Man oh, jetzt hab' so einen langen Beitrag geschrieben und jetzt ist er weg! Deshalb zweiter Versuch:
Katha hat geschrieben: ich als Erstlingsmama haben halt nicht die Weisheit zu unterscheiden.
Wie das bei Dir ist, weiß ich nicht. Ich habe tatsächlich bei Nr. 1 noch einiges dazugelernt. Als A. ca. 1 Jahr alt war, war ich bei der Stillberaterin, weil ich vom nächtlichen Dauernuckeln übelst wundgebissene Brustwarzen hatte. Die Stillberaterin hat sich die Wunde kurz angeschaut und dann gemeint: Ab zum Frauenarzt und übrigens: in dem Alter kann man schon auch Abstillen. Darauf ich: Aber dann muss ich nachts ja Fläschchen machen und sie: Nein, so ein großes Kind braucht keine Milch, der braucht ein Einschlafritual. Tja, leider war - zumindest bei unserem - in dem Alter ein neues Ritual nur mit Geschrei zu etablieren. Und das wollte ich bei Nr. 2 vermeiden und es hat auch geklappt (wenn auch vielleicht nur deshalb, weil wir viel Glück hatten).
Katha hat geschrieben: Meine Meinung nach ist es eben auch ein Mahlzeitenkonzept, wenn Nachts die Stillabstände auf 3 oder 4 h beschränkt werden
Wenn das heißt, dass die Mama sich einen Wecker stellt und ihrem wild brüllenden Kind erzählt: Nein Du bekommst jetzt keine Milch, wir stillen erst in 2h wieder! Dann stimme ich Dir voll und ganz zu. Das geht mit so Kleinen auf keinen Fall und mit Großen eigentlich auch nur im Notfall. Bei uns ist es aber umgekehrt gelaufen: Zunächst mal haben wir das abendliche Stillen vom Einschlafen getrennt. Gleiche Stillmenge, gleiches Prolaktin, nur ca. 15 Min früher. Ändert am Stillen zunächst einmal gar nichts, aber Kind lernt schon früh ein neues Einschlafritual kennen (und das geht meiner Erfahrung nach halt kurz vor dem Mobilwerden sehr gut und mit einem Jahr gar nicht). Die längeren Stillabstände haben sich dann von selbst eingestellt, als J. soweit war. Und da gibt's auch wieder Phasen, in denen dann doch mehr Mama Milch gebraucht wird. Mit etwa 11 Monaten hat er durchgeschlafen, inzwischen kommt er aber auch in manchen Nächten wieder.
Katha hat geschriebenAuch das nächtliche Nuckeln hält den Prolaktinspiegel hoch und regt die Milchproduktion an.
Die Angst, dass die Milch nicht reicht, kenne ich persölich nur aus dem Wochenbett. Mit 6Mon hat J. schon ordentlich BLW verschlungen und war außerdem durchaus in der Lage sich zu melden, wenn er Hunger hat - auch nachts. Dann hat er auch MuMi bekommen (und bekommt sie auch heute noch). Aber wenn er mit kurzem Streicheln genauso gut weitergeschlafen hat, habe ich Grund zu der Annahme, dass er auch nur Beruhigung wollte und nicht unbedingt Milch.
Wenn Ihr mit nächtlichem Dauerstillen zurecht kommt, dann spricht nichts dagegen. Ich weiß von mir, dass ich das nicht 2-3 Jahre durchhalte (vor allem nicht, wenn das Kind zahnt). Und dann finde ich es fairer, bereits rechtzeitig nach Alternativen zu schauen und die in Ruhe zu etablieren, als ein 1jähriges kurzfristig abzustillen. Ich kenne leider recht viele Mütter, die (meiner Meinung nach) zu früh abgestillt haben, weil sie sonst wirklich keinen Schritt mehr ohne Baby machen konnten. Und dann hat der Papa halt mal Pre im Fläschchen gegeben - weil das Kind braucht ja unbedingt sofort Milch und darf/kann nur so beruhigt werden. Das schadet dem Prolaktinspiegel mit Sicherheit! Meiner Erfahrung nach ist es da für alle viel entspannter und stillfreundlicher obendrein, Papa findet sein eigenes Beruhigungsritual und Baby stillt wieder wenn Mama da ist (klar, je kleiner das Kind, desto kürzer muss die Wartephase sein).
Ich kenne halt das Problem mit nächtlichem Dauertrinker sehr gut und meine Angst vor Saugverwirrung oder vorzeitigem Abstillen (wegen Erschöpfung, nicht mehr heilender Brustwarzen, ...) ist viel größer als die Sorge, einem bislang gut zunehmenden, beikostreifen Kind könne die Milch ausgehen. Deshalb betone ich, dass es grundsätzlich durchaus legitim ist, auch ein Baby auf andere Art und Weise zu beruhigen als durch Stillen. Hungern oder Dürsten lassen ist in keinem Alter gut, allein Schreien lassen niemals und gemeinsam Schreien aushalten: naja, im Notfall (aber toll ist es auch dann nicht).
@kiki18: hoffe, dass war der Forumseffekt, der jetzt ganz lange anhält.
Dem will ich mich voll und ganz anschließen. Ganz bestimmt hält das lange vor. So: eine gute Nacht für alle, egal ob stillend und/oder schlafend.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)