Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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nido56
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Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Beitrag von nido56 »

Hallo,

ich bin gerade ein bisschen verzweifelt und muss mich mal bei Leuten ausheulen, die verstehen, dass der Ratschlag "still doch einfach ab, dann sind alle Probleme erledigt" bei mir nicht zu Begeisterungsstuermen fuehrt.

Die Lage: Unser Sohn ist 14 Monate alt und stillt noch recht haeufig. Er ist ein absolut bescheidener Schlaefer und es gibt Naechte, da bringt uns nur stundenlanges Dauernuckeln wenigstens ein bisschen Schlaf. Er geht in die Krippe seit er 5 Monate alt ist, und ich arbeite voll. Nun ist er seit Wochen dauerkrank. So eine Phase hatten wir letztes Jahr schonmal. In den 2 Wochen Weihnachtsferien hatte er sich gut erholt und war dann 2 Monate topfit. Aber jetzt sind bis August keine Ferien in Sicht :-(

Nun haeufen sich die Probleme. Wenn er krank ist, schlaeft er NOCH schlechter, isst bescheiden und stillt viel. Dadurch bekomme ich noch weniger Schlaf als sonst. Ausserdem haben wir keine Grosseltern oder aehnliches zur Verfuegung, so dass wir super gestresst sind, weil wir die ganze Zeit panisch die Betreuung organisieren muessen (versetzt arbeiten, einer steht um 5 h auf, der andere arbeitet nachmittags bis spaet nachts etc.). Babysitter haben wir, ohne ginge es gar nicht, aber die kann natuerlich auch nicht immer Gewehr bei Fuss stehen, falls bei uns der Notstand ausbricht.

Das Hauptproblem ist aber, dass mich das Stillen enorm auszehrt. Das Problem habe ich seit Anfang der Stillzeit. Ich bin inzwischen trotz wirklich grosser Kalorienmengen untergewichtig und habe ueberhaupt keine Widerstandskraft mehr, d.h. ich bin auch dauerkrank. Letzte Woche habe ich in meiner Verzweiflung Antibiotika genommen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Das hat auch fix geholfen, aber nach Absetzen habe ich heute, 3 Tage spaeter, wieder Fieber, Halsschmerzen und Husten. Bluttest habe ich gemacht, vor allem auf Schilddruese, aber das einzige, was auffaellig war, war eine sehr niedrige Leukozytenzahl. Laut Aerztin kann man da nicht machen. Das laege einfach an meinem schlechten Allgemeinzustand.

Alle Leute raten mir natuerlich, verstaendlicher Weise, zum Abstillen. Dann wuerde ich endlich wieder zunehmen, kraeftiger werden und vielleicht nicht immer gleich mit krank werden. Ausserdem koennte man mich besser behandeln. Mir graut es aber so dermassen vor den Naechten! Ich denke nicht, dass der Kleine deutlich besser schlafen wuerde, d.h. ich muesste nachts wahrscheinlich stundenlang ein weinendes Kleinkind durch die Gegend tragen. Im Moment fuehle ich mich zu schlapp fuer solche Aktionen. Ausserdem stillt er so gerne und es wuerde mir das Herz brechen, ihm das zu nehmen. Und er ist eh ein Schlanker. Was mache ich denn dann, wenn er krank wird? Dann isst er naemlich allerhoechstens mal einen Yoghurt. Da gibt mir das Stillen die schoene Sicherheit, dass er doch einiges an Naehstoffen erhaelt.

Die andere Option waere, ihn aus der Krippe zu nehmen. Dann waere er nicht staendig krank und wuerde mich nicht immer anstecken. Aber ein Kindermaedchen Vollzeit wird halt unglaublich teuer. Wir koennten sicher auch eine Weile ohne mein Gehalt ueberleben, aber in meinem Beruf ist nach einer laengeren Unterbrechung ein Wiedereinstieg unmoeglich, d.h. ich muesste danach ganz von vorn anfangen. Und ich mag meinen Beruf wirklich, obwohl ich natuerlich in letzter Zeit selber merke, wie wenig produktiv ich in meinem Zustand noch bin.

Uff, ich weiss auch nicht, was ich von Euch hoeren will, aber ich musste mich einfach mal ausheulen. Ich wollte so gerne mindestens so lange stillen, bis ich ein Abstillen mit meinem Sohn verhandeln kann, bis er das verstehen kann, und gerne ohne Zwang und Traenen :-(

Im Moment ist die einzige Idee, die ich habe, mit meiner Aerztin zu reden, ob sie mich einfach mal 2-3 Wochen krank schreiben kann. Dann koennten wir uns vielleicht beide ein bisschen berappeln. Ich befuerchte allerdings, dass das schwierig wird, da die Aerzte hier (lebe nicht in Deutschland) mit Krankschreibungen alles andere als grosszuegig sind.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Prisemuth
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Re: Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Beitrag von Prisemuth »

Oh, ich möchte dich mal drücken ((())) Das klingt alles echt furchtbar stressig und als sähest du keinen Ausweg zur Zeit :cry:
Wäre es denn eine Option, nicht Vollzeit zu arbeiten? Ich stelle mir das alles auch ohne stillen furchtbar anstrengend vor, Kind, Haushalt, und dann auch noch voll arbeiten - wäre für mich grad undenkbar und meiner ist nur unwesentlich älter als deiner.
Ich kann mich auch noch gut an das Gefühl erinnern, total ausgelaugt zu sein vom stillen und trotz ständigen Essens abzunehmen.
Ich möchte dir nur Mut machen, falls du den Weg zumindest des nächtlichen abstillens beschreiten willst; bei uns hat das trotz meiner Skepsis wirklich gut geklappt und unsere Nächte sind wirklich viel, viel besser geworden. Ich weiß, dafür gibt es keine Garantie und jedes Kind ist da auch anders, aber es besteht halt die Möglichkeit, dass es sich auch bei euch bessert. Denn auch so ein Wurm von 14 Monaten ist ja ausgeruhter, wenn er mal ein paar Stunden richtig tief schläft :wink:
Oder kannst du dir evt., wenn das finanziell passt bei euch, ein paar Wochen unbezahlten Urlaub nehmen? So eine Art Mini-Sabbatical? Oder eine Mutter-Kind-Kur beantragen? Ich weiß jetzt nicht, in welchem Land ihr lebt und ob es sowas da gibt?
Ich wünsche dir viel Kraft und ruhigere Nächte!!
Liebe Grüße von Anke mit dem kleinen Mann (11/11)
nido56
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Re: Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Beitrag von nido56 »

Danke fuer die virtuelle Umarmung! Nach meinem Gefuehlsausbruch vorhin habe ich mich mal ruhig hingesetzt und nachgedacht. Ich denke, ich werde, wie Du es auch vorschlaegst, mit meinem Chef reden, ob ein paar Wochen unbezahlter Urlaub drin waeren. Wenn das geht, dann wuerde ich diese Zeit der Ruhe gerne nutzen, um die Naechte etwas zu strukturieren. So schlapp, wie ich im Moment bin, traue ich mir die Aktion naemlich waehrend der Arbeitszeit einfach nicht zu. Mein momentaner Plan ist, das Stillen auf abends, einmal nachts (so gegen 3 h) und fruehmorgens (so gegen 6 h) zu beschraenken. Das ist in den seltenen wirklich guten Naechten naemlich in etwa sein Rhythmus, und damit kann ich ziemlich gut leben. Wenn das klappt, dann komme ich zu genug Schlaf, ohne das der Kleine ganz auf seine geliebte Brust verzichten muss. Wenn es nach 1-2 Wochen noch gar nicht funktioniert, dann brechen wir das Experiment halt ab.

Eigentlich sieht es doch gar nicht so aussichtslos aus, wie ich vorhin dachte. Manchmal sieht man wohl den Wald vor lauter Baeumen nicht. Es hat schon geholfen, das alles einfach mal aufzuschreiben. Drueckt mir also mal die Daumen, dass das mit dem unbezahlten Urlaub klappt.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Re: Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Beitrag von Tootsie »

Hallo!
Könntest Du nicht noch Elternzeit nehmen? Erkundige Dich doch mal. Wie mir scheint, hast Du da doch sicher noch was "übrig". Und Du kannst ja in Elternzeit teilzeit arbeiten, damit Du nicht ganz raus kommst.
Ich wünsch Dir alles Gute und viel Kraft!
Liebe Grüße aus Landau!

Nicole
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Re: Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Beitrag von 08u11 »

Von mir auch eine Umarmung!
Dass Abstillen Euer Problem löst, glaube ich allerdings nicht. Eher das Gegenteil - Kind evt. noch häufiger oder schwerer krank. Meine Mutter, die niemals gestillt hat, hatte übrigens trotzdem in der Baby-/Kleinstkindzeit jeweils enorm abgenommen - und da lag's garantiert nicht am Stillen. Aber die unruhigen Nächte, die zehren natürlich schon. Deshalb würde ich hier auch versuchen stark zu reduzieren (das klappt schon :lol: ) und evt. eine Pause oder Teilzeitarbeit wären natürlich auch nicht schlecht (wenn es sich einrichten lässt). Kinderfrau ist halt die Frage. Das Problem mit den Infekten wird dadurch ja nicht gelöst, sondern nur verschoben (dann ist das Kind halt nicht jetzt krank, sondern erst im KiGa, spätestens in der Schule). Ob Euch das was bringt? Und was, wenn die Kinderfrau krank ist/Urlaub hat?
Naja, ich drücke die Daumen, dass Ihr eine gute Lösung findet. Und halte nochmals fest: das Stillen per se ist sicher nicht das Problem, möglicherweise aber die Häufigkeit (vor allem in der Nacht).
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
nido56
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Re: Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Beitrag von nido56 »

Danke fuer die Unterstuetzung! Elternzeit ist leider laengst rum. Hier in Spanien sind das 5 Monate. Teilzeit wuerde mein Arbeitgeber, glaube ich nicht mitmache. Ich denke, der unbezahlte Urlaub hat bessere Chancen, weil da nur mein direkter Chef zustimmen muss.

Bei der Kinderfrau dachte ich mir halt, dass er mit 3, wenn er hier in die Vorschule kommt, vielleicht schon ein bisschen stabiler ist und Infekte besser wegsteckt. Ausserdem nehmen 3jaehrige ja (hoffentlich) nicht mehr ALLES in den Mund. Aber ich muss zugeben, dass ich mich bei dem Gedanken, den Kleinen den ganzen Tag ohne jede Kontrolle einer Fremden zu ueberlasssen, irgendwie unwohl fuehle.

Ich denke auch, dass Abstillen nicht die Loesung ist. Eigentlich ist auch nicht das naechtliche Stillen ansich das Problem, sondern die Unruhe, das Dauernuckeln, dass ein 9.5 kg-Kind quer ueber meinem Bauch liegt und losbruellt, wenn ich mich auch nur einen mm bewege etc. So komme ich einfach kaum in den Tiefschlaf. Der Kleine ist ein extrem neugieriges, aktives und umtriebiges Kind. Ich glaube, er tut sich dann einfach schwer, nachts alles zu verarbeiten. Und die Backenzaehnchen machen auch schon seit Wochen Aerger. Trotzdem bin ich jetzt einfach mal ganz optimistisch und glaube fest daran, dass er lernen kann, die Nacht NEBEN Mama statt AUF Mama mit Brustwarze im Mund zu verbringen :wink:

Heute werde ich erstmal bei meiner Aerztin darauf draengen, dass sie mich nochmal gruendlich untersucht. Die schlechten Blutwerte vom letzten Jahr liegen mir doch ein bisschen im Magen, nicht dass da noch was anderes dahintersteckt und ich den kleinen Dauernuckler zu Unrecht beschuldige.
nido mit dem Piraten (01/2012)
Häsin
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Re: Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Beitrag von Häsin »

Liebe Nido,

Du Arme!!! Du hast aber auch eine riesen Belastung!!! Ich war wegen eines ähnlichen Problems (Müdigkeit-vermuteter Eisenmangel) vor kurzem beim Arzt und es hat sich herausgestellt, dass organisch nichts ist, also auch kein Eisenmangel. Der Arzt sagte aber auch "Ihre Erschöpfung ist eine angemessene Reaktion auf ihre Situation". Und wenn das bei mir schon angemessen ist (arbeite nur 30 Stunden, Kind schläft wenn es nichts stillt ganz gut, Mann in Karenz) dann ist es einfach ganz "normal" dass die Gesundheit leidet bei Dir. Und dass muss keine "physische Auszehrung durch Muttermilchnährstoffentzug" sein Ich finde es also einen super Ansatz, zu schauen, wie Du den Stress reduzieren kannst. Durchchecken lassen ist aber sicher trotzdem nie falsch.
Was mir aufgefallen ist, ich nehme erst ab (und hab endlich mein Vorschwangerschaftsgewicht wieder nach 14 Monaten- also umgekehrtes Problem eigentlich) seitdem ich tagsüber nicht mehr stille und auch nicht mehr pumpe. Da scheint sich der Stoffwechsel umgestellt zu haben. Paradoxe Idee deshalb: vielleicht hilft es, wenn Du tagsüber ein wenig pumpst. Oder hast Du auch schon zu Vollstillzeiten abgenommen?
Wünsche Dir alles Gute!

Liebe Grüße
Häsin
Häsin mit Häschen (*2/2012)
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steph87anie
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Re: Mamas Gesundheit macht schlapp - muss mich mal ausweinen

Beitrag von steph87anie »

Von mir auch erstmal eine feste Umarmung ((((((((nido)))))))))

So richtig was dazu sagen kann ich auch nicht. Ist den Untergewicht und Erschöpfung kein Grund für eine Krankschreibung?
Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass du entweder den Urlaub oder die Krankschreibung durch bekommst.
Stephanie mit Bambinootje *März 2012
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