Abends zu wenig Milch? Verzweiflung :-(

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AnniUndNils

Abends zu wenig Milch? Verzweiflung :-(

Beitrag von AnniUndNils »

Hallo zusammen,

ich habe heute Mittag lange in Eurem Forum gelesen und war begeistert - großes Lob. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal nach Stillproblemen googeln muss. Bei meiner Großen war das nie ein Thema, die hab ich ein Jahr total easy gestillt.

Nun zu meinem Problem;

Nils ist dreieinhalb Monate alt (geboren am 3. August) und war ein schwieriges Kaiserschnittkind. Es war eine sekundäre Sectio wegen pathologischem CTG und er war schon ganz blau. Außerdem war er 10 Tage vor Termin. Im Kreißsaal hat er schon nicht richtig gesaugt, weil er noch zu k.o. war und ich hatte die ersten 2 Wochen hohes Fieber, das mit dem Milcheinschuss kam. Ich hatte so viel Milch, ich hätte das halbe Dorf ernähren können, glaub ich :D
Das Stillen klappte so la la, auf der rechten Seite hatten wir ziemliche Probleme, da nach dem MSR die Milch förmlich rausgeschossen kam und Nils damit total überfordert war. Irgendwann hab ich dann rechts mit Hütchen gestillt, das klappte super. Nach 2 Wochen konnte ich das dann auch weglassen. Er kam recht bald alle 4 Stunden und nachts hat er von halb 8 abends bis halb 5 morgens durchgeschlafen. Ich konnte tagsüber zwischen den Mahlzeiten locker 150 ml abpumpen in kürzester Zeit, hab die Milch eingefroren und gut war.

Nun haben wir seit einiger Zeit (ca. 3 Wochen) stetig wachsende Probleme. Nils trinkt im 2-Stunden-Takt, was ich anfangs garnicht wirklich registriert hab, da ich ja sowieso nach Bedarf stille. Allerdings kommt er jetzt auch nachts alle 2 Stunden und abends wird er nicht mehr satt. Ich hab auch das Gefühl, dass die Milch weniger wird. Er trinkt schon immer sehr zügig, also pro Brust selten mehr als 5 Minuten. Meine Brustwarzen sind mitlerweile schon wund, weil ich dachte, er hat nur "ne Phase" und clustert halt abends, aber egal wie lange ich ihn an der Brust hab, er meckert wenn ich ihn abnehm und saugt sich dann an meinem "bepulliten" Arm fest....
Gestern hab ich versucht abzupumpen, das war mehr als frustrierend. Es kam einfach fast garnichts. Und heute als er nach 2 Stunden Mittagsschlaf immernoch nicht aufgewacht ist hab ich wieder gepumpt (ich denke, wenn ich den 2-Stunden-Takt beibehalte wird die Milch wieder mehr?!) und mit knapper Müh und Not 60 ml zusammen gebracht.
Kann es sein, dass meine Milch einfach weniger wird? Ich versteh das nicht und hab ständig ein hungriges Kind. Wie gesagt, es macht mir nichts aus oft zu stillen - aber er wird einfach nicht satt. Nachts ist es am Schlimmsten. Ich stille ihn und leg ihn ab und es dauert keine Minute schmeisst er den Kopf hin und her und schreit. Wenn man ihn ablenkt, beruhigt er sich auch wieder. Aber dann war's das mit der Nachtruhe. Mein Mann und ich sind schon ziemlich fertig jetzt, zumal ich noch ne zweieinhalbjährige zu versorgen hab, die vor 2 Monaten beschossen hat, keinen Mittagsschlaf mehr zu brauchen... Oder steckt ein Schlafproblem dahinter? Würde er vielleicht garnicht so oft kommen wenn er mal wieder richtig tief schlafen würde?

Ich hoffe es kann mir jemand helfen, mir einen Weg zeigen wie es weitergeht. Gestern Abend hat er ne halbe Pre-Mahlzeit bekommen (100 ml) und war dann vorerst zufriedengestellt. Ich würde so gerne weiter voll Stillen, aber langsam verlässt mich der Mut und ich zweifle an mir selbst. Es gibt momente, in denen ich zuversichtlich bin (meistens morgens) und dann denk ich wieder dass es doch keinen Sinn so hat. Ich wollte ihm jetzt wenn wir ins Bett gehen gegen 22 Uhr noch eine Flasche geben und mal sehen, ob er dann länger schläft bzw. zufrieden ist.

Hier die Daten:
Geburt 03.08.12 --- 3290 Gramm/52 cm
U2 --- 3030 Gramm
U3 --- 4430 Gramm/53 cm
U4 (letzten Montag) --- 6180 Gramm/61 cm

Er nimmt den Schnuller von Geburt an, aber nicht sooooo dringend wie seine Schwester. Und er hat abgepumpte Milch/Pre aus der Avent naturals Flasche bekommen.

Viele Liebe Grüße von der verzweifelten und äußerst müden Anni
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saiidi
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Re: Abends zu wenig Milch? Verzweiflung :-(

Beitrag von saiidi »

Hallo Anni
bin keine Stillberaterin aber ich schreib dir einfach mal meine Gedanken auf, ok?
Kennst du das Buch Oje, ich wachse! ? Da beschreibt ganz nett die Entwicklungssprünge der Kleinen und die anstengende Zeit wenn sie was Neues lernen. Kann gut sein daß dein Baby einfach die Umwelt bewußter war nimmt und nun einfach mehr Mama tanken muß zur Beruhigung.
Es könnte leider auch sein, da er Flasche und Schnuller bekommt, daß sich eine Saugverwirrung entwickelt hat. Informative Links findest du in der Linksammlung Stillwissen.
(Kann grad leider nicht verlinken)
Wünsche Euch alles Gute
Liebe Grüße
Saiidi

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Re: Abends zu wenig Milch? Verzweiflung :-(

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier,

ich kann mir sehr gut vorstellen, wie anstrengend die Zeit gerade ist. Die Verunsicherung und die Sorge ums Kind, und dazu die handfeste Belastung mit zwei kleinen Wenigschläfern im Haus.
Könnte es sein, dass Deine Tochter ein ganz anderes Naturell hat(te) als Dein Sohn? Manche Zweitmütter sind sehr überrascht, wenn das zweite Kind sich in seinem Verhalten stark vom ersten Kind unterscheidet - insbesondere wenn man das erste Kind im wesentlichen "easy" fand.
Denn eins ist klar: HUNGER hat Dein Sohn nicht. Wenn die Daten stimmen, dann nimmt er seit Geburt durchschnittlich deutlich über 200 g die Woche zu! ;-) In Deiner Schilderung deutet überhaupt nichts auf "zu wenig Milch" hin. Sehr viele Kinder sind nach dem Stillen "nicht zufrieden", sondern wollen gerne angedockt bleiben. Mit ca 12 x Stillen in 24 Stunden liegt Ihr ebenfalls komplett im Normalbereich. Die "Pumpleistung" hängt im wesentlichen von der Routine und vom Entspannungsgrad der Mutter ab, nicht von der realen Milchbildung. Es gibt unzählige problemlos vollstillende Mütter, die einfach nicht gut abpumpen können. In stressigen Zeiten (in der Du Dich zweifellos gerade befindest) klappt das Pumpen dann noch schlechter. Auf die Milchbildung beim Stillen jedoch lässt dies nicht schließen.

Klar ist: Die Milch, die Du zufütterst, trinkt Dein Baby dann halt aus der Flasche und nicht aus der Brust. In Kürze wird sich Deine Milchbildung darauf perfekt eingestellt haben und entsprechend weniger produzieren. Wenn Du weiterhin vollstillen möchtest, dann schmeiß das Pulver in den Müll. Dein Sohn braucht es nicht. (Aber vielleicht die Eltern?.. ;-))
Ganz objektiv noch mal zu den Gewichtsdaten: Es sind ja nur sehr wenige Daten, und es ist nicht ausgeschlossen, dass welche davon falsch sind. Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du die Gewichtsentwicklung Deines Babys für die nächsten 2-3 Wochen mal genauer erhebst und dokumentierst. Wie das geht, steht hier. Wenn dabei die bisherige Gewichtszunahme bestätigt wird, ist "Hunger" definitiv als Quengelgrund ausgeschlossen.

Vielleicht magst Du ein bisschen mehr berichten, wie Dein Sohn sonst so drauf ist? Wie ist es mit gelegentlicher Betreuung/Bespaßung durch andere Personen, Papa, Oma, Freundin usw., klappt das? Lässt sich Dein Baby zum Spielen ablegen? Schläft es gelegentlich alleine ein? Gibt es Beruhigungstechniken, die Dein Baby mag? Spazierengehen, Kinderwagen, Tragetuch? Wie sah es mit diesen Dingen bei Deiner Tochter aus?

Ich hoffe, diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und
LG
Julia
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