stillen nach meinen Regeln

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Wortgewitter
alter SuT-Hase
Beiträge: 2965
Registriert: 03.07.2011, 21:40

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von Wortgewitter »

Also ich bin keine Verfechterin von 'Konsequenz', also gleichbleibenden Reaktionen auf die gleiche Sache, weil sie unauthentisch ist. Mal mag ich etwas, mal nicht. Das finde ich wichtig - ich bin ein Mensch, ich bin irrational und habe unterschiedliche Stimmungen. Solange ich mein Kind damit nicht belaste, indem ich es angreife o.ä. finde ich es vollkommen okay, das auch auszudrücken, ja, sogar notwendig für die Beziehung zum Kind und für die Vorbidlfunktion.

Bei uns kommt das auch gerade als Thema - und mal nervt es mich, mal ist es okay. Mal kriegt die Kleine Wutanfälle, wenn ich ihr nicht erlaube, mich zu zwicken etc, mal akzeptiert sie es, mal kann ich sie ablenken, je nach Situation.

Konkret bitte ich sie, die jeweilige Sache zu lassen, wenn sie mich stört. und wenn sie es nicht lässt und ich das als inakzeptabel empfinde, wird die Brust wieder eingepackt, weil ich das dann eben nicht möchte. Klar, das gibt oft Wut. Und manchmal lasse ich sie auch wieder an die Brust und bitte sie, eben das hauen/fummeln etc zu lassen. Und ganz oft klappt das trotzdem nicht und ich nehme sie wieder weg etc... Es ist eben ein Prozess und lernen ist eine eeeeewige Wiederholung *seufz*... Anstrengend finde ich es aber auch.
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
R.M. Rilke
Benutzeravatar
chennai
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7506
Registriert: 04.04.2009, 21:41

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von chennai »

Interessant, Wortgewitter, dass du es differenzierter handhabst. Ja, unauthentisch zu sein ist wohl die Gefahr, wenn man's einfach nur konsequent durchzieht...

Mal sehen, was noch so kommt...
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
mimmi
hat viel zu erzählen
Beiträge: 181
Registriert: 10.12.2011, 17:07
Wohnort: bei Stuttgart

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von mimmi »

ich hab das Stillen in unangenehmen Situationen immer kurz abgebrochen und meine Tochter erklärt das es mir weh tut. Eigentlich hat sie es sehr schnell verstanden und nur noch gaaaanz selten "schmerzhaft gefummelt".

Mich hat das auch irgendwann gestört, dass ich immer "nur die Milchmaschine" war. gekuschelt einfach so hat sie immer beim Papa aber bei mir ging ohne Stillen nix. Erst als ich nur noch Zuhause, auf dem Bett oder dem Sofa gestillt habe wurde es deutlich besser. Ich konnte auch mal mit ihr spielen ,ohne gleich angezapft zu werden :)
lg mimmi




Prinzessin 06/09 gestillt, lange getragen und auf eigenen Wunsch nur noch teilfamiliengebettet
Benutzeravatar
4tiere
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1085
Registriert: 26.11.2011, 13:43
Wohnort: Göttingen

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von 4tiere »

Wortgewitter hat geschrieben:Also ich bin keine Verfechterin von 'Konsequenz', also gleichbleibenden Reaktionen auf die gleiche Sache, weil sie unauthentisch ist.
Das bedeutet aber nicht "konsequent"! Konsequent heisst folgerichtig - d.h. die Ansage/Aussage, die ich gemacht habe, bleibt bestehen und wird nicht geändert.
D.h. aber nicht, dass ich auf die gleiche Sache immer gleich reagieren muss!!!!

Wortgewitter hat geschrieben:Bei uns kommt das auch gerade als Thema - und mal nervt es mich, mal ist es okay. Mal kriegt die Kleine Wutanfälle, wenn ich ihr nicht erlaube, mich zu zwicken etc, mal akzeptiert sie es, mal kann ich sie ablenken, je nach Situation.
Das ist ja auch total normal. es gibt so viele Faktoren, die bei den Reaktionen eines jeden menschen und schon gar bei einem Baby/Kleinkind eine Rolle spielen.
Und so ein Verhalten zeigt ja, dass du sie begleitest.
Wortgewitter hat geschrieben:Konkret bitte ich sie, die jeweilige Sache zu lassen, wenn sie mich stört. und wenn sie es nicht lässt und ich das als inakzeptabel empfinde, wird die Brust wieder eingepackt, weil ich das dann eben nicht möchte. Klar, das gibt oft Wut. Und manchmal lasse ich sie auch wieder an die Brust und bitte sie, eben das hauen/fummeln etc zu lassen. Und ganz oft klappt das trotzdem nicht und ich nehme sie wieder weg etc... Es ist eben ein Prozess und lernen ist eine eeeeewige Wiederholung *seufz*... Anstrengend finde ich es aber auch.
Sehe ich genauso!

chennai hat geschrieben:Natalie, wie hast du das denn hinbekommen, dass es in der einen Situation OK ist aber sonst nicht?
Eben weil ich zuverlässig in meinen Ansagen bin, dabei bleibe, eben konsequent.
Wir hatten hier gerade die Situation, dass Baby und grosse Tochter auf dem Flur spielten, ich wollte unsere Maus ins Bett bringen, sie protestierte lautstark, vor allen Dingen versuchte sie, die grosse Schwester zum Bleiben zu bewegen. Als dann aber die Tür zu war und sie merkte, dass das Spielen vorbei war, wurde sie wieder ruhig. Sie weiss eben schon ganz genau, wann sie was noch "rausholen" kann und wann nicht.
(Ich weiss selbst, dass es erstens nicht immer so einfach klappt und dass wir zweitens noch nicht im Trotzalter angekommen sind.)
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
Benutzeravatar
Sakura
Miss SuTiversum
Beiträge: 16267
Registriert: 01.05.2011, 19:17
Wohnort: MEI

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von Sakura »

Hi Chennai,

Du findest liebevolles Streicheln angenehm (oh ja, das ist sooooo süß, wenn da eine kleine Hand zärtlich auf Mamas Haut langgleitet *schmelz*), aber Fummeln unangenehm. Dann unterbinde nur das Fummeln!

Das Stichwort, das hier schon mehrfach fiel ist: Authentisch sein. Deine Grenzen wahren. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Und: im Alter Deines Kindes kannst Du ihr das auch schon gut erkären. Sie ist jetzt so groß, sie versteht was Du sagst, auch wenn sie nicht genauso wortgewandt antworten kann. Einfache, klare, kurze Sätze, die Du mehrmals wiederholst. Versteht sie, jede Wette.

Und wenn Du Dir über Deine Grenzen klar bist (Streicheln ja, Fummeln nein), und entschlossen bist, Deine Grenzen zu verteidigen, dann wird das Dein Kind sehr schnell verstehen. Wenn das ganze "in einem Heulkrampf" endet, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sie Dein "Nein" verstanden hat, und natürlich erst mal darüber frustriert ist. Also eigentlich ein gutes Zeichen. Sie wird es akzeptieren, wird sehr schnell lernen, was geht und was nicht geht. Dabei wäre ich aber authentisch, ich würde NUR das unterbinden, was Dich stört. Das andere kannst Du ihr nicht authentisch "verbieten", weil es Dich eben nicht stört, und das merkt ein Kind sofort, was Mama WIRKLICH ernst meint, und was nicht.

Wenn es Dich nervt, immer mit zwei Brüsten nackt zu sitzen, dann packe die andere einfach nicht mehr aus. Punkt. Wenn es ok ist, solange ihr beide allein seid, aber nicht mehr ok, wenn andere dabei sind, dann erkläre ihr das, und dann ziehe das durch. Der Unterschied "allein / in Gesellschaft" ist so groß, dass ich denke, dass ein Kind IN DIESEM ALTER das schon auf die Reihe kriegt. (Wenn das nach ein paar Wochen immer noch nicht klappt, dann ist das natürlich was anderes). Natürlich wird es da erst mal Protest geben. Aber das heißt ja nicht, dass Dein Kind jetzt für alle Ewigkeit traumatisiert wird, sondern dass es auf eine Grenze stößt, und davon erst mal frustriert ist. Das ist was ganz anderes.

Traue es ihr einfach zu. Sie kann das.

"Wenn sich Kind nicht an die Regeln hält, gibt es nichts", finde ich persönlich sehr hart, und dafür finde ich Dein Kind vielleicht auch noch zu jung. (Es sei denn, Du bist nach einer halben Stunde so wütend, dass Du einfach nicht mehr anders kannst, als wütend aufzustehen und die Brust einzupacken. Stichwort authentisch.) Als verkopfte Strafe oder Konsequenz würde ich das nicht anwenden. Stillen, aber so, dass es Euch beiden gefällt. Der Balance-Akt. Das kriegen selbst Kinder schon hin.

lg,
S. :D
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Wortgewitter
alter SuT-Hase
Beiträge: 2965
Registriert: 03.07.2011, 21:40

Re: stillen nach meinen Regeln

Beitrag von Wortgewitter »

4tiere hat geschrieben:
Wortgewitter hat geschrieben:Also ich bin keine Verfechterin von 'Konsequenz', also gleichbleibenden Reaktionen auf die gleiche Sache, weil sie unauthentisch ist.
Das bedeutet aber nicht "konsequent"! Konsequent heisst folgerichtig - d.h. die Ansage/Aussage, die ich gemacht habe, bleibt bestehen und wird nicht geändert.
D.h. aber nicht, dass ich auf die gleiche Sache immer gleich reagieren muss!!!!
Ja, deswegen habe ich 'Konsequenz' in Anführungsstrichen geschrieben. Ich finde es leichter, für das, was Du meinst, das Wort 'konsistent' zu nutzen, also 'in der Grundaussage gleichbleibend'. Konsistent wäre dann also, nicht zu erlauben, dass etwas mit dem eigenen Körper gemacht wird, was man nicht möchte - aber was man möchte, was man gerade ertragen kann, ändert sich eben je nach Stimmung etc.
'Konsequent' wäre dann 'immer dem gleichen Muster folgend' und würde sich auf die Handlung beziehen, die man vollzieht, wenn eine Grenzüberschreitung seitens des Kindes stattfindet. auch die Grenze läge dann auf der gleicht Stelle, sozusagen.

Nur mal eben eine kleine Wortklauberei, sorry :wink: , wir meinten ja das Gleiche.
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
R.M. Rilke
Antworten

Zurück zu „Stillforum“