vor drei Wochen kam unser zweites Kind zur Welt und nun haben wir leider wieder extreme Startschwierigkeiten beim Stillen. Beim ersten Kind habe ich drei Wochen gekämpft und konnte dann nach einer erfolgreichen Stillberatung 18 Monate ohne weitere Probleme glücklich stillen. Und für Krümel Nr. 2 hätte ich mir soooo sehr eine Wiederholung gewünscht!!! Leider ist meine Stillberaterin im Urlaub und da ich schon ein Kind habe, weiß ich nicht, ob ich diesen erheblichen Kampf (zeitlich und nervlich) nochmal schaffe, wo doch Nr. 1 (2,5 Jahre alt) auch viel Aufmerksamkeit fordert.
So nun zu den Details.
Unsere Tochter kam am 13.9. mit 3220g zur Welt - sie kam zeitgerecht, war aber schon vor der Geburt immer als eher zierlich geschätzt worden. Direkt im Kreißsaal war sie zu müde um an die Brust zu gehen. Ich habe dann Colostrum ausgedrückt und mit der Spritze zugefüttert. Die ersten Tage im KH habe ich viel angelegt, aber die kleine Maus hat mir die Brustwarzen (laut meiner Hebamme habe ich perfekte Brustwarzen, die wie "Schnuller" aussehen) immer mit einem angewiederten Gesichtsausdruck ausgespuckt und auch den Mund kaum aufgemacht. Nichtmal meiner Hebamme gelang es, die Kleine richtig anzudocken. Meine Brustwarzen waren durch das viele üben und annuckeln ziemlich wund. Mit Brusthütchen konnte ich andocken, aber ich musste permanent die Brust festhalten, damit sie nicht anfängt, an den Hütchen zu "schnullern".
Das Klinikentlassgewicht am 3. Tag (16.9.) war 2940g.
Am 21.9. wog sie bei der Hebi nur noch 2870g - danach entschied ich mich, nach dem Anlegeversuchen (mit Hütchen) immer nachzupumpen, damit ich ihr die gepumpte Milch einflößen kann. Wir haben dies zunächst per FIngerfeeding gemacht, wegen den steigenden ml aber dann irgendwann mit dem Calma-Sauger.
Anmerkung: mein erstes Kind hatte 2011 auch drei Wochen lang den Calma-Sauger bekommen und ging danach noch problemlos an die Brust, so daß ich mir dabei jetzt wenig gedacht habe.
Außerdem hatte unsere kleine Maus die erste Woche kein Stillkacki (Mekonium kam in den ersten Tagen ganz normal), so daß die Hebamme ihr ein Babylax verabreichte und ich ihr nach weiteren 2 Tagen ein Kümmelzäpfchen. Mit der steigenden Mumi-Zufütterung normalisierte sich dann die Verdauung und nun haben wir jeden Tag mind. 2 gute Kackiwindeln und 5-6 nasse Windeln.
Am 30.9. wog die Hebi unsere Kleine wieder mit 3200g und war damit sehr zufrieden. Der Plan meiner Hebi war daraufhin, dass wir uns vom 30.9. bis 7.10. eine Woche lang aufs Pumpen konzentrieren (da mich pumpen + die vielen Anlegeversuche völlig fertig gemacht haben) um die kleine Maus aufzupäppeln. Und danach könnten wir es durchaus wagen, dass ich mich mal mit dem Baby ins Bett lege und den ganzen Tag nur stille o.ä.
Ein paar Anmerkungen meinerseits noch:
- ich habe eine Babywaage mit 10g genauer Einheit - die ich ab und zu verwende, um festzustellen, was die Kleine aus der Brust herausgebracht hat (meistens mit Hütchen, ganz selten auch ohne Hütchen) - das beste war bisher 50g (konnte ich leider nicht wiederholen), sonst meistens 10-30g
-wenn die Kleine angedockt ist, nuckelt sie meistens nur - nur selten macht sie die richtigen festen Bewegungen mit dem Unterkiefer und schluckt. Da wir aber schon so sehr mit dem Andocken kämpfen (sie will einfach nicht meine BW im Mund behalten, spuckt sie ganz schnell schon wieder angewiedert hinaus) ist Wechselstillen für mich keine Alternative, ich verliere mit dem Andocken einfach irre viel Zeit
-nach 5 Minuten nuckeln und ein bisschen trinken (ich muss auch heute noch STÄNDIG animieren, also Füßchen oder Gesicht massieren, lauwarmer Waschlappen etc. - ohne Nachhilfe meinerseits trinkt sie überhaupt nicht von selbst. Ihr fallen an der Brust auch sofort die Augen zu - am Calma-Sauger hingegen hat sie kurz danach ganz wache Augen und zieht kräftig an
Momentan wiegt sie laut meiner Waage ca. 3350g. Mein Mann hat nur noch ein paar Tage Urlaub und ich habe einfach Angst, dass ich es alleine mit zwei Kindern plus pumpen plus Anlegen üben einfach nicht schaffe. Bin ziemlich gefrustet und würde sooooo gerne stillen.
An der Pumpe (Medela Lactina mit Doppelpumpset) bekomme ich derzeit in 15-20 Min ca. 100-150ml heraus und die Kleine trinkt momentan so 600ml (vorgestern) bis 740ml (gestern) am Tag.
Mein nächster Schritt wäre jetzt das Brusternährungsset - das muss ich jedoch erst noch organisieren. Sonden und Einwegspritzen hätte ich von meiner Hebamme noch da, ich überlege jetzt diese wieder vermehrt einzusetzen, allerdings fand ich diese im Umgang etwas schwierig, weil man die Spritze selbst halten muss während man stillt.
Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!
Gruß,
Lina