Stillproblem? Ich bin verzweifelt

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jusl
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von jusl »

1. Wie gesagt, letzte Woche konnte ich locker noch 160ml abpumpen. Am Wochenende hatte ich dann, vermutich aufgrund der 8 stündigen Stillpause, ein deutliches Überangebot und wusste nicht wohin mit der Milch. Seit dieser Woche bekomme ich hingegen kaum noch was abgepumpt (ich hatte es ja aus Spaß probiert) und auch wenn ich drücke, kommt keine Milch, was bis letzte Woche auch anders war.
Hier schreibst Du die exakte Begründung, warum frau nicht ohne Grund abpumpen sollte. ;-) Es verunsichert einfach total, wenn man versucht, in die Pumpergebnisse etwas hineinzudeuten.
Also, ums klar zu sagen: "Kaum was abgepumpt bekommen" heißt entweder, 1. dass Deine Milchproduktion perfekt zur Nachfrage passt, oder 2. dass es an der Pumpe schwierig war, einen Milchspendereflex auszulösen. Die erste Variante wäre völlig unbedenklich, und die zweite Variante wäre kein Wunder, denn Du machst Dir derzeit große Sorgen und Druck; sowas schlägt sich gerne mal auf den Milchspendereflex nieder. Beide Varianten sind keinerlei Hinweis auf ein besonderes Problem.
Da mein Sohn an der Brust nur Theater gemacht hat und das Saugen sehr schnell zu einem Nuckeln und Meckern wurde, was aussah, als wenn er nach mehr Milch verlange, sie aber nicht bekommt, habe ich mir die Frage gestellt, ob ich womöglich auf einmal zu wenig Milch habe, um seine Bedürfnisse zu befriedigen?
Nein, das ist nicht möglich. Genauso wenig wie Deine Schweißdrüsen plötzlich zu wenig Schweiß oder Deine Bauchspeichldrüse zu wenig Bauchspeichel produzieren könnte, können Deine Brustdrüsen plötzlich zu wenig Milch produzieren.
Seine Gewichtsdaten waren bisher gut,
:lol: Nee, die waren bislang nicht "gut", sondern mit seit der Geburt durchschnittlich 360(!) g pro Woche monstermäßig überdurchschnittlich riesenhaft. :lol: Passt perfekt zur bislang offenbar vorliegenden Überprodukion (einfach so mal 160 ml abpumpen ist ebenfalls sehr außergewöhnlich!) und zur vermuteten Überforderung mit dem Milchspendereflex.
Stelle Dich also mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf NATÜRLICHERWEISE DEUTLICH VERRINGERTE Zunahmeraten in der nächsten Zeit ein (denn andernfalls würde Dein Baby an seinem 1. Geburtstag so viel wiegen wie meine Kinder bei ihrer Einschulung... ;-)).
Das nächste Wiegen steht am kommenden Mittwoch wieder an.
Mache Dir bitte unbedingt bewusst, dass Du AUSSSCHLIESSLICH ZUM SPASS wiegst (macht's Dir wirklich Spaß? Wenn ja, super, aber wenn nein: am besten sofort sein lassen!..). Hinsichtlich Stillverhalten, Stillprobleme o.ä. ist aus Euren Daten NIX abzuleiten, denn auch eine drastische Verringerung der Zunahmeraten würde ja bei Euch lediglich eine NORMALISIERUNG bedeuten.
Kannst Du also einfach sein lassen - ob ein Problem vorliegt oder nicht, kann man in Eurem Fall am Stillverhalten, Wohlgefühl, Entspanntheit erkennen, und nicht an Gewichtsdaten.
Nun habe ich aber eher das Gefühl, dass sein An- und Abdocken, Suchen, Steif machen, aber auch wild mit dem Armen fuchteln und das Quengeln nicht mit einem zu starken Milchspendereflex zu tun haben. Er saugt für eine gewisse Zeit effektiv und verfällt dann in dieses Muster.
Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass Dein Baby satt ist und sich über den weiteren Milchfluss ärgert. Seinen Ärger möchte er mit Saugen beruhigen, dockt wieder an, merkt Milch, dockt wieder ab, ärgert sich wieder, dockt deshalb wieder an usw.
Probier mal, Dein Baby nach einer Mahlzeit einfach hochzunehmen, zu schaukeln, zu tragen, irgendwas lustiges (im Gehen!) zu machen.

Und dann könnten wir noch überlegen, ob Dein Baby mit einem anderen Stillmanagement (z.B. pro Mahlzeit nur eine Seite anbieten, aber dafür öfter stillen) evtl. besser zurecht kommt. Können wir gerne ausprobieren.

Hilft Dir das erstmal weiter?

Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
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Yashira
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von Yashira »

Hallo Jenny

Dein zweites Problem mit der Unruhe kennen wir auch.
Das erste mal hatten wir es nachdem der Nucki weg kam -
Er war satt u wollte nuckeln. Dann kam das was jusl geschrieben hat. Er "ärgerte" sich über weitere Milch. Andocken abdocken suchen andocken meckern usw. Mittlerweile hat er wohl raus wie es "nur" mit Nuckeln geht an der Brust.
Derzeit haben wir die Unruhe wieder. Es ist alles viel zu spannend. Ich stille ihn zwischendurch in der Didytai im Gehen :-) das hilft sehr gut.
Ansonsten - wenn er satt ist ist er satt. Ab ins Tuch und laufen :-)


Unterwegs mit einem Apfelgerät
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*** Matthias 09/13 *** Hendrik 05/16 IUFT 33. SSW ***
Jenny212
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von Jenny212 »

Hallo Julia,

vielen Dank erstmal für deine Worte.
Dass mein Sohn sehr gut zugenommen hat, hat mir meine Hebamme auch versichert. Da ich anfangs Buch geführt habe, da es ja mit dem Ansaugen nicht so recht geklappt hat, habe ich gerade mal geschaut wieviel er so mit 2 Wochen getrunken hat und da waren es schon sehr regelmäßig 130-160ml pro Mahlzeit. Er hat sich wohl deshalb auch nur alle 4 Stunden gemeldet.
Und was meine angepumpte Menge angeht, habe ich mich eben auch nochmal versichert. In die Avent-Flasche wollte ich die angepumpte Milch eigentlich geben. Diese hat ein Fassungsvermögen von 125ml. Da es nicht alles dort rein passte, bin ich auf die NUK umgestiegen (Fassungsvermögen von 150ml) und die war bis zum Rand voll. Diese angepumpte Menge war aber eine Ausnahme, sonst wären es maximal 110ml.
Also sollte ich mir wohl bezüglich der Milchmenge keine Gedanken machen. Okay...

Dass sein Verhalten an der Brust damit zu tun hat, dass er noch Milch erwischt, obwohl er diese vielleicht gar nicht mehr will, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Aber wie Yashira ja auch schreibt, ist das wohl auch nicht so selten.
Ich werde eure Ratschläge mal ausprobieren.
jusl
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von jusl »

Ja, probier's in Ruhe aus.

Weißt Du, es gibt ZAHLREICHE Ursachen, warum ein Baby während oder nach dem Stillen unzufrieden wirken kann.
Vielleicht tut ihm was weh (Zähne, Nase, Hals, Bäuchlein, Nacken, Kiefer,...), vielleicht stimmt etwas mit seiner Saugtechnik nicht (Zunge, Kiefer, Nacken, Koordination...), vielleicht geht es ihm zu schnell oder zu langsam, vielleicht ist es zu müde oder zu munter, vielleicht liegt es zu flach oder zu steil, vielleicht interpretiert die Mutter die Kommunikationsversuche ihres Babys (noch) nicht ganz richtig...
All diese möglichen Ursachen könnten bei Euch reinspielen; vielleicht finden wir ja demnächst raus, was es war.

Aber Fakt ist, an zu wenig Milch liegt es bei Euch EINDEUTIG NICHT. ;-)
habe ich gerade mal geschaut wieviel er so mit 2 Wochen getrunken hat und da waren es schon sehr regelmäßig 130-160ml pro Mahlzeit. Er hat sich wohl deshalb auch nur alle 4 Stunden gemeldet.
Richtig. 6x pro Tag ca 145 ml - das ergibt eine eher hohe, aber noch normale Gesamttagestrinkmenge.
Die allermeisten Babys trinken deutlich öfter in 24 Stunden als bloß 6 mal, nämlich 8-12 mal. Entsprechend geringer fällt eine "normale" Mahlzeitengröße aus. Vielleicht stellt sich Dein Baby ja gerade in Richtung "Normalmaß" um.

LG
Julia
Jenny212
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von Jenny212 »

Ich wollte nochmal eine Rückmeldung geben...
Meine Sorgen bzgl. der Milchmenge waren, wie vermutet, soweit erstmal unbegründet. Mein Sohn hat wieder mal überdurchschnittlich gut zugenommen. Fast 500g in einer Woche. Ich frage mich langsam, wo er noch hin will!? Aus dem 2820g sind jetzt 5690g geworden und dabei ist er jetzt gerade mal genau 2 Monate alt (21.12.13).
Für sein teilweise merkwürdiges Verhalten beim Stillen gibt es womöglich eine Ursache. Wir waren mit ihm gestern bei der Notfallambulanz, da wir einen geschwollenen Leisten-und Genitalbereich bemerkt haben. Heute musste wir in die Kinderchirugie. Der Verdacht einer Leistenhernie (Leistenbruch) wurde bestätigt. Da der Bruch schon ziemlich weit fortgeschritten ist und der Darm sich mittlerweile permanent draußen befindet und sich nicht mehr in den Bauchraum drücken lässt, wird der Bruch Montag operiert. Die Lage des Darmes hat vermutlich dazu geführt, dass er teilweise Schmerzen beim Stillen hatte.
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Nautilus
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Re: AW: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von Nautilus »

Ach herrje, die arme Maus!:roll: Ich drücke Euch die Daumen, dass alles schnell wieder heilt!

LG Nautilus mit Astronäutchen (7/12)
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
jusl
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von jusl »

Gute Besserung und alles Gute für die OP!

LG
Julia
MamaK
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von MamaK »

Au Weia! Auch von mir alles Gute für die OP!
Liebe Grüße von MamaK mit 01/08 und 11/12
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deidamaus
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von deidamaus »

Von mir auch alles Gute für die OP deines Zwerges.

Mein Mittlerer hat am Anfang auch so 450 bis 500 Gramm die Woche zugenommen. Das wurde aber mit der Zeit deutlich weniger. Und als er mit 5 Monaten zu krabbeln anfing, wurde er zusehends schmaler. Heute ist er 102 cm gross und gerade 15 Kilo schwer. Genüsse den Babyspeck :D

LG
Deidamaus
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)

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Milchmaus
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Re: Stillproblem? Ich bin verzweifelt

Beitrag von Milchmaus »

Hallo,
Meine Tochter ist jetzt sieben Monate alt und wird gestillt. Seid einiger zeit habe ich das Problem das sie an der rechten brust kaum noch trinkt. Ein paar Schluck und schon wendet sie sich ab. Ich habe das Gefühl das sie immer wieder schauen muss ob nicht irgendwas spannendes passiert. So geht das eine ganze zeit, andocken und wieder aufhören zu trinken. Bis dann nach einiger zeit die Milch fließt. Dann schießt die Milch wirklich raus und sie hört trotzdem auf zu trinken und wir sehen beide aus wie die Schweine.
An der linken Brust macht sie das auch aber in größeren abständen, dann will sie immer sitzen schaut ein bisschen rum und trinkt dann wieder weiter. Auf Dauer tut das dran und ab und dran und ab echt weh zusätzlich nimmt sie an der linken Brust nur die spitze der Brustwarze in den Mund und ich habe dann oft nach dem Stillen eine wunde Brustwarze.

Ich stille wirklich gerne, aber im Moment stresst mich das stillen echt. Da sie immer wieder aufhört zu trinken und ich manchmal auch das Gefühl Habe sie trinkt nicht genug. Wir stillen maximal 10 Minuten.
Nachts wird sie zum Stillen garnicht richtig wach. Sie weint kurz und dann lege ich sie an und selbst da dockt sie an und wieder an aber dann nur auf der rechten Seite links trinkt sie ganz in Ruhe und schläft dann ein.
Manchmal frage ich mich ob sie wirklich Hunger hat, tags wie nachts.

Was kann ich machen das Stillen wieder für uns beider angenehm ist und sie auch mal bei der 'Sache' bleibt?
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