Ich melde mich mal wieder aus der Versenkung.
In der Zwischenzeit hat sich hier einiges getan: Ich bin verlobt!

Nachdem ich nach
Jahren mein Schweigen gebrochen, meinem Freund Vorwürfe gemacht habe, er könne ja mal langsam ans Heiraten denken und er mir dann glaubhaft und deutlich klar gemacht hat, dass das die nächsten Jahre nichts geben würde... da zaubert (im wahrsten Sinne des Wortes) er mir doch keine zwei Monate später mitten bei einem schönen Abend mit Freunden einen Antrag herbei.

Und später erzählt er mir, dass er diese Pläne schon geschmiedet hat, bevor ich ihn der Bindungsunlust bezichtig habe.
Nebenbei bin ich jetzt auch seit einer Woche scheinfrei! Jetzt beginnt mein (halbes) Freisemester mit Famulaturen, Studie, Job, Doktorarbeit und nachher Staatsexamensvorbereitung.
Aber zurück zur persönlichen Situation: Seit dem und der vorherigen Abmachung auf ein 2015er Baby sind die Dinge hier deutlich entspannter (sofern man Hochzeitsplanung als "entspannt" bezeichnen kann). Ich kann mit meinem Freund mit viel weniger Sorge über Kinder reden. Erst recht, da ich ja April 2014 mein Staatsexamen habe und mir das mit einem Minibaby kein bisschen zutraue. Etwas Sorgen um den momentanen Frieden mache ich mir, seit mir das hier aufgefallen ist:
Mein nächster Zyklus. Selbst 38+1 wäre noch nach der Prüfung... Haltet mich bevor ich schwach werde!
Ach, ich muss mir einfach wiederholen, dass ich im Hochzeitskleid einen möglichst flachen Bauch möchte...

So richtig Sorgen mache ich mir aber um die Prüfungsvorbereitung. Auf Stress neige ich nämlich mit Kinderwunsch zu reagieren, in proportionaler Stärke...
So ganz allgemein glaube ich, dass ich immernoch der "verpassten Chance" nachtrauere, früher im Studium schwanger geworden zu sein. Ab jetzt wird nämlich alles eng, will ich nicht Teile des PJ ausfallen lassen/nachholen müssen kann ich erst ab ca. Mai 2015 entbinden, dann muss es allerdings schnell gehen, ich will keine große Lücke zwischen Studium und Berufseinstieg, ideal wäre ein halbes Jahr zu hause bleiben und dann eine Stelle finden. Aber dann bin ich immer noch Berufsanfänger mit Baby. Natürlich haben wir die gesamte Familie im Rücken und wird mein Freund sich Zeit nehmen etc. etc. aber der Berufseinstieg ist nunmal super anstrengend. Und wenn es nicht sofort klappt? Schwangere Jobsuche halte ich selbst beim extrem guten Ärztemarkt für unrealistisch, zumal ich an die Uni möchte. Das heißt, ich dürfte erst im Sommer 2015 schwanger werden. Allerdings finde ich es selber super blöd, irgendwo anzufangen und zwei Monate später viele Tätigkeiten aufgeben zu müssen. Würde ich mich nicht vollständig wohl mit fühlen.
Und ich nehme diese ganze Geschichte mit "aber ohne Kind hast du so viel mehr Zeit und kannst in deine Karriere investieren" keinem mehr ab. Warum? Weil ich jetzt scheinfrei bin, Freisemester habe, sich äußerst(!) viel Arbeit vor mir anstaut und ich den halben Tag mit SuT und ähnlichem verbringe. Ach, seien wir ehrlich, verplempere! Ich weiß jetzt zwar mehr über das Leben mit Kind, Stillförderung, korrektes Tragen, Beikosteinführung, Geburtstechniken, ja sogar die Vor- und Nachteile verschiedener Autositze als so manche echte Mutter, aber was nützt mir das? Es ist eine Traumwelt, die ich mir aufspinne, eine Welt in der ich nicht noch mindestens 9 Monate Zeit hätte, mich tatsächlich vorzubereiten, in der ich mich nicht bei Problemen eh an SuT wenden würde sondern alles schon im Vorhinein und alleine wissen müsste. Naja, immerhin sind sich meine Freundinnen einig, dass sie bei eigener Schwangerschaft keine andere Hilfe, Referenz oder Ratgeberin als mich bräuchten.
Obwohl es mir psychisch im Vergleich zu vergangenen Zeiten grade echt gut geht, empfinde ich es als einen beinahe körperlichen Verlust. Zum Beispiel habe ich immer wieder das Bedürfnis zu stillen. Das ist ganz merkwürdig, kein Ziehen in den Brüsten, Spannen, sonstwas, sondern einfach der Gedanke "Ich würde jetzt anlegen". o.O Und das ziemlich häufig. Oder das Bedürfnis zu tragen, so stark zum Teil, dass ich überlege, ob mein fast vierjähriges Babysitterkind (die kein Tragen kennt) es tolerieren würde, für einen Spaziergang den Rücken tolerieren würde. Immerhin kämen wir schneller voran.
Ich weiß nicht, wann das aufhört. Wahrscheinlich mit meinem ersten Kind. Vielleicht vorher, vielleicht gar nicht. Ein wenig habe ich Sorge, dass ich das ganze meinem Partner irgendwann vorhalten werde, auch wenn ich ihm "rational" natürlich keinen Vorwurf machen kann, nicht gewollt zu haben. Noch nicht mal wirklich den Vorwurf, den Mut nicht gehabt zu haben. Es gehören ja doch immer zwei dazu, und ich weiß, wie sehr ihn ein Kind im Studium zumindest psychisch belastet hätte, auch wenn es in Wirklichkeit nicht so schlimm wäre wie er es sich ausmalt.
Wie geht es euch denn so? Habt ihr ähnliche Gedanken? Was macht das Leben allgemein?