Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
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triplek
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Hi ihr, ich schließ mich mal eurer schönen Runde hier an
Der Zwerg wird auch zweisprachig erzogen mit Deutsch & Englisch. Nur erwische ich mich immer wieder in der falschen Sprache :/ Wir haben als Familiensprache Englisch, wenn meine Eltern dabei sind wird aber Deutsch gesprochen. Eigentlich war angedacht, dass mein Mann & ich Englisch sprechen, weil wir einfach gut 90% der Zeit Englisch sprechen im Alltag und es umständlich wäre, wenn ich mich dann im "Feierabend" umstellen müsste, da ich schon seit Jahren bei rund 90% Englisch am Tag bin und meine Sprachkenntnisse laut Muttersprachler "near native" sind. Dumm nur, dass ich, wenn meine Eltern dabei sind, Deutsch rede. Oder macht das dann nichts aus? Ich bin nämlich noch gaaanz am Anfang, mich einzulesen. Der Zwerg ist aber auch noch weit vom Reden entfernt...
Liebe Grüße
- elanor
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Hallo triplek,
ich glaube, das wichtigste ist wirklich, eine gute Regel zu haben, und diese dann einzuhalten. OPOL (one person one language) kann für viele diese Regel sein, muss es eben aber nicht. Bei uns war auch klar, dass es für uns nicht die richtige Lösung ist.
Wir trennen "zuhause" (=italienisch) von "draußen" (=deutsch), aber es gibt die Ausnahme, dass wenn Besuch kommt, der nur deutsch spricht, wir auch zuhause deutsch sprechen. Das erklären wir aber immer, auch wenn sie noch klein ist.
Es gibt sooo viele verschiedene Theorien zu mehrsprachiger Erziehung, was mir aber der wichtigste Ratschlag war: Es muss allen in der Familie mit der gewählten Lösung gut gehen.
Das wird oft unterschätzt, wenn z.B. OPOL als einzig wahre Lösung dargstellt wird.
Ich glaube, es kommt auch sehr darauf an, welche Erwartungen man an die Mehrsprachigkeit hat... bei euch scheint ja Englisch ganz eindeutig die starke Sprache zu sein, auch zuhause. Somit hat natürlich euer Zwerg weniger Anregung auf Deutsch... (ist dein Mann Englischmuttersprachler?). Habt ihr einen bestimmten Raum, eine bestimmte Situation in der dann deutsch gesprochen wird?
ich glaube, das wichtigste ist wirklich, eine gute Regel zu haben, und diese dann einzuhalten. OPOL (one person one language) kann für viele diese Regel sein, muss es eben aber nicht. Bei uns war auch klar, dass es für uns nicht die richtige Lösung ist.
Wir trennen "zuhause" (=italienisch) von "draußen" (=deutsch), aber es gibt die Ausnahme, dass wenn Besuch kommt, der nur deutsch spricht, wir auch zuhause deutsch sprechen. Das erklären wir aber immer, auch wenn sie noch klein ist.
Es gibt sooo viele verschiedene Theorien zu mehrsprachiger Erziehung, was mir aber der wichtigste Ratschlag war: Es muss allen in der Familie mit der gewählten Lösung gut gehen.
Ich glaube, es kommt auch sehr darauf an, welche Erwartungen man an die Mehrsprachigkeit hat... bei euch scheint ja Englisch ganz eindeutig die starke Sprache zu sein, auch zuhause. Somit hat natürlich euer Zwerg weniger Anregung auf Deutsch... (ist dein Mann Englischmuttersprachler?). Habt ihr einen bestimmten Raum, eine bestimmte Situation in der dann deutsch gesprochen wird?
G. 10/12 + J. 06/16
* 07/15
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Nessi
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich denke, dass man in den verschiedenen Situationen, in die man so kommt, einfach versuchen sollte authentisch zu bleiben und eben auch zu schauen, welche Sprache der kommunikativen Situation am besten passt. Damit meine ich zB, dass es mir gaaaanz komisch vorkommen würde,mit den Kinder Dänisch zu sprechen obwohl unsere Familiensprache Dänisch ist. Mein Freund und ich sprechen dänisch zusammen, aber wenn ich die Kinder anspreche ist dass (fast) immer auf Deutsch. Meine Muttersprache ist Deutsch und obwohl mein Dänisch auch ziemlich native like ist, würde ich mich immer besser auf Deutsch ausdrücken können.
Was die kommunikative Situation angeht: Wenn Oma und Opa da sind, wird ganz klar mehr Deutsch gesprochen - die können kein Dänisch. Bei der anderen Oma dagegen rede ich auch mehr Dänisch mit den Kindern - den die Oma kann nicht so gut Deutsch. Und das faszinierende dabei ist, dass meine Kinder (bis jetzt eigentlich nur meine Grosse, der mittlere spricht noch nicht soo viel) sehr gut unterscheiden können, wann sie welche Sprache benutzen sollten. Und das meine ich, ist auch etwas das die Kinder lernen.
Triplek: wann sprichst du denn Deutsch mit deinem Zwerg? Fühlst du dich denn manchmal "gezwungen" auf der einen oder anderen Sprache sprechen zu "müssen". Ich denke, dass Kinder da schon sehr feine Sensoren haben für, dass Mama (und Papa) zwei Sprachen sprechen oder wenigstens verstehen können, und sie unterschiedlich einsetzen.
Was die kommunikative Situation angeht: Wenn Oma und Opa da sind, wird ganz klar mehr Deutsch gesprochen - die können kein Dänisch. Bei der anderen Oma dagegen rede ich auch mehr Dänisch mit den Kindern - den die Oma kann nicht so gut Deutsch. Und das faszinierende dabei ist, dass meine Kinder (bis jetzt eigentlich nur meine Grosse, der mittlere spricht noch nicht soo viel) sehr gut unterscheiden können, wann sie welche Sprache benutzen sollten. Und das meine ich, ist auch etwas das die Kinder lernen.
Triplek: wann sprichst du denn Deutsch mit deinem Zwerg? Fühlst du dich denn manchmal "gezwungen" auf der einen oder anderen Sprache sprechen zu "müssen". Ich denke, dass Kinder da schon sehr feine Sensoren haben für, dass Mama (und Papa) zwei Sprachen sprechen oder wenigstens verstehen können, und sie unterschiedlich einsetzen.
Liebe Grüsse von
Sarah
mit Prinzessin (12/07), Frechdachs (01/11), kleiner Amsel (07/13) und Goldlöckchen (06/16)
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- Atsitsa
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Komplett OT, aber ich liebe dänisch und wünschte, ich könnte es öfter hören bzw sprechen. Ich habe drei Jahre in Dänemark gelebt und dort mein Abitur gemacht (1997). Ich sprach auch fast ohne Akzent. Mittlerweile brauch ich ein bißchen um reinzukommen.
Atsitsa
mit ihren Jungs 10/2013, 3/2016 und 1/2018
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Nessi
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
EvaE hat geschrieben:Komplett OT, aber ich liebe dänisch und wünschte, ich könnte es öfter hören bzw sprechen. Ich habe drei Jahre in Dänemark gelebt und dort mein Abitur gemacht (1997). Ich sprach auch fast ohne Akzent. Mittlerweile brauch ich ein bißchen um reinzukommen.
Ja, Dänisch ist ja dann doch keine Allerweltssprache. Und dazu auch noch ein wenig gwøhnungsbedürftig
Liebe Grüsse von
Sarah
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Siehste vielleicht will er Englisch sprechen und ihr wusstet bloss noch nicht er eigentlich ein englisch Muttersprachler istnido56 hat geschrieben: Kleine Ankedote am Rande: Seit neustem ist der Pirat dreisprachig. Er singt naemlich bei "Thunderstruck" von AC/DC auf Englisch mit: "Dan DA!" Im Musikgeschmack kommt er wohl nach dem Papa...
Muckelchen (11/2011) und Mini-Muckel (04/2015)
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Freda
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Hallo ihr Lieben,
ich war letzte Woche mit der Kleinen bei meinen Eltern zu Besuch und ich bin wahnsinnig überrascht. Es waren zwar nur 5 Tage, aber ihr Deutsch ist explodiert. Auf einmal kamen aus dem kleinen Mädchen Worte hervor, an die ich nicht einmal im Traum gedacht habe. Ich war echt baff.
ich war letzte Woche mit der Kleinen bei meinen Eltern zu Besuch und ich bin wahnsinnig überrascht. Es waren zwar nur 5 Tage, aber ihr Deutsch ist explodiert. Auf einmal kamen aus dem kleinen Mädchen Worte hervor, an die ich nicht einmal im Traum gedacht habe. Ich war echt baff.
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ClauWi-GK 07/13
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Das ist faszinierend, nicht?Freda hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,
ich war letzte Woche mit der Kleinen bei meinen Eltern zu Besuch und ich bin wahnsinnig überrascht. Es waren zwar nur 5 Tage, aber ihr Deutsch ist explodiert. Auf einmal kamen aus dem kleinen Mädchen Worte hervor, an die ich nicht einmal im Traum gedacht habe. Ich war echt baff.
Liebe Grüsse von
Sarah
mit Prinzessin (12/07), Frechdachs (01/11), kleiner Amsel (07/13) und Goldlöckchen (06/16)
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ja, der passive Wortschatz ist nicht zu unterschaetzen. Wir hatten zwei Wochen Schulferien und allein die Tatsache, dass wir den ganzen Tag zusammen waren und deutsch sprachen hat da einiges zum Vorschein gebracht.
Leider werden wir sobald nicht nach Deutschlande fahren koennen, aber ich glaube der naechste Aufenthalt (wir bleiben meist zwei Wochen) wird da einige Ueberraschungen bereit halten.
Leider werden wir sobald nicht nach Deutschlande fahren koennen, aber ich glaube der naechste Aufenthalt (wir bleiben meist zwei Wochen) wird da einige Ueberraschungen bereit halten.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
- emm
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Hi,
Ich hab grade einen gedanklichen Knoten...
bis vor kurzem haben wir in Grossbritannien gelebt, da wurde selbstverstaendlich zuhause Deutsch und ausserhalb Englisch gesprochen. Loewenkind ist jetzt 15 Monate alt, behilft sich in der aktiven Kommunikation hauptsaechlich mit Zeigen und hat offenbar in beiden Sprachen einen ganz passablen passiven Wortschatz.
Nun sind wir wieder in einem deutschsprachigen Umfeld, und mir stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Spreche ich nur mehr Deutsch mit den Kindern, finde ich Gelegenheiten, weiterhin Englisch zu sprechen?
Es fuehlt sich (noch) total seltsam an, unterwegs mit den Kindern Deutsch zu sprechen, aber das in einem deutschsprachigen Umfeld nicht zu tun, ist doch auch seltsam?
Wie kann es also sprachlich weitergehen bei uns?
Gruesse, leicht verplant,
...tap-a-talking...
Ich hab grade einen gedanklichen Knoten...
bis vor kurzem haben wir in Grossbritannien gelebt, da wurde selbstverstaendlich zuhause Deutsch und ausserhalb Englisch gesprochen. Loewenkind ist jetzt 15 Monate alt, behilft sich in der aktiven Kommunikation hauptsaechlich mit Zeigen und hat offenbar in beiden Sprachen einen ganz passablen passiven Wortschatz.
Nun sind wir wieder in einem deutschsprachigen Umfeld, und mir stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Spreche ich nur mehr Deutsch mit den Kindern, finde ich Gelegenheiten, weiterhin Englisch zu sprechen?
Es fuehlt sich (noch) total seltsam an, unterwegs mit den Kindern Deutsch zu sprechen, aber das in einem deutschsprachigen Umfeld nicht zu tun, ist doch auch seltsam?
Wie kann es also sprachlich weitergehen bei uns?
Gruesse, leicht verplant,
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das emm mit Löwenkind (08/2012), Fräulein Igel (09/2013) und kleinem Geheimniskrämer (11/2017)