Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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bellatrix
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von bellatrix »

Ich habe eine Frage.
Bei und sind drei Sprache im Spiel - Deutsch (Papa und Umgebung), Serbisch (Mama), Englisch (zwischen Mama und Papa). Jetzt die Fragen:
1. Zwar ist unsere Englisch ganz gut aber wir sind keine Muttersprachler und ich will nicht dass wir unserem Sohn deutscho-serbischo-Englisch beibringen mit allen Ausprach/grammatik Fehler die alle nicht-muttersprachler haben. Aber vielleicht lernt er von uns sowieso kein English, also, es besteht kein Gefahr?
2. Ist unsere Konstalation für ihm verwirrend?

Bei uns ist das mit Englisch schon seit Jahren so, aber klar, wenn es dem Kind schadet, dann können wir uns die Mühe geben (für mich halt ganz schon grosse Umstellung).

Hat jemand Erfahrungen mit etwas so ähnlichen?

Liebe Grüße an alle multi-kultu Mutter aus diesem tollen Thread;)



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bellatrix
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von bellatrix »

ups, erste Satz stimmt nicht - Ich hatte 2 Fragen :)


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Baobab
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Baobab »

Hallo

Wir haben auch Papasprache (Umgebungssprache), Mamasprache und Papa-Mama-(Familien-)sprache. Letztere ist auch bei uns Englisch.

Was waere denn eure Alternative? Ihr wuerdet dann Deutsch als Familiensprache sprechen?

Wir sprechen weiterhin Englisch. Dazu hoert sie z.B. Kinderlieder hauptsaechlich auf Englisch und wenn sie den ein oder anderen kleinen Fehler mitnehmen sollte, dann ist das fuer uns ok.
Unsere versteht uns auch in Englisch und spricht auch Englisch, obwohl wir sie nur seltenst direkt auf Englisch ansprechen.

Fuer verwirrend halte ich das nicht. Es gibt so viele Menschen, die mit mehr als zwei Sprachen aufwachsen.
Mit der Großen (05/11), dem Mittleren (07/14), dem Ministernchen (11/15) und der Kleinen (6/18)
bellatrix
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von bellatrix »

hallo Baobab, vielen Dank für dein Erfahrungsbericht. Ja, klingt sehr gut und logisch. Alternative wäre Deutsch als Familiensprache aber wir versuchen es schon sehr lange, aber klappt nicht. Mein Englisch ist viel besser und schneller als Deutsch und da ich auf Englisch arbeite, (auch fast nur auf Englisch lese usw), ist es für mich echt schwerr auf deutsch zu hause umzusteigen wenn es schnell sein muss.

Es wäre ideal wenn Umgebungssprache ist nicht Mamas und Papas Muttersprache, dann kann das Kind drei Sprachen toll lernen.
Mir habe einfach viele schon gesagt dass ich mich mehr Mühe geben soll mit mein Mann (ihm stört es überhaupt nicht!) auf deutsch zu reden wegen dem Kind. Und dass ich so ihm die falsche Englisch beibringe usw. Es tut deswegen besonderes gut Deine Meinung zu lesen.
LG, Sandra


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clermontine
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von clermontine »

mayra hat geschrieben:Aus Kindersicht kann ich euch sagen, das es nerven kann "anders" zu sprechen als die anderen. Mein Vater ist Franzose und bei uns wurde dann von beiden Eltern mal französisch mal deutsch gesprochen. Meistens wenn wir "auswärts" waren und es was zu meckern/schimpfen gab, französisch. Manchmal auch, wenn nicht jeder es verstehen sollte. Das ging nicht lange gut. Mein Bruder und ich haben irgendwann einfach nur noch auf deutsch geantwortet, bis unsere Eltern auch keine Lust mehr hatten und auch nur noch deutsch mit uns sprachen. Wir haben das also quasi "erzwungen"...



-mobil-
Das hoert sich aber auch etwas "negativ" belastet an (meckern/schimpfen, wenn andere es nicht verstehen sollen)
Ich fuer meinen Teil finde es wichtig, es nicht zu erzwingen. Meine Kinder sprechen fast nur franzoesisch mit mir, denn sie wissen ja, dass ich verstehe und auch spreche. Ich selbst bleibe aber beim deutsch reden, da es sich fuer mich deutlich natuerlicher anfuehlt. Bei meinem Sohn merke ich aber in letzter Zeit ein verstaerktes Interesse mit mir deutsch zu reden und das freut mich. Franzoesisch wird immer die staerkere Sprache bleiben, aber die deutsche Sprache ist ein Teil von mir, den ich gern weitergeben moechte.
Ich selbst finde es sehr schade, dass mein Vater mit uns Kindern nie seine Muttersprache gesprochen hat und ich sie muehsam selbst erlernen musste.
Vielleicht liegt es auch an meinem persoenlichen Lebenslauf, aber ich finde es hat unendliche viele Vorteile sich mehrsprachig ausdruecken zu koennen und moechte es nicht missen.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
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mayra
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von mayra »

Ich wollte nur sagen, das diese Verweigerung kommen kann... Die meisten hier haben ja noch Kleinkinder und in der Zeit war bei uns auch noch alles "ok"... Aber später nicht mehr ;-)

Ich selbst habe erst nur französisch gelernt, durch beide Eltern. Zu meinem zweiten Geburtstag hin fing dann meine Mutter an, deutsch zu sprechen, sodass mein Bruder der da auf die Welt kam, viel schlechter französisch spricht als ich.

Später war ich noch ein Jahr auf einer französischen Schule, aber auch da kam ich wieder weg, auf die deutsche Grundschule.

Aber mein französisch ist gut bis sehr gut im mündlichen, im schriftlichen muss ich mir doch mehr Mühe geben um Gramnatikfehler zu vermeiden.

Also immer weiter so und in der Verweigerungsphase durchhalten!! ;-)


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gra
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von gra »

bei mir verweigert ganz klar der kleine . 3jahre. er spricht uberhaut kein spamisch:cry:
der grosse jetzt 6 spricht fliesend.

nun ja ich kann es nur versucgen. das wichtigstw ist mir das keine abneigung gegen die sprache kommt...
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Dass die Kinder die Sprache, die nicht Umgebungssprache ist, irgendwann ablehnen, ist wohl wirklich ganz normal. Was dann später daraus wird, kommt auf die Familienituation und aufs Kind an.

Eine Freundin von mir hat zweisprachige Kinder Schwedisch-Deutsch. Die Grosse hat eine Zeit lang nur Schwedisch gesprochen. Meine Freundin hat sie gelassen, ist aber selbst konsequent bei Deutsch geblieben. Heute, mit 8, ist sie stolz, dass sie Deutsch kann, und spricht sehr gut. Der Kleine mit 6 spricht gerade nur Schwedisch, aber ich bin sicher, das kommt bei ihm auch wieder.

Kleine Anekdote: als die Familie bei uns zu Besuch war, haben der kleine Schwede und der Pirat sich auch ohne Worte gut verstanden, aber nach 2 Tagen konnten sie auf einmal beide einen neuen Satz auf Deutsch: "Nein! Meins!!"
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chennai
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von chennai »

bellatrix hat geschrieben:Ich habe eine Frage.
Bei und sind drei Sprache im Spiel - Deutsch (Papa und Umgebung), Serbisch (Mama), Englisch (zwischen Mama und Papa). Jetzt die Fragen:
1. Zwar ist unsere Englisch ganz gut aber wir sind keine Muttersprachler und ich will nicht dass wir unserem Sohn deutscho-serbischo-Englisch beibringen mit allen Ausprach/grammatik Fehler die alle nicht-muttersprachler haben. Aber vielleicht lernt er von uns sowieso kein English, also, es besteht kein Gefahr?
2. Ist unsere Konstalation für ihm verwirrend?

Bei uns ist das mit Englisch schon seit Jahren so, aber klar, wenn es dem Kind schadet, dann können wir uns die Mühe geben (für mich halt ganz schon grosse Umstellung).

Hat jemand Erfahrungen mit etwas so ähnlichen?

Liebe Grüße an alle multi-kultu Mutter aus diesem tollen Thread;)



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Bei uns ist es ähnlich:

Papa + Umgebung Niederländisch, Mama Deutsch, Mama + Papa zusammen Englisch. Die Kinder ignorieren uns meist / schalten ab, wenn wir Englisch sprechen. Bisher haben sie nur ein paar Wörter / Sätze drauf, u.a. ein zuckersüßes Pleeease, wenn sie was wirklich gerne wollen. Deutsch und Niederländisch können sie beide gut, machen halt beide noch Grammatikfehler (mir / mich etc.), aber ansonsten kein Problem.

Freunde von mir haben ne ähnliche Konstellation, allerdings statt Niederländisch Russisch und die Umgebungssprache ist aber auch NL. Die Große spricht da mittlerweile mit 11 Jahren 5 Sprachen so ziemlich fließend, also vier wirklich fließend und Französisch lernt sie jetzt halt seit 2-3 Jahren in der Schule...
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
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beccarei
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von beccarei »

Baobab hat geschrieben:Hallo

Wir haben auch Papasprache (Umgebungssprache), Mamasprache und Papa-Mama-(Familien-)sprache. Letztere ist auch bei uns Englisch.

Was waere denn eure Alternative? Ihr wuerdet dann Deutsch als Familiensprache sprechen?

Wir sprechen weiterhin Englisch. Dazu hoert sie z.B. Kinderlieder hauptsaechlich auf Englisch und wenn sie den ein oder anderen kleinen Fehler mitnehmen sollte, dann ist das fuer uns ok.
Unsere versteht uns auch in Englisch und spricht auch Englisch, obwohl wir sie nur seltenst direkt auf Englisch ansprechen.

Fuer verwirrend halte ich das nicht. Es gibt so viele Menschen, die mit mehr als zwei Sprachen aufwachsen.
Das machen Freunde von uns auch so. Kind ist 5 und spricht die Mama- und Papasprache richtig gut. Englisch versteht sie und antwortet auch mal, aber es ist eine "Fremdsprache" für sie.
Liebe Grüße,
Becca
(Mit der Bari-Sax-Spielerin (2012), dem Posaunisten (2015) und dem Kämpfer im Herzen (2015)
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