Jetzt werde ich allerdings in einer LZS-Gruppe deswegen ziemlich angegangen.
?!? Aber nicht hier, oder? *verwirrt bin*
Die Gründe fürs abstillen sind also nicht wirklich klar. Sie ist voll zufrieden, kennt keine Flasche, keinen Schnuller, nimmt keinen Daumen. Es scheint ihr also nichts zu fehlen. Laut Stillberaterin gibt es das wohl ganz selten tatsächlich, dass sich Kinder so früh abstillen.
ähm, also sie ist immerhin 13 Monate. Soooo selten ist das nun auch wieder nicht.

Das allerwichtigste schriebst Du selbst:
Sie ist voll zufrieden
Die Aussage ist die, kein Kind stillt sich selber unter 2 Jahren ab. Einzige Ausbahme, wenn die Mutter wieder schwanger ist, weil dann die Milch nicht mehr schmeckt. Das geht immer von der Mutter aus. Das arme Kind DARF nicht mehr stillen etc...
Also "kein Kind unter 2 stillt sich selbst ab" ist definitiv falsch. Und auch keineswegs plausibel, wenn man mal auf die Entwicklung des Kleinkindes und auf dessen Bedürfnisse und Kompetenzen im allgemeinen schaut. Allein die Tatsache, dass bereits bei Neugeborenen(!) die Intensität des Saugbedürfnisses nachweislich höchst individuell von Kind zu Kind unterschiedlich ausfallen kann, legt doch den Schluss nahe, dass die Spannbreite, was "normal" ist, bei Kleinkindern erst recht sehr groß sein muss.
Das ich mir so sehr wünsche, sie würde wieder zurück an die Brust gehen, wird dort nicht geglaubt.
Natürlich müsste ich auf solches Gerede nichts geben, es trifft mich aber doch sehr.
Warum ist es Dir denn wichtig? Manchmal ist es hilfreich, darüber genauer nachzudenken, denn das können ganz unterschiedliche Gründe sein. Z.B. wenn einem die anderen Menschen persönlich sehr wichtig sind und man deshalb möchte, dass sie eine gute Meinung über einen haben. Oder weil man das Gefühl hat, man ist selbst "von sich" nicht ganz überzeugt, und die anderen legen sozusagen den Finger in die Wunde. Und es gibt sicher viele weitere mögliche Gründe.
Hat mir jemand eine einfache Erklärung, warum meine Maus die Brust nicht mehr braucht?
Naja, also das naheliegendste ist wohl: Dein Kind ist jetzt groß.

Durch die Krankheiten war das Stillen nicht mehr angenehm, und sie hat bei dieser Gelegenheit die Erfahrung gemacht, dass sie das Stillen nicht mehr braucht, sondern dass sie die Bedürfnisse, die das Stillen früher befriedigt hat, jetzt entweder schon verschwunden sind oder sie sie inzwischen ANDERS auf gesunde Art befriedigen kann. Das ist ein Entwicklungsschritt - und doch eigentlich ein Grund zur Freude für die Eltern, oder?
Ich komme einfach nicht damit klar, nicht mehr zu stillen

Auch hier könnte es lohnenswert sein, GENAUER nach den Gründen zu schauen, warum Du so sehr unter dem Stillende leidest. Vorübergehene Wehmut- und Trauergefühle sind normal, aber wenn Du tatsächlich(!) "nicht damit klarkommst", dann kann ich nur empfehlen, in einer ruhigen Minuten genauer darüber zu reflektieren und zu schauen, WAS GENAU es ist, was Dich so traurig macht. Viele Mütter erleben starke Trauergefühle - übrigens auch nach viel längerer Stillzeit. Zahlreiche Ursachen sind da denkbar, beispielsweise:
* die Tatsache, ab jetzt voraussichtlich NIE WIEDER zu stillen und sich deshalb "unfruchtbar" oder alt zu fühlen,
* Trauer darüber, dass ein als positiv erlebter Lebensabschnitt vorbei ist und jetzt möglicherweise ein nicht so positiv empfundener Lebensabschnitt folgt (z.B. mit mehr Erwerbstätigkeit o.ä.),
* eine Identitätskrise, weil während der Stillzeit viel gutes Gefühl aus dem Umstand gezogen wurde, "zur Still-Community dazuzugehören", und jetzt gehört man leider nicht mehr dazu, (und die Dazugehörigkeit zur Gruppe derer, "die lang gestillt haben", wird als weniger attraktiv empfunden als die zur Gruppe derer, "die gerade stillen")
* Unsicherheit in der Neugestaltung zur Beziehung zum Kind ("Mit stillen gab ich meinem Kind alles, was es brauchte. Ich habe keine Ahnung, was ich ihm JETZT geben soll.")
* Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen, weil man das Abstillen irgendwie doch mit eigenen Verhaltensweisen in Verbindung bringt, von denen man glaubt, dass sie die Stillbeziehung gefährdet haben könnten.
*...
*...
Eine lange Liste an - ganz unterschiedlichen - Möglichkeiten. Ich drücke Dir die Daumen, dass Dir das Nachdenken (und vielleicht auch Sprechen/Schreiben?..) darüber hilft, klarer zu sehen, was davon (oder natürlich auch etwas anderes) möglicherweise auf Dich passen könnte. Klarsicht bei der Benennung eines Problems eröffnet erst die Möglichkeiten, dem Problem aktiv begegnen und eine Lösung entwickeln zu können.
Für diesen Prozess wünsche ich Dir alles Gute!
Meinst Du, Du kannst mit diesen Ideen etwas anfangen?
LG
Julia