Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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jusl
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von jusl »

Jeden zweiten Tag wird wohl gehen. Allerdings wohl nur, wenn das Gewicht im Vergleich zum Vortag gestiegen ist. :oops: Ich probiere es mal. Den Papa wiegen zu lassen und es nicht zu wissen ist keine Option. Dazu bin ich zu neugierig. Hat nichts mit kontrollsucht zu tun. Wenn ich Zahlen kriegen kann, dann will ich sie haben. Ich lasse ihn auch beim KiA jedesmal messen, weil ich neugierig bin, nicht um das Wachstum zu kontrollieren.
:? Hm, also Zahlenliebe hin oder her, aber ich befürchte, dass die Fixiertheit auf Nachmessen konkret zu Euren Schwierigkeiten beiträgt. Gerade das Abhängigmachen des eigenen Verhaltens von einem bestimmten Zahlenwert ist sinnfrei - damit beherrscht das Messen DICH, und nicht Du das Messen. Bitte mache Dir bewusst, dass sich zu häufiges Wiegen und das Schauen auf einzelne Zahlenwerte NACHTEILIG auf Deine Bemühungen auswirken wird, Eure Stillprobleme zu überwinden. Das ist kein "Psychogequatsche", sondern kann wissenschaftlich handfest begründet werden: Häufiges Wiegen ist Stress fürs Baby, seine Lernbereitschaft wird dadurch beeinträchtigt. Häufiges Wiegen ist Stress für Dich; Du reagierst unweigerlich mit Gefühlen auf einzelne Messwerte; wenn dies häufig Angst, Sorgen oder Trauer sind, hat das hormonelle Einflüsse. Und die Hormonlage ist praktisch direkt mit dem Stillerfolg verbunden.

Es ist wirklich bedauerlich, dass Ihr bislang damit offenbar allein gelassen wurdet. Mütter in Beratungssituationen, die engmaschige Gewichtskontrolle erfordern, bedürfen ebenso engmaschiger Begleitung. Hand in Hand; anders ist die viele Mess-, Analyse- und Interpretationsarbeit nicht zu leisten; und die Risiken und Nebenwirkungen, die solch ein Vorgehen zweifellos hat, müssen aufgefangen werden. Ich drücke Dir wirklich die Daumen, dass Du in dieser Hinsicht die Kurve kriegst.
Wechselstillmethode: Habe ich noch nie ausprobiert, weil mir gesagt wurde, er solle erstmal 20 Minuten an einer Seite trinken, da mit Stillhut die dicke Milch später kommt.
Wechselstillen ist ein sehr effektives Mittel, die Milchmenge zu steigern - vorausgesetzt, es ist nicht gerade das Andocken womit ein Säugling Schwierigkeiten hat. In der Tat kann durch Hütchenverwendung die Milchbildung beeinträchtigt werden; hier kommen meist verschiedene Faktoren zusammen: einerseits durchs Hütchen selbst, weil der Saugreiz schwächer ausfällt (geringere Nervenreizung führt zu geringer Hormonausschüttung), andererseits durch die ursprünglichen Probleme, deretwegen überhaupt erst ein Hütchen genommen wurde, und auch wegen der ungünstigeren Saugtechnik des Babys. Auch deshalb ist Wechselstillen eine gute Idee - immer so lang, bis das Baby schwächer saugt, dann wechseln usw., für insg. für mindestens 20 Minuten (muss man aber im Einzelfall schauen). Bitte lies noch mal in der Linksammlung Stillwissen (oben im Stillforum zu finden) den Wechselstill-Link durch; dort ist es gut erklärt.
Saugverwirrung: Dann hatte ich ein falsches Bild von der Saugverwirrung! Den Calma Sauger kriegt er erst seit 10 Tagen. Davor hatte er einen Teesauger und die Stillberaterin meinte, dass das Luft schlucken und die Bauchkrämpfe verringert würden. Das ist auch besser geworden, aber er trinkt aus dem Sauger noch schneller als aus dem Teesauger.
Saugverwirrung kann bei jedem Sauger auftreten. Bei Euch ist es hochwahrscheinlich, dass Dein Baby eine Saugverwirrung entwickelt hat, denn es kennt ja bereits das ganze Spektrum UND das Stillen ohne Hütchen schmerzt! Das ist ein relativ sicheres Zeichen, dass Dein Baby mit Hütchen- und/oder Flaschentechnik versucht, zu stillen.

An dieser Stelle wichtig:
Kannst Du die Schmerzen mal ganz genau beschreiben? Siehst Du wunde/deformierte/beanspruchte Stellen an Brustwarze oder Warzenhof? Schmerzt das Andocken und danach geht's, oder tut es die ganze Stillmahlzeit über weh und wirklich möglicherweise irgendwann unerträglich? Eine genaue Beschreibung könnte einen Hinweis auf konkrete "Technik-Fehler" geben und damit Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, diese zu überwinden.
Was hältst Du von dem Plan, erstmal mit Stillhut so weiter zu machen wie gestern und erstmal vom Zufüttern und der "ich würde auch noch in die Brust reinkriechen, wenn ich ne Öffnung finden würde" Phase wegzukommen? Oder meinst Du, es ist keine Phase und er hat ständig Hunger? Aber das ist ja eigentlich Quatsch....
Besser als das Weiterstillen mit Hütchen fände ich, der Ursache für die Schmerzen auf die Spur zu kommen, diese abzustellen und Dein Baby damit so zu unterstützen, dauerhaft korrekt ohne Hilfsmittel an der Brust saugen zu lernen. ;-) Es hängt komplett von Dir ab, da hilft nur ehrliche Selbsteinschätzung: "Ich stille jetzt lieber erstmal mit Hütchen weiter und begegne den Folgeproblemen dann, wenn sie auftauchen. Ohne Hütchen würde ich lieber abstillen wollen." oder "Tschaka, ich gehe es jetzt an, bin hoffentlich bald die Hütchen los und kann schmerzfrei stillen!" ?.. Beides ist das völlig in Ordnung. Und für beide Wege kannst Du hier Unterstützung finden.

Den Hinweis mit dem Tragetuch oder Tragehilfe möchte ich kräftig unterstreichen. Im Kinderwagen sollte er nicht weinen müssen - gerade wenn er viel Körperkontakt braucht, ist eine Tragehilfe genau das was Euch helfen könnte: Dein Baby fühlt sich wohl, und Du kommst auf diese Weise bequem zu den notwendigen Erholungspausen.
Oder meinst Du, es ist keine Phase und er hat ständig Hunger?
Das kann ich (noch) nicht beurteilen. Notwendig dazu wäre, ab jetzt systematisch an die Sache heranzugehen:

* Noch mal mit der Stillberaterin vor Ort sprechen, dass sie beim korrekten Andocken und Angedocktbleiben hilft und so gründlich wie möglich überprüft, ob Dein Baby mit der richtigen Technik trinkt (dies betrifft im wesentlichen Zungen- und Kieferstellung und-bewegungsmuster).
* Eine geeignete stillfreundliche Zufüttermethode finden. Mit dem Löffel ist es sehr fummelig, das versteh ich gut, aber heutzutage gibt es auch moderne, bessere Methoden. Meine erste Wahl wären der Softcup, oder wenn sich herausstellen sollte, dass über eine längere Zeit größere Mengen zugefüttert werden müssen, dann das BES. In der Linksammlung findest Du den passenden Link zu Zufüttermethoden.
* Ein gutes Stillmanagement entwickeln. 10-12 Mahlzeiten täglich, aber mit definiertem Ende, dürften sich als günstig erweisen. Nach ca einer halben Stunde müsste Dein Baby mit guter Trinktechnik sein Bäuchlein definitiv gefüllt haben. Ab dann kannst Du ihn ANDERS beruhigen, z.B. durch Tragen im Tuch (dabei empfielt sich zügiges, kräftiges Umhergehen) und Nuckelnlassen an Deinem kleinen Finger.
* Stressminimierung beim Baby: Wenn Du merkst, dass er gleich weint, oder gleich lauter weinen wird, jetzt schon eingreifen und probieren, das Weinen abzuwenden.
* Vernünftige Schmerzbehandlung machen: Etwaige Wunden symptomatisch behandeln, die Einnahme stillfreundlicher Schmerzmittel erwägen, lindernde Maßnahmen wie Brustwarzenschoner und heilungsfördernde Salben. Ausführliche Info dazu findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen, Stichwort "Tipps zur Heilung wunder BW"
* Mahlzeiten, Zufüttermengen und Ausscheidungen ab jetzt übersichtlich notieren, z.B. folgendermaßen:
24.12. 3800 g, 11x gestillt. +100 ml Mumi, +80 ml Pre. 5 Pipiwindeln, 1x Stuhlgang.
26.12. 3840 g, 10x gestillt. +100 ml Mumi, +60 ml Pre. 4 Pipiwindeln, 2x Stuhlgang.
...


Diese Systematik so oder so ähnlich mal ca 1-2 Wochen lang, und DANN kann man aussagekräftig beurteilen, ob das Stillmanagement so passt, ob die Zunahme OK ist usw.

Was meinst Du dazu?

LG
Julia
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Leyket
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von Leyket »

Fredda hat geschrieben:Ich hab ein Bondolino, aber leider ist er noch so klein, dass die Füße noch nicht draußen sind. So lange die Füße aber drin sind, "steht" er immer auf und/oder weint. Meine Hebamme, mit der ich verschiedene Tragemöglichkeiten probierte, meinte vor zwei Wochen, er sei eigentlich groß genug, um die Füße draußen zu haben, aber es sieht nicht bequem aus und er weint recht bald. Letzte Woche war er 58cm groß.
Ja, für den Bondolino ist er noch zu klein. Die Füße reintun sollte man gar nicht.
Was du beim Bondolino machen kannst, mit dem "Brustgurt", also dem farbigen Schnürsenkel :lol:, der dabei ist, den Steg abzubinden. Funktioniert nicht anders als bei diesem Video.
Das klappt bestimmt. :D
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Fredda
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von Fredda »

@Leyket: Meine Hebamme meinte, dass die Füße am Anfang drinnen sind und die Anleitung auch. Da er aber immer unzufrieden war, habe ich gegoogelt und ich wurde darin bestätigt, dass es nicht bequem ist, auf den Füßchen zu sitzen. Hatte auch schon überlegt, den Steg mit einem Band zu verkleinern, habe mich aber nicht getraut.
Danke für den Link. Wenn er nach wach wird, probiere ich es mal aus.

@Julia:

Okay, ich weiß ja eigentlich, dass das Messen Stress für beide ist und ich halte es auch nicht für Psychogequatsche. Also auf in ein messfreies Wochenende, gut?

Am Anfang wurde ein Stillhütchen genommen, weil er sehr viel Stress in der Schwangerschaft wegen der Präeklampsie hatte. Als sie plötzlich kippte, hatte er auch sehr hohe Herztöne und er war in den ersten Tagen total erledigt. Dann kam die Gelbsucht, mit der er 4 Wochen kämpfte. Es klappte einfach am Anfang mit dem Andocken nicht und später brauchte er teilweise 10-15 Minuten zum Andocken.

Das stillen schmerzt ohne Hütchen natürlich am Anfang bei den ersten Zügen, aber der Ansaugschmerz ist ja normal. Dann schmerzt es eine ganze Weile nicht. Nur wenn er länger als 15-20 Minuten nuckelt, brennt es irgendwann. Ich kann es jetzt nicht so gut beschreiben, werde es aber nachher noch einmal probieren und darauf achten.

Die Brustwarze ist nicht rund sondern oval, wenn sie aus dem Mund kommt. Das gibt sich aber bald wieder nach dem Stillen. Sie ist auch rot, aber das ist sie immer, wenn er so viel nuckelt wie gestern. (So viel hat er eigentlich noch nie genuckelt...)

Den Grund für die Schmerzen zu finden und ihn zu beheben gefällt mir auch besser, als mit Hütchen weiter zu machen. :D

Ich schreibe es nachher genau auf, okay?

Zum Kinderwagen: Er muss nie irgendwo weinen. Ich tröste ihn immer sofort. Er hat bisher immer, sobald wir losgegangen sind, geschlafen und hat noch nie geweint. Wenn der Wagen Zuhause wieder still steht, wacht er auf. Gestern dachte ich, dass ihm ein Spaziergang beim Schlafen hilft und wenn ich hätte absehen können, dass es so endet, wäre ich gar nicht so weit gegangen.

Ich war ja letzte Woche bei der Stillberatung und habe dort ca 20 Minuten ohne Hütchen und weitere 20 Minuten mit Hütchen gestillt. Sie hat immer wieder alles kontrolliert und war erstaunt, wie gut das Andocken klappte und auch das Saugen. Leider erreiche ich sie einfach nicht. Ihr Ratschlag war: Erst Pre Nahrung weg, dann Stillhütchen weg, bis er nicht mehr gut saugt, dann Stillhütchen ganz weg.

Gestern habe ich mir die Links durchgelesen und werde mir den Softcup bestellen, hoffe aber, dass es weiterhin ohne geht und er durch eine gesteigerte Zahl von Mahlzeiten ohne Zufüttern auskommt.

Gut, ich war unsicher, ob der kleine Finger erlaubt ist. Die Nuckel hat er eh immer wieder ausgespuckt und konnte nur selten etwas damit anfangen.

Wenn ich merke, dass seine Stimmung kippt, handle ich immer sofort! Es ist nicht so, als müsse er viel weinen. Im Moment wacht er leider nur häufig weinend auf, ohne vorher zu schmatzen etc. Seine Stimmung kippt ganz plötzlich von anlachen zu herzzerreißendem weinen. Das ist so seit ca einer Woche. Meine Schwester und meine Mutter waren auch total überrascht, dass seine Stimmung von einer auf die andere Sekunde kippt. Vorher hat er ja sehr niedlich gezeigt, was er will: Er zerrt am Pulli, schiebt seine Hand in den BH und klatscht auf die Brust.

Das Notieren wollte ich heute beginnen.

Bis jetzt wurde er heute 7 mal gestillt und es gibt erkennbare Pausen. Vielleicht war er gestern auch mit mir gestresst, so dass wir uns gegenseitig hochgeschaukelt haben.

Danke, so machen wir es!

So,jetzt habe ich 10 Minuten die linke Seite gestillt. Beim Stillen tat es nicht weh- man spürte nur den Zug in dem Strang am Unterkiefer. Hinterher sah die Warze obendrauf ganz hellrosa bis weiß aus. Das ist anders als mit Stillhut. Einige Zeit nach dem Stillen spürte ich eine Art Kribbeln/Jucken/Brennen in dem Strang, der am Unterkiefer war. Nicht richtig unangenehm, aber merkwürdig. An der rechten Seite taten die ersten Züge weh. Ich werde es weiter beobachten, denn jetzt ist er daran eingeschlafen.

Liebe Grüße!
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Fredda
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von Fredda »

So, habe jetzt mal darauf geachtet, wo die Schmerzen sind. Rechts tut es am Anfang sehr weh- so ein Brennen und ziehen in dem Strang, an dem der Unterkuefer arbeitet. Links tut es nur weh, wenn er den Kopf bewegt. Dort spüre ich auch so ein ziehen in dem Strang, an dem der Unterkiefer anliegt, aber es tut nicht weh, sondern ist eher erleichternd. Wisst ihr was ich meine? Dieser Strang, der besonders leergezogen wird, ist noch länger nach dem Stillen spürbar. Also nicht schmerzhaft, sondern so ein Nachbrennen/Kitzeln.

Gerade hat es rechts dauerhaft wehgetan, aber nicht so wie gestern.

Ich denke, gestern war einfach zu viel Genuckel dabei und ich habe im Liegen gestillt. Darin bin ich nicht so gut, aber ich wollte, dass er einschläft.

Jetzt habe ich seit mittags in Footballhaltung und Wiegenhaltung gestillt und es geht tatsächlich! Ich wechsele die Seite, wenn er anfängt, auf die Brust einzuprügeln. Das kommt aber bei der linken Seite immer recht schnell, nach 1-2 Minuten. Rechts geht es länger.

Bilanz: Seit mittags ohne Stillhut, kein permanentes Stillen mehr, sondern immer mal ne Pause von einer halben Stunde dazwischen, noch nichts zugefüttert.

Ängste: was ist, wenn er wieder nur nuckelt, wie damals, als ich es schon einmal probierte? Würde er sich dann jetzt auch noch müde nuckeln oder würde er sich jetzt, wo er älter ist, lautstark beklagen? Woher weiß ich, dass er genug kriegt, wenn ich nicht wiege? Bedeutet das Draufhauen, dass nichts kommt oder es zu schwer ist und er nichts rauskriegt?
Leiderfällt es mir schwer zu unterscheiden, ob er Hunger hat oder nuckeln will. Daher habe ich in den letzten beiden Tagen fälschlicherweise zugefüttert. Wenn er sich jetzt rechts andockt (nach 40Minuten Wechselstillen), atmet er sofort hektisch, schmatzt, greift nach der anderen Brust usw. So starken Hunger kann er ja nach 40min nicht haben. Daher kriegt er entweder nix raus oder will nuckeln. Habe nun versucht, ihm alternativ den kleinen Finger zu geben, aber da hat er das Gesicht total verzogen und tieftraurig geweint, bevor ich ihn wieder andocken konnte.Es kommt aber Sofort Milch, wenn man ausstreicht.
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Schwedenmama
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von Schwedenmama »

Hi,
ich möchte kann nichts stillberaterisches beisteuern, aber einiges habe ich selbst erlebt, daher meine Erfahrungen:

-ich habe am Anfang, als Burschi und ich noch unsere Stillprobleme hatten, gemerkt, dass er sehr stark darauf reagiert, wie ich ihn halte. Da haben ein paar cm den Hintern höher in der Wiegeposition z.B. viel ausgemacht. Vielleicht hälst Du ihn an der linken Seite anders, wenn er da schneller Theater macht?

-Bei uns war es auch so, dass er sich am Anfang bei Hunger nicht beschwert hat und eher schläfrig wurde. Das hat sich aber ganz schnell geändert, je kräftiger er wurde. Wenn er sonst wach und fit ist, würde ich sagen, dass er sich beschwert. Und wenn ich das richtig verstanden habe, lässt Du das Wiegen ja nicht ganz sein. Du bekommst also mit, wenn er zu wenig bekommt.

-Das Draufhauen hatten wir hier auch eine Zeitlang. Ich habe es aber weniger mit dem Trinkvorgang in Verbindung gebracht, sondern für allgemeines "Rumgezappel" gehalten.

Ich wünsche euch noch einen ruhigen Abend,
viele Grüße
Schwedenmama mit dem jungen Schweden (07/12) und der kleinen Wölfin (04/15)
Wortgewitter
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von Wortgewitter »

Hallo!
Ich wage einen Vorschlag:
Ich mag Dir empfehlen, das Tragen auszubauen - das kann euch in eurer Situation evtl. helfen, zur Stressreduktion bei euch beiden und um euch näher zusammenzubringen nach all dem, was ihr erlebt habt. Tragen kann sehr bestärkend wirken. Kannst Du Dir das vorstellen oder wäre das zusätzlich Stress? Ich würde dann nämlich auch empfehlen, ein Tuch anzuschaffen und sich damit auseinanderzusetzen. Das kannst nur Du beurteilen, ob Du das willst oder für nötig erachtest, es ging mir nur durch den Kopf als ich von eurer Situation las.

Übrigens bin ich total erschrocken, wie mit euch umgegangen wurde - entsetzlich! :( ... Natürlich hast Du alles richtig gemacht und DEINE INSTINKTE WAREN RICHTIG! Och Mensch, so ein harter Start und dann wird Dir auch noch Deine mütterliche Kompetenz abgesprochen :?
Ich finde toll, dass Du dran bleibst. Schön, dass Du hier her gefunden hast, das Forum kann eine echte Offenbarung sein :wink:
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
R.M. Rilke
Fredda
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Registriert: 05.12.2012, 14:30

Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von Fredda »

Guten Morgen!

Wir haben eine fürchterliche Nacht hinter uns, in der er immer nach einer 3/4 Stunde kreischend aufwachte. Sowas hab ich noch nicht erlebt. Wenn ich ihn angelegt habe, hat er zunächst gierig gesaugt und ist sofort eingeschlafen, nach 1-2 Minuten wieder schreiend aufgewacht und hat wieder getrunken. Nach einer halben Stunde dieser Art ist er tief eingeschlafen und nach einer 3/4 Stunde wiederholte sich alles, nur dass ich dann den Stillhut wieder benutzte, weil ich nach dem Wickeln Angst bekam. Normalerweise hat er jedesmal eine dicke und schwere Pipiwindel, aber seit gestern Mittag waren die Windeln quasi trocken. E rst dachte ich: "Kann ja mal passieren", doch mit jeder weiteren Windel stieg die Angst! Er verlangte nicht nach zusätzlicher Milch, aber vielleicht war er einfachzu müde durch das Saugen ohne Stillhut. Ab nachmittags habe ich wechselgestillt, wie es mir geraten wurde und ich musste teilweise unter einer Minute hin und her wechseln. Bei jedem Wechsel fing er sofort an zu zappeln und stand kurz vorm weinen, obwohl ich ihn nur schnell rübergehoben habe.
Ich habe nicht ängstlich oder verkrampft gestillt, sondern eher stolz, weil ich scheinbar einfach so ohne Stillhut stillen konnte und auch wenn ich nach 30 Minuten prüfte, ob noch Milch da ist, kam sie immer sofort. Nachdem ich aber gestern nur 3 echte Pipiwindeln nachts und vormittags hatte, die auch schon nicht so prall waren wie sonst, und ab nachmittags nur Windeln mit einem Epsilon an Pipi vorfand, führte ich den Stillhut in der Nacht wieder ein.
Er trank dann nur 10 Minuten und schlief wieder eine 3/4 Stunde, wachte schreiend auf, trank 15 Minuen und das Intervall verlängerte sich auf 2 Stunden.
Gerade gab er beim Aufwachen wieder die üblichen Zeichen und als ich eben die Seite wechselte, lachte er endlich wieder und erzählte mir was. Die Windel war aber nach 6 Stunden nahezu leer.

Jetzt fühle ich mich mies, weil offenbar wieder dasselbe geschah wie damals, nur dass ich damals von Geburt an solche fast trockenen Windeln gewöhnt war und nicht merkte, dass dasnicht richtig ist. Damals dachte ich, kleine Babys pinkeln einfach noch nicht so viel, aber seit dem Krankenhausaufenthalt hatte ich immer volle Pipiwindeln nach 4 Stunden.

Was soll ich nun tun? Anscheinend kriegt er nicht genügend viel aus der Brust raus.

Jetzthat er 30 Minuten gierig getrunken und schläft jetzt wieder.

LG die traurige Fredda

@wortgewitteer:
Prinzipiell stehe ich demTragen offen gegenüber, aber mit diesen ewigen Stoffbahnen war ich etwas überfordert und ein gutes Tuch kostet auch noch einmal einiges. Deshalb kaufte ich den Bondolino, weil ich damit sofort gut klar kam. Du hast ja Ahnunng davon: in Hosen trägt er wegen der Länge 62, obenherum 50/56. Hältst Du das Zusammenbinden des Stegs für eine ungesunde Lösung und ab wann kann ich DeinerErfahrung nach den Bondolino benutzen?

@schwedenmama:
Danke für den Tipp!
Da er zuBeginn des Trinkens mit der flachen Hand auf die Brust haut und nach ca. 15 Minuten meistens anfängt, kreisende Bewegungen mit der Hand auf der Brust zu machen, dachte ich, es hätte mit dem Milchfluss zu tun.
Kleines Mäuschen geboren am 29.08.2012 bei 36+0
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von Schwedenmama »

Oh Mann, Du Arme! Habe beim Aufstehen noch an euch gedacht und siehe da! eure Nacht war nicht so toll. Ich kann und werde zu den fehlenden Windeln leider nichts sagen, möchte Dir aber mein Migefühl ausprechen. Nach einer furchtbaren Nacht sehen die Dinge oft noch hoffnungsloser aus, als sie es sind. Ich hoffe, das trift auf euch zu. Julia meldet sich bestimmt bald.

Bzgl. des Bondolinos kannst Du das mit dem Abbinden des Stegs ruhig so machen. Wenn Du das Bändchen auf der Innenseite durch das Waschschildchen fädelst, verrutscht es nicht mehr. Der Steg sollte hinterher von Kniekehle zu Kniekehle reichen. Bestimmt bekommst Du durch das Tragen ein bißchen Ruhe rein und Dein Sohn schläft vielleicht auch mal ohne Brust ein.

Bitte nicht verzweifeln! Du suchst Dir Hilfe, das wird schon!

Liebe Grüße!
Schwedenmama mit dem jungen Schweden (07/12) und der kleinen Wölfin (04/15)
Fredda
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von Fredda »

Danke, Schwedenmama!

Gerade hat er auch großzügig den Wickeltisch eingepinkelt, worüber ich mich sehr gefreut habe. :)
Kleines Mäuschen geboren am 29.08.2012 bei 36+0
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saiidi
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Re: Stillchaos- möchte gerne wieder voll stillen

Beitrag von saiidi »

Da fällt mir grad ein, meine kleine hatte auch phasen, wo morgens die windel trocken war und dann kurz nach den auufstehen hat sie sie voll gebieselt, aber sowas von. vielleicht beobachtest du heute noch tagsüber? aber ich denk ihr schafft das schon!
sorry einhändig (sie bekommt gerade eckzähne! das ist vielleicht :evil: )
Liebe Grüße
Saiidi

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