Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
daisy
Dipl.-SuT
Beiträge: 5140
Registriert: 10.02.2012, 15:51

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von daisy »

Hallo Wölkchen,

ich kann dich soo gut verstehen. Ich habe auch lange zugefüttert und reduziert und ständig an meiner Milchmenge gearbeitet. Ich kenne die Blicke, bei jedem kleinen Meckern von der Maus. Jeder Pieps den das Kind macht, wird als Hunger ausgelegt. Auch wenn ich genau wusste, sie ist nur müde. Wenn Papa dann mit der Flasche ankommt und es wird gierig dran gesaugt, kommt ein "ich hab es doch gewusst" und wenn sie dann im Milchkoma war und stundenlang nicht gestillt hat..... wer liegt dann mit schmerzenden tropfenden Brüsten wach?

Bei uns wurde es mit Beikosteinführung deutlich entspannter, die Maus nimmt nun endlich gut zu, stillt immer noch viel und wir sind glücklich. Mir ging es besser damit, ihr was festes zu geben als mehr Pre.

Ich kann nur sagen: halte durch, gib nicht auch, es wird sicher besser und es ist wirklich nur so eine kurze Zeit, auch wenn es dir im Moment wie eine Ewigkeit vorkommt.
Daisy mit Herbstglück *2008 und Wintersonne *2012, Maikäferchen *2014 und zwei Sternchen
jusl
Jusl Almighty
Beiträge: 16020
Registriert: 19.03.2007, 10:54
Wohnort: nördlich des Weißwurstäquators

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von jusl »

:oops: :oops: Hach je, ich wusste eigentlich, dass das kommt und mein Kopf hat es natürlich auch (längst) verstanden, wirklich!! Aber irgendwie will ein Teil von mir doch lieber täglich ein paar Grämmchen mehr sehen :oops:
Sorry, bin da echt ein bissl blöd. Ich werde aber morgen ganz entspannt ans Wiegen rangehen, versprochen!
Kein Problem. Nimm Deine Reaktion einfach als eines der unzählingen Beispiele dafür, dass Gewichtsdatenanalyse (die ja in der Regel überhaupt erst wegen GewichtsSORGEN ansteht) immer besser mit fachkundiger BEGLEITUNG stattfinden sollte anstatt auf eigene Faust. Als betroffene Mutter verliert man leicht Dinge, die "eigentlich klar sind", aus dem Blick. Sorgen und Ängste treten wie von selbst immer wieder mal in den Vordergrund. Und davon abgesehen: Gewichtsdatenanalyse ist ja nun keineswegs trivial - auch manche Fachleute haben damit methodisch zu kämpfen. ;-)
Aber mal ne Frage, wie berechnest Du eigentlich die Gewichtszunahme z.B. innerhalb einer Woche? Ich denke mal nicht, dass Du z.B. die Differenz von 2 aufeinanderfolgenden Dienstagen nimmst, denn das sind ja wieder nur Einzelwerte...
Richtig. FALLS die halbwegs genaue Kenntnis einer Gewichtszunahme innerhalbe einer Woche notwendig ist (manchmal ist sie das, das hängt vom Einzelfall ab), dann geht das NICHT mit "letzten Dienstag und diesen Dienstag jeweils einmal wiegen". Also geht schon, aber die Messunsicherheit ist dann unvermeidbar derart hoch, dass man's eigentlich auch gleich lassen kann.
Für die genaue, aussagekräftige Bestimmung der Gewichtsentwicklung EINER WOCHE braucht man entsprechend MEHRERE Daten innerhalb dieser Woche (mind. alle 1-2 Tage ist dann nötig).
Sollte ich mit Beikosteinführung lieber warten, bis wir (hoffentlich/falls möglich) wieder beim Vollstillen angelangt sind? Oder ginge das auch schon früher? Er ist jetzt 20 Wochen alt und hat mich heute so gierig angeschaut, als ich einen Pfirsich aß, so dass ich ihn mal hab dran lutschen lassen. Er war sehr sehr angetan davon, hat mit beiden Händen zugepackt und gierig dran gesaugt :lol: . Könnte mir vorstellen, dass er schon gern mehr essen mag.
Erfahrungsberichte wie den von daisy findet man recht häufig in Relaktations- und Zufütterreduktionsgeschichten: Oft tritt für die Mutter mit dem Beikoststart eine spürbare Entspannung in den Alltag, einfach weil die Beikost bewusst als zusätzliche Energiequelle wahrgenommen wird. "Auch wenn das Baby heute bei mir etwas "zu wenig" trinkt - es kann ja einfach mehr Festes essen." - dieser Ansatz kann eine große Entlastung sein. Insofern: ein relativ zeitiger Beikoststart (Beikostreifeanzeichen und Interesse beim Baby vorausgesetzt) ist dann DURCHAUS SINNVOLL.

Zwei Dinge sollten dabei beachtet werden:
1. Bei jungen Babys, bei denen der Ernährungsaspekt in Sachen Beikost im Vordergrund steht (z.B. weil das Baby wenig wiegt, oder die Mutter viel unterwegs ist, oder eben bei Zufütterreduktionen ), ist es sinnvoll, auf überwiegend HOCHKALORISCHE Beikost zu achten. Infos dazu findest Du in unserer Grundinfo Beikosteinführung.
2. Wenn der Mutter das Stillen weiterhin wichtig ist, dann sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass im Rahmen ZUNEHMENDER Beikost entsprechend der Anteil künstlicher Milch gesenkt wird, NICHT der Anteil an Muttermilch.

Also: wenn er den Pfirsich schon mal toll fand - super! Dann mal los! :lol:

LG
Julia
Benutzeravatar
Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
Registriert: 30.03.2012, 20:38

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von Katha »

nur kurz, kl. Hase schläft erstaunlicherweise schon wieder, da sollte ich mal Wohn/Esszimmer von der Fingerfood-Schlacht säubern ;)
AFS-Broschüre "Beikost für Stillkinder"
Liebe Grüße
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
Wölkchen123
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 753
Registriert: 09.06.2012, 21:58

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von Wölkchen123 »

daisy hat geschrieben:Hallo Wölkchen,

ich kann dich soo gut verstehen. Ich habe auch lange zugefüttert und reduziert und ständig an meiner Milchmenge gearbeitet. Ich kenne die Blicke, bei jedem kleinen Meckern von der Maus. Jeder Pieps den das Kind macht, wird als Hunger ausgelegt. Auch wenn ich genau wusste, sie ist nur müde. Wenn Papa dann mit der Flasche ankommt und es wird gierig dran gesaugt, kommt ein "ich hab es doch gewusst" und wenn sie dann im Milchkoma war und stundenlang nicht gestillt hat..... wer liegt dann mit schmerzenden tropfenden Brüsten wach?

Bei uns wurde es mit Beikosteinführung deutlich entspannter, die Maus nimmt nun endlich gut zu, stillt immer noch viel und wir sind glücklich. Mir ging es besser damit, ihr was festes zu geben als mehr Pre.

Ich kann nur sagen: halte durch, gib nicht auch, es wird sicher besser und es ist wirklich nur so eine kurze Zeit, auch wenn es dir im Moment wie eine Ewigkeit vorkommt.
Hallo daisy, danke für Deinen Bericht! Hab ihn grad zum 2.Mal gelesen, weil es mir schonwieder schlechter ging und Du machst mir wirklich etwas Hoffnung dass es mit der Beikost besser werden kann. Hab halt irgendwie auch Angst, dass er dann noch schlechter trinkt wenn er erst Geschmack am Essen gefunden hat :?

Dankeschön!!

Ok, mal sehen ob ich es gleich noch schaffe, mit einer Hand unsere letzten Daten abzutippen (Kind schläft grad auf rechtem Arm...)
Liebe Grüße vom Wölkchen mit Sohn *04/12 und Tochter *10/14
Wölkchen123
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 753
Registriert: 09.06.2012, 21:58

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von Wölkchen123 »

Hier nun die Daten der letzten 14 Tage:

27.08. 5970 g, 11x gestillt, 265 ml Pre, quängelig
28.08. 6040 g, 11x gestillt, 250ml Pre, sehr quängelig
29.08. 6050 g, 7 x gestillt, 240mlPre, sehr quängelig!! (nach langem Schreianfall ohne Stilllen eingeschlafen :( )
30.08. 6080 g, 10x gestillt, 220ml Pre, anstrengend
31.08. 6130 g, 11x gestillt, 205 ml Pre, anstrengend
01.09. 6080 g, 10x gestillt, 190ml Pre, alles gut
02.09. 6140 g, 11x gestillt, 170ml Pre, nachmittags quängelig
03.09. 6150 g, 12x gestillt, 155ml Pre, etwas quängelig
04.09. 6180 g, 10x gestillt, 140ml Pre, KiÄ 14Uhr 6120g, Impfung, danach unruhig, aufgedreht
05.09. 6180 g, 9 x gestillt, 130ml Pre, leicht erhöhte Temp., viele Schreiphasen aber auch gute Laune
06.09. 6170 g, 10x gestillt, 110ml Pre, oft unruhig, sehr anhänglich oft nur kurz getrunken
07.09. 6200 g, 13x gestillt, 100ml Pre, oft nur kurz getrunken, extrem anstrengend, viel Geschrei :cry:
08.09. 6219 g, >8x gestillt, ca. 90ml Pre, hohes Fieber, unruhige Nacht mit Dauernuckeln/Stillen
09.09. 6230 g, 11x gestillt, ca. 80ml Pre, Fieber, aber sehr gut gelaunt
10.09. 6170 g, bisher kein Fieber aber wieder quängelig

Wie man sieht, hatten wir recht anstrengende Tage, ich weiß nicht, ob es ein Schub war/ist und jetzt am WE hatte er z.T sehr hohes Fieber. Wir mussten am Samstag insg. 3 Fieberzäpfchen geben und sind zum Bereitschaftsarzt. Der konnte allerdings nichts finden bzw. alles mögliche ausschließen und gestern war dann nach einem Fieberzäpfchen die Temperatur wieder unten und es ging dem Kleinen ausgesprochen gut. Sehr fröhlich, lebendig, kann es sein dass Paracetamol bei Babys aufputschend wirkt? :roll:

Hab ihm als er Fieber hatte, die Pre-Milch verdünnt falls er Flüssigkeitsmangel hatte und oft angelegt, konnte dann z.t. nicht mehr so richtig mitzählen.
Tja, ich bin nun ratlos, wie wir weitermachen sollten. Vorhin war er ganz plötzlich wieder sehr unleidlich, wollte sich an der Brust nicht anstrengen um den MSR auszulösen (wirklich oft ein Problem bei uns) und nachdem ich ihm abgepumpte MuMi von gestern gegeben habe, hat er dann doch ein wenig an der Brust getrunken und ist dann eingeschlafen. Werde dann wenn er wach ist,nochmal Fieber messen, etwas warm fühlt er sich schon wieder an... Dann ggf. Kinderarzt...
Puh, das macht grad keinen Spaß. :(
Liebe Grüße vom Wölkchen mit Sohn *04/12 und Tochter *10/14
Wölkchen123
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 753
Registriert: 09.06.2012, 21:58

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von Wölkchen123 »

ups, es heißt wohl quengelig :oops:
Liebe Grüße vom Wölkchen mit Sohn *04/12 und Tochter *10/14
Miracleine
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 8104
Registriert: 27.02.2010, 21:31
Wohnort: Wedel bei Hamburg

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von Miracleine »

Oh weh, das klingt anstrengend. Wenn das Fieber sehr hoch ist und morgen weg sein sollte, wundere Dich nicht, falls Dein Kleiner morgen überall rote Minipickelchen bekommt. Es könnte das Dreitagefieber sein.
Wölkchen123 hat geschrieben:Sehr fröhlich, lebendig, kann es sein dass Paracetamol bei Babys aufputschend wirkt? :roll:
Bei meinem Großen definitv ja! Wenn ich ihm abends direkt vor dem Schlafen Paracetamol gegeben habe, war er für mindestens vier Stunden (also oft bis Mitternacht) trotz Krankheit wach und total aufgedreht. Nach dem zweiten Mal sind wir auf Ibuprofen umgestiegen. Das ging zwar besser, aber nicht gut. Bei uns gibt es daher nahezu nie Fieberzäpfchen, zumindest solange das Kind gut trinkt und nicht apathisch ist. Bei hohem Fieber und warmen Füßchen mache ich dann eher mal lauwarme Wadenwickel.

Gute Besserung!
A. mit Mini-Mann 04/09 und Zaubermaus 08/11
Wölkchen123
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 753
Registriert: 09.06.2012, 21:58

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von Wölkchen123 »

An das Dreitagefieber habe ich auch schon gedacht. Allerdings hat sich das Fieber noch nicht wieder eingestellt (gottseidank).

Hmm, dann lag das wohl echt an den Zäpfchen... Ist zwar einerseits schön, wenn er so quitschfidel ist, aber irgendwie auch gruselig...
Liebe Grüße vom Wölkchen mit Sohn *04/12 und Tochter *10/14
Miracleine
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 8104
Registriert: 27.02.2010, 21:31
Wohnort: Wedel bei Hamburg

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von Miracleine »

Vor allem sollte sich ein fiebernder Mensch ja auch eigentlich ausruhen, was er natürlicherweise auch tut. Wenn das Zäpfchen das verhindert, ist das sicherlich auch nicht so von Vorteil.
A. mit Mini-Mann 04/09 und Zaubermaus 08/11
Wölkchen123
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 753
Registriert: 09.06.2012, 21:58

Re: Zeitmanagement mit Stillproblemen und Zufüttern

Beitrag von Wölkchen123 »

So, ich muss mal wieder jammern :-( Ich fühle mich so unfähig. Ich hatte so gehofft, dass wir vom Zufüttern wegkommen können, aber ich glaub nicht mehr dran. Stillen macht grad überhaupt keinen Spaß mehr. Er zetert so oft dabei rum, dreht sich weg, schreit wie am Spieß, wartet nicht bis zum MSR, etc... so dass ich inzwischen mit den Nerven ziemlich am Ende bin. Das Fieber ist übrigens nicht zurückgekommen und dieses Verhalten zeigt er ja schon seit ca. 2 Wochen. Ich glaube, dass er nicht richtig satt wird und bin echt drauf und dran ihm einfach wieder so viel Pre zu geben, wie er will. :-( Beikost klappt noch nicht so richtig, er lutscht zwar ganz gern an Obst herum, aber z.B. das Stück Banane, das er gestern zermatscht hat, hat er fast komplett wieder ausgespuckt. Auch wenn er es interessant findet, isst er keinesfalls genug um satt davon zu werden. Ich denke, ich probiere es mal mit nem Getreide-Obst-Brei, aber dazu muss ich mich nochmal belesen, was ich da am besten kaufe. Problem ist, dass ich tagsüber fast zu gar nix mehr komme, er will fast nonstop herumgetragen werden und auch jetzt quengelt er schon wieder und ich kann mich nicht konzentrieren. Muss mich beeilen. Ich bin gerade so traurig, dass wir das nicht hinkriegen :-( Inzwischen krieg ich auch nicht mehr so viel abgepumpt, vermutlich weil ich mich nicht mehr entspannen kann und irgendwie die Zeit so rast aber ich gleichzeitig wie Kaugummi dehnt wenn er so schlecht drauf ist und ich einfach nur warte dass mein Freund nach Hause kommt und mir ein bisschen hilft :-(

hier mal noch schnell die letzten Daten: ich hab ihm jetzt wieder mehr Pre gegeben....

10.09. 6170 g, ca. 8x gestillt, 110mlPre, kein Fieber, sehr anstrengend
11.09. 6180 g


Liebe Grüße! (konnt jetzt nicht alles schreiben was ich wollte, weil er so schreit)
Liebe Grüße vom Wölkchen mit Sohn *04/12 und Tochter *10/14
Antworten

Zurück zu „Stillforum“