das klingt wirklich furchtbar hart und ich bewundere dich, dass du das alles 4 Monate gemeistert hast und ganz auf die Bedürfnisse deines Babys eingegangen bist und eingehst.
Du hast ja schon einige Tipps bekommen und beim Thema Kiss kenne ich mich leider gar nicht aus, aber ich glaube, es ist immer gut einen Spezialisten draufschauen zu lassen.
Insgesamt würde es vielleicht helfen, die "Problembereiche" aufzudröseln und möglichst pragmatisch anzugehen, z.B. Tragen/Tagschlaf, Nachtschlaf, Probleme beim Stillen, Unterstützung und Entlastung finden.
Bzgl. Tragen würde ich vielleicht auch im Trageforum posten, vielleicht haben die Trgaemods Ideen. Meine Tochter schläft tagsüber auch nur in Bewegung, aber immerhin im Tuch, was ja doch komfortabler ist. Sie möchte auch was sehen, deshalb übe ich gerade Tragen auf dem Rücken. Das klappt allerdings nur, wenn es sehr zügig geht, ich übe also schnelles binden.
Kann dein Mann vielleicht am Wochenende die ein oder andere Schicht tragen? Auch, wenn es unbequem ist, wäre die Priorität zur Zeit, dich zu entlasten, damit du Schlaf nachholen bzw. dich ausruhen kannst.
Eine Federwiege kann man auch ausleihen (einfach googeln) und austesten, ob sie Entlastung bringen könnte.LottiBerlin hat geschrieben:Außerdem würde ich Dir empfehlen, es mal mit einer Federwiege zu probieren, das hilft ja bei vielen Wunder, bei uns damals auch.
Bzgl. Nachtschlaf: Nimmt dein Sohn auch den kleinen Finger vom Papa? Dann könntest du, zumindest am Wochenende, vielleicht mal in einem anderen Zimmer schlafen und er ruft dich nur zum Stillen. Wir haben gerade auch sehr anstrengende Nächte und ich ging auch auf dem Zahnfleisch, und die letzte nacht haben wir das mal so ausprobiert. Also Mann beruhigt und ruft mich alle 1-2 h zum Stillen. Zwar auch anstrengend, aber ich konnte zwischendurch besser ausruhen, da ich das Gewühle und Aufweinen nicht mitbekommen habe.
Bzgl. Stillen: Ich hab auch so eine Kratzmaus, die gerne Brustwarzen langzieht und beißt. Hand festhalten klappt selten. Manchmal hilft es ihr etwas in die Hand zu geben und ich habe einen Fransenschal in den sie ihre Hand "wursteln" kann. Außerdem muß ich tagsüber aufpassen, wann sie "fertig" ist, sonst zieht und beißt sie.
Vielleicht funktioniert Fingernägelschneiden ja vor dem Fernseher, falls der seine Aufmerksamkeit fesselt - da wäre ich ganz pragmatisch.
Hier möchte ich dir sagen: Es war nicht umsonst. Du hast trotz dieser Schwierigkeiten gestillt und stillst noch, da hätten sicher viele aufgegeben. Es gibt ja keine Ziellinie und wenn man die nicht erreicht, hat man versagt oder es (was immer 'es' auch ist) nicht geschafft. 4 Monate Vollstillen unter widrigen Umständen ist eine großartige Leistung!miedziana hat geschrieben:Einerseits denke ich mir: ich habe mich jetzt so lange gequält, geweint, gekämpft. Hab so viel mitmachen müssen, wenn ich jetzt aufgebe war es umsonst. Aber andererseits denke ich: wie viel soll ich noch kämpfen? Wie viel soll ich noch ertragen? Es wird doch scheinbar nie besser werden.
Und ich denke auch, dass es zwischen Stillen und Abstillen Alternativen gibt.
Das wäre doch eine Überlegung wert. Also z.B. dein Mann trägt abends und füttert zu und du hättest ein paar Stunden Schlaf. Die Flasche geben birgt ja die Gefahr einer Saugverwirrung, aber wenn die andere Alternative komplettes Abstillen ist, wäre das glaube ich zu vernachlässigen. Vielleicht kannst du so die Zeit, bis z.B. ein Kiss-Spezialist draufschauen kann, überbrücken. Oder du nimmst dir einen Zeitraum von z.B. 4 Wochen vor - wenn bis dahin die Situation durch verschiedene maßnahmen nicht besser ist, stillst du ab. Ich würde mich auch mit den Vor- und Nachteilen des Abstillens auseinandersetzten, denn der Tagschalf und das Nuckeln nachts wird vielleicht nicht besser, und es kommt noch Flasche machen, Sterilisieren etc. dazu. Ich weiß nicht, wie viel du alleine mit Kind bist und wie viel dein Mann übernehmen könnte.noli1313 hat geschrieben:Ansonsten, Wie wäre es, wenn du es mit Zwiemilchernährung probierst? Nimmt dein Sohn die Flasche überhaupt? Wenn dir viel daran liegt, dass er Mumi bekommt, könntest du probieren abzupumpen, dass der Papa mal ne Fütterung übernehmen kann.
Und ansonsten so viel Unterstützung suchen, wie möglich. Dich mit Essen versorgen lassen, Haushaltsdinge, Nackenmasssagen, Trost...
Ich hoffe, du findest einen für dich gangbaren Weg. Du bist aufjedenfall eine tolle Mutter! Ich schicke dir ganz viel Kraft!