Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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schatzperle
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Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von schatzperle »

Hallo Ihr Lieben,
heute wende ich mich an Euch und bitte um Hilfe für eine liebe Freundin. Sie ist nicht soooo technik-affin und es ist eine große Hürde für sie, eine solche Anfrage im Internet zu stellen. Sie wird sich aber trotzdem hier im Thread melden, wenn ich den Anfang für sie gemacht hab.

Also, die Frage, die sie sich stellt - ist eine Relaktation bei mir möglich?
Das Babymädchen ist jetzt ca. 10 Wochen alt, wurde bisher nur kurz gestillt, die Milchproduktion war aber mehrere Wochen auf Vollstillniveau (sehr regelmäßiges, erfolgreiches Pumpen).

Ich versuch's mal von vorne :-)

Schwangerschaft & Geburt
Die Schwangerschaft war von Beginn an nicht ganz leicht und endete mit einem halbwegs geplanten Kaiserschnitt einige Wochen vor Termin (die Mutter war bereits in der Schwangerschaft 2x ohnmächtg geworden, und die Ärzte wollten dieses Risiko unter der Geburt nicht eingehen, dann noch Verdacht auf Gestose & HELLP, was sich aber wohl nicht bestätigt hat, Baby hat aber in den letzten Wochen im Mutterleib nicht mehr genügend/normal zugenommen).

Das Geburtsgewicht lag bei ca. 2500gr (die genauen Daten reicht meine Freundin später nach!), abgenommen hat die Kleine dann ca. 100gr. Nach 3,5 Tagen sind die beiden nach Hause entlassen worden obowhl noch keine erkennbare Zunahme erfolgt ist.
Die Kleine ist soweit gesund, es wird nur eine zu hohe Körperspannung vermutet (das hat auch einen med, Namen - mir grad entfallen). Das wird mit Physiotherapie behandelt. Ich hab auch mal KISS in den Raum geworfen, wird evtl. noch abgeklärt (KiA und Physiotherapeutin haben das wohl schon ausgeschlossen).

Stillen & Flasche
Es wurde von verschiedenen Seiten (Uniklink, Kinderarzt & Hebamme) gesagt, dass die Kleine zu schwach sei, um zu stillen. Obwohl mit dem Krankenhaus vorher besprochen wurde, dass der Wunsch besteht zu stillen, wurde bereits dort die Flasche gegeben. Auch zuhause wurde die Kleine mit der Flasche gefüttert, hauptsächlich Mumi - das Abpumpen lief sehr gut.

Nach ca. 3,5 Wochen lag das Gewicht bei ca. 2900gr und meine Freundin "durfte" stillen. Das hat grundsätzlich wohl gut funktioniert, im Sinne von Baby nimmt die Brust. Aber es tat sehr, sehr weh.

Umstände
Jetzt kommt der Knackpunkt, meine Freundin hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch ca. 4 Wochen Zeit, die Stillbeziehung einigermaßen zu etablieren - sie ist selbstständig mit einer Praxis für Logopädie und hat keine Wahl, sie muss zurück in die Praxis.

Aufgrund dieser "Bedrohung" und der starken Schmerzen beim Stillen hat sie die Hoffnung verloren und - im Nachhinein betrachtet zu voreilig - mit Tablette abgestillt.

Seitdem ist sie nicht glücklich damit und hadert mit dieser Entscheidung.

Die Kleine vetrtägt die Kunstmilch nicht besonders gut und nimmt auch nur sehr schleppend zu (Gewichte folgen!). Außerdem trinkt sie nur sehr wenig, ca. 450ml/24h (meine Freundin wollte das noch mal prüfen, das ist ja bestimmt wichtig zu wissen, für das weitere Vorgehen).
Das Babymädchen ist tagsüber sehr aktiv, schläft meist nur sehr kurz und braucht viel Mama (gut, dass sie ein TT hat :tt_ruecken_2: ). Trotzdem meldet sie nur in 3-4 h-Abständen Hunger. Nachts schläft sie fast durch zur Zeit, meine Freundin weckt sie aber einmal um eine Flasche anzubieten. Die Kleine drückt die Flasche aus dem Mund, wenn sie nicht mag.

So, jetzt hab ich mal alles aufgeschrieben, was mir wichtig erscheint. Liebe Stillberaterinnen, wenn ihr noch Fragen habt, bitte einfach stellen, meine Freundin wird sich hier melden.

Sie möchte gerne relaktieren, bzw. zunächst einen Überblick bekommen, wie die Chancen dazu stehen und was dafür nötig ist.
Ich habe ihr all die wichtigen Links hier im SuT gegeben und nehme an, dass sie grade mit Lesen beschäftigt ist :-)

Außerdem hab ich ihr von den Threads erzählt, die ich selber hier so verfolgt habe und versucht sie auf das Kommende vorzubereiten:
- Alle Beteiligten (Mann, Oma, etc.) mit ins Boot holen und sich der Unterstützung versichern
- sich klar machen, dass das ein hartes Stück Arbeit bedeuten kann
- Unbedingt im SuT beraten lassen :lol:
- Saugfrei zufüttern (BES & Broschüre sind vorhanden, noch unbenutzt)
- Milchproduktion ankurbeln (eine Pumpe wird sie zu 100% vom KiA verschrieben bekommen)
- Baby wieder an die Brust gewöhnen

Also, theoretisch ist alles klar - aber das reicht ja nicht :(
Ich hoffe, ihr könnt ihr helfen!
Liebe Grüße
Maren

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maxine
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von maxine »

Jetzt muss ich aber mal kurz hier reinschneien und dir sagen, dass du eine ganz klasse Freundin bist! Du scheinst deiner Freundin ja wirklich schon alles Wichtige erklärt zu haben und sie ist somit gut vorbereitet und hat von dir zumindest schonmal seelische Unterstützung, großartig :)

Dann bleibt mir nur, ihr viel Erfolg zu wünschen fürs Stillen *däumchendrück*
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jusl
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von jusl »

Ich hoffe, ihr könnt ihr helfen!
:lol: Sehr gerne - aber das geht wirklich erst, wenn sie sich hier persönlich meldet. ;-) Vorab deshalb nur dies:
ist eine Relaktation bei mir möglich?
Ja, sicher sogar. Die Frage ist halt (immer): mit welchem Ziel, mit welchen Hürden, mit welchen Erwartungen, mit welchen Ressourcen.

Bist wirklich eine tolle Freundin. ;-)

LG
Julia
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schatzperle
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von schatzperle »

Danke ihr Lieben. Aber wann, wenn nicht in solchen Situationen, braucht man wirklich gute Freunde?
@jusl: super, dass Du so schnell bist! Ich trigger sie an, dass sie hier kurz piept!
Liebe Grüße
Maren

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belle
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von belle »

Hallo, ich bin die Freundin, um die es sich handelt :-)
Ja das stimmt, ich bin meiner Freundin wirklich sehr dankbar, das sie mir hilft und mich so toll Unterstützt!! Danke, Maren !

Also, am 09.03.2013 kam meine Tochter zur Welt mit einem Geburtsgewicht von 2370g und 45 cm. (35+6 ssw)
Als wird das KH verlassen haben wog sie 2270g.
Ich habe direkt angefangen abzupumpen, da man mir sagte, dass meine Tochter zu schwach zum saugen sei, und das sie zu wenig wiegen würde und man es deshalb nicht verantworten könnte.
Also hab ich fleißig gepumpt und hatte sehr viel Milch. Erst als sie 2970g wog, durfte ich mit dem Stillen mal anfangen. Sie hat die Brust gut angenommen. Wie meine Freundin schon berichtete. Ich durfte nicht direkt vollstillen, da sie noch zu schwach war und es am Anfang nur ein paar Min. schafften.
Ich hatte dann aber nachher total wunde Brustwarzen und wahnsinnige Schmerzen... Und aufgrund meiner beruflichen Situation ... hatte ich mich dann vorschnell gegen das Stillen entschieden....

... So, nun ist Zeit vergangen. Meine Tochter ist nun 10 Wochen alt und wiegt nun ca. 3200g. genau weiß ich es grad nicht. Wir haben am Fr wieder einen Termin beim Arzt zur Kontrolle...
Sie bekommt momentan Alfamino von Nestle. Die andere Nahrung (Aptamil HA PRE und Aptamil Pepti) hat sie nicht vertragen. Ihre Haut ist trocken und picklig, und sie hat extrem mit bauchkrämpfen zu tun gehabt. Nun ist es besser geworden...

Meine Fragen:
-könnte ich wieder stillen? Trotz des abstillens mit der Hormontablette? Wenn ja, wie macht man das?
- kann ich meine Tochter auch stillen, trotz ihrer allergischen Reaktionen? Macht es Sinn?
- meine Tochter kennt nun Avent Flaschen und Miss Denti Schnuller. Damals, hat sie die Brust trotz der Flaschen auch genommen, ist es wahrscheinlich, das sie jetzt auch gut drauf reagieren würde? Kann ich ihr die Brust wieder angewöhnen?
- Haben wir eine Chance?

Ich danke für eure Unterstützung!!!
Danke!

LG Isabelle
jusl
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier.

Ehe Du loslegst wäre es gut, Dir ein bisschen Zeit zu nehmen um Dir zu überlegen was "Erfolg" bzw. "erfolgreiche Relaktation" für Dich bedeutet. Steht für Dich die Ernährung mit Muttermilch im Vordergrund? Oder geht es mehr um die Haut-an-Haut-Stillsituationen im Alltag? Ist Dir die "Unkompliziertheit" des Stillens wichtig? Oder hast Du derzeit zusätzliche Kraft und Zeit für "Kompliziertes" übrig? Unterstützt Dein Partner Deinen Relaktationswunsch? Wie viel Wert legst Du auf eine möglichst vollständige Milchproduktion? Wie sieht Deine Planung für Deinen beruflichen Wiedereinsteig aus (wie lange am Stück wirst Du weg sein, Kind mitnehmen möglich oder nicht, wer passt aufs Kind auf usw.)

Diese Überlegungen bwz. deren Ergebnisse beeinflussen, welches Vorgehen bei Eurer Relaktation am sinnvollsten erscheint.

Grundsätzlich besteht Relaktation aus zwei Teilaufgaben: 1. Wiederankurbeln der Milchproduktion und 2. das Rückgewöhnen des Babys an die Brust. Welche Aufgabe die größere ist, ist von Fall zu Fall individuell verschieden. Genau darauf zielen Deine Fragen ja praktisch auch ab:
-könnte ich wieder stillen? Trotz des abstillens mit der Hormontablette? Wenn ja, wie macht man das?
Ja, eine Wiederaufnahme des Stillens ist sicher möglich. Deine Chancen auf eine relativ hohe künftige Milchproduktion und möglicherweise sogar volles Stillen sind recht hoch, und zwar deshalb, weil Du, wie Deine Freundin schrieb, "mehrere Wochen auf Vollstillniveau" laktiert hast. (Hierzu bitte ich nochmal um eine tabellarische Übersicht, siehe unten)

Durch häufiges Pumpen kurbelst Du die Milchproduktion wieder an. Und Dein Baby muss wieder an die Brust gewöhnt werden, das passiert normalerweise mit einem Umgewöhnungsprogramm, mit dem ich für gewöhnlich arbeite und immmer sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Es funktioniert mit kleinen Lernschritten, die im Wesentlichen so aussehen:
1. ein oder zwei Saugerwechsel, damit sich das Baby an ein neues Mundgefühl gewöhnt (welche Saugermarke ist praktisch wurscht)
2. Flaschefüttern in Stillposition
3. Nutzen des Flaschensaugers als Brusthütchen
4. Wechsel auf ein richtiges Brusthütchen
5. Abgewöhnung des Brusthütchens.

Die Schritte 3. - 5. werden mit dem Brusternährungsset begleitet, einem Stillhilfsmittel, das das Zufüttern WÄHREND des Stillens erlaubt.
Es gibt keine zeitlichen Vorgaben, wie lange jeder dieser Lernschritte dauert - das können 2 Stunden oder 2 Wochen sein. Man richtet sich da komplett nach dem Tempo des Kindes. Die Lernschritte sind nicht festzementiert, manchmal wählt man einen leicht veränderten Ablauf; das hängt von der individuellen Sitation ab, d.h. vor allem mit der Frage, womit das Baby die größten Schwierigkeiten hat. Hier gibt es eine empfehlenswerte, kostengünstige Broschüre mit dem Titel "Umgewöhnung von der Flasche zur Brust", in der diese Schritte bebildert beschrieben werden.
- kann ich meine Tochter auch stillen, trotz ihrer allergischen Reaktionen? Macht es Sinn?
Mit Sicherheit. Babys mit Erkrankungen profitieren von Muttermilchernährung/vom Stillen ganz besonders.
- meine Tochter kennt nun Avent Flaschen und Miss Denti Schnuller. Damals, hat sie die Brust trotz der Flaschen auch genommen, ist es wahrscheinlich, das sie jetzt auch gut drauf reagieren würde?
Das findest Du nur durch Ausprobieren heraus. In manchen Fällen hat man großes Glück und das Baby nimmt SOFORT die Brust und saugt mit guter Technik. Das ist aber die Ausnahme; der Normalfall erfordert wie gesagt eine mehr oder weniger aufwendige Umgewöhnung. In keinem Fall sagt die "Erstreaktion" Deines Babys etwas über Eure Erfolgschancen aus. Kann gut sein, dass es anfangs überhaupt nicht klappt, aber mit dem Umgewöhnungsprogramm, schön langsam, geht's doch irgendwann.

Um die nächsten Schritte zu planen, wäre eine übersichtliche Tabelle gut, in der Du nach Datum alle relevanten Infos einträgst. Welche das sind (z.B. was wann wie und wieviel zugefüttert wurde, Stillversuche und -abläufe usw.), steht hier: Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT?. Außerdem brauchst Du eine moderne elektronische Babywaage im Haus, um das gute Gedeihen Deines Baby jederzeit sicherzustellen und dokumentieren zu können (kaufen oder aus der Apotheke leihen).
Mit Pumpen (etwa 8 mal täglich für ca 20 Minuten, idealerweise mit Doppelpumpset für das gleichzeitige Pumpen beider Seiten) könntest Du sofort loslegen.

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
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Katha
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von Katha »

willt Dir ganz viel Kraft wünschen :) - und willkommen hier im Forum
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
belle
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von belle »

Hallo, vielen vielen Dank für deine schnelle Antwort Julia!

Also, für mich wäre das Ziel das Vollstillen. Zumindest das große ziel :D
Für mich steht sowohl die Ernährung mit Muttermilch im Vordergrund als auch der Hautkontakt. Es geht mit der Ernährung halt schleppend und sie verträgt erst jetzt wie gesagt die medizinische Alfamino Nahrung. Du hast geschrieben, dass Kinder von Muttermilchernährung profitieren wenn sie allergisch sind. Muss ich dann nun mit dem Kinderarzt besprechen wie meine Ernährung dann nun aussehen sollte? Wir wissen ja momentan nicht genau worauf sie alles allergisch reagiert.

Der Punkt mit der Unkompliziertheit des Stillens finde ich auch sehr positiv. Wobei mir bewusst ist, dass wir nun erstmal einen komplizierten weg bis zum stillen vor uns hätten. :wink:
Ich habe halt ein bisschen Angst vor den Schmerzen. Denn das war ja auch der Grund vor Wochen, warum ich mit dem Stillen aufgehört hatte.

"Kraft und Zeit für kompliziertes?" - Ich habe den Willen. Ich will meiner Tochter was gutes tun. Und bin bereit es anzugehen.
Mein Partner, würde es bestimmt akzeptieren, aber ich denke er weiß auch gar nicht so genau mich darin zu unterstützen. Bei unseren ersten Versuch war er auch nicht wirklich eine Hilfe. Er hält sich da einfach was zurück. Was ich nun nicht böse meine.

Beruflich- Ich habe meine Tochter immer bei mir. Ich gehe nicht ohne sie aus dem Haus :lol:
Sie hat ein extra Zimmer in der Praxis und könnte dort schlafen. In der Zeit, wo ich Therapien geben muss, passt meine Mutter oder eine Angestellte auf sie auf. Ich mache höchstens 2 Therapien nacheinander. D.h. ich bin 1,5 std. in Therapie und könnte in dieser Zeit nicht stillen. Dann mach ich eine Pause, kümmere mich um meine Tochter und therapiere später wieder 1,5 std. weiter... Bin so den Tag über beschäftigt :lol:
Also bin die meiste Zeit des Tages in der Praxis. Die Praxis und die Patienten stehen aber meiner Tochter positiv gegenüber und sie finden sie alle toll :D

"chance auf volles Stillen" Ich habe meine Tochter erst ab der dritten Wochen angefangen anzulegen. Immer erst beide Brustseiten für je 1-2 Minuten. Und dann danach mit der Flasche weitergefüttert. (max. Dauer des Abpumpens 4 Wo. und dann hab ich die Tab. eingenommen)
Nach dem Gewicht von 2900g und den ersten Anlegeversuchen ca. nach 3-4 Tagen habe ich sie dann ausschließlich an die Brust gelegt. Ich hatte dann totale Schmerzen. Sie hat gut gesaugt. Zumindest hat es meine Mutter und die Hebamme gesagt. Sie hat in der Zeit kein Gewicht zugenommen. Ich habe das Anlegen aber dann nur noch 5 Tage ausgehalten und habe dann die Abstilltablette eingenommen. D.h. ich hatte bis zur 4 Woche Milch. Und danach nach der Tablette noch 3-4 Tage richtig dicke Brüste, voller Milch und dann hat es abgenommen.
In der Zeit des Abpumpens hatte ich ungefähr alle 4 Std. in den Lanisoh-Milchauffangbeuteln bis zu 180ml von beiden Brüsten zusammen. Eine Brust hat mehr Milch als die andere gegeben. In der Nacht musste ich nach 5 Stunden aufstehen, da ich sonst explodiert wäre. Und ich habe oft das Laken und die Decke naß gehabt, da Milch ausgetreten war im Schlaf.

Jetzt habe ich keine Milch mehr! Meine Regel habe ich jedoch auch noch nicht. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, dass ich noch mal Milch produzieren könnte... Aber ihr habt schon die Erfahrung gemacht, das es geht, nicht wahr?!

Übersichtliche Tabelle:

- Geb. Datum 09.03.2013 (36+6 ssw) entbunden per sekundären sectio. Wehen waren aber da, die wehen würden abgewartet, bis sie alle 1-2 Min. kamen und dann wurde sie geholt. 45 cm und 2370g
- Sie wurde im KH direkt schon mit Flasche gefüttert, während ich noch im Bett lag.
- Habe am 2 Tag mit dem Abpumpen begonnen. Alle 3-4 Std. für 15-20 Min. mit einer Medela Pumpe
- U2 3. Lebenstag und danach KH Entlassung 2270g ( Nur Flaschennahrung)
- 14.03.2013 Gesamt Milchmenge in 24 std. 515ml davon 180ml Muttermilch über die Flasche zugefüttert.
- 15.3.2013 Gesamt Milchmenge 420 ml davon 220 ml Muttermilch Gewicht: 2330g
- 17.03.2013 Gewicht 2390g
- 21.03.2013 Gewicht: 2520g Gesamtmenge getrunkener Muttermilch: 300ml nur Muttermilch gefüttert über Flasche
- Zwischen dem 21.03. und dem 04.04.13 habe ich dann mit dem Stillen an der Brust begonnen. Am 04.04.2013 habe ich abends dann Cabergolin Dura eingenommen und damit abgestillt. Somit hat meine Tochter ab dem 05.04.2013 ausschließlich HA PRE Nahrung über die Flasche zu sich genommen.
- ab dem 02.05.2013 hat sie dann die Aptamil Pepti Nahrung gefüttert bekommen. Gewicht: 3480g 53cm U3
Auffälligkeiten: " Tonusasymetriestörung, Kuhmilcheiweißintoleranz, Hypertonie der oberen Extremitäten; mittelschwere Zentrale Körperfunktionsstörung; Pathologische Bauchlage. --> Begonnen mit Krankengymnastik Turnen nach Vojta ; Kiss erstmal ausgeschlossen
- Nahrungsaufnahme 03.05.2013 Gesamtmenge 360ml
- 04.05.2013 440ml
- 05.05.2013. 450 ml
- seit 17.05.2013 bekommt sie nun Alfamino Nahrung. Werde jetzt noch mal die ml genau festhalten! Genaues Gewicht erfahre ich erst morgen, wenn ich zum Arzt fahre.

Welche Schritte sind jetzt zu tun, wie soll ich mich verhalten/anfangen? Wie gehe ich mir der Ernährung um?

Ich habe mir die Broschüren schon bestellt, hoffe sie werden schnell ankommen.

Viele liebe Grüße, und danke für eure Hilfe, Unterstützung!
LG Isabelle
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von jusl »

Du hast geschrieben, dass Kinder von Muttermilchernährung profitieren wenn sie allergisch sind. Muss ich dann nun mit dem Kinderarzt besprechen wie meine Ernährung dann nun aussehen sollte? Wir wissen ja momentan nicht genau worauf sie alles allergisch reagiert.
Nein. Normalerweise müssen Mütter allergischer Babys überhaupt nichts beim Stillen beachten.
In seltenen Fällen kann es sein, dass ein Baby derart hochallergisch ist, dass es sogar auf die winzigen Nahrungsmittelspuren (meist Fremdeiweiße) reagiert, die sich natürlicherweise in der Muttermilch befinden. In diesem Fall ist es ratsam, wenn die Mutter die betreffenden Allergene in ihrer eigenen Ernährung für eine Weile meidet. Aber das ist wie gesagt die Ausnahme und in den meisten Fällen nicht nötig.

Der Punkt mit der Unkompliziertheit des Stillens finde ich auch sehr positiv. Wobei mir bewusst ist, dass wir nun erstmal einen komplizierten weg bis zum stillen vor uns hätten. :wink:
Ich habe halt ein bisschen Angst vor den Schmerzen. Denn das war ja auch der Grund vor Wochen, warum ich mit dem Stillen aufgehört hatte.
Richtig. Die nächste Zeit wird eher kompliziert, aber das weißt Du ja bereits. ;-) Schmerzen beim Stillen sind immer ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt, mit der Anlege- oder Saugtechnik. Deshalb ist es superwichtig, auf korrektes Anlegen von Anfang an zu achten. (Sehr) empfindliche Brustwarzen sind zu Beginn der Stillzeit ganz normal - Schmerzen aber nicht!
Darum werden wir uns noch genauer kümmern, wenn es mit den ersten Anlegeversuchen losgeht.
Mein Partner, würde es bestimmt akzeptieren, aber ich denke er weiß auch gar nicht so genau mich darin zu unterstützen. Bei unseren ersten Versuch war er auch nicht wirklich eine Hilfe. Er hält sich da einfach was zurück. Was ich nun nicht böse meine.
Unterstützung des Partners muss keineswegs immer so aussehen, dass er beim Stillenüben selbst im wahrsten Sinne des Wortes Hand anlegt. Es geht dabei mehr um die Grundhaltung: Haushalt übernehmen, der Frau den Rücken freihalten und Mut zusprechen - meist reicht das schon völlig (und ist seeeehr wertvoll!).
Beruflich- Ich habe meine Tochter immer bei mir. Ich gehe nicht ohne sie aus dem Haus :lol:
Sie hat ein extra Zimmer in der Praxis und könnte dort schlafen. In der Zeit, wo ich Therapien geben muss, passt meine Mutter oder eine Angestellte auf sie auf. Ich mache höchstens 2 Therapien nacheinander. D.h. ich bin 1,5 std. in Therapie und könnte in dieser Zeit nicht stillen. Dann mach ich eine Pause, kümmere mich um meine Tochter und therapiere später wieder 1,5 std. weiter... Bin so den Tag über beschäftigt :lol:
Also bin die meiste Zeit des Tages in der Praxis. Die Praxis und die Patienten stehen aber meiner Tochter positiv gegenüber und sie finden sie alle toll :D
Super, das ist ja wirklich sehr gute Bedingungen.
Jetzt habe ich keine Milch mehr! Meine Regel habe ich jedoch auch noch nicht. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, dass ich noch mal Milch produzieren könnte... Aber ihr habt schon die Erfahrung gemacht, das es geht, nicht wahr?!
In der Tat :lol: - ich habe schon recht viele Relaktationen begleiten dürfen, auch welche, bei denen das letzte Stillen deutlich länger als nur ein paar Wochen zurücklag. Auch hier im Forum finden sich einige Relaktationsgeschichten.

Vielen Dank für Deine Tabelle, das ist sehr hilfreich. Ich hab sie noch etwas weiter strukturiert und zusammengefasst; diese kannst Du ab jetzt einfach so weiterführen.
09.03. 2370 g, (Geburt) Flaschenfütterung
11.03. Abpump-Start
12.03. 2270 g , nur Flaschennahrung
14.03. ------- , 515ml (davon 180 ml Muttermilch per Flasche)
15.03. 2330 g, 420 ml (davon 220 ml Mumi)
17.03. 2390 g
21.03. 2520 g , ? ml (davon 300 ml Mumi), ab hier Stillversuche
04.04. medikamentös abgestillt. Ab hier HA Pre
02.05. 3480 g (U3). Ab hier Aptamil Pepti und Beginn Physio
03.05. --------, 360 ml
04.05. --------, 440 ml
05.05. --------, 450 ml
17.05.---------. Ab hier Alfamino.
Welche Schritte sind jetzt zu tun, wie soll ich mich verhalten/anfangen?

Mit Pumpen. 8 mal täglich, jeweils ca 20 min. Am Anfang üüüüberhaupt nicht auf die ml achten (zieh eine Socke über die Flasche! ;-)) - es geht nur um die regelmäßige Stimulation; die Milchbildung wird dann wieder einsetzen. Je nach dem "wie schnell und wie viel", kann dabei auf medikamentöse Unterstützung evtl. auch verzichtet werden. Das kann man erstmal in Ruhe abwarten und später noch entscheiden.
Wie gehe ich mir der Ernährung um?
Iss, was Dir schmeckt. Zunächst auch ruhig Kuhmilch - wie gesagt: Die meisten allergischen Babys reagieren NICHT auf eventuelle Allergenspuren in der Muttermilch.
Durch welche Symptome hatte sich die Kuhmilchallergie bei Deinem Baby geäußert?
Ich habe mir die Broschüren schon bestellt, hoffe sie werden schnell ankommen.
Prima.

Hast Du jemanden vor Ort, der Dich im konkreten Umgang mit dem BES unterstützen könnte? schatzperle, wie sieht's aus? :mrgreen:

LG
Julia
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Re: Relaktation möglich, Baby 10 Wochen alt?

Beitrag von emm »

Hi,

herzlichen Glueckwunsch zum Baby! Ich hoffe, Du kommst neben Relaktationsplaenen und Arbeit auch ordentlich zum Kuscheln und Geniessen (:

Was mir bei Deinem Beitrag aufgefallen ist:
belle hat geschrieben:Ihre Haut ist trocken und picklig, und sie hat extrem mit bauchkrämpfen zu tun gehabt. Nun ist es besser geworden...
Koennten das auch auch "ganz normale" Neugeborenenakne und unreifer Verdauungstrakt sein? Ich komme darauf, weil mein Loewenkind (geboren bei 36+1) auch unglaublich pickelig war die erste Zeit ueber und mit gemeinen Blaehungen zu kaempfen hatte, die sich aber mit der Zeit von ganz allein gebessert haben.

jusl, was meinst Du denn dazu?

Liebe Gruesze von der Insel und alles Gute,
das emm mit Löwenkind (08/2012), Fräulein Igel (09/2013) und kleinem Geheimniskrämer (11/2017)
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