Ich muss euch das was uns in den letzten Wochen passiert ist mal aufschreiben - für euch und für mich, vielleicht glaub ich´s ja dann?
Eigentlich handelt es sich um die Geschichte wie ich meine 18 Monate alte Tochter abgestillt habe, aber ihr werdet bald merken warum es ins Schlafforum gehört.
Ich fang einfach mal am Anfang an:
Meine Maus war immer eine sehr, sehr häufige Aufwacherin
Und hab von alle 2 Stunden stillen geträumt - kurzum, stillen, dauerstillen, nuckeln, rumtragen, usw. usf. war hier über ein Jahr lang der ganz normale Alltag.
Aber mein Mann ist toll (er ist immer gelaufen, ich kann das Nachts einfach nicht
Ich hätte nie gedacht das ich so viel länger als das klassische deutsche Jahr stillen würde, ich hab mir zwar schnell gedacht "muss ja nicht alles so machen wie der Standard" aber im Kopf hatte ich halt so 13, 14 Monate vielleicht?
Jaaahhh... also mit 16,5 Monaten ca. waren dann die Zähne soweit vollständig, also die ersten 16. Und von einem Tag auf den anderen war das Kind ein anderes. Da merkt man erst was 4 Monate Schmerzen und 8 Zähne aus so einer Kleinkindlaune machen können... und aus dem gesamten Familienschlaf
Darauf hab ich auch hingeschielt, denn diese 4 Monate hätte ich ohne stillen nicht geschafft - und zwar ständig - ich hätte echt ein Verlängerungskabel brauchen können...
Wir haben noch 2 Wochen durchgeatmet und dann aufgehört tagsüber zu stillen, also nur noch zum schlafen Mittags und Abends + alles was Nachts verlangt wurde. In den ersten 3 Tagen hat sie mich natürlich gewohnheitsmäßig oft gefragt "BuBu?" (Süßes Wort für Busen, gell
Dann haben wir nach 2 Wochen entschieden das es jetzt an der Zeit ist die Nächte anzugehen - und da hatte ich echt Respekt davor...
Sie hatte nie einen nächtlichen Rhythmus, die letzten 2 Nächte in denen ich sie gestillt habe hat sie durchgenuckelt - und ich dachte das wird richtig schwer.
Ich hab auch viel hier im Forum vorher gelesen und eines hat mir sehr geholfen, jemand schrieb wenn das Kind schon auf die Brust verzichten muss, dann nicht auch noch auf die Mama. Das hat mir einfach noch einen Weg gegeben um sie gut dabei zu begleiten.
In der ersten Nacht lagen wir 1x 3h gemeinsam im Bett, die restliche Zeit sind wir abwechselnd mit ihr in der Manduca gelaufen und es hat ganz lange gedauert bis wir uns hinlegen konnten. Sie hat nicht sehr geweint, wir haben ihr auch vorher erklärt das es nachts jetzt keinen Busen mehr gibt, aber sie fand in der ungewohnten Situation einfach schwer wieder in den Schlaf. Es war trotzdem irgendwie nicht so schlimm wie befürchtet, wir haben gesungen und geflüstert sie hat einfach ab und zu kurz aufgeweint aber wir haben sie eben getragen und getröstet und sie hat sich immer sofort wieder beruhigt.
In der 2. Nacht sind wir sicher auch 4x abwechselnd mit ihr gelaufen, sie schlief aber immer innerhalb von 10 Minuten wieder ein.
So jetzt kommts - in der 3. Nacht schlief sie von halb 11 bis halb 6 morgens durch
Ganz ehrlich - ich hab gedacht wenn wir Nachts abstillen wird sie sich irgendwann auch mal im Liegen beruhigen lassen und was trinken oder so und wir werden jetzt (hoffentlich) nicht Monatelang nächtens umherwandern - aber sowas - never!
Seitdem schläft sie immer länger. Die letzten 3 Nächte hat sie ernsthaft komplett von halb 8 abends bis 7 Uhr morgens durchgeschlafen!
Mein Kind das 8 Monate lang in der früh ab halb 4/4 nicht mehr ohne Brust im Mund schlafen konnte - ich hab im ganzen Bekanntenkreis nur 1 Kind das schlechter schläft als meins - und jetzt das.
1,5 Jahre und ich dachte das geht noch ewig und 3 Tage so - ich hab damit ganz ehrlich nicht gerechnet und ich bin mir auch 100%ig sicher das das früher bei ihr nicht möglich gewesen wäre.
Ich bin total froh das ich solange gestillt habe und der Abstillzeitpunkt war für mich, und vielleicht kann ich sogar sagen, für uns, genau der Richtige.
Ich bin mir sicher das das Schlafen und das Sicherheitsgefühl in der Nacht reifen, und das es durch das Zahnen vorher einfach nicht durchgekommen ist.
Aber ja, mit Blick auf die letzten Tage vorher - vielleicht stand uns am Ende tatsächlich die Gewohnheit im Weg, das bei jedem bisschen zu sich kommen in der Nacht die Brust gefordert wurde, ist ja auch schön das kann ich schon verstehen.
Inzwischen haben wir das letzte Mal gestillt, gestern zum Mittagsschlaf - ich hab ihr vorher gesagt das es jetzt das letzte Mal ist...
Und ich denkt sie wird gleich aus ihrem 1. Mittagsschlaf ohne Einschlafstillen erwachen
Es war eine schöne Zeit - wir sind jeden Weg und Umweg des stillens und des Schlafens mit ihr gegangen - aber ich bin sehr froh und dankbar über die Erfahrung, wieviel Sicherheit und Geborgenheit ich meiner Tochter beim Abstillen geben konnte, einfach weil ich mir sicher war und sie so liebevoll begleiten konnte.
Ich hoffe es ist aus meiner Geschichte klar geworden das ich hier nicht das Abstillen zum Durchschlafen bewerben will - daran glaube ich nämlich immer noch nicht - aber so ist es uns passiert und weil es so unglaublich ist wollt ich es gerne mit euch teilen.


