Wir machen es folgendermaßen: er bekommt zu erst die Seite, die er beim letzten Stillen als zweites bekommen hat (die mit BES). Nach ca. 10 - 15 Minuten wechsle ich zur anderen Seite und lasse ihn da auch einige Minuten trinken und "aktiviere" dann das BES.
Sollte ich vielleicht nach der 2. Brust noch einmal zur anderen wechseln und dann erst bei der "4. Brust" das BES verwenden?
Mach es so, wie Ihr Euch am wohlsten fühlt. Hauptsache ist, dass Du bei jeder Mahlzeit mindestens BEIDE Seiten anbietest, bei Bedarf kannst Du auf jeden Fall auch noch mal zur 1. zurückwechseln.
Wenn ich von 1/6 des Körpergewichts als Trinkmenge ausgehe, liegt die Gesamttrinkmenge momentan bei ca. 670 ml. D. h. dass wir momentan knapp 2/3 seiner Trinkmenge zufüttern.
Diese Regel ist extrem ungenau und hat damit keinen praktischen Nutzen. Die durchschnittliche Trinkmenge für ein 2 Monate altes Stillbaby liegt tatsächlich zufällig im Bereich 670 ml, aber plusminus 170 ml (
Quelle). Das bedeutet es können genauso gut 500 oder 840 ml sein - in diesem Bereich liegen etwa zwei Drittel aller Babys. Das wiederum heißt, immerhin ein Drittel aller Babys trinkt weniger als 500 oder mehr als 840. Zu welcher Gruppe Dein Baby gehört, weiß niemand.

Dein Baby trinkt einen nennenswerten Anteil Pre, und die benötigten Pre-Mengen sind tendenziell etwas höher als die benötigten Mumi-Mengen. Dementsprechend trinkt Dein Baby durchschnittlich vermutlich mehr als 670 ml pr Tag.
Schätzungweise fütterst Du derzeit ungefähr die Hälfte des Gesamttagesbedarfs zu.
Ich bin ja wirklich optimistisch und eigentlich der Meinung, dass das Stillen klappen MÜSSTE, aber bei dieser Zufüttermenge habe ich irgendwie wenig/kaum Hoffnung zum Vollstillen zu kommen

... Wahrscheinlich muss ich mich mit der Zwiemilch-Ernährung abfinden, oder was sagst Du als Fachfrau? Darf/kann/soll ich noch hoffen? Ich weiß, über Internet kannst Du wahrscheinlich schwer eine Einschätzung abgeben...
Doch, sicher, das hat mit Internet nichts zu tun, sondern hängt eigentlich nur von den zur Verfügung stehenden Daten ab. Meine Einschätzung ist, dass Du ohne weitere medikamentöse Maßnahmen dauerhaft aufs Zufüttern angewiesen sein wirst. Der Grund dafür liegt in der immernoch auffälligen Gewichtszunahme, die derzeit definitiv keinen Reduktionsversuch der Zufüttermengen erlaubt, und in der Zufütternotwendig quasi von Anfang an, bei ansonsten gutem Stillmanagement. Diese Kombi macht es wahrscheinlich, dass eine Milchproduktion auf Vollstillniveau nicht ohne weitere Medikamente erreicht werden kann.
Sinnvoll ist, das Zufüttern möglichst stillfreundlich und alltagstauglich zu gestalten und sich unbedingt über den hohen Wert Eurer Stillbeziehung bewusst zu sein - Dein Baby bekommt immerhin rund die Hälfte seiner Milch übers Stillen! Das ist mir ganz großem gesundheitlichen Benefit für Dein Baby und für Dich verbunden. Du kannst genauso lange stillen, wie alle anderen auch - so lange Du magst. Wenn Dein Baby ins Beikostalter kommt, kannst Du die Pre nach und nach durch feste Nahrung ersetzen und ab dann "ganz normal" stillen und Beikost geben, als problemloser Dauerzustand.
Ich lese teilweise hier im Internet, dass bei anderen Frauen die Milch regelrecht aus der Brust spritzt, wenn das Kind abdockt. So etwas kenn ich gar nicht. Ich kann natürlich Milch ausstreichen oder ausdrücken, aber spritzen tut bei mir nichts. Das ist bestimmt ein Zeichen von zu wenig Milch, oder?
Nein. Du produzierst derzeit weniger Milch als für die Deckung des Tagesbedarfs benötigt wird, aber am "Spritzverhalten" ist das definitiv nicht abzulesen. Es gibt sicher unzählige problemlos vollstillende Frauen, bei denen auch nix "spritzt".
Kann "zu wenig Milch" auch hormonell bedingt sein?
Ja, sicher. Hormonstörungen gehören zu den häufigsten medizinischen Ursachen für Hypogalaktie.
Macht es Sinn, den Prolaktinwert zu untersuchen? Ich habe auch gedacht, dass ich mich jetzt nach den Feiertagen mal darum kümmere, das Milchdrüsengewebe untersuchen zu lassen (ob evtl. zu wenig Drüsengewebe vorhanden ist). Macht dies alles nach Deiner Meinung Sinn?
Ja, macht Sinn.

Ich schrieb ja schon in meiner Antwort am 13.12.:
jusl hat geschrieben: mögliche medizinische Ursachen ärztlich abklären lassen und ggf behandeln.
Manchmal lässt sich zwar keine eindeutige medizinische Ursache finden, aber eine ärztliche Abklärung ist auf jeden Fall sinnvoll, zumal sich daraus meist auch Behandlungsansätze ergeben.
LG
Julia