Beiträge: 172
Registriert: 18.03.2014, 20:35

Re: AW: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von avalanche »

FraDa hat geschrieben:Ich bin mir sicher, mal irgendwo gelesen zu haben, dass plötzliches Abstillen Depressionen auslösen kann. Bei bestehender Neigung dazu. Aber leider weiß ich nicht mehr wo :(.
Geht mir genauso. Soweit ich mich erinnern kann, hängt es mit dem rasanten Abfall des Prolaktins zusammen. Grundsätzlich ist das abrupte Abstillen eine Herausforderung für die Psyche, da der Hormonhaushalt stark durchgerüttelt wird.
Bild
Benutzeravatar
FrauWalfisch
hat viel zu erzählen
Beiträge: 154
Registriert: 03.05.2014, 11:27

Re: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von FrauWalfisch »

Wirkt denn Prolaktin auf die Psyche beruhigend/ausgleichend? Hab da keine richtigen Infos dazu gefunden.
Frau Walfisch mit Wasserfräulein (02/2014).
Benutzeravatar
avalanche
hat viel zu erzählen
Beiträge: 172
Registriert: 18.03.2014, 20:35

Re: AW: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von avalanche »

So genau weiss ich das nicht. Kann mich einfach daran erinnern, dass ich gelesen habe, dass abruptes Abstillen starke Auswirkungen auf die Psyche haben kann, wegen der raschen Veränderung im Hormonhaushalt.
Bild
DasKruemel
gehört zum Inventar
Beiträge: 418
Registriert: 15.01.2014, 12:48

Re: PPD, Abstillen, Bindung

Beitrag von DasKruemel »

So einfach kann man das glaube ich nicht sagen. Prolaktinüberschuss (aufgrund eines Prolaktin bildenden Tumors z.B.) kann auf jeden Fall auch zu psychischen Symptomen wie vermehrte Ängstlichkeit und Depressionen führen.

Bei meiner Freundin war es damals so, dass sie ihrer Tochter gegenüber keine oder nur negative Gefühle hatte. Sie konnte Nähe zu ihr nicht ertragen. Das erste dreiviertel Jahr hat sich hauptsächlich die Schwiemu um die Kleine gekümmert. Und trotz der starken Medikamente (mit denen sie gar nicht hätte stillen dürfen) hat es ewig gedauert bis sie aus diesem Sumpf raus war.
Sie hätte vielleicht auch viel früher zu einem Facharzt gemusst, und sich nicht so lange vom Hausarzt therapieren lassen.
LG - DasKruemel mit der kleinen Maus (* 12/2013)

Die Entscheidung, ein Kind zu haben, ist von großer Tragweite. Denn man beschließt für alle Zeit, dass das eigene Herz außerhalb des eigenen Körpers herumläuft (Elisabeth Stone)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“