Wenn ich mir ansehe, wie friedlich er die Spritze leersaugt und wenn ich daran denke wie ruhig und zufrieden er die Flasche genommen hat, dann frage ich mich schon, ob ich im Recht bin, ihm meinen Stillwunsch aufzupfropfen. Er will satt werden. Stillen will ich.
Zweifel sind normal, aber jetzt gib Dir ruhig erstmal die Zeit, herauszufinden, wie es für Euch BEIDE gut funktioniert. Dein Stillwunsch ist nicht egoistisch - Flaschenfütterung hat nunmal handfeste gesundheitliche Nachteile fürs Baby, Du handelst also definitiv IM INTERESSE DEINES BABYS.
Nach den drei Stunden hat er natürlich immer noch Hunger und es sind gerade mal 60 ml aus dem BES-Behälter verschwunden. Zwischendrin hat er natürlich immer mal wieder abgedockt und einen Power-Nap eingelegt, aber so bekommt er auf keinen Fall genug, um satt zu werden.
Was mache ich denn jetzt? Ich habe ihn 15 Uhr dann mit der Spritze zugefüttert, jetzt schläft er, wie ein braves kleines Steinchen.
Mache ich was falsch?
Wahrscheinlich ja. Überprüfe noch mal (ohne Baby

) die Technik: Wenn BEIDE Schläuche offen sind, dann läuft die Milch einfach heraus, viiiiiiel schneller als 60 ml in 3 Stunden. Mit den größten Schläuchen tropft es mehrere Male pro Sekunde, also das wären dann eher 60 ml in 3 Minuten.

Hier lohnt es auf jeden Fall, nach der Ursache zu fahnden. Könnte es sein, dass das Hütchenloch den BES-Schlauch leicht abgeklemmt hat? So dass es deswegen nur langsam oder gar nicht tropft? Hast Du Flasche HOCH genug um den Hals gehängt?
Die Fließgeschwindigkeit beim BES lässt sich über 3 "Schrauben" einstellen, sozusagen von "Sturzbach" bis "kommt kaum was raus":
1. Die Wahl des Schlauchs. Je dicker, desto leichter fließt's.
2. An- bzw. Abklemmen des Zweitschlauchs. Wenn geschlossen, kommt Luft nur durchs Ventil in die Flasche, dann fließt' schwerer. Wenn offen, kommt Luft durchs Ventil UND durch den offenen Schlauch, dann fließt's leichter.
3. Die Aufhänghöhe der Flasche. Je höher sie Dir "unterm Kinn" hängt, desto leichter fließt's.
Die "Sturzbach-Einstellung" wäre also: Dickster Schlauch, Zweitschlauch offen, Flasche hoch. Probiere diese unterschiedlichen Einstellungen noch mal aus!
Das Problem ist, daß er scheinbar wirklich nichts aus der Brust bekommt, außer den paar Tropfen, die von selbst rauslaufen.
Nee, ich würde sagen, das "Problem" ist jetzt erstmal, dass Ihr beide gut mit dem BES zurecht kommen lernen sollt.

Theoretisch MUSS er erstmal GAR NIX aus der Brust kriegen (berücksichtige, dass auch Frauen gibt, die OHNE jede eigene Milchbildung ihre Babys per BES an der Brust ernähren!..). Seine ungünstige Saugtechnik hängt sicher auch mit der Hütchenverwendung zusammen.
Wichtig ist weiterhin, dass er KEINE WEITEREN Sauggelegenheiten hat. Kein Schnuller!
Ich habe ihn 15 Uhr dann mit der Spritze zugefüttert, jetzt schläft er, wie ein braves kleines Steinchen.
Wie genau? Mit der Spritze an der Brust zugefüttert, oder mit der Spritze am Finger, oder mit der Spritze saugfrei?
Kopf hoch, wir kriegen das schon hin. Normalerweise sollte ja eine Stillberaterin vor Ort die erste Zeit mit dem BES begleiten. Du musst Dich jetzt "allein" durchwurschteln, das dauert eben ein bisschen. Ich weiß, in der momentanen Situation fühlt man sich leicht niedergeschlagen, aber schon in wenigen Tagen sieht die Welt wieder ganz anders aus, ganz bestimmt.
LG
Julia