Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Bella
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von Bella »

Hallo liebe Merle78,

Ich kann dich auch soooooo gut verstehen!
Ich denke auch öfter mal über Abstillen nach, da mein Kleiner ab 1 Uhr nachts meistens stündlich an die Brust will. Allerings ist er ein absoluter Flaschenverweigerer, zumindest wenn ich ihm Tee oder Wasser darin anbiete, um es auszuprobieren. Aber es widerstrebt mir gleichzeitig die teure Pre anzubieten. Ich glaube insgeheim stille ich doch gerne.
Es ist nur so, dass man sich damit nichts abnehmen lassen kann was das Baby betrifft.
Tagsüber braucht mein Kleiner auch noch alle 2 Stunden die Brust oder öfter und spuckt mir sämtliche Milch dann wieder entgegen, was den Haushalt zwecks Wäsche und Milchflecken aufputzen nicht besser macht..

Auch ich liebe mein Baby über alles, aber oft würde ich ihn auch gerne im Korb den Nachbarn vor die Türe stellen ;)
Mein Mann ist von 7:30-18:00 Uhr aus dem Haus, meine Große hole ich um 14:30 Uhr aus der KiTa und besonders schlimm sind die Zeiten in denen mein Mann ein paar Tage auf Geschäftsreise geht.. Dann kommt er heim und ich stehe kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Denn ich habe hier leider auch niemanden, der mir mal kurz was abnehmen könnte.

Ich weiß, ich kann dir damit nicht all zu sehr helfen, aber ich glaube, es geht jeder Babymama so. Meine Tochter habe ich erst richtig genossen als sie eineinhalb war, laufen konnte und immer mehr Worte lernte.. Bei meinem Sohn habe ich mir nun vorgenommen: egal wie anstrengend diese Babyzeit ist; es wird wahrscheinlich mein letztes Baby sein und ich sollte jeden Moment genießen! Zumal man ja auch einfach dankbar dafür sein kann ein gesundes Baby im Arm halten zu dürfen!
Und glaube mir, es geht allen Mamas zeitweise so! Manche können es nicht mehr zugeben, da sie schon zu viele angelogen haben, um ihre Ruhe zu haben..
Liebe Grüße
Bella

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blaurosa
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von blaurosa »

Merle78, mir ist heut noch was eingefallen, was mich nach so anstrengenden Nächten gerettet hat: ganz in Ruhe und ohne Baby duschen, das hatte so lange der Papa. Dann war ich wach, entspannt und hab mich immer gefreut, mein Baby wieder in den Arm zu nehmen und zu stillen. Und dann konnten wir in den Tag starten.
Töchterchen, geboren im Februar 2011 zu Hause, über alles geliebt, gestillt, getragen und familiengebettet
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blueberry
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von blueberry »

Liebe Merle78,

jetzt war ich ein paar Tage nicht im Forum (mein Mann ist auf Dienstreise, ich bin erkältet, das Baby zahnt und hat Schnupfen und der Dreijährige vermisst den verreisten Papa... - ressourcenfressend :wink: ), schaue hier in Deinen Thread und bin erstaunt über die Wendung, die er genommen hat :o :D
Merle78 hat geschrieben:
blueberry hat geschrieben: Manchmal zeigt sich im Verlauf eines Threads nämlich, dass es nicht eigentlich das Stillen ist, das die Mutter stresst, sondern irgendetwas anderes (Schlafmangel, mütterliche Gesundheitsprobleme (z.B. Eisenmangel), fehlende Unterstützung im Alltag, kritische Fragen aus dem persönlichen Umfeld, ... usw. - oder schlicht der eben mit oder ohne Stillen physisch wie psychisch fordernde Alltag mit einem Baby/Kleinkind). Wenn dem so ist, ist es natürlich sinnvoller, das eigentliche Problem anzugehen.
Ja... das war wohl ein Volltreffer.. und ganz schön schnell :-?
Als ich das gelesen habe und mir die Tränen kamen, merkte ich dass es genau auf mich zutrifft.
Oje, jetzt bin ich mir nicht ganz sicher, wie Du das meinst. Ich hoffe, ich bin Dir nicht zu nahe getreten mit irgendwas? :oops:

Es freut mich jedenfalls sehr, wenn Dir das Schreiben im Forum hier geholfen hat, Deine Gedanken zu sortieren.
Eine Notlüge finde ich übrigens völlig vertretbar :wink: . Behalte bei allen Gründen, die Du vorbringst aber vor allem auch im Kopf, dass Du Dich überhaupt nicht erklären und argumentieren musst, warum Du mit Deine Kind etwas anders machst, als es Dein Umfeld sich vorstellt. Wenn Du anfängst, Dich zu verteidigen, kommst Du ganz schnell in die Defensive - und das (Deinen Schilderungen nach) ganz offenbar Menschen gegenüber, die deutlich weniger vom Stillen verstehen als Du. (Zum Stillen zu kleine Brüste - so ein Quatsch :lol: :roll: ).

Wenn Du meinst, dass echtes Interesse und Sorge ums Wohl Deines Kindes dahintersteckt, kannst Du natürlich gern was zu lesen geben (Das AFS-Faltblatt für Großeltern von Stillkindern bietet sich da z.B. an). Wenn Leute aber nur stänkern und für Argumente nicht zugänglich sind, darf man sich getrost die Mühe sparen und höflich das Thema wechseln 8)
Tatsache ist allerdings, dass ich nach einer Nacht mit Stillmarathon, ihn für eine Mahlzeit nicht an meiner Brust haben mag (ganz ehrlich) und er dann mal ein Fläschchen bekommt. (also die erste Mahlzeit nach dem Ausstehen)
Aber ich glaube das ist dann in Ordnung.... denn dann bin ich wieder offen für´s stillen.
Völlig okay! 8) Evtl. wäre es eine Überlegung wert, die Milch mit dem Becherchen zu füttern, damit Du Dir nicht Probleme wie Beißen an der Brust ins Haus holst. (Auch ältere Babys sind vor Umgewöhnung an die Flaschentechnik oder verschlechterter Stilltechnik nach einigen Wochen/Monaten Flaschegeben nicht völlig gefeit). Du kannst ja schauen, wie Euer Baby mit dem Wechsel zum Fläschchen zurecht kommt und das einfach im Hinterkopf behalten :wink:

Ganz viele andere hilfreiche Hinweise hast Du ja schon bekommen - da kann ich mich vielem anschließen :D . Bei unterbrochenem Nachtschlaf tagsüber im Liegen zu stillen (und somit das Stillen zur Ruhe-Insel im Alltag zu machen) war nicht nur in der Babyzeit sondern vor allem im Kleinkindalter, wo man den kleinen Entdecker keine Sekunde aus den Augen lassen kann, oft meine Rettung :lol: . Wenn meine Akkus völlig runter waren, war "abends mit dem Baby ins Bett" an drei, vier Abenden in der Woche zwar nicth gut für meinen Haushalt, PC-Zeiten etc. :oops: , aber umso mehr für meine Stimmung :mrgreen: . Die meisten Babys haben ihre längste Phase ununterbrochenen Schlafes am Anfang ihres Nachtschlafes. Vor dem erwarteten Einschlafstillen selbst bettfertig zu sein, und das Einschlafstillen auch für Mama als Schlafhilfe zu benutzen (und dann nicht nochmal aufzustehen), kann Wunder wirken.

Alles Gute Dir und Deiner kleinen Familie! Du klingst schon viel zuversichtlicher :D - die freien Tage Deines Mannes werden Dir bestimmt gut tun.

LG, blueberry
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Sakura
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von Sakura »

blueberry hat geschrieben:Vor dem erwarteten Einschlafstillen selbst bettfertig zu sein, und das Einschlafstillen auch für Mama als Schlafhilfe zu benutzen (und dann nicht nochmal aufzustehen), kann Wunder wirken.
Jep. Frage nicht, wie oft ich 20 Uhr mit den Kindern im Bett liege. Und frage nicht, wie dann die Küche aussieht. Aber ich habe festgestellt, dass ich - wenn ich dann am nächsten Morgen ausgeruht bin - die Küche in einer halben Stunde aufgeräumt habe, und zwar mit links, und Baby auf dem Arm ;-) . Während ich mich abends damit eine Stunde quäle und das Ergebnis mich immer noch nicht zufrieden stellt. Meine Lehre aus Aufräumen mit Kindern ist: es muss nicht immer gleich sein. Oft ist es effektiver, es einfach liegen zu lassen, und dann zu tun, wenn die Akkus wieder geladen sind.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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deidamaus
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von deidamaus »

So mache ich es auch. Erst selber umziehen und Zähne putzen, dann kann ich getrost mit schlafen. Und falls ich doch nochmal aufstehen mag, ist das ja kein Problem. Dann ist man am nächsten Tag wieder richtig fit.

LG
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von Merle78 »

Nochmal so viele liebe Antworten, DANKE !

Ich schreibe später auf jeden Fall nochmal ! (mit mehr Ruhe und Geduld für den pc, der gerade immer wieder hängt :evil: )

Aber auf jeden Fall schon mal DANKE ! Der Zuspruch hilft schon, man ist nicht allein.
Ich denke da jetzt oft: Respekt den Alleinerziehenden, Zwillings/Mehrfachmamis und/oder denen, bei denen der Mann auch kaum zu Hause ist und/oder ein paar Tage weg... da werde ich es ja wohl mit einem (wirklich zauberhaften) Kerlchen hinbekommen !

zum "Drumherum" später noch mehr..
Ein Sohn, geboren Ende Juli 2013.
"Wissen macht Milch" :D
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blueberry
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von blueberry »

Hallo Bella,

ui, das klingt auch nach einem anstrengenden Programm, das Du da jeden Tag zu stemmen hast :| .
Bella hat geschrieben:Denn ich habe hier leider auch niemanden, der mir mal kurz was abnehmen könnte.
Ich glaube, das würde jede Mutter über kurz oder lang an ihre Grenzen bringen. Wenn Du niemanden hast, der bereit wäre, Dir das Baby (oder sonst irgendwas von Deinen Pflichten) auch nur mal für kurze Zeit abzunehmen, ist es allerdings gehupft wie gesprungen, ob Du Dein Baby stillst oder die Flasche gibst: Auch ein mit Flasche ernährtes Baby kannst Du nicht einfach "in einem Korb den Nachbarn vor die Tür stellen", wenn die nicht bereit sind zum Babysitten :wink: .
Bella hat geschrieben:Ich glaube insgeheim stille ich doch gerne.
Es ist nur so, dass man sich damit nichts abnehmen lassen kann was das Baby betrifft.
Dem zweiten Satz möchte ich aber aus eigener Erfahrung und (vieler erlebter und berichteter Erfahrung anderer Stillmütter hier im Forum und im RL) entschieden widersprechen! Man kann sich auch als Stillmutter (vorhandene zeitliche Ressourcen anderer Bezugspersonen des Babys vorausgesetzt) fast alles "was das Baby betrifft" abnehmen lassen - nur eben das Stillen nicht (und das macht ja mit älter werdendem Baby immer weniger von den 24 Stunden des Tages aus).

Extrembeispiel: eine Freundin von mir (Seelsorgerin in den USA, kein Elternzeitanspruch) hat schon fünf Wochen nach der Geburt wieder voll arbeiten müssen und trotzdem überwiegend nach Bedarf gestillt - die Nanny kam eben überall hin mit, wenn etwas nicht per Home Office zu erledigen ging und zuhause war es eh unproblematisch: Baby bei Nanny oder Papa, Mama arbeitet und stillt.

Eine meiner Dozentinnen an der Uni ließ sich ihr Baby bei Bedarf zum Stillen ins Seminar bringen von ihrem Mann (er ebenfalls Dozent und sie wechselten sich ab mit der Betreuung).

Ich selbst habe schon mit über 40 Fieber mehrere Tage im Bett verbracht, während mein Mann sich (abgesehen vom Stillen eben) komplett ums Vollstillbaby gekümmert hat. Ich war mit 6 Wochen altem Vollstillbaby zweieinhalb Autostunden von zuhause entfernt zu einer ganztägigen Fortbildung - mein Mann kam eben mit (er hätte sich auch zuhause ja ums Baby gekümmert) hat sich Schreibarbeit mitgebracht, das Baby im Nebenraum betreut und mir nur zum Stillen in den Seminarraum gebracht.
Arzttermine mit einer Autostunde Anfahrt haben bei uns genauso geklappt wie meine Mitwirkung bei Chorkonzerten. Da habe ich zwischen Generalprobe und Konzert eben nochmal gestillt (und wäre im Notfall per Handy auf Vibrationsalarm von meinem Platz ganz am Rand des Chores leise verschwunden, was aber nicht nötig wurde). Wir haben jedenfalls nie ein Fläschchen oder Schnuller besessen und auch keine Pulvermilch und ich habe dennoch so einiges "was das Baby betrifft" während der Stillzeit abgeben können :wink: .

Alltagsdinge wie am Wochenende mal auszuschlafen (frisch gestilltes Baby dem Papa in die Hand drücken), Erledigungen ohne Baby machen (und für den Notfall auf Abruf schnell zuhause vorbeizuschauen), mal in Ruhe baden, mit dem älteren Kind Zeit ohne Baby verbringen, ... - sowas scheitert ja nicht am Stillen sondern sehr viel häufiger daran, dass der Partner selbst sehr eingespannt ist, die Großeltern, Tanten, ... weit weg wohnen (oder man ihnen das Kind vielleicht wegen Differenzen im Betreuungsstil nicht anvertrauen mag) und ähnlichem.

Wenn man eine vertraute Betreuungsperson fürs Baby hat, die Wickeln, Beruhigen, Tragen kann, kann man unglaublich viel abgeben. Wie gesagt: Personen mit Zeit, Bereitschaft und Eignung vorausgesetzt (aber die bräuchte es beim Flaschenbaby eben auch).

Was ich allen stillenden Müttern also wünsche, sind Menschen, die ihnen flexibel unter die Arme greifen, mal ältere Geschwister des Babys betreuen, im Haushalt und bei der Versorgung von Tieren etc. helfen - und gern auch mal das Baby für einige Zeit liebevoll und zugewandt in Mamas Nähe betreuen und zum Stillen rüberreichen (um es gern danach gleich wieder an sich zu nehmen :mrgreen: ), statt jungen Müttern weismachen zu wollen, sie könnten eben "leider, leider überhaupt nicht entlastet werden", solange das Baby nicht mindestens für 24h am Stück mit Windelvorrat und Pulvermilch im Gepäck zum Übernachtungsbesuch abgegeben wird :roll: .

LG, blueberry
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von Morgaine47 »

Blueberry, das hast Du toll und treffend geschrieben.
LG
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von Kuklinka »

Danke blueberry....... Du triffst den Nagel aufm Kopf ;-)
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tania
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Re: Der richtige Weg - abstillen/pre/Beikost

Beitrag von tania »

ich war irgendwann so muede, dass ich mich tagsueber mit freiem oberkoerper hingelegt hab und das krabbelnde kind turnte auf und neben mir rum und stillte hin und wieder (oder haute mir spielsachen ins gesicht..). ich hab echt geschlafen :shock: . dafuer gab es extra einen voellig babysischeren raum ;-)

(irre, so im rueckblick, das kann ich mir jetzt echt nicht mehr vorstellen *kopfschuettel*)
tania mit sohn *09 und sohn *12
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