Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
jali
Profi-SuTler
Beiträge: 3181
Registriert: 29.05.2011, 21:24

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von jali »

Katha hat geschrieben:
08u11 hat geschrieben:Man oh, jetzt hab' so einen langen Beitrag geschrieben und jetzt ist er weg! Deshalb zweiter Versuch:
Katha hat geschrieben: ich als Erstlingsmama haben halt nicht die Weisheit zu unterscheiden.
Wie das bei Dir ist, weiß ich nicht. Ich habe tatsächlich bei Nr. 1 noch einiges dazugelernt. Als A. ca. 1 Jahr alt war, war ich bei der Stillberaterin, weil ich vom nächtlichen Dauernuckeln übelst wundgebissene Brustwarzen hatte. Die Stillberaterin hat sich die Wunde kurz angeschaut und dann gemeint: Ab zum Frauenarzt und übrigens: in dem Alter kann man schon auch Abstillen. Darauf ich: Aber dann muss ich nachts ja Fläschchen machen und sie: Nein, so ein großes Kind braucht keine Milch, der braucht ein Einschlafritual. Tja, leider war - zumindest bei unserem - in dem Alter ein neues Ritual nur mit Geschrei zu etablieren. Und das wollte ich bei Nr. 2 vermeiden und es hat auch geklappt (wenn auch vielleicht nur deshalb, weil wir viel Glück hatten).
Katha hat geschrieben: Meine Meinung nach ist es eben auch ein Mahlzeitenkonzept, wenn Nachts die Stillabstände auf 3 oder 4 h beschränkt werden
Wenn das heißt, dass die Mama sich einen Wecker stellt und ihrem wild brüllenden Kind erzählt: Nein Du bekommst jetzt keine Milch, wir stillen erst in 2h wieder! Dann stimme ich Dir voll und ganz zu. Das geht mit so Kleinen auf keinen Fall und mit Großen eigentlich auch nur im Notfall. Bei uns ist es aber umgekehrt gelaufen: Zunächst mal haben wir das abendliche Stillen vom Einschlafen getrennt. Gleiche Stillmenge, gleiches Prolaktin, nur ca. 15 Min früher. Ändert am Stillen zunächst einmal gar nichts, aber Kind lernt schon früh ein neues Einschlafritual kennen (und das geht meiner Erfahrung nach halt kurz vor dem Mobilwerden sehr gut und mit einem Jahr gar nicht). Die längeren Stillabstände haben sich dann von selbst eingestellt, als J. soweit war. Und da gibt's auch wieder Phasen, in denen dann doch mehr Mama Milch gebraucht wird. Mit etwa 11 Monaten hat er durchgeschlafen, inzwischen kommt er aber auch in manchen Nächten wieder.
Katha hat geschriebenAuch das nächtliche Nuckeln hält den Prolaktinspiegel hoch und regt die Milchproduktion an.
Die Angst, dass die Milch nicht reicht, kenne ich persölich nur aus dem Wochenbett. Mit 6Mon hat J. schon ordentlich BLW verschlungen und war außerdem durchaus in der Lage sich zu melden, wenn er Hunger hat - auch nachts. Dann hat er auch MuMi bekommen (und bekommt sie auch heute noch). Aber wenn er mit kurzem Streicheln genauso gut weitergeschlafen hat, habe ich Grund zu der Annahme, dass er auch nur Beruhigung wollte und nicht unbedingt Milch.

Wenn Ihr mit nächtlichem Dauerstillen zurecht kommt, dann spricht nichts dagegen. Ich weiß von mir, dass ich das nicht 2-3 Jahre durchhalte (vor allem nicht, wenn das Kind zahnt). Und dann finde ich es fairer, bereits rechtzeitig nach Alternativen zu schauen und die in Ruhe zu etablieren, als ein 1jähriges kurzfristig abzustillen. Ich kenne leider recht viele Mütter, die (meiner Meinung nach) zu früh abgestillt haben, weil sie sonst wirklich keinen Schritt mehr ohne Baby machen konnten. Und dann hat der Papa halt mal Pre im Fläschchen gegeben - weil das Kind braucht ja unbedingt sofort Milch und darf/kann nur so beruhigt werden. Das schadet dem Prolaktinspiegel mit Sicherheit! Meiner Erfahrung nach ist es da für alle viel entspannter und stillfreundlicher obendrein, Papa findet sein eigenes Beruhigungsritual und Baby stillt wieder wenn Mama da ist (klar, je kleiner das Kind, desto kürzer muss die Wartephase sein).

Ich kenne halt das Problem mit nächtlichem Dauertrinker sehr gut und meine Angst vor Saugverwirrung oder vorzeitigem Abstillen (wegen Erschöpfung, nicht mehr heilender Brustwarzen, ...) ist viel größer als die Sorge, einem bislang gut zunehmenden, beikostreifen Kind könne die Milch ausgehen. Deshalb betone ich, dass es grundsätzlich durchaus legitim ist, auch ein Baby auf andere Art und Weise zu beruhigen als durch Stillen. Hungern oder Dürsten lassen ist in keinem Alter gut, allein Schreien lassen niemals und gemeinsam Schreien aushalten: naja, im Notfall (aber toll ist es auch dann nicht).
@kiki18: hoffe, dass war der Forumseffekt, der jetzt ganz lange anhält.
Dem will ich mich voll und ganz anschließen. Ganz bestimmt hält das lange vor. So: eine gute Nacht für alle, egal ob stillend und/oder schlafend.
Wenn ich Deine Zeilen lese, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Du nächtliches Stillen und Einschlafstillen für eine "Angewohnheit" hältst. Und die man besser so früh als möglich abtrainieren sollte.

Weil mir die Sichtweise sehr fern liegt, möchte ich da nicht argumentieren.
Aber es auch nicht so stehen lassen, weil die Forumsbeiträge ja durch G*ogle auftauchen.

Daher möchte ich auf die Link-Sammlung Stillwissen verweisen und was da zu Stillen nach Bedarf steht:
jusl hat geschrieben:
Kann das Stillen zum Trost eigentlich zu esssgestörtem Verhalten führen? Oder wird diese Verbindung erst bei "richtiger" Nahrung hergestellt?
Im Gegenteil. Es ist nicht sinnvoll, zwischen "Stillen um zu essen" und "Stillen zum Trost o.ä." zu unterscheiden. Babys haben schlichtweg ein Stillbedürfnis. Wenn Kinder klein sind, hängen Nahrungsaufnahme, Wärme und mütterliche Zuwendung und Trost von Natur aus zusammen. Erst wenn daran manipuliert wird, können später Probleme auftauchen, z.B. bei Babys, deren Stillbedürfnis häufig mit einem Plastiknuckel (=Kontakt zum Ding!) statt mit Stillen (=Kontakt zum Menschen!) beantwortet wird.

Dass ein Baby durchs Stillen beruhigt werden kann, ist nicht ein negativer Nebeneffekt des Stillens, sondern einer der positiven Hauptaspekte ;-)

LG;
Julia
Quelle: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... ng#p717889


(und das Väter ihre eigenen Rituale finden müssen, darum ging es hier gar nicht.)
Ganz so möchte ich das aber auch nicht stehen lassen. Natürlich braucht ein sechs Monate altes Baby nachts noch Nahrung und es ist richtig das Kind zu stillen. Wenn das Kind alle halbe Stunde aufwacht oder dauernuckelt, tut es das aber nicht, weil es Hunger hat sondern weil es allein nicht zum Schlaf findet. An der Brust nuckeln ist dann eine (gute) Möglichkeit das Kind wieder zu beruhigen. Auf dem Pezziball hüpfen, das Kind durch die Wohnung tragen ect. sind andere Möglichkeiten, die auch das Zuwendungsbedürfnis eines Babys befriedigen können. Das aufwachen jedesmal mit Stillen zu beantworten ist ja erstmal die Entscheidung der Mutter (für die es in der Regel bequemer ist, als alle halbe Stunde aufzustehen und das Kind zu tragen). Auch Einschlafstillen halte ich für kein nicht anders zu befriedigendes Bedürfnis des Kindes, denn es gibt auch andere Arten ein Kind liebevoll und unter Gewährung elterlicher Zuwendung zum schlafen zu bringen. Nur weil Stillen auch das Nähebedürfnis des Babys bedient heißt ja nicht, dass es daneben keine anderen Möglichkeiten gibt dies zu tun, wenn man das satte Baby gerade nicht stillen möchte. Einschlafstillen ist natürlich oft auch für die Mütter eine wenig kraftraubende Art der Einschlafbegleitung.

Wenn das Baby beim Stillen gut einschläft, und die Mutter dadurch, dass sie im liegen nur kurz stillen muss soviel Schlaf bekommt, dass sie (wenn auch etwas müde) gut damit leben kann ist ja alles wunderbar. Wenn dem nicht so ist, ist es doch eine gute Lösung ein zweites Beruhigungsritual für die Nacht (wie beispielsweise das Tragen einzuführen, welches auch der Vater übernehmen kann und welches dem Kind auch Nähe und Zuwendung in der Nacht garantiert). Natürlich muss sich ein immer gestilltes Kind oft erst daran gewöhnen, dass auch Papa einen beruhigen kann. Aber wenn es ein paar Mal so einschlafen ist, wird es wisses, dass dies auch eine Möglichkeit ist, sich nachts zu beruhigen. Und dann wird man daran, ob das Kind wenn es aufwacht das Tragen akzeptiert, oder weiter nach der Brust verlangt auch gut feststellen können, ob es gerade um Hunger geht oder um die fehlende Möglichkeit der Selbstregulation. Das es nicht ums Stillen an sich geht, zeigt sich ja schon daran, dass sich das Baby der Threadstarterin von der Threadstarterin auch durch Pezziball oder Tragen beruhigen lässt - nur eben vom Papa nicht. Aber das ist auch eine Frage der Gewöhung und ohne Protest lassen sich Beruhigungsmittel manchmal nicht einführen. Ich weiß noch wie ich meine Tochter (die mit einer Woche tagsüber acht Stunden am Stück wach war und einfach nicht geschafft hat beim Stillen einzuschlafen und dann verzweifelt wurde) versucht habe an das Tragetuch zu gewöhnen.Sie hat die ersten Male gekämpft und geschrien und ich habe das (auch auf Rat hier aus dem Forum) ausgehalten, weil ich fest daran geglaubt habe, dass ihr das Tragen eingentlich gut tun wird.

Ob die Frequenz des nächtlichen Aufwachens weniger wird, kann ich nicht sagen. Aber wenn jemand mit der nächtlichen Stillsituation unglücklich ist, ist es denke ich auch legitim diese zu ändern (was bei einem 6 Monate altem Kind natürlich nicht nächtliches Abstillen bedeuten sollte); Ich habe eine sehr lange (19 Monate) eine sehr schlecht schlafende Tochter gehabt, die sich leider auch durch Stillen oft nicht beruhigen liess und war lange (trotz abends mit dem Kind ins Bett gehen) sehr übermüdet (tagsüber schlafen ging nicht, da meine Tochter nie länger als eine halbe Stunde geschlafen hat, und ich so schnell nicht einschlafen kann). Kann gut sein, dass ich beim nächsten Kind zumindest versuchen würde, das Kind auch anders als durch Stillen einschlafen zu lassen (was ja auch Pantley empfielt) und insbesondere auch den Vater als Beruhigungsperson zu etablieren. Ich kann nicht finden, dass man durch ein solches Vorgehen gegen das Nähebedürfnis eines Babys handelt. Vor allem wenn es wie bei 08u11 ohne Protest des Babys funktioniert hat.
Mit zwei Töchtern (2011 und 2014)
08u11
Profi-SuTler
Beiträge: 3355
Registriert: 17.09.2012, 16:14

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von 08u11 »

Katha hat geschrieben: Aber es auch nicht so stehen lassen, weil die Forumsbeiträge ja durch G*ogle auftauchen.
Ach, schön, dass Du das bemerkt hast. Eben deshalb finde ich es wichtig, zu betonen, dass es zum Stillen weder nötig noch sinnvoll ist, ständig und über Monate oder sogar Jahre hinweg die eigenen Grenzen zu igonieren. Wenn ich nämlich als werdene Mama lese, dass es beim Stillen grundsätzlich nötig und sinnvoll ist, ein ganzes Jahr lang (oder besser noch länger) keine Stunde am Stück zu schlafen und ich nicht mal dran denken darf, daran etwas zu ändern, fange ich das Stillen doch am besten erst gar nicht an.

Bei Jusls Beitrag ist die Fragestellung eine andere. Insofern hat das mit dem Thema hier nur begrenzt etwas zu tun. Klar: Einschlafstillen und Troststillen sind grundsätzlich eine gute Sache!!! Und wenn es Dir und Deinem Kind damit gut geht, ist das wunderbar! Ich freue mich da für Euch - nur mir (und ich glaube einigen anderen auch) hilft das null. Stillen ist eine sehr gute Möglichkeit, ein Baby zu beruhigen. Grundsätzlich ist es sogar häufig die beste!
Katha hat geschrieben: Und die man besser so früh als möglich abtrainieren sollte.

Nein, das hast Du völlig falsch verstanden. Ganz im Gegenteil: Ich finde Schlafprogramme jeglicher Art suboptimal. Nochmal ganz deutlich: Stillen ist super! Für Babys Ernährung gibt es da gleichwertige Alternative. Zum Beruhigen häufig auch nicht. Manchmal aber schon. Ich denke, in vielen Familien geht das ganz automatisch, dass dann eben mal auf andere Weise beruhigt wird. Bei anderen eben eher mit einer bewussten Entscheidung: Wir probieren es jetzt einmal anders. Da geht es auch nicht um ein grundsätzliches entweder oder: Genauso wie viele je nachdem mal KiWa fahren und mal tragen kann man auch mal mit kuscheln, streicheln, singen, ... beruhigen, und mal eben mit Stillen. Je nachdem was beiden gerade gut tut. Mein Sohn kann sehr deutlich machen, wenn er Stillen will/braucht und darf dann auch (Nebenbemerkung: ich gehöre übrigens zu denen, die ohne Probleme auch ihren über 2jährigen noch in der Öffentlichkeit stillen, wenn er das einfordert und da hat er eigentlich niemals Hunger, sondern will immer Kuscheln, Beruhigen, ...).

Was ich wirklich ungut finde, ist, so zu verfahren wie ich bei meinem Großen: Immer weiter nur Stillen, Stillen, Stillen und mein eigenes befinden, meine Übermüdung und meine eiternden Brustwarzen so lange wie möglich zu ignorieren um dann, als es eben wirklich nicht mehr ging, von heute auf morgen abzustillen. Dazu würde ich wirklich niemandem raten. Bei Nr. 2 habe ich es geschafft, das zu vermeiden und dabei hat es mir geholfen, dass wir gemeinsam schon recht früh ein alternatives Beruhigungsritual gefunden haben, das für uns beide gepasst hat. Für uns war es sehr wichtig, das schon früh angegangen zu sein. Zum einen, weil ich da noch keinen Leidensdruck hatte, also in Ruhe ausprobieren, anbieten und auch wieder lassen konnte und zum anderen, weil ich zumindest bei meinen Kindern die Erfahrung gemacht habe, dass in der Phase des Mobilwerdens, Sprechenlernens und Welterkundens keine gute Zeit ist, um noch weitere Neuerungen einzuführen.

Rituale sind per Definition alle "Angewohnheiten", klar auch das Einfschlafstillen. Ob es "nur" eine "Angewohnheit" ist, kann man, denke ich nicht pauschal entscheiden. Das hängt von ganz vielen Komponenten ab. Klar, das Alter der Kinder spielt da eine wesentliche Rolle, aber nicht die einzige. Grundsätzlich ist das Stillen eine sehr gute "Angewohnheit". Trotzdem ist es nicht verboten, daneben auch noch auf andere Arten zu beruhigen. Das grundsätzlich geradewegs zu verbieten/zu verdammen, finde ich zum einen überheblich und schlimmer noch, wenig hilfreich.

Oh, danke jali, genau das meinte ich.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
kiki18
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 283
Registriert: 19.12.2012, 13:53
Wohnort: Bayern

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von kiki18 »

Ich unterschreibe.
Warum sollte stillen die einzige Methode sein, sein Kind liebevoll in den Schlaf zu begleiten? Ich trage meine Kleine inzwischen meistens in den Schlaf und seitdem sind die nächtlichen Blähungen auch etwas besser geworden (weil wir dann nach dem Stillen kurz vor dem Einschlaf-Tragen nochmal Bäuerchen machen können und zumindest diese Luft dann nicht hinten raus muss). Gestern dann nach der 6-fach-Impfung einen extrem bescheidenen Tag gehabt und abends das arme Ding dann eben doch wieder an der Brust einschlafen lassen (zusätzlich zu 2-3 Mal am Tag, wo sie eben auch vor Erschöpfung an der Brust eingedöst ist und das Bäuerchen flach fiel). Resultat: 4 gewaltige Pups-Attacken in der Nacht (zusätzlich zu dem sowieso schon häufigen Aufwachen). Es ist sicher Kind-Abhängig, aber für UNS ist Einschlafstillen und generell das häufige nächtliche Stillen und Dauernuckeln eben nicht so förderlich.
Ja, und was die Bedürfnisse angeht... Ich glaube, wir SuT-Mamas stellen die eigenen Bedürfnisse eben ganz weit nach hinten. Und es ist natürlich gut, auf die Bedürfnisse des Babies prompt einzugehen, vor allem am Anfang. Aber ein mütterlicher Burnout bringt eben auch keinem etwas. Ich muss selbst immer wieder ganz bewusst versuchen, auf mich zu achten und auf meine eigenen Bedürfnisse zu hören - zumindest hin und wieder.
Milchkaffee-Baby (10/15) und Cappuccino-Kind (11/2012) immer dabei und Sternchen (01/2012) fest im Herzen
Boreal
ist gern hier dabei
Beiträge: 69
Registriert: 13.09.2012, 15:03
Wohnort: Hamburg

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von Boreal »

kiki18 hat geschrieben:Ja, und was die Bedürfnisse angeht... Ich glaube, wir SuT-Mamas stellen die eigenen Bedürfnisse eben ganz weit nach hinten. Und es ist natürlich gut, auf die Bedürfnisse des Babies prompt einzugehen, vor allem am Anfang. Aber ein mütterlicher Burnout bringt eben auch keinem etwas. Ich muss selbst immer wieder ganz bewusst versuchen, auf mich zu achten und auf meine eigenen Bedürfnisse zu hören - zumindest hin und wieder.
Das unterschreibe ich so. Ich bin mir sicher, dass es meinem Kind nichts gebracht hat, dass ich drei- bis viermal am Tag in Tränen ausgebrochen bin, weil ich durch den geringen Stillabstand einen extremen Schlafmangel hatte. Ich habe festgestellt, dass sich mein Kind sehr gut durch Kuscheln ohne Stillen beruhigen lässt und für mich ist nächtliches Troststillen deutlich anstrengender als nächtliches Beruhgungskuscheln. Ich bin mir sicher, dass jeder seinen Weg finden muss, wie man nachts das eigene Baby am besten beruhigt und tröstet und dass es keine allgemeingültige Lösung gibt.
mit kleinem Entchen 6/12 und Bauchzwerg

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von nido56 »

Ich wollte nur mal kurz berichten, wie das erste Wochenende ohne mich fuer meine beiden Jungs gelaufen ist. Die Naechte waren wohl schon anstrengend mit haeufigem Aufwachen und viel Gejammer. Das hatte sich allerdings schon angekuendigt bevor ich weggefahren bin (die zahnungsbedingt schlechten Naechte kommen bei uns normalerweise im 3er- oder 4er-Pack). Aber der Papa hat es ueberlebt, und dem kleinen Piraten hat es offensichtlich nicht viel ausgemacht. Gestern hat er mich freudig begruesst, aber nicht anders als waere ich nur ein paar Stunden zum Einkaufen weggewesen. Er hat ausgiebig gestillt und ist dann schnell zur Tagesordnung uebergegangen. Die letzte Nacht war dann wieder ganz normal, mit Stillen um 2:30 und um 5:30.

Und ich muss zugeben, dass ich mich nach 2 Tagen zwar sehr auf das Wiedersehen gefreut habe, den Kleinen aber waehrenddessen deutlich weniger vermisst habe als erwartet. Die 2 freien Tage und Naechte habe ich sehr genossen. Ich denke, das koennen wir durchaus so nochmal wiederholen. Es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass auch mein schlecht schlafendes, nachts haeufig stillendes Kind ein paar Naechte ohne Brust ganz gut wegsteckt. Ich musste allerdings ein paar Mal Milch ausstreichen, weil es echt unangenehm wurde.
nido mit dem Piraten (01/2012)
kiki18
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 283
Registriert: 19.12.2012, 13:53
Wohnort: Bayern

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von kiki18 »

Na, ist doch super, dass es so geklappt hat! Und schön, dass du die zwei Tage so gut verbracht hast. Freut mich!

Wir habens doch gestern glatt geschafft, dass die Maus (halb-)wach ins Bett kam und dort eingeschlafen ist. Hab sie auf dem Pezzi-Ball gehopst, bis sie richtig müde war und dann haben wir uns zusammen ins Bett gelegt, ich hatte sie noch fest im Arm. Sie hat dann noch ein bisschen rumgeguckt und die süßen Geräusche gemacht, die sie sonst immer kurz vorm Einschlafen macht. Aber um nochmal richtig zu protestieren, war sie wohl zu müde.
Resultat: Eine Stunde später war sie wieder wach und dann gings im Stundentakt weiter wie gehabt (und Kuschelversuche scheiterten auch immer). An der Einschlafmethode scheints also bei uns nicht zu liegen. :roll:
Milchkaffee-Baby (10/15) und Cappuccino-Kind (11/2012) immer dabei und Sternchen (01/2012) fest im Herzen
Benutzeravatar
August
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1045
Registriert: 04.03.2013, 16:04
Wohnort: zu Hause

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von August »

Hallo kiki 18.....wollte mal hören wie die Situation momentan bei euch ist?? :D
Wir haben hier ja auch katastrophale Nächte mit stündlichen nuckeln :|
Bin extrem am Ende....Aber das muss ich dir ja nicht sagen.... :(
.....sind auch am überlegen wie wir es am besten machen.....durchhalten....oder kuscheln Tragen singen statt stillen.....Ich weiss auch nicht mehr...das bedeutet aber ein weinendes/schreiendes Kind :cry: das versuchen wir ja in allen anderen Situationen zu vermeiden....deswegen sträubt es sich in mir...Aber so wie es momentan ist geht es auch nicht weiter.....bin ein totales nervenbündel....
Was ist das beste für alle Beteiligten??
Ich weiss keinen Rat mehr....
@katha....mir gefällt sehr gut was du schreibst...und das sagt auch mein Herz.....das ist noch frei von Müdigkeit :wink:
Hättest di vielleicht einen Link bzgl der Erfahrungen/Kenntnisse der nächtlichen Reduktion des stillen bei unter 1 jährigen (gorden)??
Ich würde ja ohne Probleme 3,4 mal nachts stillen....Aber stündlich???
Nur wenn Dus parat hast...sonstiges gehe ich natürlich selbst auf die Suche..... :D
Lg
Bild
Bild=Bild
Benutzeravatar
Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
Registriert: 30.03.2012, 20:38

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von Katha »

Danke August, dachte schon, ich wäre ein Alien.

Gordon soll man halt erst Ü1 machen, hab ihn leider auch nicht parat, weil ich bislang wirklich klar merke, dass eine Reduktion bei uns mit viel WACH sein verbunden wäre.
Und dazu ist mir mein Schlaf zu heilig, auch, wenn er oft unterbrochen wird.

Wir hatten heute früh (ich habe nicht auf die Uhr geguckt) Dauergenuckel ab mind. 4, eher früher, bis 7. Dabei kann ich auch schlecht schlafen. Aber kl. Hase realisiert erst, dass Mama da ist, wenn er wach ist, weil vorher ist das unbewusst.
Kuscheln, tragen, singen macht halt leider alles wacher als Stillen - bin eigentlich daher wirklich froh, dass das mein Kind NICHT einfordert, sondern eben das Stillen.

Wenn sich Dein Kind mit Papa beruhigen lässt, dann probiert das aus.
Wenn nicht, dann würde ich weiterhin vorschlagen: Schlaf mitnehmen, wo immer es geht. Meist sind wirklich die Schlafphasen nach dem 1. Aufwachen am Längesten. Ja, es nervt, um 8 im Bett zu liegen. Und es nervt auch, jeden Mittagsschlaf mitzunehmen. Aber irgendwann wird es auch besser. WE ausschlafen, Papa übernimmt, etc.
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
Benutzeravatar
August
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1045
Registriert: 04.03.2013, 16:04
Wohnort: zu Hause

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von August »

..s ist so schwer.....und so verzweifeln....man ist so hin und hergerissen.....sein Kind für das man natürlich alles tut!!! Und auf der anderen Seite das ICH.....wo sind die Grenzen....
Ich werde nachts so sauer :cry: und bin ärgerlich..Ich möchte doch nur mal 3 std schlafen....
Tagsüber tut mir das dann (meine Gedanken) so leid....und es relativiert sich bei Tageslicht auch immer wieder....Aber ich merke wie meine Kräfte und vor allem nerven schwinden :(
Mausemauspapa ist toll....er nimmt mir viel ab...vor allem Druck!Haushalt und Co sind absolute nebenschauplätze.... darf am we auch mal noch ein stündchen liegen bleiben.
Nachts ist es schwierig....sie fängt noch mehr an zu weinen wenn sie zum Papa kommt.....So war es zumindest letztens....ein Versuch wäre es nochmal wert...
Glaubst du das das vertrauen gestört würde,würde ich sie nicht,bzw nicht stündlich anlegen.
Ein oft gehörter Rat ist sie nur alle 2-3 std stillen zu lassen und zwischendrin laufen,streicheln usw....
Das Problem ist aber doch-mausemaus wird ja dann ganz verwirrt...mal darf sie an die Brust,mal nicht....das kann doch eigentlich nicht der weg sein....??? Sie kann doch noch nicht unterscheiden... :cry:

Oh Mann....Jetzt wo ich das schreibe wird ziemlich deutlich....das ist nicht der, nicht unser Weg :|
Aber irgendeinen bräuchte ich.....
Bild
Bild=Bild
Benutzeravatar
Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
Registriert: 30.03.2012, 20:38

Re: Erfahrungen mit "Nachts weniger stillen"?

Beitrag von Katha »

hm, hast Du schon mal versucht untertags HÄUFIGER anzulegen?
bei manchen bringt das was, weil dann Nachts nicht so viel nachgeholt wird
(bei uns hätte das nicht geklappt, hatte zu der Zeit Nachts und Tags viel Stiller)
muss leider gerade weg.
3 h Schlaf ging bei uns Mittags gut. Da gab es immer nur 1 Unterbrechung ;) ziemlich in der Mitte. Das tat aber trotzdem gut
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
Antworten

Zurück zu „Stillforum“