Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Antworten
Aurora10
gut eingelebt
Beiträge: 41
Registriert: 14.02.2012, 10:05

Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von Aurora10 »

Ich möchte gern mal eure Meinungen bzw. Erfahrungen haben.
Mein Sohn (16 Monate) war schon immer ein guter Schläfer. Seit Geburt hat er viel und gut geschlafen. Ich weiß noch wie immer alle gelacht haben wenn sie angerufen haben und nach ihm fragten... Dann kam immer die Antwort von mir: er schläft :-)
Er hat zuverlässig einen 3 Stunden Takt - bis auf einige Clusterabende - gehabt. Als er ca 7 Monate alt war. Hat er Probleme mit dem einschlafen bekommen. Oftmals war er Abends bis 22/23 Uhr wach. Das stabilisierte sich aber wieder. Als er 10 Monate alt war, haben wir versucht (weil er von uns immer wieder wach wurde,FB) ihn an sein Zimmer zu gewöhnen. Tja das ging voll in die Hose....
Nicht nur das wir ihn nur noch in den Schlaf tragen konnten, er hat dann auch nur noch höchstens 1 Std am Stück geschlafen. Also haben wir es gelassen.

Nun zu unserem jetzigen Problem:
Egal was wir am Nachmittag gemacht haben oder wie lange er wach war... Er findet nicht in den Schlaf. Ich muss Minimum 1 Std Einschlafbegleitung machen. Ich weiß einige von euch denken jetzt: ach wie süß, das hätte ich auch gern....
Aber für mich ist es anstrengend. Ich bin quasi Alleinerziehend und will Abends einfach Zeit für mich. Ich kann ihn nicht runter fahren. Egal was ich probiere. Ein Ritual haben wir nicht mehr. Er lässt nichts mehr zu... Früher haben wir ganz in Ruhe im Bad ihn fertig gemacht dann am Fenster den Tag verabschiedet und dann ausgiebig gestillt.
Jetzt ist das fertig machen im Bad schon eine Katastrophe. Er lässt sich nicht wickeln, Zähne putzen geht auch nicht ohne Zwang, wenn ich dann versuche ein Ritual einzuführen dreht er noch mehr auf. Lesen geht nicht, er nimmt das Buch oder will nur umblättern, nur anschauen klappt ab und an. Singen oder Erzählen geht gar nicht.
Er will nur toben, das Licht an und aus machen, im Bett rumspringen....
Ich schaffe es nicht ihn zur Ruhe zu bekommen. Ich kann nur da liegen und warten bis er von allein kommt und stillt. Danach liegt er oft unruhig da und schläft mal schneller mal gar nicht ein. Dann geht es eigentlich mit dem Schlafen, seitdem er krank war stillt er wieder häufiger in der Nacht. Aber meistens schläft er gut in der Nacht.

Ich weiß einige schütteln jetzt den Kopf und verstehen nicht was mein Problem ist. Ich wollte aber gern mal eure Meinungen zu unserem Problem hören und vielleicht einige Denkanstöße bekommen.
Mausi 01/2012 Ich liebe dich, ich trage dich, ich stille dich, ich danke dir für die Freude die du uns schenkst und ich bin froh das du mich in deinem Bett schlafen lässt.
elamshin
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1203
Registriert: 20.06.2012, 13:02
Wohnort: Österreich

Re: Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von elamshin »

Hallo Aurora,

meine Leidensgenossin. ;D Mein Zwuck ist 15 Monate, also knapp jünger. Ein Superschläfer war er zwar nie, ganz im Gegenteil, aber seit fast drei Monaten ist vor allem beim Einschlafen zunehmend der Wurm drinnen. Nächtliche Dramen mit stündlichem Aufwachen und viel Weinen konnten wir bislang immer gut den großen Entwicklungsschüben zuordnen. Vom 6-10 Monat war es eine Katastrophe, ab dann war es zwei Monate lang sehr entspannt. War er müde, ist er beim stillen oder tragen in Minutenschnelle weggedöst. Er ist auch nur noch zum Trinken wach geworden, bzw. sich in den REM-Phasen viel herum gewälzt.

Seit er knapp ein Jahr alt ist, ist es wieder schwierig. Das Einschlafen ist eine Qual für alle Beteiligten, besonders schlimm ist es jetzt seit drei Wochen. Er ist müde, weint aber und torkelt durchs Bett, will wieder raus. Das Abendritual wird verweigert, bzw. kann er danach ohnehin nicht schlafen. Die Schlafzeiten schwanken sehr. Mal schläft er von 19-7 Uhr, fällt um 11 dann schon wieder müde um. Mal geht er um 22.30 ins Bett, steht aber um 6.30 wieder auf. Ich mache bei uns zwei Punkte aus:

- Er verändert gerade seinen Schlafbedarf. Er braucht insgesamt weniger Schlaf, kommt aber noch nicht ohne Mittagsschlaf aus.
- Einschlafen wurde irgendwie zu einer unentspannten Situation. Klar versuchen wir auf ihn einzugehen, seine Bedürfnisse zu sehen. Aber es nervt doch ganz schön wenn man mehrere Anläufe braucht, einschlafen ewig dauert, dabei noch geweint wird.

Wir haben daraus gerade die Konsequenz gezogen, das wir von uns aus keine Einschlafsituationen schaffen. Es geht erst ins Bett, wenn er deutlich macht das er jetzt müde ist. Das war gestern Abend erst um 21.30, aber dafür ging das Einschlafen ohne jeden Stress und so schnell wie früher. Auch heute Mittag ist er nach einem sehr entspannten Vormittag gerade friedlich eingeschlafen. Mal sehen ob das insgesamt Verbesserung bringt.
Vielleicht braucht ihr auch eine Veränderung im Ritual, um diesen Kreislauf zu durchbrechen?

Ich fühle jedenfalls mit dir!
2/2012, 8/2014 und 9/2019
Aurora10
gut eingelebt
Beiträge: 41
Registriert: 14.02.2012, 10:05

Re: Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von Aurora10 »

Hallo elamshin,
danke für deine Antwort! Ja wir sind tatsächlich Leidensgenossinen :-)

Mein Mann und ich haben heute auch beschlossen ihm nicht weiter unsere Zeiten aufzuzwängen sondern uns mal ganz nach ihm richten. Das ist nur sehr schwer finde ich. Ich kann es kaum fest machen wann er müde ist....
Wie merkt ihr das?
Wenn ich ihn ins Bett gebracht habe, wenn er die Augen gerieben hat. War er oft noch nicht so weit und ich verzweifelt.
Wie lange am Stück bleibt euer kleiner Mann denn wach?
Mausi 01/2012 Ich liebe dich, ich trage dich, ich stille dich, ich danke dir für die Freude die du uns schenkst und ich bin froh das du mich in deinem Bett schlafen lässt.
elamshin
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1203
Registriert: 20.06.2012, 13:02
Wohnort: Österreich

Re: Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von elamshin »

Der kleine Mann bleibt seit Kurzem auch mal 8 Stunden am Stück wach. Aber nur nach dem Mittagsschlaf, Vormittags sind es meist nur 3,5-4 Stunden. Einmal hat er den Mittagsschlaf ausgelassen, ist aber um 17.00 Uhr umgekippt.

Müdigkeit zuverlässig zu erkennen ist hier auch schwer. Augenreiben, Ohrenreiben sind erste Hinweise. Er wird mit zunehmender Müdigkeit ungeschickter, die Frustrationstoleranz sinkt deutlich. Jeder Fliegenpups wird dann zum Drama. Da gehört er dann schleunigst ins Bett. Er hat auch eine ganz eigene Art des Jammerns wenn er müde ist. Gestern Abend hat es auch gut geklappt, er ist um kurz vor Acht im Wohnzimmer nebenbei beim Stillen eingeschlafen. Kurz davor hatte ich versucht mit ihm ins Bett zu gehen - er hat angefangen sich durchzubiegen und zu weinen.

Wie lief der Abend bei euch?
2/2012, 8/2014 und 9/2019
Aurora10
gut eingelebt
Beiträge: 41
Registriert: 14.02.2012, 10:05

Re: Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von Aurora10 »

8 Std hält mein Räuber auch locker aus. Ich habe ihn gestern zur fast gewohnten Zeit hingelegt. Haben noch Spaß gehabt waren Nachmittags auf dem Spielplatz. Er war dann von 13:30 bis 20:25 wach. Ich habe trotzdem wieder 1 Std. gebraucht.
Trotz Abmachung das er einfach so lange wach bleibt wie er will/kann. Ich kann mich damit noch nicht so recht anfreunden :-(

Heute waren es dann 1:20 Std. die ich einschlafbegleitet habe. Ich mag nicht mehr... Heute war er auch besonders aufgekratzt. Hat immer wieder das Licht angemacht, wollte immer wieder stillen, immer wieder hüpfen und albern sein...
Heute war er von 13:00 bis 19:45 wach und heute hatte er echt Action. War auf dem Heimweg im Auto (17:00) auch echt müde und hat gegähnt. Aber ich kann ihn doch dann nicht hinlegen... Oder?

Wie war es heute bei euch? Wann steht er denn immer auf?
Mausi 01/2012 Ich liebe dich, ich trage dich, ich stille dich, ich danke dir für die Freude die du uns schenkst und ich bin froh das du mich in deinem Bett schlafen lässt.
Benutzeravatar
Gretelchen
hat viel zu erzählen
Beiträge: 163
Registriert: 08.02.2013, 11:40

Re: Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von Gretelchen »

Ich kann ganz gut verstehen dass dich das stresst. Gerade beim Einschlafbegleiten sind die Toleranzschwellen doch echt riesig, dem/der einen macht es gar nichts auch abends zwei Stunden neben dem Knd zu liegen und andere werden beim bloßen Gedanken schon leicht aggressiv - ich gehöre auch eher zu letzteren. Unser Sohn war immer ein guter Schläfer aber sehr durchwachsener Einschläfer (heute ist er 4 und schläft wunderbar schnell und alleine ein, soviel vielleicht als kleiner tröstlicher Ausblick :wink: ), wir hatten in den ersten 2 Jahren alles von alleine-in-Minuten bis 1.5 Stunden-Händchen-halten, was mich echt an den Rand meiner Geduld gebracht hat. Rückblickend lässt sich aber klar sagen dass einfach so Phasen gibt in denen sich der Schlafbedarf - und damit auch der Rhythmus und die Zeiten- neu ordnen, und diese Phasen sind meistens sc****, ich glaube für alle Beteiligten. Das Gute: es wid auch wieder besser, stabiler. Man kann da glaub ich nur versuchen sichg drauf einzustellen dass er es gerade eben nicht alleien schafft, ich habe oft gemerkt dass er innerhalb einiger Tage wieder zu einem selbstständigeren Einschlafen gekommen ist. Mein Tip wäre zu versuchen dass das Einschlafen nicht zum Krampf wird, dann wird er sich evt. einfach generell dagegen wehren, einfach weil er weiß dass das eine doofe Zeit des Tages ist. Irgendwo hab ich mal den Tip des Einschlaflachens bekommen, also vor dem Ins-Bett -gehen das KInd nochmal so richtig zum Lachen bringen, Kitzeln, Quatsch machen etc., klingt erstmal komisch hat bei uns aber super funktioniert, die Stimmung ist dann gelöst und heiter, Kind entspannt.
Ich wünsche euch bald ruhigere Abende und viel Durchhaltevermögen und "OMMMMMMM" :)
Bild Bild
elamshin
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1203
Registriert: 20.06.2012, 13:02
Wohnort: Österreich

Re: Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von elamshin »

Das nervt ziemlich, nicht? Bei uns wars gestern auch anstrengend, er kam einfach nicht zur Ruhe. Halb zehn war es wieder und ich war schon so müde, hatte Kopfschmerzen. Unsere Nächte sind gerade auch schlimm, Wachphasen, häufiges Aufwachen. Gestern waren es aber wohl die Backenzähne, rechts ist oben und unten alles geschwollen. Seine Stimmung war, milde gesagt, labil. Im Endeffekt habe ich ihn eher zwangsweise ins Bett gebracht. Er war so müde, hat zwei Minuten ganz schlimm geweint, ist dann aber dann beim stillen sofort eingeschlafen. Die Situation lag aber auch an uns allen, Juniors Unruhe konnten wir grad nicht ausgleichen, weil wir beide übermüdet waren.

Wirklich berechenbar ist er nicht bei den Schlafzeiten. Er steht manchmal um halb sieben auf, manchmal um acht. Kommt natürlich darauf an, wann er schlafen gegangen ist. Aber es kommt auch vor, das er um neun einschläft und um halb sieben wieder aufsteht. Auch wenn man ihn konsequent um sieben aufweckt, sind die Schlafzeiten unregelmäßig.

Die Situation im Auto kenne ich auch gut. Wir sind jeden Tag mehrere Stunden draußen, er kann laufen und spielen, ist beim heimgehen auch deutlich müde. Aber sobald die Abendzeit kommt, ist er wieder fit. Nervt.

@ Gretelchen: Danke für den beruhigenden Ausblick! :) Ich glaube auch, das Gelassenheit und Humor die besten Voraussetzungen sind. Es wird schon wieder werden. Gab ja immer gute und weniger gute Phasen.
2/2012, 8/2014 und 9/2019
Aurora10
gut eingelebt
Beiträge: 41
Registriert: 14.02.2012, 10:05

Re: Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von Aurora10 »

Danke Gretelchen für deine Zeilen. Ich habe heute versucht deine Tipps umzusetzen. Habe ihn so lange wie möglich wach gelassen, bin ruhig geblieben, hab ihn durch gekitzelt und Spaß gehabt. Dann wollte ich Ruhe rein bringen. Hab das Schlazi abgedunkelt, leise Musik angemacht und gestillt. Eine Zeit lang sah es so aus als ob er gleich schlafen würde....
Und dann wie schon so oft. Ist er auf einmal hellwach!!! Ich bin dann aufgestanden und er ist hinterher gekommen. Ich war leider sehr geladen und enttäuscht. Zum Glück war sein großer Halbbruder da. Der hat mit ihm Spaß gemacht und ich konnte abschalten. Er ist dann irgendwann auf meinen Schoß geklettert und wir sind dann wieder rüber, haben gestillt und dann ist er eingeschlafen.

Morgen früh wecke ich ihn um halb 7, wir gehen dann in eine Spielgruppe. Er kann dann auf dem Rückweg ihm Auto schlafen (ca. 30 Min.). Das wird sein Tagschlaf sein. Ich halte das nicht aus. Ich schaffe es nicht Abends Stundenlang Einschlafbegleitung zu machen. Ich weiß sehr egoistisch... Ich habe aber tagsüber eben aber auch Niemanden dem ich den kleinen mal geben kann.

Meint ihr mein straffer plan ist eher kontraproduktiv? Ich bin soooo unsicher, das macht mich selber traurig :-(

Elamshin, hältst du deinen Sohn fest oder trägst du ihn oder bleibt er liegen wenn er so weint? Mein Räuber ist ja so aktiv, er ist nur am hüpfen und rum rennen. Ich kann ihn kaum tragen da er nur runter will und sich windet.
Mausi 01/2012 Ich liebe dich, ich trage dich, ich stille dich, ich danke dir für die Freude die du uns schenkst und ich bin froh das du mich in deinem Bett schlafen lässt.
elamshin
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1203
Registriert: 20.06.2012, 13:02
Wohnort: Österreich

Re: Vom superschläfer zur vollkatastrophe...

Beitrag von elamshin »

Aurora, die Situation ist aber auch stressig. Ich kenn das gut, man ist müde und möchte Feierabend, versucht die Einschlafbegleitung zu entspannen und...es klappt wieder nicht. Da merkt man auch erst, das man schon recht klare Erwartungen hatte. Ich reagiere da auch häufig entnervt und bin froh, wenn mein Mann die Situation auffängt und entlädt.
Vielleicht ist es aber ein guter Weg, ihn nur diese 30 Minuten schlafen zu lassen. Probier es einfach aus. Du wirst ja recht schnell sehen, ob es ausreicht oder noch zu früh ist.

Wenn er so müde ist, das er ohnehin nur noch knatscht und über seine eigenen Füße stolpert, halte ich ihn im Bett auch (sanft) fest. Aber das klappt auch erst, wenn er eigentlich schon schlafen möchte. Er windet sich zwar, wendet sich dann aber doch dem stillen zu. Er möchte dann immer weg, will rausklettern, aber wenn er draußen gelandet ist, setzt er sich auch nur hin und weint erst recht herzzerreißend. Wenn ich ihn festhalte, schläft er nach ein paar Minuten. Trotzdem finde ich es schlimm.

Gestern Abend war es dieselbe Geschichte, er kam nicht runter, obwohl er in der letzten Nacht kaum 10 Stunden geschlafen hat, Mittags nur eine Stunde weil wir einen Termin hatten. Um 17 Uhr hätte er eindüseln können. Um 19 Uhr: keine Chance. Erst um halb neun, als er schon seeehr durch den Wind war, habe ich ihn ins Bett gelotst unter dem Vorwand, ein Buch anzugucken. Das hat gut geklappt, 10 Minuten Buch angucken, danach war er ruhig genug. Klappt aber auch erst wenn er schon übermüdet ist.
2/2012, 8/2014 und 9/2019
Antworten

Zurück zu „Schlaf, Kindlein, schlaf...“