Also ganz klar ist, dass es "falsch" für uns beide war. Er wird nicht ruhig davon, dass ich mit ihm ins dunkle Schlafzimmer gehe. Ich weiß auch nicht, was wir uns dabei gedacht haben

Dass ein Ritual dazu da ist, ein Kind an etwas zu gewöhnen, und wenn man es nur durchhält, dann funktioniert es auch, irgendwie so.
Aber bei uns funktioniert das nicht, ich weiß nicht, wieviele Wochen ich ihn um 20 Uhr ins Bett und um 3 Uhr aufstehen müsste, bis es klappt, vermutlich bis er dann eh dieser Phase selbst entwachsen ist. Und das halte ich definitiv nicht durch, v.a. wegen des Genuckels und ich denke, dass das Genuckel auch ein Zeichen dessen ist, dass er mit der Situation nicht zurecht kommt (Vgl. "Kontrollmechanismus aus dem Buch "Warum Babys weinen").
Danke Tom!
claudia820 hat geschrieben:aber ehrlich von 3-5 in der früh spielen ist doch auch keine Alternative oder?
ich würd auch den tagschlaf reduzieren. wie viel schläft er insgesamt den ganzen Tag?
Was meinst du damit? Die Alternative wäre ja dann ihn von 3-5 Uhr durchschreien zu lassen? Und ich bin definitiv dagegen, ihn "weil ein Kind auch seinen Protest kund tun darf", zum Weinen zu bringen (wie gestern abend, er hat eine Stunde auf Papas Arm seinen Frust herausgeschrien), damit es dann einschläft (na klar hat er dann gut geschlafen

), auf dem Arm hin oder her, für mich hat das gar nichts mit bedürfnisorientierter Kinderpflege zu tun, denn dann wird ja das Bedürfnis des Kindes "unnatürlicher Rythmus beenden" zugunsten des gewünschten Rythmus der Eltern "Bettzeit 20-6 Uhr"
negiert, mit der Ausrede, ein Kind DARF auch mal weinen. Er hat deutlich gezeigt, dass er gestresst ist, es ist an uns, dass sofort abzubrechen und anders weiterzumachen, mehr wieder in die Richtung, wie er sein natürliches Verhalten zeigt.
Tagesschlaf ist reduziert, mehr geht nun mal nicht, sonst würde er ja gar nicht mehr schlafen. Und das Tagesschlaf begrenzen verursacht ja auch wieder Stress, wenn man es soweit treibt, dass das Kind nur noch Augen wischend und nörgelig über die Stunden zu bringen ist.
Stina82 hat geschrieben:Hätten wir ihn (Leo) um 20 Uhr ins Bett gebracht, wäre er um 4 Uhr wach gewesen. Auch das war bei uns "nur eine Phase". Jetzt schläft er locker 10-11 Stunden und geht immer zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett und letzte Nacht sogar mit nur 1 x nachts Aufwachen

.
Ich denke dass deckt sich mit unseren Erfahrungen. Mit dem "neuen" Rythmus hält auch die Nachtwindel bei uns nicht mehr. Vorher war es natürlich so, dass wir darunter "gelitten" haben, dass er so spät ins Bett ist (22-24Uhr). Dann hat er aber so tief und fest bis um sieben Uhr geschlafen, dass ich ihn immer mit trockener Windel aus dem Bett geholt habe und ICH mich jedes Mal erholt gefühlt habe. Über Schlafmangel konnte ich mich bis dato nie beschweren.
Nun waren die Windeln so dermaßen durch, und er trägt schon zwei Stoffies übereinander, dass wir ihn komplett umziehen mussten und der Ammoniak ihm auch einen roten Po beschert hat. Body, Strumpfhose, Schlafanzug --> alles in die Wäsche dank Ammoniakgestank.
Was uns geholfen hat
...ist die Auseinandersetzung mit "liebevoller Konsequenz" und dem Buch "Warum Babys weinen"
... liebevolles, bewegungsarmes Spiel in den Vorabendstunden, z.B. Steckwürfel. Er war dann immer sehr zufrieden und das ist super schön (habe schon neue Steckspiele online bestellt

)
... Essenszeiten. Mein Mann war unsere gesamte gemeinsame Zeit bisher nie damit einverstanden, sich an Essenszeiten zu halten, das findet er oberspießig. Nun ja, jetzt ist es seine Aufgabe das Abendessen zu kochen, und nun klappt es. Ich musste schon eine ORIGINALE KÜCHENSCHÜRZE besorgen

und mit den paar läppischen Gewürzen kam er auch nicht hin

Ich bekomme sehr exklusive Einkaufslisten - aber es funktioniert, um 19 Uhr gekochtes Essen, dass tut Mama auch gut

und unterstützt denke ich das "es ist Abend" Gefühl und die Einleitung einer von Ruhe (Bewegung/Lautstärke) geprägten Tageszeit
ich denke dass wird unsere Taggestaltung schon soweit verbessern, dass Alexander auch ohne Bettritual leichter ins Bett zu verfrachten ist, wenn ich mich nicht auf die Uhrzeit versteife.
Was bisher nichts hilft
...dunkles reizarmes Zimmer. Hatten wir ihn um 20 Uhr schlafend im Bett, dann wenn die Tür angelehnt war, und mein Mann und ich uns in normaler Lautstärke über Integro Differentiale unterhalten haben.
--> auch wenn ich das vorher Quatsch fand, ich möchte es jetzt mit einem Sternenhimmelprojektor und Hörbüchern probieren. Oder zumindest eine schöne Spanisch lernen CD, damit ich mich nicht mehr wie die säugende Sau im Bett fühle

und eine angenehme Singsang Geräuschkulisse entsteht.