Nahendes Tandemstillen - brauche Zuspruch

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Minchen
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Re: Nahendes Tandemstillen - brauche Zuspruch

Beitrag von Minchen »

Mir ging es ähnlich wie Mayra, wobei ich es nicht bereut habe, sondern dasselbe beim nächsten Kind wieder getan habe. Der Große war erst 16 Monate alt, als der Kleine kam und das Stillen war für uns sehr wichtig. Er aß ohnehin spät. Ich war auch ganz zuversichtlich, da er auch kaum noch stillte.
Dann aber kam der Bruder und die Milch und er stillte auch direkt wieder voll. Ich ließ ihn auch gewähren, aber es war sehr anstrengend. Er war fordernd (gut, er IST so, das wusste ich auch, aber grad mit Baby hat es mich dann extrem genervt.. :oops: ) und laut und es gab viel Theater deswegen. Die Nächte wie bei Mayra: Baby wird wach, Bruder auch SOFORT (obwohl er vorher durchschlief) und brüllte, wenn er nicht augenblicklich an die Brust durfte (was ich nicht hinbekam mit beiden, Baby war eben zuerst dran). Das Baby stillte, wurde über das Gebrüll des Bruders so richtig wach, während der beim Stillen wieder einschlief. Wir hatten über Monate nachts ein 2 Stunden hellwaches Baby deswegen. Manchmal frage ich mich, warum ich das dann so lange weitergemacht habe - aber es war mir halt wichtig... Abgestillt habe ich den Großen dann nach einem Jahr tandemstillen, weil dann die Kleine unterwegs war und mir das dann schlicht zu viel wurde...

Mit den beiden war es dann ganz anders. Beide sind charakterlich ruhiger und zufriedener, es gab kein Theater ums Stillen, keine durchwachten Nächte mit dem älteren Kind (eher war wieder der Älteste wach, wenn die Kleinste nachts auch nur einen Mucks von sich gab). Die Stillzeit mit den beiden war wirklich schön.

Jetzt bin ich wieder schwanger und habe die Jüngste aber abgestillt (gut, diesmal ist der Abstand auch größer). Ich muss zugeben, dass ich es diesmal genieße, NUR schwanger zu sein. :oops: :D

Mein Fazit: ich glaube, es hat viel mit dem Charakter der Kinder zu tun, wie das läuft. Mein Großer zB schläft bis heute nicht gut und ist sehr fordernd und anspruchsvoll. So hat er sich eben auch in dieser Situation verhalten. Was mich auch davon überzeugt, dass es dennoch und gerade deswegen gut für ihn war.

Hör auf Dein Herz und Dein Gefühl - es kommt, wie es kommt und Du kannst dann immernoch entscheiden, wie Du weitermachen willst.
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
jusl
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Re: Nahendes Tandemstillen - brauche Zuspruch

Beitrag von jusl »

Aber: die Geburt des ersten Geschwisters ist eben ein massives Erdbeben für die kleinen, ihr Universum wird in den Grundfesten erschüttert.
Naja, das ist aber eine recht dramatische Sichtweise. ;-)
Der Mensch ist ein Rudeltier, also mit Sicherheit ausgelegt auf die soziobiologische Erwartung weiterer Geschwister. Sich die Eltern mit Geschwistern teilen zu müssen, sehe ich persönlich daher nicht als "Erdbeben", sondern eher als "vorübergehenden Wetterumschwung" im Bereich des ganz Normalen.

LG
Julia
Lösche Benutzer 1828

Re: Nahendes Tandemstillen - brauche Zuspruch

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

jusl hat geschrieben:
Aber: die Geburt des ersten Geschwisters ist eben ein massives Erdbeben für die kleinen, ihr Universum wird in den Grundfesten erschüttert.
Naja, das ist aber eine recht dramatische Sichtweise. ;-)
Der Mensch ist ein Rudeltier, also mit Sicherheit ausgelegt auf die soziobiologische Erwartung weiterer Geschwister. Sich die Eltern mit Geschwistern teilen zu müssen, sehe ich persönlich daher nicht als "Erdbeben", sondern eher als "vorübergehenden Wetterumschwung" im Bereich des ganz Normalen.

LG
Julia
Dem schließe ich mich voll an - Geschwister zu haben ist etwas total normales, anfangs ungewohnt, aber sicher kein Erdbeben.
Hier wurde das auch nie so erlebt - ganz im Gegenteil, sie waren immer froh, haben sich gefreut und es war in der Tat total normal, dass da eben jetzt noch Bruder und/oder Schwester sind.
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Johannasmama
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Re: Nahendes Tandemstillen - brauche Zuspruch

Beitrag von Johannasmama »

hier ist es ähnlich. die große war 20 Monate zur Geburt und hat direkt wieder voll gestillt. die Schwangerschaft über fast garnicht mehr... Jetzt ist die kleine 5 wochen und seit dieser Woche geht die Große wieder tagsüber zur Tamu und somit hält es sich in grenzen ABER sobald sie heim kommt ist es das erste! und dann auch den ganzen restlichen Tag, die Nacht usw. es nervt schon.. ganz ehrlich. Sie hat auch durchgeschlafen und die ersten TAge kam sie nachts wieder öfter als die kleine.. mittlerweile schläft sie wieder durch wenn sie nicht grad durch die kleine geweckt wird :roll:

Aber ganz ehrlich. Wenn Johanna nicht zur Tamu gehen würde, würde ich abstillen. Meine Nerven lagen zwischendurch echt schon blank. Ich saß hier manchmal an tagen wo die kleine schrie und sich nicht beruihgen lies und Johanna nichts anders im Sinn hatte als dann stillen zu wollen. Ich musste regelrecht vor ihr weglaufen weil sie ein NEIN nicht akzeptiert. ach sehr schwierig. Wenn ich die kleine im TT hab gibts auch regelmäßig theater...

Und es ist ein Teufelskreis. Die kleine schreit, ich bin genervt, kann nichts mit der Großen machen und im gleichen mOment will sie stillen , was mich noch mehr nervt . allerdings hab ich es dann oft zugelassen , als "Trost" weil sie die ganze zeit zu kurz kommt. Ich wünsche dir auf alle fälle alles gute für die Geburt und viel Kraft :)
Zuletzt geändert von jusl am 08.08.2013, 12:06, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: unerwünschtes Kürzel für "Schwangerschaft" geändert
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Re: Nahendes Tandemstillen - brauche Zuspruch

Beitrag von Lilalo »

Hallo,

ich bin zwar noch ganz neu im Forum, antworte aber trotzdem mal :wink:

Ich stille jetzt seit 3,5 Monaten Tandem (die beiden haben einen Altersunterschied von 25 Monaten). Und mir gings in der Schwangerschaft immer mal wieder so, ich hab meinem Sohn dann die Brust auch immer wieder entzogen während des Stillens, weil ich es als unangenehm empfand (nicht körperlich, aber irgendwie hats mich gestört). Ich stille einmal Mittags, Abends und Nachts nach Bedarf. Mittlerweile stille ich wieder sehr gerne. Nur wenn Emil zu oft oder zu lange trinkt stört es mich noch, ich denke aber das das ganz normal ist.


Gerade die Anfangszeit mit beiden Kindern hat mir das Stillen sehr erleichtert. Ich werde nicht vergessen, wie die beiden zum ersten mal aufeinandertraffen.
Ich lag bei uns im Bett (Familienbett) und stillte meinen kleinen Neugeborenen Sohn. Emil war 4h bei der Nachbarin gewesen (eine sehr schnelle Hausgeburt) und sah mich doch mit diesem ihm fremden Baby liegen. Zwei Hebammen, Nachbarin und mein Mann waren auch dabei. Die Situation war irgendwie abstrakt, Emil total verunsichert. Ich erklärte ihm dann er solle zu mir kommen, ich möchte ihm wen vorstellen. :D Also kam Emil aufs Bett gekrabbelt und fragte sofort nach der Brust und ich stillte beide. Ich glaube alle anderen fanden es ein wenig merkwürdig. Aber für uns drei war das ein super Start. Emil zeigt keinerlei Eifersüchtelein auf seinen kleinen Bruder, ist sehr liebevoll ihm Gegenüber und zeigt Verständnis, wenn er mal kurz warten muss. Abends kuschel ich dann nur mit ihm und er darf an seine geliebte Brust. Wir sind so sehr glücklich.
Zuletzt geändert von jusl am 08.08.2013, 12:06, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: unerwünschtes Kürzel für "Schwangerschaft" geändert
Lilia87
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Re: Nahendes Tandemstillen - brauche Zuspruch

Beitrag von Lilia87 »

Vielen Dank für all eure Antworten!
Zum "Nebenschauplatz" Geschwister: Ich teile die Ansicht, dass Geschwister etwas wunderbares, bereicherndes sind und ich wünsche mir ja unter anderem aus diesem Grund viele Kinder (am liebsten 5 :-)), dennoch kann ich Sakuras Aussage verstehen. Gerade für die Erstgeborenen, die es im Gegensatz zu ihren Geschwister ja erstmal gewohnt sind, die absolute, uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu haben, ist es sicher auch eine Riesenumstellung, und je nach Charakter und Alter des Kindes fällt ihm diese Umstellung leichter oder schwerer. So drastisch wie es in so mancher Fachliteratur zum Thema "Erstgeborene" bzgl. Enttrohnung und Traumatisierung des ältesten Geschwisterkindes seh ich es nun auch nicht, trotzdem hätte ich vollstes Verständnis dafür, wenn mein Großer das Baby erst mal als langweiligen Eindringling wahrnehmen sollte, wovon ich aber nicht ausgehe, da er einfach so ein fröhlicher, sehr anderen, auch viel kleineren Kindern, interessierter Goldschatz ist.

Es tut mir gut, all eure Erfahrungen zu lesen. Zum Einen weiß ich nun besser, worauf ich mich einlasse. Mir ist nun klar, dass er höchstwahrscheinlich zunächst "schlechter" schlafen wird, um auch nachts zu stillen. Diesen "Schock" habt ihr mir schon mal erspart! Mir macht es Mut, dass Johannasmamas Tochter aber inzwischen schon wieder durchschläft :-) Ein paar Wochen nächtliches Tandemstillen traue ich mir durchaus zu!
Besonders schön finde ich, dass du, Lilalo, mir gleich deinen ersten Beitrag, und dann noch einen sooo positiven, gewidmet hast. Vielen Dank dafür! Ich hoffe wirklich, dass sich bei mir das "Genervtsein" nach der Geburt auch so legt wie bei dir!
@ Minchen: Wie schön, wann kommt denn das Vierte? Ich freue mich immer so, wenn sich andere Frauen für viele Kinder entscheiden und auch das Glück haben dürfen, diese dann zu bekommen! Ich muss sagen, dass mich in dieser Schwangerschaft das Stillen bis vor wenigen Wochen ja nicht gestört hat, im Gegenteil, es hat mir auch oft Ruhe und Erholung verschafft (gerade als ich wegen der Übelkeit so fertig war und nicht herumtoben konnte)... Und du hast sicher Recht, es kommt eben, wie es kommt. Ich kann ja eh nicht allzu viel ändern, vor allem, weil ich es eben nicht über's Herz bringe, ihn jetzt abszustillen.

Danke nochmal euch allen für eure Meinungen!
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