ich bin gerade ein bisschen verzweifelt und muss mich mal bei Leuten ausheulen, die verstehen, dass der Ratschlag "still doch einfach ab, dann sind alle Probleme erledigt" bei mir nicht zu Begeisterungsstuermen fuehrt.
Die Lage: Unser Sohn ist 14 Monate alt und stillt noch recht haeufig. Er ist ein absolut bescheidener Schlaefer und es gibt Naechte, da bringt uns nur stundenlanges Dauernuckeln wenigstens ein bisschen Schlaf. Er geht in die Krippe seit er 5 Monate alt ist, und ich arbeite voll. Nun ist er seit Wochen dauerkrank. So eine Phase hatten wir letztes Jahr schonmal. In den 2 Wochen Weihnachtsferien hatte er sich gut erholt und war dann 2 Monate topfit. Aber jetzt sind bis August keine Ferien in Sicht
Nun haeufen sich die Probleme. Wenn er krank ist, schlaeft er NOCH schlechter, isst bescheiden und stillt viel. Dadurch bekomme ich noch weniger Schlaf als sonst. Ausserdem haben wir keine Grosseltern oder aehnliches zur Verfuegung, so dass wir super gestresst sind, weil wir die ganze Zeit panisch die Betreuung organisieren muessen (versetzt arbeiten, einer steht um 5 h auf, der andere arbeitet nachmittags bis spaet nachts etc.). Babysitter haben wir, ohne ginge es gar nicht, aber die kann natuerlich auch nicht immer Gewehr bei Fuss stehen, falls bei uns der Notstand ausbricht.
Das Hauptproblem ist aber, dass mich das Stillen enorm auszehrt. Das Problem habe ich seit Anfang der Stillzeit. Ich bin inzwischen trotz wirklich grosser Kalorienmengen untergewichtig und habe ueberhaupt keine Widerstandskraft mehr, d.h. ich bin auch dauerkrank. Letzte Woche habe ich in meiner Verzweiflung Antibiotika genommen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Das hat auch fix geholfen, aber nach Absetzen habe ich heute, 3 Tage spaeter, wieder Fieber, Halsschmerzen und Husten. Bluttest habe ich gemacht, vor allem auf Schilddruese, aber das einzige, was auffaellig war, war eine sehr niedrige Leukozytenzahl. Laut Aerztin kann man da nicht machen. Das laege einfach an meinem schlechten Allgemeinzustand.
Alle Leute raten mir natuerlich, verstaendlicher Weise, zum Abstillen. Dann wuerde ich endlich wieder zunehmen, kraeftiger werden und vielleicht nicht immer gleich mit krank werden. Ausserdem koennte man mich besser behandeln. Mir graut es aber so dermassen vor den Naechten! Ich denke nicht, dass der Kleine deutlich besser schlafen wuerde, d.h. ich muesste nachts wahrscheinlich stundenlang ein weinendes Kleinkind durch die Gegend tragen. Im Moment fuehle ich mich zu schlapp fuer solche Aktionen. Ausserdem stillt er so gerne und es wuerde mir das Herz brechen, ihm das zu nehmen. Und er ist eh ein Schlanker. Was mache ich denn dann, wenn er krank wird? Dann isst er naemlich allerhoechstens mal einen Yoghurt. Da gibt mir das Stillen die schoene Sicherheit, dass er doch einiges an Naehstoffen erhaelt.
Die andere Option waere, ihn aus der Krippe zu nehmen. Dann waere er nicht staendig krank und wuerde mich nicht immer anstecken. Aber ein Kindermaedchen Vollzeit wird halt unglaublich teuer. Wir koennten sicher auch eine Weile ohne mein Gehalt ueberleben, aber in meinem Beruf ist nach einer laengeren Unterbrechung ein Wiedereinstieg unmoeglich, d.h. ich muesste danach ganz von vorn anfangen. Und ich mag meinen Beruf wirklich, obwohl ich natuerlich in letzter Zeit selber merke, wie wenig produktiv ich in meinem Zustand noch bin.
Uff, ich weiss auch nicht, was ich von Euch hoeren will, aber ich musste mich einfach mal ausheulen. Ich wollte so gerne mindestens so lange stillen, bis ich ein Abstillen mit meinem Sohn verhandeln kann, bis er das verstehen kann, und gerne ohne Zwang und Traenen
Im Moment ist die einzige Idee, die ich habe, mit meiner Aerztin zu reden, ob sie mich einfach mal 2-3 Wochen krank schreiben kann. Dann koennten wir uns vielleicht beide ein bisschen berappeln. Ich befuerchte allerdings, dass das schwierig wird, da die Aerzte hier (lebe nicht in Deutschland) mit Krankschreibungen alles andere als grosszuegig sind.