Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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kroschka
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von kroschka »

Trompeterin hat geschrieben:ihr habt schon recht, hab ich mir eigentlich auch gedacht. Aber mit eineinhalb versteht sie das ja auch noch nicht, wenn ich sag, dass der Papa das so sagt...
Dann lass den Satz einfach weg. Sag einfach "Ja genau das ist ein Fahrrad."
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elanor
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Re: R: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von elanor »

kroschka hat geschrieben:
Trompeterin hat geschrieben:ihr habt schon recht, hab ich mir eigentlich auch gedacht. Aber mit eineinhalb versteht sie das ja auch noch nicht, wenn ich sag, dass der Papa das so sagt...
Dann lass den Satz einfach weg. Sag einfach "Ja genau das ist ein Fahrrad."
So mach ich es weil wir ja nicht opol machen sondern zuhause und umgebungssprache haben.
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Trompeterin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Trompeterin »

ok, so wirds ab jetzt gemacht :-) Danke für eure Antworten!
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nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Ich sage auch "Genau, das ist ein Fahrrad". Irgendwann hatten wir dann eine Phase, als der Pirat immer heftig protestiert hat, wenn ich etwas auf Deutsch gesagt habe. Er bestand dann auf den spanischen Namen. Da habe ich angefangen zu erklaeren, dass der Papa eben etwas anderes sagt. Im Moment macht er oft den Synchronuebersetzer. Er fragt mich, wie etwas heisst, ich sage es auf Deutsch und er wiederholt es dann auf Spanisch (sofern er das Wort kennt). Ich denke, er lernt gerade, dass es verschiedene Sprachen sind,
nido mit dem Piraten (01/2012)
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clermontine
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von clermontine »

Bei meinem Sohn ist es oft so, dass er mich "korrigiert". Also er sagt "j'ai fait du velo avec papa" und ich antworte dann "ach, du bist mit Papa Fahrrad gefahren", dann antwortet er gern "non, du velo!". Daraufhin erklaere ich dann, dass es bei Papa "velo" und bei mir eben "Fahrrad" heisst.
Passiert staendig, wenn er neue Begriffe lernt.

Einfach bei deiner Sprache bleiben und deinem Kind helfen zu unterscheiden. Das verstehen die Kleinen schon.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
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mayra
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von mayra »

Aus Kindersicht kann ich euch sagen, das es nerven kann "anders" zu sprechen als die anderen. Mein Vater ist Franzose und bei uns wurde dann von beiden Eltern mal französisch mal deutsch gesprochen. Meistens wenn wir "auswärts" waren und es was zu meckern/schimpfen gab, französisch. Manchmal auch, wenn nicht jeder es verstehen sollte. Das ging nicht lange gut. Mein Bruder und ich haben irgendwann einfach nur noch auf deutsch geantwortet, bis unsere Eltern auch keine Lust mehr hatten und auch nur noch deutsch mit uns sprachen. Wir haben das also quasi "erzwungen"...



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Trompeterin
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Re: AW: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Trompeterin »

mayra hat geschrieben:Aus Kindersicht kann ich euch sagen, das es nerven kann "anders" zu sprechen als die anderen. Mein Vater ist Franzose und bei uns wurde dann von beiden Eltern mal französisch mal deutsch gesprochen. Meistens wenn wir "auswärts" waren und es was zu meckern/schimpfen gab, französisch. Manchmal auch, wenn nicht jeder es verstehen sollte. Das ging nicht lange gut. Mein Bruder und ich haben irgendwann einfach nur noch auf deutsch geantwortet, bis unsere Eltern auch keine Lust mehr hatten und auch nur noch deutsch mit uns sprachen. Wir haben das also quasi "erzwungen"...



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was willst du uns damit sagen? Sprichst du dich dagegen aus, Kinder zweisprachig zu erziehen? Schade, dass es bei euch nicht geklappt hat. Ich denke schon, dass es Zeiten geben wird, in denen eine Abneigung gegenüber einer Sprache besteht. Aber ich bin dennoch davon überzeugt, dass man das überwinden kann und es letztlich doch ein großer Gewinn ist, bzw. finde ich, dass es manchmal quasi gar nicht anders geht, denn ich fände es schrecklich, wenn meine Tochter nicht mit ihrer französischen Verwandtschaft kommunizieren könnte.
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Nusserl
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Mayra
Kannst du nun Französisch?

Mein GG hat das Deutsch seiner Mutter auch eine Zeit lang boykottiert. Da hat er dann jahrelang nur Deutsch mit den Grosseltern in den Ferien gesprochen.

Aber das findet er heute sehr schade und ist umso konsequenter mit unseren Kindern.
Anscheinend machen das viele Kinder, dass sie die nicht Umgebungssprache mal verweigern. Aber der betreffende Elternteil kann ja trotzdem in seiner Sprache weiter reden. So bleibt auf jeden Fall der passive Wortschatz erhalten.
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kroschka
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von kroschka »

Nusserl hat geschrieben: Anscheinend machen das viele Kinder, dass sie die nicht Umgebungssprache mal verweigern. Aber der betreffende Elternteil kann ja trotzdem in seiner Sprache weiter reden. So bleibt auf jeden Fall der passive Wortschatz erhalten.
Genau darum geht es uns auch. Es ist total natürlich, dass Kinder und vor allem Jugendliche nicht auffallen wollen und sich irgendwann der Nicht-Umgebungssprache verweigern. Aber trotzdem möchte ich meinem Kind eine gewisse Grundlage mitgeben.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Trompeterin »

so sehe ich das auch. Ich glaube, für mich persönlich ist der wichtigste Aspekt der Zweisprachigkeit wirklich die Verständigung mit der anderssprachigen Familie. Und da bin ich doch recht zuversichtlich, dass das gut klappen wird, denn schließlich können da nur sehr wenige ein bisschen Deutsch. Und ich denke nicht, dass sich unsre Tochter dann weigern wird, mit ihren Großeltern, Onkels etc. Französisch zu sprechen, wenns wirklich nicht anders geht. Dabei wird sie es lernen, bzw. schon jetzt und kontinuierlich mit Papa.
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