Krankenschwester hat geschrieben:@ Stuermchen:
Ihre Mutter und auch Großmutter konnten auch schon nicht voll stillen weil sie angeblich zu wenig Drüsengewebe haben. Die Hebamme meinte dann zu ihr das es dann wohl in der Familie liegen muss.
Ja, aber DAS wurde in diesen Generationen wirklich je nach Krankenhaus bestimmt der Hälfte aller Frauen erzählt

! Du glaubst nicht wieviele Frauen heute von ihren Müttern - oft schon in der Schwangerschaft - gesagt bekommen, dass sie bestimmt nicht (voll) stillen könnten, weil die werdende Oma und Uroma auch schon nicht stillen konnten... Das hab ich allein im Bekanntenkreis schon zweimal erlebt, dass das der jungen Mutter eingeredet wurde von der werdenden Oma - mit oft nicht leicht wieder hinzubiegenden Folgen an Unsicherheit, Probleme mit dem MSR etc. Wirklich ein trauriges Thema
Und ja, bei weit über der Hälfte der Frauen in diesen Generationen "reichte die Milch tatsächlich nicht"! Das lag aber ganz sicher nicht an ihren organischen/genetischen Voraussetzungen (hätten sie solche "Anti-Stillgene" geerbt, hätten schon ihre Urgroßmütter, Ururururur-Großmütter und deren Urahnen alle nicht überlebt - denn damals gab es niemanden, der ohne Vollstillen ein Baby durchgebracht hätte, so dass diese "Anti-Still-Gene" schlicht ausgestorben wären!), sondern an den total dämlichen, am Flaschefüttern und fürchterlichen "Säuglings-Erziehungsvorstellungen" orientierten Stillregeln des 20. Jahrhunderts:
Der Generation unserer Mütter und Großmütter wurde gesagt, sie dürften nur alle vier Stunden tagsüber stillen, nachts müssten für Babys GEsundheit unter allen Umständen acht Stunden Nachtruhe eingehalten werden ohne Stillen!
(Die Schwiegermutter meiner Schwester berichtete, wie sie nachts unter Tränen im Ehebett von ihrem Mann festgehalten wurde, während das Baby im Kinderzimmer verzweifelt schrie - weil es wichtig sei für die Gesundheit des Kindes, dem Magen nachts Ruhe zu gönnen
). Es gab in Krankenhäusern - in denen man meist eine Woche nach der Geburt lag! - kein Rooming-in. Die Kinder bekamen Schnuller und auch mal Zufütterfläschchen. Aller vier Stunden bekam man sie vorbeigebracht um dann eine festgelegte Anzahl von Minuten pro Seite zu stillen (damit die BW nicht wund werden
). Meist waren das ca. 10 min. pro Seite.
Man kann selbst ausrechnen, wie lange Mutter und Kind sich so im Frühwochenbett sahen - natürlich immer voll bekleidet und unter der "Anleitung" der Säuglingsschwestern nach der Uhr stillend.
So KONNTE wirklich kaum eine Mutter genug Milch bilden
Darum würden bei mir alle Alarmglpcken schrillen, wenn "Mutter und Oma konnten auch schon nicht vollstillen" das EINZIGE Argument sein sollte, warum ein Brustdrüsengewebemangel angenommen wird.
Einen Milcheinschuss muss frau, wenn sie oft und nach Bedarf angelegt hat in den ersten Tagen, nicht unbedingt in der Form spüren, dass sie mega-harte Atombrüste bekommt. Das erwarten nämlich viele Frauen und manche meinen dann, es habe "kein Milcheinschuss" stattgefunden obwohl längst reichlich reife Milch da ist...
Dass sie nicht mehr als 5ml abpumpen kann sagt auch nur genau eines: dass sie es beim Pumpen auf jeden Fall nicht schafft, einen Milchspendereflex auszulösen. Das sagt über ihre Milchmenge aber überhaupt gar nichts aus - manche Frauen können Zwillinge vollstillen und bekommen beim Versuch, abzupumpen mangels MSR vielleicht nur 10ml aus ihrer Brust heraus. Das sagt nichts darüber aus, was ein Baby mit mehreren MSR pro Mahlzeit aus der Brust holt - die Milch wird ja beim Stillen gebildet und nicth "zwischen den Mahlzeiten" wie oft angenommen. (Und ja, auch das wurde früher in KKH oft gemacht: mal pumpen um zu sehen, wieviel Milch "da ist"

).
Wichtig wäre zu wissen, ob sie in der Schwangerschaft irgendeine Veränderung an ihren Brüsten wahrgenommen hat, ob es einen Ultraschallbefund ihrer Brüste gibt (der den Verdacht auf Milchdrüsenmangel bestätigt), ob das Baby oft genug und mit guter Saugtechnik (!) an ihrer Brust trinkt, sonst keine künstlichen Sauger (Flasche, Schnuller, Stillhütchen) hat(te), wieviel sie per BES am Tag zufüttert momentan, ...
Da Stillberatung über Dritte kaum eine gute Chance auf Erfolg hat, wäre es sinnvoll, wenn Deine Freundin sich selbst hier oder bei einer guten Stillberaterin vor Ort melden würde, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Milchspenden anzunehmen ist das eine, was mit ihrer eigenen Stillbeziehung wird, ist ja eine ganz andere Geschichte...
