Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Leah_Lion
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Leah_Lion »

Mein Sohn (3) fragt mich seit neustem immer, wenn ich Sprachen wechsel: "Mamaaaaaa, warum sprichst du Englisch? Mama, sprichst du Englisch? Waruuuuum?..." Und dann erkläre ich ihm, dass wir uns entscheiden können, wie wir reden und dass es gut ist, wenn wir Englisch reden, weil er es sonst vergisst und dann nicht mehr so und so und so und so reden kann. Und unsere Nachbarn (zweisprachig, sie Amerikanerin) reden auch viel Englisch mit ihm, damit er mehr Kontakt hat, jetzt wo das Au Pair weg ist.
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Towonda
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Towonda »

Bist du selbst native speaker?
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Leah_Lion
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Leah_Lion »

Nein, hatte ich doch weiter vorher schon mal ausführlich beschrieben.
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hajar
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von hajar »

würdet ihr also die kinder sprechen lassen wie sie wollen?

das wäre wohl auch im grunde mein ansatz. mein mann allerdings hat sich vorgenommen, ab dem 4.geburtstag nur noch seine sprache mit unserem sohn zu sprechen, und auch nur zu reagieren, wenn der seine sprache spricht. irgendwie will er das lernen wohl erzwingen. ich bin da etwas zwiegespalten. kann mir einerseits vorstellen, dass es schon funktioniert, dass das kind so gezwungenermaßen die sprache gut lernt. andererseits macht das die beziehung zwischen den beiden bestimmt nicht einfacher, und ich kann mir vorstellen, dass das kind dann eben nur das nötigste reden wird - wie seht ihr das?
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coccolone
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von coccolone »

Wieso ab dem 4. Geburtstag? Das klingt so willkuerlich... Ich wuerde idR schon konsequent meine Sprache sprechen, aber dann halt von Anfang an. Das ist mE fuer das Kind dann auch leichter verstaendlich, als wenn die Sprachen vorher immer gemischt werden (was das Kind dann sicherlich auch tut), aber es dann ganz ploetzlich ignoriert wird, wenn es das gleiche tut wie bisher. Verstehst du, was ich meine?

Ich schrieb ja bereits, dass ich finde Mehrsprachigkeit kann ruhig flexibel angegangen werden. Was fuer die eine Familie funktioniert (z.B. OPOL), muss nicht auch zwingend die richtige Herangehensweise fuer die andere Familie sein. Ich finde hier auch Entscheidungen aus dem Bauchgefuehl nicht falsch. Was sich richtig anfuehlt, ist es mE idR auch.

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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Ja ich sehe dass wie du. Unter zwang wird's vermutlich nicht wirklich klappen. Aber wenn dein Mann wirklich konsequent in seiner Sprache spricht, dann bleibt auf jeden Fall der passive Wortschatz bestehen.
Nicht drauf reagieren, ist doch kindisch.
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hajar
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von hajar »

bisher hatte er sich zwar vorgenommen, nur seine sprache zu sprechen, das klappt aber in der realität nicht so ganz, das hat auch damit zu tun, dass unser sohn sich mit deutsch wohler fühlt und der Papa durch das deutschsprechen leichter an ihn ran kommt. so wurde aber das marokkanisch etwas verdrängt - wobei ich trotzdem finde, er versteht so gut wie alles und wenn er wil, kann er sich auch gut verständlich machen. zwischenzeitlich hab ich auch mehr marokkanisch mit ihm gesprochen, von mir nahm ers mal eine zeitlang besser an. jetzt will mein mann halt seine sprache stärken, und ich denke er hat auch sorge, dass durch den einfluss von kiga, dann schule etc. dann bald keine zeit oder raum mehr bleibt fürs marokkanischsprechen. weiß nicht genau warum, er hat sich den 4.geb festgelegt, wird ihm das sicher auch ankündigen.
klar ist das nicht reagieren kindisch, kann mir auch nicht vorstellen dass er die daraus resultierenden diskussionen lange durchhält... *zweifel*

ja, bauchgefühl, da sagst du was. meines sagt mir, dass die sprachen hier sehr an emotionen geknüpft sind, und es je nach aktueller beziehung/nähe zueinander der beiden kommunizierenden personen sinn macht, die sprache zu wechseln. und eben eher nicht so streng getrennt. hm.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Towonda »

Leah_Lion hat geschrieben:Nein, hatte ich doch weiter vorher schon mal ausführlich beschrieben.
Sorry, hab mir jetzt nicht alles hier durchlesen können.
Das ist übrigens typisch, dass Kinder in dem Alter das Elternteil, das nicht native speaker ist, fragen, warum er/sie jetzt in der Fremdsprache spricht, weil das Kind weiß, dass dies hier nicht die Muttersprache und damit nicht authentisch ist.
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Leah_Lion
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Leah_Lion »

Towonda hat geschrieben:
Leah_Lion hat geschrieben:Nein, hatte ich doch weiter vorher schon mal ausführlich beschrieben.
Sorry, hab mir jetzt nicht alles hier durchlesen können.
Das ist übrigens typisch, dass Kinder in dem Alter das Elternteil, das nicht native speaker ist, fragen, warum er/sie jetzt in der Fremdsprache spricht, weil das Kind weiß, dass dies hier nicht die Muttersprache und damit nicht authentisch ist.
Ja, ich finde das auch ok, dass er das fragt, zumal ich nicht OPOL mache, das war uns einfach zuviel Stress/ passt nicht zu uns. Und er hats glaub ich auch gut verstanden, zumindest antwortet er seit einiger Zeit nach ner Weile auf Englisch. Und es gibt genug Gründe, die er versteht, warum es für ihn sinnvoll ist, so zu sprechen, macht jedenfalls den Eindruck, als ob er mir da zustimmt ;). Nicht mehr mit seinem Au Pair skypen zu können oder mit dem Nachbarskind zu reden, fände er ziemlich doof ;)...

Da ich jedenfalls weitestgehend so rede, wie ich Lust habe, gestatte ich ihm das halt auch. Er spielt auch mittlerweile oft auf Englisch vor sich hin. Deutsch ist trotzdem viel stärker, aber ist auch egal. Es ist kein Wettkampf der Sprachen.
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clermontine
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von clermontine »

Erzwingen wuerde und werde ich gar nichts. Das waere aus meiner Sicht der falsche Weg. Wie gesagt unsere Sohn ist ja ein Latetalker und beginnt erst jetzt wirklich mit dem Sprechen. Ich rede weiter konsequent deutsch mit ihm, denn der passive Wortschatz ist ja seinerseits da und wenn er mit mir auf franzoesich spricht, wiederhole ich seine Worte noch einmal auf deutsch. Unsere Logopaedin hat mich ja aufgefordert nur noch franzoesisch mit meinem Sohn zu sprechen und die detusche Sprache auf 10min Spezialzeit zu beschraenken, aber das mache ich nicht, weil sich das fuer mich falsch anfuehlt.
Meine Familie ist sehr multikulturell und ich habe eigentlich keine richtigen Wurzeln, was mir manchmal fehlt. Und deshalb stellt die deutsche Sprache fuer mich einen sehr wichtigen Anker dar und hat so einen hohen Stellenwert fuer mich.
Ich hoffe darauf, dass unser Sohn eines Tages den Vorteil von Zweisprachigkeit erkennt und auf seine Moeglichkeiten zurueckgreift und wenn nicht, dann habe ich ihm aber wenigstens nicht die Wahl verweigert und er selbst entschieden.
LG Clermontine mit Sohn (09/09) und Tochter (04/12)
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