gerade sehe ich, dass ich tatsächlich noch einen Account hier habe
Ich brauche mal eure Hilfe und ein paar ehrliche Meinungen, da ich mich gedanklich einfach im Kreise drehe. Ich versuche mich mal ganz kurz zu fassen, aber das wird schwierig.
Ich habe nach vorzeitigem Blasensprung meine Tochter per KS bei 31+5 (2030g) bekommen. Die Schwangerschaft war insgesamt eine Katastrophe - der Blasensprung war nicht der erste, ich hatte in der 19. Woche bereits einen... Nach der Geburt lag die Maus auf der Neo, anschliessend in der Kinderklinik. Insgesamt waren wir vier Wochen in der Klinik. Ich habe schon am Tag der Entbindung nach einer Milchpumpe genervt ("Erholen Sie sich doch erst mal!") und abgepumpt und gepumpt und gepumpt. Die ersten 3 oder 4 Tage wurde noch mit dieser speziellen Frühchen-Nahrung aufgestockt, ab dann hatte ich genug Milch. Da kam dann noch dieses Pulver hinein (FM85 oder so?), seit wir zu Hause sind brauchen wir das Pulver aber auch nicht mehr.
Ich habe sie von Anfang an soweit das ging angelegt. Also erst stillen, Rest nachfüttern - erst per Sonde, dann per Fläschchen. Ihre Stillmengen reichten nicht aus (Stillprobe!), und mit der Sonde hätte man uns nicht nach Hause gelassen. Ihre Gewichtszunahme war unglaublich gut, und sie wiegt mit exakt 2 Monaten (also am eigentlichen ET) gute 4kg. Das Wiegen vor und nach dem Stillen haben wir zu Hause fortgeführt, ihr gutes Gedeihen steht ja über allem. Ich stille sie, pumpe ab, was fehlt wird nachgefüttert. Das ist bloss nun seit 9 Wochen so, und ich habe einige Probleme:
DIe Milchmenge: obwohl ich sie oft anlege, kann ich gerade so ihren Bedarf decken. Der steigt aber mehr und mehr, da sie nun auch noch unglaublich zu spucken angefangen hat. Ich komme kaum noch hinterher und stehe kurz vorm Zufüttern.
Das Zeitmanagement: ich stille und füttere nach und pumpe ab. Meist steht dann schon die nächste Stillrunde an. Liegen Abpumpen und nächstes Stillen zeitlich zu nah beieinander, fliesst die Milch beim Stillen gar nicht gut. Ich fühle mich permanent unter Druck und gestresst. Überhaupt ist das nur machbar, weil der Mann noch zu Hause ist.
Die "grosse" Schwester (2,5): die musste in der Schwangerschaft schon sehr auf mich verzichten, weil ich oft und lange stationär war und ansonsten ab der 6. Woche Bettruhe, teilweise strengste, hatte. Ich vermisse mein grosses Kind sehr, beweine das halbe Jahr, in dem ich so viel verpasst habe, und bin unglücklich, dass ich jetzt weiterhin so viel verpasse.
Das Rumsitzen: ich sitze und stille. Ich sitze und pumpe. Aber ich will nicht mehr sitzen, ich hab regelrecht "Hummeln im Hintern". Da ich von August bis Januar incl. eigentlich ausschliesslich liegen musste bin ich nun glücklich, springen und flitzen zu können - kann ich aber nicht. Seufz.
Ich habe sogar ein BES besorgt und hier liegen. Aber nachdem ich es ausgepackt, sterilisiert und angelegt hatte habe ich erkannt: das übersteigt meine Grenzen. Komplett.
Im Moment erkenne ich nur noch zwei Möglichkeiten: entweder nur noch stillen und nicht mehr pumpen, erforderliche Menge PRE nachfüttern. Oder: nur noch pumpen, nicht mehr stillen, aber ggf. auch da zufüttern müssen. Denn: ist es realistisch, die Milchmenge beibehalten zu können? Ich habe gelesen, dass beim Nur-Pumpen die Milch früher oder später zurückgeht (warum?).
Ich habe Angst vor einem Umstieg auf PRE. Die Kleine gedeiht so gut, hat ein niedliches Doppelkinn und keinen Stress mit dem Bäuchlein und der Verdauung. Das setze ich aufs Spiel. Ich hab den Eindruck, sie irgendwie "weniger lieb zu haben", denn die Grosse hab ich 23 Monate gestillt. (Mein Mann sagt, das ist Quatsch, und die Kinder werden sicher nicht in 20 Jahren mit vorwurfsvoller Stimme meine Still-Entscheidungen von heute beurteilen, aber wer weiss?) Auf der anderen Seite machen mich die Stillproben, die Zahlen wütend und enttäuscht, so dass ich manchmal in Kissen boxe - oder aber heule. Stundenlang. Fast jeden Tag. Seit Wochen.
Vielleicht habt ihr ja ein paar Erfahrungsberichte oder so für mich. Und wenn nicht hat das Jammern schonmal etwas geholfen, der Mann kann's nämlich nicht mehr hören (oder sehen, wenn ich so rumhänge). Es versteht halt keiner so recht, dass ich mit dem Gedanken "Umstellung auf PRE" solche (gedanklichen) Schmerzen habe
Ganz viele Grüsse an diesem schönen Sonnentag!

