Meines Wissens nach ist die hormonelle Umstellung nach der Geburt mit ein Grund für empfindliche BW. Es gibt wohl einen Zusammenhang zw. erhöhtem Prolaktinspiegel und Empfindlichkeit. Hinzu kommt wie Julia schon geschrieben hat, dass viele Frauen unserer Zeit kaum ohne BH herumlaufen. Kaum Luft und Licht an die Brust lassen. Sie sind immer gut gepackt... Manche Frauen sind sehr empfindlich an den BW. In Kombination mit oben genannten Faktoren, wird das Stillen dann in den ersten Tagen bis Wochen schmerzhaft, trotz korrekter Anlegetechnik.
Ich behaupte mal jetzt noch, dass die emotionale und psychische Umstellung als frischgewordene Wöchnerin auch mit eine Rolle spielt( gerade beim ersten Kind). Frau ist anfangs selber so zart und verletzlich. Da prasselt viel an Gefühlen ein. Alles zusammen kann dann mal einfach zu viel werden...
Das Schöne ist aber, dass es doch so viele schaffen. Ja und dann ist Stillen so schön wie in Zeitschriften/Büchern...
LG von Imix mit süßem Wirbelwind *(10/2010)undkleinem Sonnenschein *(4/2013) Hebamme, Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) Zufriedenheit und Erfüllung kannst du nur in dir selbst suchenDalai Lama
Bei mir war es auch vor der ersten Schwangerschaft so, dass, wenn ich (ganz selten) einmal ohne BH aus dem Haus ging, mir 20 Meter von der Haustür entfernt schon die Reibung der BW am Unterhemd wehtat. Nach der Geburt taten mir ebenfalls nach den ersten 10 Minuten Stillen- noch im Kreißsaal- die Brustwarzen weh. An der Anlagetechnik hatten die Hebammen nichts zu bemängeln, auch sonst war alles ideal: Geburt ohne Schmerzmittel, gesundes Kind, kein Frühchen, erstes Anlegen noch im Kreißsaal, Krankenhaus mit Rooming In, Kind dementsprechend fast immer bei mir, von mir keine künstlichen Sauger verabreicht. (Beim Krankenhauspersonal kann ich künstliche Sauger natürlich nicht mit allerletzter Sicherheit ausschließen, aber besonders viel Gelegenheit hätten sie nicht dazu gehabt, und zumindest in der Zeit bis zum Auftreten der ersten Schmerzen, also 10 Minuten nach Beginn des ersten Stillens im Kreißsaal, kann ich künstliche Sauger definitiv ausschließen.)
Beim zweiten Kind habe ich sicherheitshalber das erste bis zur Geburt und danach noch weitergestillt, da gab es dann keine Probleme mehr, obwohl die Kleine z.B. nur 2,2 kg wog und demzufolge z.B. noch einen recht kleinen Mund hatte. Aber da habe ich mit keinen Kopf mehr um das Anlegen gemacht, sondern zu ihr gesagt: "Du bist diejenige von uns beiden mit dem Saugreflex, also mach mal", außerdem hatte ich dann soviel Vertrauen in meine Milchbildung, dass ich- anders als beim ersten- nicht mehr jedes Schreien als Hunger interpretiert habe. (Das erste Kind hatte KISS-Syndrom und große Probleme, weil es nicht genug Schlaf bekam, und wenn man mit ohnehin schon wunden BW fast rund um die Uhr stillt, wird es eher nicht besser...)
Meine Freundin, die nur zum Sport einen BH trug, hatte übrigens keine Probleme beim Stillen.
(Ich sag mal ganz leise, dass mir mein Schwager - mit Landwirtschaft aufgewachsen - sagte, dass es auch bei vielen Jungsauen in der ersten Zeit Probleme mit wunden Zitzen gab, wenn sie das erste Mal geworfen hatten. Das fand ich erstaunlich und beruhigend zugleich)
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)