LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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4tiere
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Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von 4tiere »

samsara hat geschrieben:Abgesehen davon, dass ich gerne noch viel länger als 8 Monate stillen möchte :wink:, fragte ich, wo überhaupt das Problem des Länger-Stillens sei. Sie entgegnete, dass Babys einen schnell wachsenden Energiebedarf hätten und dann irgendwann 8x pro Nacht zum Stillen kommen müssten, um den zu decken, und dass man dadurch naturgemäß irgendwann am Stock ginge (gut, bei meiner Freundin wurden die Kids sehr früh ins eigene Zimmer ausquartiert, da ist nächtliches Stillen/Füttern sicher nochmal anstrengender).

Das mit dem erhöhten Energiebedarf leuchtet mir ja ein.
Wieso sollte ein grösseres Baby einen erhöhten Energiebedarf haben?!
Es ist doch eher so, dass die Babys zwar größer werden, aber langesamerwachsen. Also Energiebedarf relativ zum Körpergewicht gesehen sinkt kontinuierlich. Das ist also ein Ammenmärchen!
Warum wird dann so oft gestillt? Da gibt es viel Gründe! Die Milchbildung ist nachts besser, das hat die Natur so vorgesehen, da dann einfach mehr Ruhe ist und die Mutter nichts anderes zu tun hat. Viele Babys sind auch tagsüber so interessiert an dem soooooooooo spannenden Leben, dass sie das Trinken ganz vergessen. Und last but not least, die nächtliche Stillfrequenz kann sich immer wieder ändern. wir hatten von durchschlafen bis Halbstundentakt schon alles.
Es ist alles möglich und völlig normal!!!
(Ach ja und Zähne bekommen ist wieder ein ganz anderes Thema!)

Keine Frau geht am Stock, wenn sie regelmässig viel stillt. Ich glaube um ein Kind Vollzustillen, müssen nur 500 kcal zu sich genommen werden. Es könnte dann noch etwas für Schlafmangelkompensieren dazu kommen, aber bestimmt nicht mehr als 650-750 kcal. Also wie du geschrieben hast, das aufstehen usw. ist das anstrengende. ich selber stille (dank meiner grossen Brüste) im Liegen nachts beide Brüste auf einer Seite liegend und kann daher auch recht gut schlafen.
mangelerscheinungen habe daher meisst andere Ursachen, sei es ganz banal, weil die Mutter vergisst, zu essen oder eben weil irgendetwas nicht richtig funktioniert. Im Übrigen trotz Mängel bei der Mutter bekommt das Baby meist trotzdem alles was es braucht. Da muss der Mangel schon seeeeeeeeeehr gravierend.

Und der Satz
samsara hat geschrieben:„Pass nur auf, dass der Zug nicht irgendwann abgefahren ist, denn ich kenne eine, die hat ihr Kind 8 Monate gestillt und es dann fast nicht mehr zu anderer Nahrung bringen können.“
Da würde ich mal nachfragen, wie sich das denn geäussert hat, stillt es als 10jähriges immer noch?! :roll:
Und auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Stillen nicht statisch ist, wenn frau den Dingen ihren Lauf lässt. Unsere Tochter (fast 14 Monate) bekommt seit acht Monaten Beikost und wir haben phasenweise immer mal wieder fast vollgestillt. Gerade seit zwei Wochen haben wir wieder so eine Phase. (Die Backenzähne kommen durch.) Dann wieder isst sie als ob sie nie gestillt hat.
Das ist nämlich auch total normal!

In diesem Sinne, amch weiter wie bisher!
Bild-liche Grüße

Natalie
mit drei wundervollen Kindern!
Den beiden Großen (19m und 21w Jahre) und die kleine Maus (01.10.2011), die ich immer noch total genieße! Bild
Und das mit der Rechtschreibung lerne ich noch ... ;-)
(Manche andere Fähigkeiten erwerbe ich bestimmt auch noch, über Anregungen bin ich immer dankbar!)
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christina
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Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von christina »

kruemelchen hat geschrieben:Ich habe nicht alle Antworten gelesen, mag aber in den Raum werfen, dass die Kinder ja auch andere Nahrung außer Muttermilch zu sich nehmen, beim LZS geht es ja nicht mehr ums Vollstillen ;-) Seltsamerweise begegnen mir immer wieder Menschen, die eben das denken. Ich habe bei beiden Kindern die Erfahrung gemacht, je älter sie wurden, desto seltener stillten sie in der Nacht. Der Große schlief mit 2,6Jahren das erste Mal durch. Der Kleine kommt nachts derzeit zwischen 1 und 5x, wobei einmal die Regel ist.


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Dem kann ich mich so anschließen. Die Große wurde 28 Monate gestillt, schwanger wurde ich im Abstillzyklus (1.ÜZ). Also ging fließend ineinander über (Abgestillt in beiderseitigem Einverständnis! Ich wollte einfach nicht mehr und hab sie gefragt, ob wir es mit kuscheln und singen/wiegen versuchen wollen statt stillen, wo sie eh nicht mehr mit einschlief. Und das war vollkommen ok für sie. :) Sonst hätte ich weitergestillt.)

Sie stillte teils wirklich häufiger als ein Neugeborenes mit ca 2 Jahren. Da hab ich irgendwann dann einfach anderes angeboten bevor sie wieder stillen wollte. Also trinken, essen etc pp. Das ging prima.Dann stillten wir nur noch morgens und abends. Dann nur noch abends, morgens gings direkt zum Frühstück nach dem Kuscheln. ;)

Also ne, weiß auch nicht. Der erhöhte Bedarf deckt sich doch tagsüber mit anderen Nahrungsmitteln. Mein Neffe wurde 4 Jahre nachts wach, war Flaschenkind!
Mit Maikäferinchen 2009, Regentonnenmopsi Juni 2012 und Miniraupe April 2015

"Ein Kind oder zwei Kinder zu beaufsichtigen ist viel anstrengender, als vier oder fünf. Ich glaube, dass viele Eltern ein schweres Leben haben, weil die anderen Kinder fehlen." - Remo Largo
Clauwi GK 2011
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greenie bird
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Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von greenie bird »

Meine Tochter hat super Beikost gegessen und ab da ging es abwärts mit dem Schlaf- bis sie 2,5 war und wir, ja abgestillt haben, da schlief sie dann durch. Mein Sohn schläft besser, aber auch nicht durch und er war ein ganz schlechter Esser, was mittlerweile geht das auch. Aber zum ganze Nacht schlafen, wir es sicher wieder andere Faktoren benötigen.


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Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

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Lucccy
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Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von Lucccy »

Hallo,
samsara hat geschrieben:dass Babys einen schnell wachsenden Energiebedarf hätten und dann irgendwann 8x pro Nacht zum Stillen kommen müssten, um den zu decken, und dass man dadurch naturgemäß irgendwann am Stock ginge
ich hatte im Stillkommentare-Thread schon was geschrieben, aber hier kommt jetzt noch mehr. :) Ich bin zwar auch noch nicht LZS (in diesem Forum ist die durchschnittliche Stilldauer ja länger als "draußen"), aber bei 6-12 Monaten kann ich mitreden.

Der hohe Energiebedarf sinkt ja stetig ab. (Das ist meines Wissens auch der Grund, warum 2jährige irgendwann ggf auch weniger essen als vorher.) Und wie bereits erwähnt hat Mumi einen hohen Kalorien- und damit einen hohen Energieinhalt. (Ich hab hier gerade die Auswertung meiner letzten Mumi-Probe, die hatte über 5% Fettgehalt. Da kommen Gemüsebreie nicht ran und ich denke auch Ersatznahrung nicht.)

Wie ausgeschlafen oder unausgeschlafen eine Mutter ist, hängt in meinen Augen auch von mehr ab als vom Stillen. Wenn ich mir so die Flaschenmütter mit ausquatierten Babys anhöre, höre ich da öfter Klagen (Babys, die sich nach Krankheit nicht aus dem Elternbett schicken lassen, ...). Aber das liegt wohl am Anspruch der Eltern und nicht am Verhalten des Kindes. ;)

Meine Unabhängigkeit vermisse ich übrigens nicht und obwohl wir hauptsächlich stillen, kann mein Kind verzichten, wenn ich nicht da bin.

Gruß Lucccy
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WiLada
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Re: AW: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von WiLada »

Klar braucht ein großer laufling mehr als ein 8 Monate altes baby zb. Aber der Unterschied in der Ernährung ist doch gegeben.
Das baby stillt (nahezu) voll und das Kleinkind isst schon am Tisch mit und holt sich da die restlichen kalorien die es benötigt. Stillen ist nicht nur reine nahrungsaufnahme sondern hat viel mit kuscheln ..Trost...Sicherheit geben ..zu tun.

Bezogen auf meine Kinder kann ich Sagen dass sie die ersten Wochen nur schliefen und alle 3-4 std trinken wollten..dann waren sie Wacher. Auch nachts...hatten keinen Rhythmus. So mit Ca zwei Monaten schlief meine Tochter zb von 19-1 oder 4 Uhr durch. Ohne schnuller . Vollgestillt...irgendwann so kam sie wieder öfter. Gerade wird es wieder weniger. War beim sohnrmann genauso. Sie kommt meist nur zwei mal. Auch wenn ich noch wach bin.
Ganz ehrlich mich stört das auch nicht. Und bei FlaschenKindern musst du nachts teilweise schnuller reinstecken usw. Das wird oft auch verschwiegen...


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luna24
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Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von luna24 »

Wir stillen mittlerweile seit 40 Monaten (oje, so langsam gehören wir selwohl bst hier schon fast zu den Exoten...) - und die nächtliche Stillhäufigkeit ist immer weniger geworden, obwohl mein Sohn SEHR spät angefangen hat zu essen. Mit einem Jahr haben wir noch 1-2x pro Nacht gestillt (obwohl er quasi noch vollgestillt hat) - und ich denke, jenseits der ersten Lebensmonate stillt kein Kind 8x pro Nacht nur um seinen Energiebedarf zu decken, das hat dann andere Gründe.
EUfqtw

Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von EUfqtw »

Mein Mittlerer wurde knapp 8 Monate voll gestillt, hat dabei nahezu von Anfang an durchgeschlafen. ;)
Uinonah
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Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von Uinonah »

Vorab meine Stillerfahrung: Nr. knapp 4,5 Jahre (11 Monate voll, dann kaum Beikost bis ca. 18 Monate und andere Flüsigkeit als Mumi bis 22 Monate), davon fast 2 tandem; Nr.2 2,5 Jahre, leider nur kurz tandem mit Nr. 3,die bislang 15 Monate stillt, Ende offen.

Also erstens, das Kind mit den 8 Monaten da, das war eben noch nicht beikostbereit. So what? Das ist bei vielen erst so gegen 9 Monate der Fall. Wenn man die Kinder in Ruhe lösst und Essen anbietet, aber nicht "reinwürgt", dauert das öfter mal was länger als die 6 Monate dass sie was wollen.
Dann später: Stillst Du ja nicht mehr voll, zumindest sehr wahrscheinlich nicht.
Hat nächtliches Aufwachen sehr viele unterschiedliche Gründe und Hunger ist sicher nicht der häufigste. Meine Kleine hat anfangs prima durch geschlafen, zur Zeit ist es sehr unentspannt. Das hat aber sicher keine Hungergründe, weil die zusätzlich zum Stillen isst wie ein Scheunendrescher.

Lass es doch einfach auf Dich zukommen, wie es für Euch passt. Du sagst ja auch nicht, auweia, wenn Deine so lange Flasche trinkt, dann steigt die bestimmt später gleich auf Bierflasche um oder so'n Quark.

Vermutlich brauchst Du zum einen gutes Selbstbewusstsein und wenn Du kontern willst, noch gutes Wissen dazu, oder Du stellst um auf "zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus", wenn Du nicht diskutieren magst. Mach, wie es für Dein Gefühl stimmig ist und nicht, wie andere zu "wissen" meinen.
If you try to trade essential liberty for security, you will loose both in the end and live in a gilded cage.
(adaptiert nach B. Franklin)

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf. (Autorenschaft nicht eindeutig zuzuordnen)
Angora

Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von Angora »

kruemelchen hat geschrieben:Ich habe nicht alle Antworten gelesen, mag aber in den Raum werfen, dass die Kinder ja auch andere Nahrung außer Muttermilch zu sich nehmen, beim LZS geht es ja nicht mehr ums Vollstillen ;-) Seltsamerweise begegnen mir immer wieder Menschen, die eben das denken. Ich habe bei beiden Kindern die Erfahrung gemacht, je älter sie wurden, desto seltener stillten sie in der Nacht. Der Große schlief mit 2,6Jahren das erste Mal durch. Der Kleine kommt nachts derzeit zwischen 1 und 5x, wobei einmal die Regel ist.


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Im Normalfall ja.... Ich hab schon mit nem halben Jahr versucht meinem Kind mit Beikost anzukommen, er wollte es nicht. Ich ging wieder arbeiten, war 6h weg, er hat in der Zeit nicht mal abgepumpte Milch genommen. So ging das bis er anderthalb war u in die Kita wechselte, er aß bis dahin nichts! Wurde voll gestillt, nachts mehr als tagsüber, weil ich tagsüber ja arbeiten war u er nichts außer stillen akzeptierte. In der Kita fing er gaaaaanz langsam mal an was zu knabbern, aber minimengen eben. Erst mit 2 Jahren haben wir dann (leider abrupt durch eine schlimme Krankheit meinerseits ) abgestillt. Also, ich habe eigentlich die ganzen zwei Jahre gestillt wie am Anfang, auf dem zahnfleisch gekrochen bin ich eher wegen meiner stressigen Arbeit. Nachts stillen war grad mit größerem Kind im fb total einfach: selbstbedienung halt ;-) und gewachsen ist mein Kind übrigens auch ganz normal, und das obwohl er ja bis 18 Monate ausschließlich mumi bekam.
ich würd mich da einfach nicht von anderen beirren lassen! ich folge meinem Bauchgefühl und achte auf mein Kind. Und ja, ich hab mir auch viel Kritik von außen anhören müssen (vor allem als ich im untergewcht gelandet bin, was ich aber auf die Arbeit u weniger aufs stillen schiebe, denn auch nach dem abstillen war ich nicht besonders viel schwerer....
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samsara
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Re: LZS-Mamis, verratet es mir! ;o)

Beitrag von samsara »

Vielen vielen Dank für eure tollen ermutigenden Beiträge! Ich habe mir ja fast schon gedacht, dass es hier wieder etwas gerade gerückt würde... :) Ich habe in solchen Fällen zum Glück überhaupt kein Bedürfnis rumzudiskutieren und muss auch niemanden bekehren (bis es zu der Einstellung kam, hat's auch gedauert...), ich wollte die Theorie nur für mich selbst nicht so stehen lassen.

Was ihr schreibt, leuchtet mir ein. Ich hatte den Blickwinkel nicht, dass ältere Kinder ihren erhöhten Bedarf oft schon mit Beikost decken. Daran sieht man mir den Still-Neuling an... :wink: Ich schätze, meine Meinung zu dem Thema wird bei anderen (=Müttern im Freundeskreis mit älteren Kindern und folglich mehr Erfahrungen) ohnehin erst dann etwas zählen, wenn ich in ihren Augen mitreden kann, also alle Phasen durchgemacht habe, die sie auch erlebt haben... Wenn ich sage, dass es uns bis jetzt sehr gut damit geht, werde ich oft nur belächelt und bekomme zu hören "Warte nur, bis... (Zähne/dieser und jener Entwicklungsschub/das Geschwisterchen...) kommt, dann redest du auch anders..." Ich habe da manchmal schon das Gefühl, dass manche sich durch meine Aussage indirekt für ihren Weg kritisiert fühlen und dann gleich kontern, obwohl ich das nicht bezweckt habe. Ist ja nicht so, dass ich mit stolzgeschwellter Brust herumlaufe und ungefragt meine Meinung kundtue. Aber wem erzähle ich das, euch ging es vermutlich mal ähnlich...

Ich denke auch, Fehler Nr. 1 ist zu glauben, dass Stillen nur Nahrungsaufnahme ist, gerade wenn das Kind eigentlich schon beikostreif ist. Da könnte man ja immer sagen, es bräuchte die MuMi jetzt nicht mehr. Klar, ernährungstechnisch ist sie dann immer noch sinnvoll, aber wahrscheinlich nicht mehr so zum guten körperlichen Gedeihen erforderlich wie in den ersten Monaten. Also stillt das Kind damit vermehrt andere Bedürfnisse.

Nr. 2 besteht darin zu glauben, dass man von einem Einzelfall auf alle schließen kann. Besagte Freundin hat ja mitnichten Stillerfahrung über 6 Monate hinaus. Sie hatte sich zwar entschieden zu stillen, weil es das Beste fürs Kind ist usw., aber der ganze emotionale, seelische Aspekt - kann ich in dem Fall leider feststellen - wurde dabei eher heruntergespielt. Eure unterschiedlichen Erfahrungen zeigen, dass es zwar sehr aufs jeweilige Kind ankommt, aber in der Tendenz eher weniger anstrengend wird, je länger man stillt. Man wird geübter, gelassener bzgl. der Entwicklungsphasen, das Kind braucht es nicht mehr ausschließlich zur Nahrung, anfängliche Stillprobleme nehmen ab.

Lucanna, es ermutigt mich, dass selbst bei einem oft erwachenden Kind wie deinem der Vorteil des Stillens bleibt, wie zB die schnelle Trostmöglichkeit. :) Sibi, deinen Einwand, was die Kinder anstatt dem Stillen dann nachts wohl machen, fand ich auch bedenkenswert. Kann doch sein, dass besagte Mutter dafür dann 8x aufstehen und Nahrung zubereiten musste? Oder es hätte sich mit der Zeit wieder gegeben, wenn sie einfach weitergestillt und das Mantra wiederholt hätte (EsIstNurEinePhase...)? Und Lucccy, deine Erfahrung nehme ich mir jetzt einfach mal zum Ziel und sage beim nächsten Mal, dass es auch Kinder gibt, die warten können, bis Mama wieder da ist und man nicht zwingend an Haus und Herd gebunden ist.

4tiere, Danke für die Zahlen, die du geliefert hast. Meine Freundin ist ein sehr rationaler Mensch, vielleicht lasse ich einfach mal diese Erkenntnisse anklingen, wenn das Thema nochmal aufkommen sollte (wobei ich das sehr gut überlege, ich will es ja gar nicht mit ihr diskutieren...). Irgendwie auch wieder logisch, dass das Kind im Verhältnis zum Gewicht mit zunehmendem Alter eher weniger stillt als in den ersten Monaten, selbst wenn es noch vollgestillt sein sollte. Das mit dem abgefahrenen Zug fand ich auch dämlich, jedes Kind nimmt irgendwann etwas anderes als Milch zu sich. Ich könnte mir vorstellen, dass das Kind noch gar nicht beikostreif war und sie es so interpretiert hat, dass sie irgendeinen Zeitpunkt verpasst hätte, wo die Umstellung noch besser geklappt hätte.

Luna24 und Uinonah, ich verneige mich vor euch. :) Ich würde mich freuen, wenn ich die schöne Stillzeit auch so lange genießen kann.

Angora, auch dein Beispiel mit dem langen ausschließlichen Stillen zeigt mir, dass meine Gedanken nicht so abwegig sind. Stell dir mal vor, bei einem zarten Kind wie deinem hättest du auch noch früh (also ich spreche jetzt von 6 Monaten...) abgestillt, da wäre es ihm doch viel schlechter gegangen, weil er ja keine Beikost wollte. Und manchmal ist es ja auch so, dass Kinder merken, wenn mit Mama was nicht stimmt und sich dann darauf einstellen können. Oder war das abrupte Abstillen dann ein großes Problem, weil er nach wie vor nicht essen wollte?

Ich werde mir jedenfalls nicht die Möglichkeit nehmen lassen, mein Kind jederzeit zu Nähe, Trost, Wärme, Nahrung für Körper und Seele kommen zu lassen und wenn nochmal so ein Zug-abgefahren-Kommentar kommt, frage ich eventuell mal nach, ob derjenige weiß, was das Kind außer Nahrung dabei noch bekommt.
Kleiner Wolf *07/2012 und Miniwolf *07/2015
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