Meine BW waren in den ersten ca. 6 Wochen extrem empfindlich. Es war bis auf die BW-Spitzen nichts rot, nichts sichtbar entzündet - dennoch hab ich manchmal die Tage nur mit Lansinoh und zwischendrin Multimam-Kompressen ausgehalten, bei jeder Berührung von Warze oder Warzenhof mit Duschwasser oder Handtuch gewimmert oder Tränen in die Augen schießen gehabt. Und auch der Ansaugschmerz war fies - auf den war ich nicht vorbereitet gewesen, da er in aller Literatur, die ich vorher gelesen hatte, nicht vorkam (!) und ich erst von anderen Müttern dann hier im Forum lernte, dass das bei vielen anfangs vorkommt, dass das erste Ansaugen anfangs bei manchen eben bei jedem Stillen tierisch sticht.
Ich kam mir jedenfalls total vor wie ein Weichei, als dann - bei jeder längeren Mahlzeit des Babys den Tränen nah - auch noch die in meiner Verzweiflung in 45 min. Entfernung besuchte IBCLC sagte, es sehe doch aber alles wirklich prima aus mit dem Anlegen, meine Brustwarzen seien doch nicht die Spur entzündet und Multimam-Kompressen - na, die seien aber wirklich Fällen mit richtigen Verletzungen vorbehalten

. Und was hatte ich vorher gelesen, war lange vor der Geburt hier im SuT unterwegs und war überzeugt, dass Stillen NICHT wehtun würde, wenn man nur alles richtig macht. Ich hatte reihenweise positive Vorbilder im Umfeld und der Familie die alle keine Stillprobleme bei X Kindern gehabt hatten, hatte ne tolle GH-Geburt, war direkt wieder zuhause und sehr zuversichtlich... Vielleicht war ich genau wegen dieser Erwartungshaltung so gefrustet - änderte aber nichts. Ich war wirklich enttäuscht.
Gut, später stellte sich heraus, dass ich ein KISS-Kind hatte und ja, wir hatten vor allem mit dem Variieren von Stillpositionen massive Probleme - eigentlich ging immer nur im Liegen gut. Und dass er anfangs schnalzte - und besonders das sich fies anfühlte (als ob einem jemand an die BW schnipst bei jedem Schlucken...) - aber da konnte mir irgendwie auch keiner weiterhelfen dabei. Aber wie gesagt, "wund" war da nie wirklich was (von blutig ganz zu schweigen) und angelegt war Baby immer super, soweit sich das von außen beurteilen ließ.
Und irgendwann waren die Schmerzen einfach so weg. Es fiel mir komischerweise erst nach einigen schmerzfreien Mahlzeiten so richtig auf

. Und ab da war vieles besser. Ich denke, das war so um die siebte, achte Woche rum. Gestillt haben wir bis reichlich zweieinhalb Jahren
Wollte nur sagen: dieses "wenn alles richtig gemacht wird, tut Stillen nicht weh" kann auch enormen Druck und Frust aufbauen. Ich vermute inzwischen auch, dass es einfach Frauen gibt, die extrem empfindliche Haut an den BW haben und dass die sich eben erst an das Stillen gewöhnen muss. Und dass es einige Zeit dauern kann, bis der Ansaugschmerz weg ist - manchmal nach Tagen, manchmal eben erst nach Wochen. Man denkt ja am Anfang dann schnell "wenn Stillen sich so anfühlt, mach ich das aber nicht lange mit" - und dann wird es auf einmal besser und man fragt sich, wie man je zweifeln konnte...