Stillbeziehung im Eimer

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tania
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von tania »

so, ich hoffe es klappt mit dem pdf..

bei uns hat es mit sechs wochen schlagartig aufgehört (übrigens als ich finally einen haufen schnuller (teurer naturkautschuk) kaufte. genommen hat er sie nie, aber anscheinend hat ihn das so erschreckt, dass er an der brust keine zicken mehr gemacht hat :lol: - nein, natürlich nicht ;-), aber ich will einfach nur sagen: irgendwann konnte er mit den massen umgehen.

einfach so ausstreichen konnte ich nie, ich habe manchmal abgepumpt, bzw hatte ja eh ein großes stillkind, das mir mal eben kurz die brust leeren konnte (dem war es aber auch manchmal zu viel..)
tania mit sohn *09 und sohn *12
Lösche Benutzer 10716

Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von Lösche Benutzer 10716 »

Hallo! Ich möchte dir mal einen Drücker dalassen. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie anstrengend solche Zeiten sind, wie sehr sie an den Nerven zehren und verunsichern. Mein Sohn und ich hatten auch eine Phase, in der das Stillen sehr schwierig war (auch nur tags!). Mein Sohn trank ein paar Minuten und fing dann an zu schreien, versuchte immer wieder anzudocken, aber schrie dann weiter. Er war insgesamt ein eher unruhiges Kind. Ich habe damals gefühlt auch alles versucht: vorher ausstreichen, im Liegen stillen, aufrecht stillen, mich bewusst entspannen. Meist war es schwierig, eine "Stillmahlzeit" hat sich oft über eine Stunde gezogen mit Trinken, Schreien, Tragen. Und irgendwann wurde es besser. Ich kann dir nicht sagen, was genau geholfen hat, aber es wurde besser. Und heute - mein Sohn ist fast 16 Monate alt - stillen wir "wie die Weltmeister". Mensch, ich habe damals die Leute beneidet, die einfach immer und überall einfach stillen konnten, aber ein paar Wochen später ging das auch bei uns! Ich kenne natürlich eure Situation nicht genau, weiß nicht, was bei euch die Gründe sind. Aber ich habe in den letzten 16 Monaten immer wieder festgestellt, dass sich alles wieder ändert, auch wenn es sich manchmal in dem Moment nicht so anfühlte. Ich wünsch dir von Herzen, dass du mit etwas Ruhe und Gelassenheit (puh, klingt das jetzt pathetisch???) auf diese schwere Phase schauen kannst. Es wird bestimmt besser und in ein paar Monaten kommt dir das alles schon ganz weit weg vor! Viele Grüße!
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Suleikha
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von Suleikha »

Vielen Dank für die aufbauenden Worte!! Das tut echt gut, zu lesen, dass man nicht die einzige mit so einem Problem ist und dass es sogar irgendwann von allein besser wird.
Ich überlege mir gerade, ob ich auch mal versuchen soll, über mehrere Stunden immer wieder dieselbe Brust anzubieten. Wenn das den MSR dämpft... Bedeutet ein zu starker MSR eigentlich automatisch, dass man auch zuviel Milch hat? Da bin ich mir nicht sicher... Bis vor kurzem hat er immer nur eine Brust getrunken und war dann für ca. Zwei Stunden (Nachts sogar bis zu vier Stunden) satt. Seit ein bis zwei Wochen trinkt er aber auch immer mal wieder beide Seiten hintereinander leer. Bedeutet das nicht, dass die Milch schon etwas weniger geworden ist? Die Brüste sind auch insgesamt weicher geworden und nur noch selten prall.

LG Suleikha
LG, Suleikha

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LottesMama
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von LottesMama »

Das die Brust sich weich anfühlt und nicht mehr so prall ist bedeutet lediglich, dass sich die Milchproduktion auf dein Baby gut eingestellt hat und hat erstmal nix mit der Milchmenge zu tun. Fand ich aber auch erst total merkwürdig. :wink:

Ein "leer trinken" der Brüste in dem Sinne gibt es nicht, da die meiste Milch erst beim stillen gebildet wird. Vielleicht ist einfach nur sein Saugbedürfniss etwas höher geworden, oder er macht gerade einen Wachstumschub durch, dann trinken Babys auch oft mehr/häufiger, um die Milchbildung anzuregen und die Brust auf den erhöhen Bedarf zu "programmieren".

Ob der Msr nur bei viel Milch so heftig ist, weiß ich nicht. Ich hatte immer genug damit mein Baby satt wurde, aber nur die ersten Wochen so richtig viel. Der Msr war bei mir immer sehr stark, wenn Lotti länger nicht getrunken hat. Jetzt ist er vor allem in der Nacht und am frühen Morgen so stark, obwohl die Stillpausen mittlerweile größer sind als tagsüber. Keine Ahnung, warum das so ist. In der Nacht wird jedenfalls mehr Milch produziert, weil ein bestimmtes Hormon zur Milchbildung (Prolaktin) vermehrt in der Nacht ausgeschüttet wird. Ob das aber Direkt was mit dem Msr zu tun hat, weiß ich nicht.
Lotte hat sich jedenfalls mittlerweile dran gewöhnt. :wink:

Liebe Grüße,
Rike
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von jusl »

Hallo Suleikha,

hier stellst Du eine sehr gute Frage:
Ich überlege mir gerade, ob ich auch mal versuchen soll, über mehrere Stunden immer wieder dieselbe Brust anzubieten. Wenn das den MSR dämpft... Bedeutet ein zu starker MSR eigentlich automatisch, dass man auch zuviel Milch hat?
Die Antwort ist klar: NEIN, ein starker MSR geht nicht automatisch mit "zuviel Milch" einher. Ein "starker MSR" wird ja überhaupt auch nur dadurch als solcher wahrgenommen, dass ein Baby im konkreten Fall ein Problem damit hat. Unzählige Mütter haben einen genau gleich starken MSR, aber die Babys kommen zufällig gut damit zurecht, und damit besteht natürlich null Handlungsbedarf.

Das erwähnte Verfahren, über einen längeren Zeitraum immer nur dieselbe Brust anzubieten (hier ausführlich beschrieben), dient in erster Linie der VERRINGERUNG einer überstarken Milchproduktion. Das Verfahren ist sehr wirkungsvoll, d.h. es kann damit recht schnell ein erheblicher Rückgang der Milchproduktion erzielt werden.
Oft treten überstarke Milchproduktion und ein starker MSR zusammen auf, aber definitiv nicht immer.

Bei Euch passt dieses Vorgehen also möglicherweise nicht. Sinnvoller wäre es also, Dein Baby mit den klassischen Methoden vor einem überstarken MSR zu bewahren, und ansonsten geduldig zu bleiben - ältere Babys stören sich an einem starken MSR in aller Regel deutlich weniger.

LG
Julia
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von Berlinmuddi »

Danke für die Infos, Julia. So ein Stillmanagement sollte man vielleicht wirklich nur mit einer Stillberaterin zusammen entwickeln.

Ich kann wirklich empfehlen, dich mal mit einer Beraterin auseinanderzusetzen, mir hat das sehr geholfen und unsere Stillbeziehung gerettet - stille nun gut 7 Monate voll!


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Suleikha
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Re: Stillbeziehung im Eimer

Beitrag von Suleikha »

Liebe Julia und alle anderen,

danke für die Infos. Ich werde jetzt erstmal versuchen, den MSR durch die Stillposition zu mildern und aufzufangen, damit er weitertrinken kann. Außerdem nur Stillen, wenn er wirklich Hunger hat. Das hat die letzten Tage schon ein bisschen Wirkung gezeigt, er stillt zwar meistens nur sehr kurz, aber immerhin haben wir schon einige Mahlzeiten ohne Geschrei gehabt :jippi:
So sind die Abstände zwar wirklich deutlich länger als vorher, aber da er quietschfidel ist und jede Menge nasse Windeln produziert, vertraue ich mal darauf, dass er sich nimmt, was er braucht. Er ist sowieso eher ein properes Baby...
Hoffentlich hält die Zeit, was sie verspricht und es wird besser, je älter er wird :mrgreen:
An der Milchmenge fummle ich lieber erstmal nicht herum, aber es ist ja schon ganz hilfreich, die Möglichkeit im Hinterkopf zu haben. Wenn es überhaupt nicht besser wird, werde ich mich mal an die LLL oder so wenden.
Aaaaber ihr habt mir schon sehr geholfen, vielen Dank nochmal!!!

LG, Suleikha
LG, Suleikha

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