Das Wort "Entscheidung" passt nicht - es ist keine rationale Entscheidung, wenn ein Kleinkind sich für Schnuller oder Brust entscheidet, sondern ein rein impuls-orientiertes "Fühlt sich besser an!"-Ding. Und wenn es beim Schnuller zum "Fühlt sich besser an!" gekommen ist, fand offensichtlich eine ganz profane Umgewöhnung statt. (Diese muss keineswegs forciert worden sein von den Eltern, diese kann zufällig passieren, und natürlich in beide Richtungen - hin zum Schnuller genausowie weg vom Schnuller).Ganz verstehe ich es immer noch nicht (ich würde es aber gerne verstehen!) Wenn ein Kleinkind, kein Neugebores mit Saugverwirrung etc., nicht mehr von der Brust trinken will sondern seine Nahrung am Familientisch zu sich nimmt und zB. abends zum Einschlafen einen Schnuller nimmt (der klar in der Natur nicht vorgesehen ist, den es aber nun mal zur Verfügung hat und sich holt), warum ist das dann nicht die Entscheidung des Kindes? Es könnte ja am die Brust, aber zeigt deutlich, dass es das nicht will.
"Sich selbst abstillen" heißt nicht "hin zu einem anderen Saugobjekt", sondern "ganz weg vom Saugen".
Was meinst Du mit Tempo? Also Tempo bezüglich was?Geht es nicht eben darum, dad Kind dad Tempo bestimmen zu lassen?
Deine Frage klingt für mich irgendwie so, als sei es "die natürliche Reihenfolge", dass ein Kind erst gestillt wird, später auf Flasche und Schnuller umsteigt und am Ende nichts mehr von alledem braucht, und als Mutter sollte man das Kind das Tempo bestimmen lassen, diese Schritte zu durchlaufen oder so ähnlich.
Weil eben dies die gängige Bedeutung des Begriffs ist: Saugverwirrung heißt im weitesten Sinne "Kind kann wegen Saugergebrauchs nicht mehr/nicht gut/ nicht richtig an der Brust trinken, hat aber noch ein Saugbedürfnis und befriedigt dieses am Ersatzobjekt". Die Erscheinungsformen von Saugverwirrung sind zahlreich, klar, und die Konsequenzen einer Saugverwirrung hängen natürlich vom Alter des Kindes und den ganzen Rahmenbedingungen ab.wieso ist es eine Saugverwirrung, wenn ein Kleinkind beschließt, für sich eine andere Variante als die Brust zu wählen?
Wie gesagt, das ist kein "Beschluss", sondern ein Gewöhnungseffekt, der auch genausogut anders herum hätte passieren können (also z.B. Kind kennt Schnuller und Brust, und "will" den Schnuller irgendwann nicht mehr, nur noch Brust).
Für ganz wichtig bei diesem Thema halte ich, dass dem Ganzen keine WERTUNG innewohnt. Es ist völlig OK, ein Kind von der Brust in Richtung Schnuller oder was auch immer zu entwöhnen. Hier geht es bloß um Begrifflichkeiten.
LG
Julia
PS:
oooooh doch, das hab ich schon suuuuperoft gesehen. Viele Mütter, die sich bewusst gegen einen Schnuller entschieden haben, warum auch immer, machen ihren Babys den Daumen aktiv schmackhaft, solange bis er drinnebleibt!..Daumenlutschern etwa steckt ja auch keiner den Daumen in den Mund

