Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Moderatoren: Toony, Momolina

Benutzeravatar
MomoHerbstauge
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 357
Registriert: 09.01.2013, 22:37
Wohnort: Ba-Wü bzw. wo ich verstanden werde

Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von MomoHerbstauge »

Also ich hab da ein kleines Problem u wollte mal wissen wie ihr das machen würdet. Wir sind zwar fernsehfrei, aber eine Serie oder Film aufm PC schauen wir schon gern. Also um mir einen Film anzuschauen brauche ich eine Woche *g*.

Ich schaue sehr gerne während des Frühstücks ein paar Min (mit meinem Mann). Seit einer ganzen Weile kann ich nicht aufstehen, wenn Kleinmomo schläft, da er wirklich stundenlang dauernuckelt. Früher hat sich mein Mann reingeschlichen, aber Kleinmomo sieht ihn in der aktiven Schlafphase u wird wach.


Mir ist dieses Frühstücksschauen wichtig u in letzter haben wir das mit Kleinmomo gemacht, er ist ja da. Ich komme echt nicht dazu sonst zu Surfen (außer Handy) oder was zu schauen (was eh schon extrem wenig ist). Auf jeden Fall fühle ich mich unwohl, weil ich es völlig ablehne, dass Baby bzw Kleinkinder Videos bzw TV schauen. Aber ich bin permanent mit Kleinmomo zusammen u mich extra 10 min zurückzuziehen was zu schauen (wenn mein Mann da ist) würd ich nicht, da lese ich. Es geht mir um die Situation morgens.

Für meinen Mann ist es unproblematisch darauf zu verzichten, er kann ja abends/nachts was schauen u Surfen, wenn ich dauernuckelnd im Bett bin.

Ich hab ein schlechtes gewissen wg meiner schlechten Angewohnheit, will aber nicht darauf verzichten. Bekomme ich von euch Absolution ;) oder bringt ihr mich dazu es zu lassen? Frage mich, ob ich mit diesem egoistischen Verhalten eine schlechte Mama in dieser Situation bin. (Bin auch zb zu faul Kleinmomo extra essen zu machen, drum bekommt er meist meins, nennt sich auch BLW ;)

Aber ich richte mich echt nach ihm, im Prinzip 24 Stunden, nachts schlafe ich kaum, ich bin einfach mal ein egoistischer A.... Morgens. Find Baby Fernsehn aber Immernoch echt mies. Wie ihr seht geht's in mir hin und her...


Sent from my iPhone mit Tippfehlern
Benutzeravatar
Pupu
Dipl.-SuT
Beiträge: 4496
Registriert: 18.02.2008, 08:58
Wohnort: Finnland

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von Pupu »

Was ist dir denn bei diesen morgendlichen zehn Minuten wirklich wichtig?
Das, WAS ihr schaut?
Das Ritual, DASS ihr was schaut, egal was?
Die gemeinsame Zeit mit deinem Mann morgens, in der ihr etwas wirklich ZUSAMMEN macht?
Die zehn Minuten am Tag, die du dich nicht nur dem Baby widmest, sondern was für DICH tust?
Etwas anderes?
Lg aus Finnland von Pupu mit Wildgurke 🥒 (02/09), Quatschbanane 🍌 (08/11) und zwei Minimöhrchen 🥕🥕 (07/17)

"I'm not procrastinating. I'm doing side quests!"
Benutzeravatar
MomoHerbstauge
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 357
Registriert: 09.01.2013, 22:37
Wohnort: Ba-Wü bzw. wo ich verstanden werde

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von MomoHerbstauge »

Das ich abschalte, gemeinsam mit meinem Mann. Wirklich zusammen was machen ist das nicht, wir konsumieren passiv. Sonst reden wir andauernd miteinander u mit kleinmomo unternehmen wir oder ich auch immer was.



Sent from my iPhone mit Tippfehlern
Benutzeravatar
Flädi
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1909
Registriert: 20.12.2005, 14:10
Wohnort: in der Schweiz
Kontaktdaten:

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von Flädi »

Also ich würde mir selber da kein gewissen machen. Bei uns gibt es für die Kinder seit je her nur sehr spärlich dosierter fernsehkonsum, aber ich habe mir auch schon während dauerstillphasen oder Krankheitsfällen von mir oder den Kindern dauerfernseh gegönnt.
Tochter 2005, Sohn 2007 und Tochter 2010
Benutzeravatar
Pupu
Dipl.-SuT
Beiträge: 4496
Registriert: 18.02.2008, 08:58
Wohnort: Finnland

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von Pupu »

Ich kann den Wunsch nach Abschalten sooooo verstehen, gerade in anstrengenden Phasen. Aber irgendwo muss man hier Abstriche machen. Entweder an der Einstellung zum Fernsehen (wenn es wirklich nur 10 Minuten sind und er dabei stillt und nichtmal hinguckt, kann man es vielleicht vor sich rechtfertigen) oder an der Art des Abschaltens. Wichtig hierbei ist: es ist nur eine Phase! Irgendwann wird er schlafen und ihr werdet wieder gemeinsame Zeit haben. Wie lange diese Phase dauert, kann man nicht vorhersagen. Vielleicht Wochen, vielleicht Monate - es kann aber auch übermorgen ganz plötzlich vorbei sein. So oder so, die Zeit ist begrenzt, in der es so sein wird.

Vielleicht könnte man in dieser Zeit ein anderes Ritual einführen? Berieseln lassen von Radio oder Hörbüchern, sich gegenseitig aus Büchern oder Zeitschriften vorlesen, einfach mal laut Musik hören und dazu abrocken... Irgendwas wird sich sicher finden lassen. Ich persönlich finde, dass man von 10 Minuten eh nicht viel hat. Dann lieber einmal pro Woche einen Babysitter (Oma, Tante etc?) mit dem Kind zwei Stunden auf den Spielplatz schicken und dann mal RICHTIG die Füße hochlegen und einen GANZEN Film gucken. Im Alltag kann man bestimmt auch andere Kraftoasen finden.

Jeder ist anders, und wenn das morgendliche Tv dir absolut wichtig ist, dann will ich euch das natürlich nicht absprechen. Aber eines von beiden wirst du "opfern" müssen - entweder die Absolutheit deiner Prinzipien oder - auf Zeit - das Tv schauen.
Lg aus Finnland von Pupu mit Wildgurke 🥒 (02/09), Quatschbanane 🍌 (08/11) und zwei Minimöhrchen 🥕🥕 (07/17)

"I'm not procrastinating. I'm doing side quests!"
Maja
SuT-Legende
Beiträge: 8590
Registriert: 18.10.2004, 22:40
Wohnort: NRW

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von Maja »

Grundsätzlich glaube ich, dass ein Kind keinen großen Schaden von zehn Minuten Bildschirmkonsum am Tag bekommt. Ich habe bei meiner Großen noch Diplomarbeit geschrieben und da war sie deutlich länger mit vorm PC, wenn natürlich auch meistens stillend oder im TT schlafend, aber eben trotzdem in der Nähe vom Monitor. Ich kann wirklich keinerlei Spätschäden bei ihr feststellen. Und die Kleine hat ja sowieso schon mehr "abbekommen", weil wir der Großen später schon mal ein Maulwurf-Filmchen oder so auf youtube erlaubt haben. Da wir keinen Fernseher haben, hier grundsätzlich nichts (also nicht mal Radiogedudel) nebenbei läuft und sich das wirklich nur auf minutenweise bewusstes Schauen am PC beschränkt hat hielt und hält es sich aber in Grenzen.
Also von daher, wenn es sich wirklich nur um die zehn Minuten handelt und ein Ritual ist, dann würde ich mich deswegen nicht verrückt machen. Ich würde es halt nur definitiv vom Frühstück und vorm Frühstückstisch entkoppeln, damit das Kind nicht irgendwann sein Müsli nur noch bei laufendem Film löffelt bzw. bei jeder Berieselung nach einem Toast schreit :wink: Kinder können da echt hartnäckige kleine Ritualtyrannen werden, grad was "Essen" und "Medien" angeht, und in Kombi noch viel schlimmer :wink: Aber vor oder nach dem Frühstück bei einer Tasse Kaffee ein paar Minuten was gucken (natürlich nichts wovon ein Kind Alpträume kriegt, aber ihr werdet ja morgens wohl auch keine Splatter-Movies anmachen :lol: ) und vor dem Tag noch mal zur Ruhe kommen finde ich persönlich jetzt echt kein Drama. Und wenn morgens außerhalb des Frühstücks die Zeit dazu nicht reicht, dann vielleicht beim Frühstück eine besonders schöne Musik anmachen und nachmittags oder abends die Filmminuten einschieben, eben auch als verlässliches Ritual für euch beide. Wenn Du dann dabei stillst schaut das Baby ja auch gar nicht auf den Bildschirm. Und irgendwann wird es sich vielleicht auch auf diese "Familien-Stillzeit" freuen, wo der Papa daneben sitzt und ihr zusammen seid. Oder dieses Ritual sogar selbst einfordern :wink:

Viel Erfolg und mach Dir nicht zu viele Sorgen! :D
2004/2006/2014
Captainsparrow

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von Captainsparrow »

Ich würde mir da auch keinen Kopf machen und unterschreib ganz faul bei Maja.
Lösche Benutzer 14500

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Ich unterschreibe auch bei Maya. :-) Das Einzige, was ich an der Situation ändern würde ist das Fernsehen beim Frühstücken - einfach, weil ich gemeinsames Essen ganz wichtig finde und auch, dass man möglichst nicht nebenbei isst, sondern sich dem ganz widmet.

Aber ansonsten: Dein Fernsehkonsum ist ja überschaubar.Ginge es hier um reguläre zwei Stunden am Nachmittag o.ä., dann würde ich wohl auch eher raten, zu gucken, ob du deinen Fernsehkonsum nicht einschränken oder verlagern kannst. 10 Minuten finde ich unproblematisch. Tatsächlich ist es ja so, dass nachgewiesen ist, dass ÜBERMÄSSIGER Fernsehkonsum für Kinder nicht gut ist - das Zauberwort dabei ist aber "übermäßig". Ich finde es völlig ok, wenn man sagt, man möchte sein Kind nicht fernsehen lassen, kann ich verstehen. Ich finde es aber genauso ok, wenn man sich - in deinem Fall z-B. - 10 Minuten gemeinsam etwas anschaut.

Meine Tochter guckt, seit sie etwas über ein Jahr alt ist, das Sandmännchen. Nicht jeden Abend, manchmal hat sie keine Lust oder wir sind zu spät dran, dann fällt es halt aus. Aber sie guckt relativ regelmäßig; gemeinsam mit dem Miffimann und mir. Wir machen das wie Bilderbuchgucken, kommentieren also, was wir sehen. Ich bin dafür teilweise heftig angegangen worden von bekannten Müttern, die ihr Kind nicht fernsehen lassen wollen, weil schlecht für die Entwicklung und so. (Was ich so erstmal völlig ok finde, wie gesagt.) Ende vom Lied ist, dass das Nichtfernsehguckkind, einige Monate älter als meine Tochter, gerade erst anfängt zu sprechen und Sätze bildet wie "NamedesKindes auch!", während mein Fernsehguckkind bei "Nee, Mama, ich will kein Müsli, ich will lieber ein Käsebrot haben." ist. Es ist eben nicht so einfach, dass man Variable x einführt oder abschafft und dann kommt Effekt y beim Kind raus. :-) Weil: Viel wichtiger als diese ollen 10 Minuten Fernsehen oder Nichtfernsehen ist, denke ich, der sonstige Umgang mit dem Kind: Wieviel widmet man sich dem Kind und in welcher Weise? Wie läuft die Kommunkation ab, inwiefern achtet man auf die Bedürfnisse des Kindes, welche Anregungen gibt es, inwiefern greift man Interessen/Fragen des Kindes auf, erklärt man und kommentiert man Dinge oder eher nicht? Ich denke, all so etwas beeinflusst die geistige Entwicklung des Kindes (und ich glaube, darum geht es ja bei der Fernsehfrage?) eher als die 10 Minuten Fernsehen oder Nichtfernsehen. (Allerdings, wie gesagt: Bei längerem Fernsehgucken wäre ich deutlich kritischer.)
Lösche Benutzer 14500

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Ach, ps: Ich sehe gerade deine Signatur. Auf mich erwecken Signaturen wie deine immer den Eindruck, da hat jemand einen Plan - ein Ideal, dass er/sie gerne umsetzen möchte, eine recht feste Vorstellung vom Umgang mit dem Kind und dem, was dabei "flasch" oder "richtig" ist. (Überlies dieses ps bitte, falls ich das falsch interpretiere!)

Ich finde das sehr zwiespältig: Es ist einerseits sicherlich nicht verkehrt, Ideale oder Leitbilder zu haben an denen man sich ausrichten kann. Gerade, wenn man das Gefühl hat, es läuft in irgendeinem Bereich nicht so rund, mag es sinnvoll sein, zu überlegen, wie wohl eine ideale Lösung der Situation aussähe und wie man das umsetzen könnte. Aber: Solche Ideale können auch Druck machen. Wenn ich das Ideal habe, mein Kind fernsehfrei zu erziehen, dann würde es mir definitiv auch ein schlechtes Gewissen machen, wenn mein Kind mitguckt. Wichtig finde ich, dass man dann kritisch hinterfragt: Wie sinnvoll ist mein Ideal? Hält es der Realität stand? Habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich wirklich glaube, 10 Minuten Fernsehen schaden meinenm Kind oder geht es eher darum, dass ich doch eigentlich das Ideal hatte, mein Kind fernsehfrei groß werden zu lassen? (Ich hoffe, man versteht, was ich meine - ich hatte noch keinen Kaffee... :-)) Falls letzteres, plädiere ich für Ideallockerung. :-)
Benutzeravatar
bayleaf
ModTeam-Stillberatung
Beiträge: 1405
Registriert: 22.06.2011, 21:51
Wohnort: London

Re: Schlechtes Gewissen - Baby schaut mit

Beitrag von bayleaf »

Ich glaube das Unerzogen und z.B. Fernsehfrei nur dann praktikabel sind wenn die gleichen Regeln für alle Familienmitglieder gelten.
Fernsehfrei heißt ja nicht das der Kasten in der Ecke ausbleibt sondern das eben alle elektronischen Unterhaltungsmedien für ALLE nicht zugänglich sind.
Sobald Du 10 Minuten auf dem Smartphone/IPad/etc surfst oder eben Deine Sendung morgen schaust wird es Dein Kleiner irgendwann auch wollen und das heißt eben das er das solang und so viel wie er möchte dann auch darf. Nackt. Eis essend. Um 11 Uhr abends :D
Da gibt es zwei Möglichkeiten: mit dem Telefon wird telefoniert. Surfen/Filmschauen erst wenn der Kleine schläft. Oder eben gar keine Filme schauen, kein Computer daddeln, Fernsehfrei für alle.
Oder Du akzeptierst das Dein Bedürfnis nach Entspannung genauso wichtig ist wie das gefühlte Bedürfnis Deines Kindes fernsehfrei aufzuwachsen und machst einfach so weiter wie bisher OHNE schlechtes Gewissen und nimmst dabei in Kauf das es zu stundenlangem YouTube surfen, etc bei Deinem Kind führen kann.
Mein Großer hat sich klassisch unerzogen/unschooled mit Youtube Liedchen das Alphabet beigebracht und konnte dann auch recht schnell lesen.
Ich hätte es schöner gefunden wenn er dafür die handgestickte Alphabettafel genommen hätte die schon immer bei uns im Flur hängt, nu ja so läuft es eben dann aber nicht ;)
Mit meinen 09/12/16 Jungs
Antworten

Zurück zu „Unsere Kinder“